Kategorien
Wirtschaft und Soziales

Welches Gesellschaftssystem wollen wir? – Eine Utopie

Veröffentlicht 2021

Für das 21. Jahrhundert gibt es extrem unterschiedliche Prognosen aus den verschiedensten Gesellschaftskreisen.

Einerseits blicken wir Menschen voller Enthusiasmus auf die Möglichkeiten der Industrie 4.0 mit ihren ungeahnten, fast grenzenlosen Möglichkeiten:

Das autonome Fahren mit dem Elektroauto wird bereits erprobt und soll sich bald weltweit durchsetzen. Durch das Internet hat Jeder Zugang zum gesammelten Wissen der Menschheit und kann seine Kreativität dank der vernetzten Technik voll ausleben. Unabsehbare neue Entwicklungen verspricht der Quantencomputer, die unser Leben verändern werden. Was heute undenkbar scheint, wird Wirklichkeit. Wer z. B. in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts etwas gelten will, muss als Tourist um den Mond geflogen sein – die Ersten haben die Reise schon 2017 gebucht (3) – oder gar auf dem Mars gewesen sein. Was die „Künstliche Intelligenz“ (KI), m. E. der Inbegriff des antispirituellen, materialistischen Denkens, alles bewirken wird, können sich wohl nur Computer-Freaks vorstellen. Abgesehen vielleicht von Wladimir Putin, dem Präsidenten der Russischen Föderation. Er sagt vorher, dass KI die „Zukunft der Menschheit“ sei, und der „Anführer in diesem Bereich“ zum „Herrn der Welt“ wird (4).

Doch gleichzeitig wird eine Vielzahl von Problemen genannt, die manche Wissenschaftler daran zweifeln lassen, dass unsere Zivilisation das 21. Jahrhundert überleben kann[i]:

Artensterben; Arbeitslosigkeit; Bad Gouvernment (schlechte Regierung) und Korruption in vielen Staaten, nicht nur der dritten Welt; Bevölkerungsexplosion; Bodenzerstörung; Bürgerkriege; Drogenkriminalität; Dürre; Epidemien; vorsätzliche Fehlinformationen; Finanzkollaps; Klimawandel; Kriege; organisierte Kriminalität; Massenmigration; steigende Meeresspiegel; Naturkatastrophen; Naturzerstörung; Ressourcenverknappung; Terrorismus; Überschuldung; Umweltvergiftung; Wassermangel in vielen Regionen; usw.

Hinzu kommt die Corona-Krise, die Schwächen in Politik, Wirtschaft und den Sozialsystemen rigoros aufdeckt und zum Nachdenken zwingt.

Falls es zu weiterem schweren Krisen kommen sollte, ist ein Zusammenbruch von großen Staaten, oder gar der Weltwirtschaft zu befürchten. Dann werden Diskussionen losbrechen, die das gesamte heutige Wirtschafts- und Sozialsystem einschließlich der Demokratie in Frage stellen. Für diesen Fall wird das Ende der „Parteiendemokratie“ vorhergesagt[ii].

„Nach meiner Überzeugung ist unser Parteienstaat vom beidem geprägt, machtversessen auf den Wahlsieg und machtvergessen in der Wahrnehmung der politischen Führungsaufgabe“ Bundespräsiddent Richard v. Weizsäcker

Aber was kommt danach?

Über sozialistische Diktaturen als Alternative brauchen wir nicht zu diskutieren. Diese haben bisher regelmäßig in Misswirtschaft, Gewalt, Chaos geendet. (Vgl. „Die Intelligenz tickt links“ unter „Wirtschaft und Soziales“).

Doch wie soll ein besseres System für eine „gerechtere“ Welt aussehen?

Seit einiger Zeit werden besonders zwei Gesellschaftsmodelle gegenübergestellt:

Patriarchat oder Matriarchat

Als Patriarchat (Herrschaft der Väter) wird unser derzeitiges Gesellschaftssystem bezeichnet. Ein herrschaftliches Modell, männlich dominiert, hierarchisch, autoritär, gewaltbereit, unterdrückerisch. Frauen werden abgewertet oder gar unterdrückt und Kriege geführt. Weltweit dominieren seit Jahrtausenden patriarchale Herrschaftsformen mit klaren Führungsstrukturen. Auch oft noch in unserer Zeit; trotz aller halbherzigen Bekenntnissen zu Feminismus, Freiheit, Frieden, Gleichberechtigung, Mitbestimmung und Demokratie.

Auch in den meisten Religionen dominiert der strenge, männliche, kriegerische Gott: Der eifersüchtige Jahwe des Alten Testamentes, der blitzeschleudernde Zeus, der hammerschwingende Thor usw.

Jesus kündete zwar den „liebenden Vater im Himmel“, doch das Christentum konnte sich nicht von der Drohkulisse des Alten Testamentes lösen und wollte die Gläubigen mit Angst vor der Hölle und der drohenden Verdammnis beim „Jüngsten Gericht“ disziplinieren.

So sind auch die weltweit dominierenden abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) streng patriarchalisch und autoritär strukturiert. Andersdenkende werden in manchen Ländern nur zähneknirschend toleriert oder gar verfolgt.

Keine Religion konnte bisher ihrem Anspruch von geistiger oder gar göttlicher Führung gerecht werden.

Der bisher so wichtig genommene Gegensatz zwischen Kapitalismus und Sozialismus, die sich beide zum Patriarchat bekennen, verliert an Bedeutung. Beide sind ja Triebe aus der selben antispirituellen Wurzel, dem Materialismus, der aller Voraussicht nach in seiner derzeitigen, unmenschlichen und gottfeindlichen Form nicht dauerhaft bestehen wird.

Das Matriarchat  (Herrschaft der Mütter) bietet ein Gegenmodell. Das Wort Matriarchat lässt die Vorstellung einer ähnlich rigorosen Herrschaft entstehen wie sie beim Patriarchat angeprangert wird – diesmal durch Frauen. Doch gemeint ist damit ein spirituell orientiertes Partnerschaftsmodell mit Gleichberechtigung der Geschlechter, das primär auf dem Prinzip der Verbindlichkeit und des Konsenses, aber nicht auf der im Patriarchat so wichtigen Rangordnung beruht (5, S. 20).

Im Matriarchat wurde die steinzeitliche „Große Mutter“ als Göttin verehrt, der oft ein männlicher Partner an die Seite gestellt war. Eine der „Großen Mutter“ ähnliche Gottheit findet sich auch in späteren Religionen mit den Namen Isis, Diana, Freia, Himmelskönigin. Auch im ersten jüdischen Tempel gab es eine Statue einer weiblichen Gottheit – der Aschera[iii] – und sogar im frauenfeindlichen Islam wird Maria als Mutter von Jesus respektiert.

Vor Jahrtausenden war das Matriarchat angeblich weit verbreitet, z. B. in Alteuropa, oder auf Kreta, bis es gewalttätigen, kriegerischen Eindringlingen unterlag. Diese Angreifer waren autoritär strukturiert, auf Kampf und Raub eingestellt, verfügten über von Pferden gezogene Streitwagen und waren besser organisiert und bewaffnet.

Nachklänge des Matriarchats finden bzw. fanden sich in kleinen Gruppen noch lange: In mittelalterlichen Dorfgemeinschaften, bei Naturvölkern wie den Irokesen in Nordamerika, besonderen religiösen Gemeinschaften, Selbstverwaltungsgruppierungen wie noch im revolutionären Spanien (6, S. 445) oder bis heute den Mosuo in China. Gegen die Übermacht des Patriarchats konnte solch eine Gesellschaft kaum dauerhaft bestehen und es wird bestritten, dass es eine matriarchale Hochkultur gegeben hat.  

Nach Ansicht (feministischer) Wissenschaftler(innen) wie Marija Gimbutas (1921-1994) kann das Matriarchat uns als Vorbild dienen für eine friedliche Gesellschaft des Ausgleichs, die in Harmonie lebt zwischen Mensch und Natur.

Die Mehrzahl der (meist männlichen) Archäologen und Historiker zweifelt an der Richtigkeit des übermittelten, freundlichen Bildes matriarchaler Kulturen und kann nicht glauben, dass eine untergegangene neolithische (jungsteinzeitliche) Zivilisation, von der wir nur wenig wissen, Vorbild sein kann für unsere höchst komplexe, hochtechnisierte Gesellschaft. Sie verweisen auch darauf, dass sich in der bekannten Geschichte beim Kampf um Führungspositionen – in welchem System auch immer – regelmäßig Machtmenschen durchgesetzt haben. Oft genug solche mit niederen Beweggründen, schweren ethischen Mängeln und ohne spirituelle Leitbilder.

Als moderne Weiterentwicklung des steinzeitlichen Matriarchats kann man das von der UN propagierte Gender Mainstreaming[iv] verstehen. Unter dem Vorwand der völligen Gleichberechtigung der Geschlechter wird ein Umbau der – im Zuge der Globalisierung – weitgehend zu vereinheitlichenden Weltgesellschaft geplant[v]. Soll so eine einheitliche, leicht lenkbare (oder manipulierbare?) Bevölkerungsmischung entstehen? Die schrittweise Verwirklichung dieser Utopie hat in einigen Ländern, z. B. in Deutschland, schon begonnen.

 Ich selbst kann und will mich nicht einklinken in diesen Streit um Patriarchat, Matriarchat und Gender Mainstreaming. Doch frage ich mich wie die Zukunft gestaltet werden kann.

Ein Gesellschaftsmodell der Zukunft bedarf einer allgemein akzeptierten Grundlage.

Während des größten Teils der uns bekannten Geschichte war es eine Religion, welche die Leitbilder prägte, und die meiste Zeit waren religiöse Vorschriften und irdische Gesetze weitgehend identisch. In islamischen Ländern z. T. noch heute.

Erst im 18. Jahrhundert lieferte die Philosophie der Aufklärung eine Staatstheorie, die mit den religiösen Herrschaftsmodellen konkurrieren konnte. So entstanden, besonders infolge der amerikanischen und der französischen Revolution, „aufgeklärte“ Verfassungen auf philosophischer Basis, ohne echten Bezug zum Transzendenten.

Allzu offensichtlich hatten Religionen und „Herrscher von Gottes Gnaden“ abgewirtschaftet, und die Staatsphilosophie – nicht mehr die Religion, die Gottgesetze lehren sollte – musste die diesseitsbezogenen Grundlagen für das Verfassungsrecht liefern. Die von Religionen nur mühsam zusammengehaltenen Gesellschaften spalteten sich, und der Siegeszug des Materialismus begann.

Die als Lösung aller politischen Probleme gepriesene Demokratie haben die angeblichen „Demokraten“ in vielen Ländern selbst in Verruf gebracht. Durch Fehlleistungen, Korruption, Misswirtschaft, Nachrichtenmanipulation, Parteienherrschaft, Propagandalügen, Stimmenkauf, Überschuldung, Unterdrückung Andersdenkender und Wahlfälschungen hat die Demokratie weltweit sehr an Ansehen verloren.

Auch gibt es oft zu viele konkurrierende, manchmal sogar verfeindete Parteien mit widersprüchlichen Programmen, die kein gemeinsames Staatsziel zulassen[vi]. Unsere Regenbogen-Gesellschaft zerfleddert in viele, teils extremistische Gruppen, und die Politiker wissen nicht, wie sie den zahlreichen, oft unvereinbaren Forderungen so weit nachgeben können, dass sie deren Vertreter als Wähler noch einfangen.

Immer mehr Menschen erkennen, dass kein politisches oder gesellschaftliches System besser sein kann als die Menschen, die es tragen und umsetzen müssen. In letzter Konsequenz sind es immer die einzelnen Menschen, die ethisch handeln und im Rahmen der gegebenen Bedingungen aufbauend wirken müssen. Von einem Automatismus (z. B. Demokratie), der zwangsläufig zu guten Lösungen führt, träumen wir vergebens.

Nachdem die bekannten Religionen bei ihrem Auftrag zur ethischen Förderung der Menschheit durchweg gescheitert sind, die Philosophen seit der Aufklärung wenig brauchbares Neues liefern, und der materialistische Turbokapitalismus dabei ist, die Erde mit wissenschaftlich-technischen Mitteln zu zerstören, ist eine neue, eine transzendente Grundlage gesucht, auf der ein echter Aufbau möglich wird.

M. E. muss ein spiritueller Weg gefunden werden, der allerdings der Mehrzahl der Menschen nur schwer zu vermitteln ist, die gerne ein Maximum an Wohltaten fordern und die Notwendigkeit von Rücksichtnahme und Beschränkung nicht sehen wollen. Ganz abgesehen davon, dass der wahre Weg nur ein geistiger Weg sein kann, der für Materialisten ein Hirngespinst ist.

Was sagt die Gralsbotschaft?

Im Jenseits, wo die Menschengeister nach ihrer Gleichart getrennt sind, herrscht vermutlich eine klare, geistige Hierarchie, und kein vernünftiger Menschengeist wird sich einer solchen, natürlichen Schöpfungsordnung widersetzen.

Doch lässt sich diese Ordnung auf die heutigen irdischen Verhältnisse übertragen?

Eine geistig begründete Hierarchie gibt es auf Erden nicht, und mir ist keine Ausbildung oder Schulung bekannt, die Menschen nach ihrer geistigen Reife eingliedern kann. Ganz abgesehen davon, dass in der derzeitigen, vom Materialismus dominierten Welt, die Geist und Verstand nicht unterscheiden kann, ohnehin die Forderung nach geistiger Führung auf wenig Verständnis hoffen darf. Zudem benötigt auf Erden jede Führungspersönlichkeit neben ihrer notwendigen geistigen Qualität auch die unerlässliche irdische Qualifikation. (Ausgenommen eine politische Laufbahn, wo man außer Schwätzen nichts können muss. Die Leistungen solcher Laien-Darsteller sind dann auch entsprechend[vii].)

Für Bekenner der Gralsbotschaft scheint die Antwort naheliegend: Nur die Lehre von Abd-ru-shin (1) kann die unentbehrliche spirituelle Grundlage für den schöpfungsgesetzmäßigen Aufbau einer irdischen Gesellschaft bieten.

Viele werden nun ein Programm erwarten, vergleichbar mit den Forderungen der Philosophen der Aufklärung. Ein solches Programm muss dann in Paragraphen gegossen und als Verfassungsrecht festgeschrieben werden.

Doch das ist gerade nicht der spirituelle Weg. Denn die Verhältnisse ändern sich, starre Festlegungen sind unlebendig, und was heute fast selbstverständlich und logisch erscheinen mag, kann zur schweren Last werden[viii].

Viel mehr als die recht verstandenen Zehn Gebote (2) und die uns gekündeten ewigen Gesetze der Schöpfung (1) dürfen wir als Leitlinien nicht erhoffen.

Ein geistiger Weg beginnt immer beim Einzelmenschen mit der Verinnerlichung des Schöpfungswissens. Die Worte des Lichtgesandten müssen nicht nur gehört, sie müssen umgesetzt werden, unser inneres Empfinden (nicht Gefühl) durchglühen und Anschluss finden an helfende Schöpfungskräfte, die stark genug sind, unsere feinstoffliche Umgebung umzuformen.

Hinzu kommt das notwendige Bewusstsein, dass Jeder – auch jede Führungspersönlichkeit – für alle seine Entscheidungen die geistige und die irdische Verantwortung übernehmen muss. Ein Verstecken hinter Paragraphen gibt es in der Schöpfungsordnung nicht! Ob wir das wahrhaben wollen oder nicht, hat keinen Einfluss auf die unausweichlich wirkenden Gottgesetze.

Dann wird ein solcher, „neu“ gewordener Mensch, von seinem reinen Empfinden geleitet, bei allen Problemen den rechten Weg finden können. Treten Komplikationen ein – die auf Erden nie ganz vermeidbar sind – dann darf der in Demut für das Höhere aufgeschlossene Menschengeist auf lichte Hilfen hoffen, die ihn leiten und fördern.

Wer den Wert der Botschaft aus dem Heiligen Gral erkannt hat, muss also bei sich selbst beginnen. Warten auf fremde Aktivitäten oder erhoffte Lichtgeschehen ist gleichbedeutend mit Stagnation und Rückgang. Nur die eigene geistige Bewegung kann echten Fortschritt erzeugen und den wahren Aufstieg möglich machen.

Erfolge und Rückschläge werden dann zeigen, in wie weit der rechte Weg gefunden ist. Im Zweifelsfall gilt das Jesus-Wort. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matth. 7,16). Gehen Viele diesen Weg zum Licht, dann entsteht ein geistiger Impuls, der manches ändern, Gutwollende mitziehen und vielleicht sogar materialistisch denkende Zweifler zum Nachdenken bewegen kann.

Wann fangen wir damit an?

Literatur:

(1) Abd-ru-shin, Im Lichte der Wahrheit, Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart.

(2) Abd-ru-shin, Die Zehn Gebote Gottes und das Vaterunser, Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart.

(3) Der Spiegel, Nr. 49a, 2017, Seite 167; und Der Spiegel Nr. 49, 2018, Seite 82 f. Der erste touristische Weltraumflug fand tatsächlich im September 2021 statt, allerdings nicht bis zum Mond.

(4) Der Spiegel, Nr. 46, 2018, Seite 67.

(5) Eisler Riane, Kelch und Schwert, Goldmann, 1987.

Endnoten:

[i] Paul R. Ehrlich (geb. 1932), der seit 1968 vor der Bevölkerungsexplosion warnt („The Population Bomb“) gibt unserer Zivilisation nur noch eine 10%-Chance das 21. Jahrhundert zu überstehen.

[ii] https://www.youtube.com/watch?v=U6FKQcFAgl8.

[iii] Falls Sie die „Aschera“ in Ihrer Bibel vergebens suchen: Aus dem „Ascherabild“ (Luther) ist in der Einheitsübersetzung ein „Kultpfahl“ geworden.

[iv] https://wikipedia.org/wiki/Gender-Mainstreaming; https://www.youtube.com/watch?v=wsaPBX2xnQY

[v] https://unric.org/de/migrationspakt/ und https://de.wikipedia.org/wiki/Globaler_Pakt_f%C3%BCr_eine_sichere,_

geordnete_und_regul%C3%A4re_Migration.

[vi] Bei der Wahl zum Deutschen Bundestag 2021 wollen 47 Parteien antreten.

[vii] Wenn man verfolgt, was uns manche „Politiker“ in Parlamentsdebatten und Parteiveranstaltungen, sogar bei wichtigen Entscheidungen der Regierung zumuten, braucht man sich nicht zu wundern, wenn sich jeder bessere Abiturient für klüger hält als die Studienabbrecher im Parlament.

[viii] Es erben sich Gesetz und Rechte
Wie eine ew’ge Krankheit fort;
Sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte
Und rücken sacht von Ort zu Ort.
Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage;
Weh dir, dass du ein Enkel bist!
Vom Rechte, das mit uns geboten ist,
Von dem ist leider nie die Frage.
(Goethe, „Faust“ Erster Teil, Studierzimmer).