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Wirtschaft und Soziales

Früher war alles besser

(Veröffentlicht Mai 2020, ergänzt Juli 2021)

Die gute alte Zeit

Wird man älter und denkt zurück, so erinnert man sich vorwiegend an gute Gefühle und schöne Erlebnisse.

Man war jung, gesund und kräftig. Die Welt stand einem offen, man fühlte sich allen Herausforderungen gewachsen. Es gab mehr Mitmenschlichkeit, z. B. Kameradschaft im Sportverein statt Narzissmus im Fitnesscenter. Fast alle Sportler waren in den 50er und 60er Jahren noch Amateure[i].

Dann folgten zwangsläufig grundlegende persönliche Entscheidungen, die den weiteren Lebensweg bestimmten und die individuelle Freiheit begrenzten: Ausbildung, Berufswahl, Familiengründung, Wohnort. Doch die glücklichen Erinnerungen an die Jugendzeit bleiben.

Nach der Währungsreform vom 20. Juni 1948 wuchs die deutsche Wirtschaft.

Millionen Vertriebene aus den verlorenen Gebieten im Osten und Zonenflüchtige aus der DDR konnten aufgenommen und in die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt integriert werden, die zerbombten Städte wurden wieder aufgebaut, der Staatshaushalt war ausgeglichen, die D-Mark eine der härtesten Währungen.

Die soziale Marktwirtschaft mit dem Wahlspruch „Wohlstand für alle“ entschärfte die Spannungen zwischen Kapital und Arbeit.

Die Löhne stiegen, es gab bald Vollbeschäftigung, die Einkommensunterschiede waren geringer und man lebte bescheidener, aber mit mehr Zuversicht als heute. Ich entsinne mich, wie wir mit Staunen vermerkten, dass der neue Mercedes-Chef ein Jahresgehalt von einer Million erhalten solle!

Niemand zweifelte an der Sicherheit seines Arbeitsplatzes, von Renten und Spareinlagen.

Unsere Demokratie mit drei (genau genommen vier) etablierten Parteien schien gefestigt. Die Politiker hatten Drittes Reich und Zweiten Weltkrieg durchlitten. Diese schmerzhaften Erfahrungen prägten ihren Charakter; sie waren sich bewusst, dass scheinbar unbedeutende Entscheidungen weitreichende Folgen nach sich ziehen können.

Die westliche Welt, besonders Westeuropa war friedlich, stabilisiert durch Eisernen Vorhang und Kalten Krieg.

Der Korea-Krieg (1950-1953) blieb für uns eine Episode, die einen kurzen Boom auslöste.

Der Vietnamkrieg (1955-1975) wurde eine der Ursachen für die Studentenproteste der 68er, die vorübergingen, aber – wie wir erst später merkten – langfristig das politische Klima, Medien, Schulen und Universitäten veränderten. (Vgl. „Die Intelligenz tickt links“ unter „Wirtschaft und Soziales“). 

Waschmaschinen und sonstige Haushaltsgeräte hatten eine wesentlich längere Haltbarkeit als heute, waren – gemessen am Einkommen – allerdings auch wesentlich teurer als heute.  Noch in den 50er Jahren war eine „Constructa“ ein teurer Luxus. 

In Deutschland – sogar in Europa – fühlte man sich sicher. Organisierte Kriminalität oder gar einen Bankraub konnte es vielleicht in Chicago oder auf Sizilien geben, aber doch nicht mitten in der Bundesrepublik!

Abenteuerlustige junge Leute konnten mit einem VW-Bulli über den Balkan, durch die Türkei und den Iran nach Afghanistan, Pakistan und Indien reisen. Oder durch die Sahara.

Durch den Bau der Berliner Mauer am 13. Juli 1961 zeigte der Bolschewismus oder Sozialismus mitten im Kalten Krieg seine hässlichste Seite, an die man sich heute nur ungern erinnern will. Denn inzwischen wagen sogar deutsche Politiker zu bestreiten, dass die DDR ein Unrechtsstaat war. Willi Brandt zu diesen Zwangsmaßnahmen der DDR, die ohne russisches Einverständnis nicht vorstellbar waren: „Sie bedeuten, dass mitten durch Berlin nicht nur eine Art Staatsgrenze, sondern die Sperrwand eines Konzentrationslagers gezogen wird.“ Und weiter: „Die Betonpfeiler, der Stacheldraht, die Todesstreifen, die Wachtürme und die Maschinenpistolen, das sind die Kennzeichen eines Konzentrationslagers.“ 

Die Welt im Wandel

Dann kamen Umbrüche, die Deutschland (und die Welt) veränderten: Automatisierung, Wiedervereinigung, Globalisierung, Deregulierung, Liberalisierung, Internet, Digitalisierung, (organisierte) Kriminalität, Überschuldung vieler Staaten, instabile Finanzsysteme, Börsencrash, Umweltzerstörung, Multi-Kulti, globale Erwärmung, Asylanten, Parallelgesellschaften, kriminelle Clane, Gewaltausbrüche, Terrorismus, Cyber-Kriminalität, künstliche Intelligenz (KI).

Durch den weltweiten Konkurrenzkampf mit dem härtesten Wettbewerb aller Zeiten verlor Europa ganze Industriezweige. Der Vorsprung des Westens schwindet, Arbeitsplätze werden in Entwicklungsländer ausgelagert.

Der nun ungebremste Turbokapitalismus zeigt seine hässliche Fratze: die Armen werden ärmer, die Reichen reicher, der staatstragende Mittelstand schwindet.

Extremistische Parteien machen die Demokratie unübersichtlich und instabil.

Diese Änderungen und Verwerfungen kamen für die Meisten, von denen sich viele überfordert fühlen, zu schnell.

Die Europäische Union kann die in sie gesetzten Erwartungen immer weniger erfüllen.

Zwar wurde der Euro eingeführt (als Preis für die deutsche Einheit oder als Ersatz für Reparationen?), der die Unterschiede zwischen den verschieden entwickelten Volkswirtschaften in der Eurozone vergrößert anstatt sie abzubauen.

Aber die unerlässlichen flankierenden Maßnahmen bleiben aus: Gemeinsame Außenpolitik (wieso braucht jedes Land der EU eine Gesandtschaft in allen wichtigen Staaten? Genügt nicht eine Botschaft der EU?); gemeinsame Wirtschafts-, Finanz- und Verteidigungspolitik; Angleichung von Arbeitszeiten, Besteuerung, Rentenalter, Gesetzen und Rechtsordnungen; wirksame Bekämpfung der Korruption, des Drogenhandels und des organisierten Verbrechens usw. Von der überbezahlten Brüsseler Bürokratie und dem kostspieligen Unfug der zwei Parlamentssitze in Straßburg und Brüssel besser nicht zu reden[ii]. 

Vielen – auch manchen Politikern – ist die Diskussion über das Gender-Sternchen wichtiger als der Aufstieg Chinas zur vielleicht bald dominierenden Weltmacht.

Politikversagen oder Versagen der Politiker?

Neu für Europa sind Terrorakte extremistischer Gruppierungen. Hier wirken die Staatsorgane oft hilflos.

Auch wird wieder Krieg geführt in Europa: In Irland, im Balkan, in Armenien und in der Ukraine tobten und toben hässliche Bürgerkriege.

Deutsche Soldaten werden – in den 50er und 60er Jahren undenkbar – zu „Friedensmissionen“ in den Balkan, nach Afghanistan, in den Nahen Osten und nach Afrika geschickt. Etliche – zu viele – kommen in Särgen zurück.

Die Ergebnisse dieser kostspieligen „Friedenseinsätze“ sind mehr als dürftig und z. B. in Afghanistan nach 19 Jahren (2020) eher kontraproduktiv. Der „demokratische Westen“ verschleudert hier viele Milliarden und erntet den Hass der islamischen Welt[iii].

Die Verwundbarkeit von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, sowie deren Schwachstellen, deckt die Corona-Krise nun rücksichtslos auf. 

Der Euro und die EU werden diese Krise wohl gerade noch überstehen; mit Hilfe einer rekordverdächtigen Verschuldung, durch die unsere Politiker den zu erwartenden Crash und die befürchtete Massenarbeitslosigkeit über das kommende Wahljahr (2021) hinausschieben möchten. 

Doch einer weiteren, ernsten Herausforderung werden beide, EURO und EU, kaum standhalten können. Der Austritt Großbritanniens ist ein Warnschuss, den anscheinend niemand hören will!

Haben wir die Kraft für dringend nötige Reformen?

Ist es verwunderlich, wenn sich Viele zurücksehnen nach der „guten alten Zeit“ der 50er bis 80er Jahre, in der man sich sicher fühlen konnte, die Welt stabil war und auf einem guten Weg schien?[iv].

Persönlich bin ich ziemlich zeitgleich mit der Währungsreform in mein Berufsleben eingestiegen.

Den technischen und den ökonomischen Aufstieg der Bundesrepublik habe ich, bei Tätigkeiten im Handel und in der Industrie, ebenso miterlebt, wie den moralischen und politischen Niedergang und die schweren Fehlentscheidungen der letzten Jahrzehnte, die nun alle Errungenschaften der Nachkriegszeit gefährden.

„Es ist Zeit für einen Ruck in Deutschland und Europa, um einmal die Formulierung unseres früheren Bundespräsidenten zu bemühen. Und zwar jetzt. 2021 und 2022 sind Jahre der Richtungsentscheidungen. Für Deutschland – aber letztlich auch für Europa. Denn es geht in diesem Superwahljahr nicht nur ums Kanzleramt. Es geht darum, welche Wirtschaftspolitik, ja: welche Wirtschaftsordnung das kommende Jahrzehnt prägen soll.“ Christian Sewing (Steingarts Morning-Briefing vom 9.7.21).

Nach der vernichtendsten Niederlage der deutschen Geschichte waren zunächst fast alle bedrückt, viele depressiv. Dann kam mit der Währungsreform langsam eine Aufbruchsstimmung. Es ging nun spürbar aufwärts, und fast alle sahen positiv in die Zukunft.

In den letzten Jahrzehnten wuchsen dann die Zukunftsängste, nicht zuletzt weil in den Merkel-Jahren unser Staat heruntergeschlampt wurde: Eisenbahnen, Straßen und Brücken sind marode, die überbordende Bürokratie arbeitet fast wie im 19. Jahrhundert, Digitalisierung ist ein Schlagwort von dem der Staatsapparat entweder noch nichts gehört hat, oder dem er sich nicht gewachsen fühlt. Das Vertrauen in die Politik und die Politiker nähert sich dem Nullpunkt. Der typische Zustand einer innerlich zerrissenen Spätzivilisation, die entweder die Kraft aufbringen muss,  tiefgreifende – auch für viele schmerzhafte – Reformen durchzusetzen, oder mit viel medialem und politischem Geschrei in den Niedergang taumelt. 

Wenn sich nicht bald etwas ändert, hinterlassen wir unseren Enkeln ein heruntergewirtschaftetes Land mit wackligen politischen Strukturen und der Infrastruktur eines Entwicklungslandes.

Aber die Welt war doch nie besser!

Diesem obigen, bei vielen Älteren durch persönliche Eindrücke geprägten Bild einer nur Jahrzehnte zurückliegenden „besseren Zeit“ widersprechen Ökonomen und Soziologen entschieden. Aus deren Sicht ging es uns noch nie so gut wie heute:

In Mitteleuropa herrscht seit 75 Jahren Frieden; die längste Friedensperiode seit der „pax romana“, dem Augusteischen Frieden im 1. Jahrhundert!

In vorausgegangenen Jahrhunderten gab es in Europa mindestens zwei Kriege pro Jahrhundert, von den zahlreichen Kolonialkriegen nicht zu reden. Die heutige, glückliche Friedenszeit ist angeblich vor allem der EU zu verdanken, die derzeit allerdings vor großen Herausforderungen steht.

Der Wohlstand wäre – trotz dramatisch gewachsener Bevölkerung – in der Mehrzahl der Länder, selbst in Entwicklungs- und Schwellenländern, höher als je zuvor. Die Möglichkeiten der naturwissenschaftlich-technischen Zivilisation, die von einer Neuerung zur anderen eilt, scheinen grenzenlos. Die Forschung floriert, neue wissenschaftliche Erkenntnisse überschlagen sich und lassen überraschende neue Möglichkeiten erwarten.

In allen Problemfeldern gilt der Trend als rückläufig; für noch bestehende ökonomische, politische, soziale Verwerfungen darf man praktikable Lösungen erhoffen. Politiker können sich zurücklehnen und so weitermachen wie bisher[v].

Zusammenfassend ergibt sich aus dieser, vom Mainstream propagierten Sicht ein optimistisches Bild der Gegenwart, das eine noch bessere Zukunft mit weit mehr Wohltaten für alle Menschen erwarten lässt.

Von der Corona-Krise abgesehen, die bald vorübergehen soll, geht es uns also prächtig, so gut wie nie zuvor!

Warum merken wir das nicht?

Denn bei allem Fortschritt, bei allen echten oder nur scheinbaren Errungenschaften, sind wir nicht zufrieden und glücklich.

Warum wohl?

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein (Matth. 4,4)

Unsere Welt ist vom Materialismus geprägt, um nicht zu sagen vom Materiellen besessen.

Der Mensch selbst versteht sich als einen Primaten mit besonders großem Gehirn, der durch sein überragendes Denkvermögen aus der übrigen Natur herausgehoben ist.

Alle Anstrengungen, alle Bemühungen unserer Zivilisation richten sich auf die äußeren, die sichtbaren Erscheinungen. Die Naturwissenschaften geben mit ihrem, auf das Irdische beschränktem Weltbild die Richtung vor. Nicht nur die exakten Wissenschaften, auch Ökonomie, Ökologie, Politik, sogar Philosophie und die Religionen werden vom Verstandesdenken dominiert.

Die alltäglichen Abläufe, die Versorgung der Bevölkerung, mit ihren steigenden Ansprüchen, funktionieren in den Industrieländern meist noch recht gut; denn hier ist der Verstand in seinem eigentlichen Wirkungsfeld, der groben Stofflichkeit.

Doch wenn Ethik, Friedfertigkeit, echte Menschlichkeit, Religiosität, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Weitblick oder gar Weisheit verlangt sind, muss der Geist durch sein Empfinden (nicht zu verwechseln mit dem von Vorurteilen geprägten „Bauchgefühl“) die Richtung vorgeben, sonst versagen auch noch so gut gemeinte Denkansätze.

Dominieren gar ungeistige Regungen wie Gefühle, Emotionen, Extremismus, Fanatismus, Fundamentalismus, Dogmatismus, Ideologie, dann ufern die Bestrebungen aus, geraten außer Kontrolle, oder erzeugen gar Unheil.

Die inneren, die eigentlichen Werte des Menschen, seine Empfindungen gehen durch die Dominanz des Denkens mit seiner Wissenschaftsgläubigkeit unter. Die wahre Menschlichkeit verkümmert. Selbst in der Kunst spielt das Empfinden nicht immer die entscheidende Rolle. Inspiration, höhere Eingebung sind oft nicht zu spüren oder werden gar durch Abartigkeiten ersetzt. –

In der christlichen Lehre besteht der Mensch aus dem Körper und der unsterblichen Seele, der das Paradies versprochen wird, sofern sie an die kirchlichen Dogmen glaubt.

Ich persönlich bevorzuge eine Dreiteilung der menschlichen Natur und gehe von einem unsterblichen Kern aus, der „Geistpersönlichkeit“, umgeben von feinstofflichen und grobstofflichen Hüllen.

Der geistige Kern, der eigentliche Mensch ist aus dem Geistigen Reich als unbewusster Geistkeim ausgegangen. Er muss in die Stofflichkeiten eintauchen um sich in einer dichteren Umgebung mit schärferen Gegensätzen vom Unbewussten zum Bewussten zu entwickeln. Zuletzt darf er – nach einem langen Entwicklungsweg – als voll entwickelter, sichselbstbewusster Menschengeist in seine Heimat, das Geistige Reich, zurückkehren.

Art und Zeit der Entwicklung des Geistes hängen von seinen Entschlüssen ab, die seinen Lebensweg bestimmen und zu den notwendigen Erfahrungen führen, welche die inneren Werte des Menschen prägen. Denn dem Menschengeist ist die Freiheit der Entscheidung geschenkt, die allerdings untrennbar verbunden ist mit der Verantwortung für seine Entschlüsse und deren Folgen[vi].

Beim irdischen Abscheiden lässt der Erdenmensch seinen Erdenkörper, die grobstoffliche Hülle samt deren Gehirn, zurück und lebt weiter im Jenseits als „Menschenseele“, also als Menschengeist mit feinstofflicher Hülle.

Im Transzendenten kann sich die Seele weiter läutern, also neue Erfahrungen sammeln. Danach kommt die Seele entweder zur Erde zurück, um sich erneut in einen Erdenkörper zu inkarnieren.

Oder sie hat sich nach vielen Erdenleben so weit veredelt, dass sie sich von allen Bindungen an die grobe Stofflichkeit lösen und in der Feinstofflichkeit weiter entwickeln kann, bis sie zuletzt auch die feinstoffliche Hülle abzulegen vermag. Dann öffnet sich für diese vollreife Seele das Tor in ihre wahre Heimat, die Religionen „das Paradies“ nennen.

Entscheidend auf diesem langen Entwicklungsweg ist die geistige Entwicklung. Nur über diese ist unser eigentliches Ziel erreichbar. Tiefe Empfindungen, die den Geist durchglühen, führen zu dem notwendigen Erleben, das die Geistpersönlichkeit, also den eigentlichen Menschen, reifen lässt.

Reine Verstandesleistungen, die nicht vom Empfinden gelenkt sind, bedeuten für die geistige Entwicklung wenig. Oberflächliches Denken, alltägliche irdische Tätigkeiten, angelerntes Wissen, Glauben ohne zu verstehen, unklare Gefühle, verschwommene Phantasie, berühren das Empfinden, die Regungen des geistigen Kernes kaum. Dessen Entwicklung aber sind Ziel und Sinn notwendiger Erdinkarnationen wie auch des Seins in transzendenten Regionen.

Der Ausdruck geistigen Erlebens liegt in unseren inneren Empfindungen, die führend wirken müssen und den Verstand nur als Werkzeug für das Erdenleben nützen sollen. Denn die Sprache des Geistes ist die Empfindung. Über sie können wir Ewigkeitswerte erfahren und unseren Lebensweg auf gottgewollte Bahnen leiten.

Eine Menschheit, die sich ganz und gar den äußeren Erscheinungen, den materiellen Vorgängen verschrieben hat und den Erdverstand dominieren lässt, verliert ihre Gemütswerte und die echte Menschlichkeit. Sie muss seelisch und geistig verarmen. Die notwendigen Verbindungen zu fördernden Schöpfungskräften reißen ab, und der Absturz einer solchen erdgebundenen Menschheit droht.

Unser Innerstes, der Menschengeist, empfindet schmerzhaft diesen Irrweg, den Missbrauch der uns geschenkten Entscheidungsfreiheit und will uns warnen, zur Umkehr mahnen. Die verbreiteten Zukunftsängste sind ein unartikuliertes Warnsignal. Doch wir haben verlernt auf unser Empfinden zu hören, über dieses Kontakte zu höheren Kräften zu knüpfen und mit deren Hilfen Wege einzuschlagen, die mit den unabänderlichen Gottgesetzen harmonieren.

Stattdessen hören wir auf den an das Gehirn gebundenen Verstand, der uns auf naturfremde Wege drängt und wie Heuschrecken so lange über die Erde herfallen lässt bis sie kahlgefressen ist.

Dem Erdverstand ist aufgrund seiner Natur alles Höhere fremd. Geistiges kann er nie begreifen, und die wahre Gotterkenntnis ist ihm verschlossen.

Die Irrwege des auf die Materie fixierten Verstandes führen naturgesetzmäßig in den irdischen und geistigen Niedergang.

Die notwendige Umkehr verlangt geistiges Erwachen!

Lasst uns durch edles Denken und Wollen Kontakte finden zu fördernden Schöpfungskräften und unser Empfinden stärken!

Dann können Zufriedenheit und Glück bei uns Einkehr halten!

Anmerkungen: 

[i] Noch 1972 wurde der österreichische Skifahrer Karl Schranz von den olympischen Spielen in Sapporo nach hause geschickt, weil er einmal als Skilehrer ausgeholfen hatte. So streng nahm der IOC-Präsident Avery Brundage  (1887-1975) damals noch das Amateurstatut, das in den Ländern des Ostblocks längst unterlaufen wurde, wie ich persönlich schon 1956 in Warschau bei einem Länderkampf mit der polnischen Nationalmannschaft in Degenfechten erfahren konnte. 

[ii] Schon Alexis de Tocqueville (1805-1859) erkannte, dass die Demokratie eine besonders teure Regierungsform ist. (Vgl. „Ein Prophet des Massenzeitalters“ in „Kurz, knapp, Kurios“ Seite 408). Ein typisches Beispiel bietet die Bundesrepublik mit 16 Landesregierungen mit 16 Landesparlamenten. Die Hälfte würde für die von den Alliierten verfügte föderative Struktur der BRD reichlich genügen.

[iii] Vgl. Buchbesprechung „Der Hass auf den Westen“. 

[iv] Weitere Gedanken zu der „Welt im Wandel“ finden sich unter „Wirtschaft und Soziales“: „Wirtschaft statt Humanität“, „Globalisierung der Unmoral“, „Das Ende des Gesellschaftsvertrages“, „Der Start ins 21. Jahrhundert“, „Abschied von der (sozialen) Marktwirtschaft“, „Brauchen wir die Öko-Diktatur?“; und unter „Ökologie“: „Welche Apokalypse kommt?“.

[v] Das Buch „Factfulness“ von Hans Rosling (Ullstein Verlag) sieht nur positive Entwicklungen und ist bestens geeignet zur Beruhigung der Politiker.

[vi] Hier kommt der Unterschied zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik (Max Weber, 1864-1920) ins Spiel:

Das kirchliche Christentum ist gesinnungsethisch: „Der Christ tut recht und stellt den Erfolg Gott anheim.“ (Max Weber).

Die Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ von Abd-ru-shin (Verlag der Stiftung Gralsbotschaft) ist verantwortungsethisch. Sie fordert, dass man für die Folgen seiner Handlungen Verantwortung übernehmen muss.

Dieser Zwiespalt zwischen Gesinnungsethik und vorausschauender Verantwortungsethik spaltet unsere Gesellschaft, z. B. bei der Flüchtlingsfrage.