Siegfried Hagl - Schriftsteller

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Intelligente Zellen

Bruce H. Lipton Ph.D., „Intelligente Zellen“, Koha, Burgrain, 2006.

 Veröffentlicht in GralsWelt 57/2010

Die Analytische Methode

In der Geschichte der Naturwissenschaften sind von 17. Jahrhundert an die entscheidenden Fortschritte der analytischen Methode zu verdanken. Ein Problem wird dabei so lange in kleinere und kleinste Komponenten zerlegt, bis jedes Teilstück für sich so weit vereinfacht ist, dass man es überblicken und untersuchen kann. Niemand wird bezweifeln, dass beispielsweise ein Automobil einwandfrei arbeiten wird, wenn jedes seiner Aggregate für sich funktioniert und alles fehlerfrei montiert wurde.

Allerdings geht mit dieser Zerschneidung eines Gesamtsystem die Komplexität verloren. Bei sehr komplizierten Systemen, wie z. B. Lebewesen, kann dieses mechanistische Prinzip – das sich in der Technik sehr bewährt hat – nicht alles erklären und verstehen. Hier ist die Anatomie zwar unentbehrlich, aber kaum geeignet zu erklären, wie Leben funktioniert und was Leben ist.

In der Biologie feierte die analytische Methode, die Rückführung das Komplizierten auf das Einfache, Triumphe mit der Evolutionstheorie (vergl. GralsWelt Themenheft 21/2008) und der Genetik.

Die Evolutionslehre wollte die Entwicklung des Lebens mit ganz einfachen, jedermann verständlichen Annahmen erklären:

* Die Individuen einer Population sind nie ganz gleich.

* Jedes Lebewesen produziert mehr Nachkommen als in seiner natürlichen Umwelt ihren Platz finden.

* Die größten Aussichten, ihre Erbeigenschaften an Nachkommen weiterzugeben, haben die am besten angepassten, also die „geeignetsten“ Individuen.

Die Genetik glaubte in der Entdeckung der DNS (dem Träger der Erbinformationen) den Bauplan des Lebens zu finden. Der Mensch galt als Produkt seiner (ererbten) Gene. Viele Krankheiten sollten durch Gendefekte zu erklären und in Zukunft durch Genmanipulation heilbar sein.

Dieses aus der Aristotelischen Logik und der Newtonschen Mechanik abgeleitete Bild der Natur – einschließlich des Menschen – wurde von den Massenmedien begeistert übernommen und kritiklos breit getreten, bis fast alle daran glaubten.

Kein Diktat der Gene

Inzwischen häufen sich die Erkenntnisse, dass die Gene keineswegs das Schicksal des Menschen weitgehend vorbestimmen, und z. B. Körpergestalt, Denkfähigkeit, Begabungen, Gesundheit, Krankheiten, soziales Verhalten usw. vorprogrammieren.

Bruce H. Lipton schreibt dazu:

Zitat:

„Immer wieder gibt es Schlagzeilen, in denen verkündet wird, man habe das Gen für alles Mögliche, von Depression bis Schizophrenie, gefunden. Wenn man die Artikel dann jedoch etwas sorgfältiger liest, stellt man fest, dass hinter der reißerischen Überschrift die nüchterne Wahrheit steht, die Wissenschaftler hätte zwar eine Verbindung zwischen vielen Genen mit verschiedenen Krankheiten gefunden, aber es handele sich sehr selten um ein einzelnes Gen das direkt zu einem Problem oder einer Krankheit führt.

Die Verwirrung entsteht, wenn die Medien nicht genau zwischen den Worten Zusammenhang und Ursache unterscheiden. Es ist eine Sache, wenn etwas mit einer bestimmten Krankheit in Zusammenhang steht, aber eine andere, diese Krankheit zu verursachen. Wenn ich Ihnen meine Autoschlüssel zeige und behaupte, ich könne damit meinen Wagen ‚kontrollieren’, dann macht das ja vielleicht noch Sinn, denn schließlich muss man den Schlüssel ins Zündschloss stecken, um loszufahren. Aber wenn die Schlüssel tatsächlich die Kontrolle über das Auto hätten, dürfte man sie nicht im Auto stecken lassen, denn sie könnten auf die Idee kommen, mal schnell allein einen Ausflug zu machen.“ (Seite 51)

Und an anderer Stelle:

Zitat:

„Es hat sich herausgestellt, dass es zwischen der Anzahl der Gene im Menschen und in primitiven Lebewesen keinen sehr großen Unterschied gibt. Wir wollen dafür drei der genetisch am besten untersuchten Tiere betrachten, den mikroskopisch kleinen Fadenwurm Caenorhabditis elegans, die Fruchtfliege Drosophila melanogaster und die Labormaus.

Der primitive Fadenwurm ist ein perfektes Modell für das Studium der Rolle der Gene in der Entwicklung und im Verhalten. Dieser schnell wachsende und sich rasch vermehrende Organismus hat einen sehr präzise gebauten Körper, der aus exakt 969 Zellen und einem einfache Gehirn mit ungefähr 302 Zellen besteht. Nichtsdestotrotz hat er ein bestimmtes Verhaltensrepertoire und eignet sich für genetische Experimente. Das Genom dieses Fadenwurm besteht aus 24.000 Genen. Der menschliche Körper mit seinen über 50 Billionen Zellen enthält nur 1.500 Gene mehr als der mikroskopisch kleine, wirbellose, tausendzellige Wurm.

Die Fruchtfliege, ein anderes beliebtes Forschungsobjekt, hat 15.000 Gene. Obwohl viel komplexer, hat sie also 9.000 Gene weniger als der primitive Fadenwurm. Und wenn es um Mäuse und Menschen geht, dann müssten wir unsere Meinung von ersteren etwas erhöhen, oder uns selbst etwas herunterstufen, denn parallel durchgeführte Genom-Experimente haben ergeben, dass Menschen und Nagetiere etwa über die selbe Anzahl an Genen verfügen.“ (Seite 64 f.)

Die Reduktion eines Lebewesens auf seine Gene ist also allem Anschein nach bei Weitem nicht ausreichend zu seinem Verständnis. Ein ganzheitlicher Ansatz wird nötig, wie ihn die asiatische und die alternative Medizin längst fordern.

Neue Biologie und neue Medizin

Wie Bruce Lipton ausführlich darlegt, sind Umwelteinflüsse von großer Bedeutung für die Entwicklung von Zellen, von Lebewesen, besonders auch des Menschen.

Bei der Entwicklung primitiver Lebensformen beeinflussen äußere Reize wie Nahrungsangebot, Temperatur, Licht, Feuchtigkeit die Entwicklung. Bei höher entwickelten Lebewesen, insbesondere beim Menschen, ist die Psyche von entscheidender Bedeutung.

Die Macht positiven Denkens (die sich z. B. im Placebo-Effekt zeigen kann) darf man so wenig unterschätzten, wie den Einfluss negativer Überzeugungen (Nocebos), die in extremen Fällen zum Tod führen können. (Seite 140 f.)

Denken, Wollen, Überzeugungen steuern unsere Biologie. Auch das Wollen und Empfinden von Menschen in der Umgebung trägt dazu bei. Schon die Entwicklung des ungeborenen Kindes wird von der inneren Einstellung der Eltern beeinflusst. Nicht nur Alkohol oder Nikotin, auch Stress und Streit während der Schwangerschaft wirken sich nachweislich auf den Embryo und seine Entwicklung aus. So ist die potentielle Intelligenz eines Kindes bis über 50% von den vorgeburtlichen Umweltfaktoren abhängig. (Seite 175)

Lipton plädiert für eine weiterentwickelte Medizin, die diese neuen Erkenntnisse einschließt und nicht zu sehr auf Medikamente mit ihren oft schädlichen Nebenwirkungen baut.

„Meiner Meinung nach war der größte Fehler, der mir unterlaufen ist, dass ich neben der natürlichen Auslese dem Einfluss der Umgebung, z. B. Nahrung, Klima ect., nicht genug Beachtung geschenkt habe….

Als ich die Entstehung der Arten schrieb  und auch noch einige Jahre später, fand ich nur dürftige Hinweise auf den direkten Einfluss der Umgebung, aber mittlerweile gibt es zahlreiche Belege dafür.“              Charles Darwin im Jahre 1876 (Seite 50)

Zitat:

„Die Pharmaindustrie programmiert uns darauf, zu einer Nation von süchtigen Pillenschluckern zu werden. Es ist Zeit, einen Schritt zurückzutreten und die Entdeckungen der Quantenphysik in die Biomedizin einfließen zu lassen, damit wir eine neues, sichereres Gesundheitswesen schaffen können, das im Einklang steht mit den Kräften der Natur.“ (Seite 108)

Und weiter:

Zitat:

„Meiner Ansicht nach lässt sich der Hauptgrund dafür, dass es kaum Forschungen über energetisches Heilen gibt, in Dollar und Cent ausdrücken. Die millionenschwere Pharmaindustrie steckt ihre Forschungsgelder in die Suche nach neuen Wundermitteln in Form chemischer Medikamente, weil Pillen Geld bringen. Wenn sich energetisches Heilen in Tablettenform pressen ließe, wären Heilmittelhersteller weltweit sicher stärker daran interessiert.

Statt dessen bezeichnen sie ein Aussehen oder ein Verhalten, das von irgendeiner hypothetischen Norm abweicht, als Störung oder Fehlfunktion und bringen der Öffentlichkeit bei, sich vor diesen Abweichungen zu fürchten. Die grob vereinfachten Symptome, mit denen diese Abweichungen dann in der Werbung verkauft werden, lassen die Verbraucher glauben, dass auch sie unter dieser Störung leiden. ‚Neigen Sie dazu, sich ‚Sorgen zu machen? Ständige Sorgen und Ängstlichkeit sind das vorherrschende Symptom der „generalisierten Angststörung“. Aber keine Sorge. Bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen Addictazac zu verschreiben, die neue ‚Rosarote-Brille-Pille.’“ (Seite 111)      

Hoffentlich widerstehen Parlamente und staatliche Stellen dem Druck der Pharmalobby und fördern die neuen Heilmethoden. Diese könnten vielen Menschen besser helfen und wären obendrein noch preisgünstiger als der verbreitete Medikamentenmissbrauch.

Zusammenfassung

Zitat:

„Das Geheimnis des Lebens liegt darin, unseren Geist aufs Wachstum auszurichten. Natürlich ist das Geheimnis des Lebens kein Geheimnis. Lehrer wie Buddha und Jesus haben uns schon seit Jahrtausenden die gleiche Geschichte erzählt. Jetzt hat es auch die Wissenschaft gemerkt….

Positive Gedanken sind eine biologische Voraussetzung für ein glückliches und gesundes Leben. In den Worten von Mahatma Gandhi:

Deine Überzeugungen werden deine Gedanken

Deine Gedanken werden deine Worte

Deine Worte werden dein Handeln

Dein Handeln wird zu deinen Gewohnheiten

Deine Gewohnheiten werden zu deinen Werten

Deine Werte werden zu deiner Bestimmung.“                           (Seite 143)

Und an anderer Stelle:

Zitat:

„Ich möchte Sie herausfordern: Lassen Sie alle unbegründeten Ängste los und achten Sie darauf, Ihren Kindern keine unnötigen Ängste und einschränkenden Überzeugungen einzuimpfen. Vor allem unterwerfen Sie sich nicht der fatalistischen Botschaft, des genetischen Determinismus. Sie können Ihren Kindern helfen, ihr volles Potential zu erreichen, und Sie können dadurch gleichzeitig Ihr persönliches Leben verändern.“ (Seite 181).

 

Weitere Informationen unter: www.brucelipton.com