Siegfried Hagl - Schriftsteller

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Ein stolzes Volk greift nach der Weltmacht

(Veröffentlicht in GralsWelt 65/2011)

Angesichts der Entwicklungen in China stellt sich die Frage, ob die „freie Marktwirtschaft“ noch Zukunft hat

 

Der Wettbewerb von morgen beginnt in den Schulen und Hochschulen

Vor kurzem wurde ich nachdenklich. Bei meiner Klausur im Fach „Fahrzeugdynamik“ an einer Hochschule schrieb eine kleine Chinesin die mit Abstand beste Arbeit. Ein Einzelfall, der bei meiner kleinen Gruppe von Studenten statistisch gesehen nichts aussagt? Als ich meiner Tochter davon erzählte, die an einer Universität Chirurgie lehrt und Studenten im Staatsexamen prüft, kam der Kommentar: „Wer denn sonst?“

In der Vergangenheit hat der Westen die Demokratie in anderen Ländern zerstört – im Namen der Demokratie. Hat anderen Ländern die Freiheit geraubt – im Namen der Freiheit. Hat die Menschenrechte der östlichen Länder verletzt – im Namen der Menschenrechte.

Mo Luo, Dozent an der Chinesischen Akademie der Künste (1, S. 78)

Was ist los in unserem dicht bevölkerten Land, das zwar nicht über wesentliche Rohstofflager verfügt, aber dessen Industrie in der Vergangenheit durch Zuverlässigkeit, Fleiß und Können prosperierte? Ist es die neuerdings viel zitierte „konfuzianische Ethik“, die junge Asiaten besser voranbringt, als unsere „Null-Bock-Gesellschaft“ im „demokratischen Freizeitpark“? Oder haben die Ostasiaten – wie sie selbst meinen – einen höheren IQ als die Europäer? Vielleicht weil sie seit Jahrhunderten eine höchst komplizierte Schrift erlernen müssen? Sind wir dabei, den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren?

Dass in Asien Lernen einen hohen Stellenwert hat, war mir schon bei meinem ersten Besuch in Korea aufgefallen. Die traditionelle konfuzianische Ethik fordert Pflichterfüllung, Fleiß und Loyalität, und ihr Ideal ist der universell gebildete, bestens ausgebildete Gentleman (erst neuerdings sind damit auch Frauen gemeint). Dementsprechend ist die Lernbereitschaft der Ostasiaten beachtlich. Im Westen kann man hören, dass die Kinder – zum Beispiel in China, Japan und Korea – schon in viel zu jungen Jahren schulisch weit überfordert würden. Dieser unerhörte Leistungsdruck würde sie angeblich schon in der Jugend so „auspowern“, dass ihnen später die Innovationskraft fehlt. Sollte diese Behauptung nicht zutreffen, drohen Europa und den USA schwierige Zeiten.

„Konfuzianischer Drill“ gegen westlichen Privatkapitalismus

Wir leben in einer Zeit, in der kaum ein Staat noch einen großen Krieg riskieren kann. Die dabei zu befürchtenden Zerstörungen durch moderne Massenvernichtungswaffen wären so katastrophal, dass es am Ende kaum einen Unterschied machen dürfte, ob man diesen Krieg formal gewonnen oder verloren hat. Stattdessen gibt es immer häufiger „asymmetrische Kriege“, die Terroraktionen oder einem Volksaufstand ähnlicher sind als einem klassischen Krieg. Daher werden die Rivalitäten der Staaten heute auf dem Feld der Wirtschaft ausgetragen. So auch der „Kampf um den Weltmarkt“ zwischen Ost und West.

Im Herbst 2004 kam es in der spanischen Stadt Elche erstmals in der EU zu Plünderungen lokaler chinesischer Geschäfte: Eine aufgebrachte Menge stürmte am 16. September die Schuhläden von Chinesen, warf die Waren auf die Straßen und zündete sie an. Man muss dazu wissen, dass Elche jahrzehntelang als Zentrum der spanischen Schuhproduktion bekannt war. Die Hersteller haben sie mittlerweile jedoch weitgehend ins billige China verlagert, von wo alsbald nicht nur die günstigen Schuhe kamen, sondern auch die agilsten chinesischen Händler, die es überhaupt gibt: Bewohner der ostchinesischen Stadt Wenzhou, in ganz China als Wenzhou-Leute bekannt und für ihren Geschäftsinstinkt berüchtigt. Diese brachten also gleich selbst die Produkte aus der über die Elche-Auslagerung modernisierten Produktion daheim. Warum sollte man den Spaniern dieses Geschäft überlassen?

Muss man sich eine wegen China zitternde Welt so vorstellen? Vielleicht. Wahrscheinlich sogar. Schwerer wiegt aber etwas anderes: Eine von mehreren hundert Milliarden Dollar in Schwung gebrachte Werkbank verbraucht nicht nur billige, junge, flexible, keine Ansprüche stellende Arbeiterinnen und Arbeiter, sondern auch Elektrizität und Rohstoffe, vor allem Erdöl.

Jörg-M. Rudolph (4, S. 145 f.)

Derzeit steht im Mittelpunkt des Interesses das Verhältnis zwischen den USA mit ihren „westlichen Werten“ und China mit seinem „asiatischem Drill“. So lange die in sich zerstrittene Europäische Union keine gemeinsame politische Stimme hat, keine abgestimmte Ökonomie, wird sie bei diesem wirtschaftlichen Kräftemessen nur eine Nebenrolle spielen als Anhängsel der USA.

Von größter Bedeutung im Wettkampf der beiden Systeme sind die Leistungsbereitschaft und die Innovationskraft der Menschen, die Qualität der Regierungen und der Zugriff auf die knapper werdenden Rohstoffe. Im Moment scheinen die Chinesen im Vorteil:

Über die Leistungsfähigkeit der Ostasiaten wurden schon gesprochen. Inwieweit sie auch innovativ sind, ist umstritten. In der jüngeren Geschichte kamen bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen und technische Innovationen regelmäßig aus Ländern mit freiheitlicher, bürgerlicher Kultur und freien Entfaltungsmöglichkeiten. Doch es gibt wenig Anlass, ein Volk zu unterschätzen, das bis ins 15. Jahrhundert schon einmal weltweit die Technologieführerschaft innehatte. Helmut Schmidt schrieb in seinem Buch „Nachbar China“: „Vor Jahrhunderten haben die Chinesen, verglichen mit dem damaligen Europa, eine ungeheuere Produktivität wissenschaftlich begründeter technologischer Entwicklungen zustandegebracht; es ist denkbar, dass dies wiederkommt. Im Augenblick haben sie andere Sorgen, als die Führung der technologischen Entwicklung der Welt an sich zu reißen“ (5, S. 309).

Die chinesische Regierung tritt nach außen geschlossen auf. Ihr autoritäres Einparteien-Regime kennt keine – oft langwierigen und schwerfälligen – demokratischen Prozesse. Klare Entscheidungen können in kurzer Zeit durchgesetzt werden, ohne große Rücksicht auf die Volksmeinung. Innere Schwierigkeiten wie Defizite bei Menschenrechten und Sozialsystemen, Ungleichgewichte zwischen Armen und Reichen sowie zwischen Stadt und Land, Umweltschäden und dramatische Naturzerstörungen werden sich von geschickten Regenten so lange überspielen lassen, wie die für ihre Geduld bekannten Menschen Chinas das Gefühl haben, es ginge aufwärts, die Verhältnisse besserten sich, der allgemeine Wohlstand nehme zu.

Mit Devisenreserven von angeblich 2,6 Billionen Dollar ist die chinesische „Kriegskasse“ für alle Eventualitäten gut gefüllt, während fast alle westlichen Länder unter untragbaren Überschuldungen seufzen. So kann China arme, aber rohstoffreiche Länder – zum Beispiel in Afrika – unterstützen und sich damit den Zugriff zu deren Rohstofflagern sichern. Den Chinesen gereicht es dabei zum wirtschaftlichen Vorteil, dass sie sich nicht – wie der Westen – in die „inneren Angelegenheiten“ einmischen und zum Beispiel die Beachtung der Menschenrechte einfordern müssen.

Vor diesem Hintergrund können die gut gemeinten Appelle westlicher Politiker zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in China allenfalls kosmetische Korrekturen bewirken. Denn das kommunistische China fühlt sich stark und schickt sich an, die westliche Führungsmacht, die USA, zu übertrumpfen! Nach den gängigen Prognosen dürfte die Wirtschaftsleistung Chinas zwischen 2020 und 2030 die der USA überholen. Damit wäre zwar das Pro-Kopf-Einkommen der derzeit 1,3 Milliarden Chinesen – gemessen am westlichen Maßstab – noch immer bescheiden. Doch entscheidend, besonders für die Befindlichkeit der Chinesen, ist der Trend. Und der spricht derzeit für China mit seiner höchst erfolgreichen Wirtschaft. Die Fabriken Chinas sind längst nicht mehr auf Billigprodukte konzentriert. Immer mehr High-Tech-Erzeugnisse mit großen Zukunftsaussichten kommen aus China, das zum Beispiel bei Fernsehern, DVD-Playern und Handys Marktführer ist. Das besondere Interesse der chinesischen Industrie gilt den Zukunftstechnologien wie Elektroautos, Solarzellen, Umwelttechnik, Windkraftwerken und dergleichen.

China: Ein stolzes Volk auf dem Weg zur Weltmacht

Nach dem Tode Mao Zedongs (1893–1976), der das Land in desaströser Verfassung hinterlassen hatte, konnte unter Deng Xiaoping (1904–1997) ab 1978 ein systematischer Aufbau erfolgen. Zunächst wurde den Bauern die Möglichkeit gegeben, aus produzierten Überschüssen persönliche Gewinne zu erzielen. Dann folgten „Sonderwirtschaftszonen“, in denen sich ausländische Unternehmen ansiedeln konnten. Diese mussten mit chinesischen Partnern zusammenzuarbeiten, die dadurch Zugang zu modernen Technologien erhielten. Inzwischen sind fast alle Weltkonzerne in der Volksrepublik tätig und liefern den ostasiatischen Konkurrenten das modernste Know-how frei Haus. Kein Wunder, dass China technologisch in ungeahntem Tempo aufholen konnte und weltweit konkurrenzfähig wurde.

Derzeit hat China schon ein höheres Bruttoinlandsprodukt (5.745 Milliarden US$) als Japan (5.391 Milliarden US$) und liegt an der zweiten Stelle hinter den USA[i]. Niemand zweifelt mehr daran, dass China auf dem Weg ist zur führenden Wirtschaftsmacht. In der Geschichte wurde die wirtschaftlich stärkste Macht regelmäßig auch zur bedeutendsten politischen und militärischen Macht. Kommt es dieses Mal anders? Werden die überschuldeten USA ihren Rüstungsvorsprung auf längere Sicht halten können? Der seit dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich und militärisch maßgeblichen Welt-Führungsmacht – den Vereinigten Staaten von Amerika – wird es jedenfalls nicht leicht fallen, sich mit dem zweiten Platz zu begnügen!

Nach vielen chaotischen Wirren im 19. und 20. Jahrhundert sind die Chinesen wieder ein stolzes Volk. Sie blicken zurück auf eine sehr alte Kultur mit 5000 Jahren wechselhafter Geschichte. Die Demütigungen, die ihnen Europäer oder Japaner im 19. und 20. Jahrhundert zufügten, haben die Chinesen noch nicht vergessen. Ein Chinese, der sich westlich kleidet, in den USA studiert hat, westliche Technologien und Wirtschaftsformen in seinem Land anwendet, ist nicht automatisch auch ein Anhänger der Philosophie der Aufklärung oder ein überzeugter Demokrat.

Heute ist China willens und wohl auch in der Lage, den ihm als größtem, und lange auch innovativstem Kulturvolk gebührenden Platz in der Weltgesellschaft zu erobern.

Die veröffentliche Meinung in Deutschland, also im wesentlichen der deutsche Journalismus, die Massenmedien, aber auch deutsche Politiker neigen dazu, sich aus Amerika suggerieren zu lassen, dass China und die chinesische Aufwärtsentwicklung eine Gefahr für uns darstellen. In Wirklichkeit hängen die ökonomischen Probleme, die wir Deutschen und die wir Europäer haben, weniger mit China zusammen als vielmehr mit Fehlentwicklungen, die wir selbst verschuldet haben. Wenn ein Konkurrent auf einem Felde etwas besser ist als wir, bedeutet das erst einmal, dass wir etwas versäumt oder falsch gemacht haben. Es bringt wenig, die Gefährlichkeit des Gegners zu beschwören und damit eine Konfrontation herzustellen, welche die Lage noch verschärft.

Helmut Schmidt (5, S. 297)

Ist das Experiment der „freien Marktwirtschaft“ am Ende?

In China entscheidet ein „Kader-Kapitalismus“ über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Gewaltige Pläne, gigantische Bauvorhaben lassen sich ohne großen Widerstand durchsetzen, auch gegen den Willen eines Teiles der Bevölkerung. Dabei können Diktatoren – wie in der Sowjetunion als Beispiel – selbstherrliche Fehlentscheidungen unterlaufen.

Demokratisch kontrollierte Regierungen hingegen werden von parteipolitischen Zwängen eingeengt und können oft genug nur halbgare Kompromisse erringen. In westlichen Demokratien dominiert die freie Marktwirtschaft, die es jedem Marktteilnehmer selbst überlässt, was und wo er investieren und produzieren will. Größere Projekte müssen sich der öffentlichen Kritik stellen und können durch Einsprüche aller Art sehr verzögert oder sogar verhindert werden.

Damit steht uns ein interessantes Experiment bevor: Ist es die „freie Marktwirtschaft“, die immer und überall die besten, die profitabelsten Wege findet, die dem Gemeinnutz am meisten dienen? Oder kann – zumindest bei einem Schwellenland – eine kluge staatliche Lenkung die Entwicklungen erfolgreicher vorantreiben?

Die Chicagoer Schule mit vielen Nobelpreisträgern, darunter der populäre Milton Friedman (1912–2006), predigte Jahrzehnte lang die Überlegenheit der freien Märkte, der Privatwirtschaft gegenüber allen anderen Wirtschaftsformen. Die Privatisierung staatlicher Unternehmen galt als Gebot der Zeit. Während des Kalten Krieges war das die allgemein akzeptierte, die „politisch korrekte“ Haltung. Inzwischen kommen erste Zweifel auf. Sogar Politiker beginnen zu erkennen, dass ein Staat die unentbehrliche Grundversorgung mit Wasser, Strom, Gas, öffentlichem Verkehr, Abwasser- und Abfallentsorgung usw. besser nicht aus der Hand gibt.

Es ist bedauerlich, dass man Milton Friedman – den großen Privatisierungsguru – nicht mehr auf eine Reise durch England schicken kann – mit der privatisierten englischen Eisenbahn, und anschließend dann auf eine Schweizerreise mit den staatlichen Schweizer Bahnen!

Ob es China besser machen wird?

 Die Chinesen machen Druck, weil sie Arbeitsplätze im eigenen Land schaffen müssen. Dieser Trend wird sich verstärken. Das fängt langsam an, den Europäern zu dämmern. Das gilt auch für Polen und Tschechien. Doch weil China ein großes Land ist, wird der Wettbewerb auch entsprechend groß sein. Diese Frage wird das Verhältnis der EU zu China in Zukunft beschäftigen. Dagegen werden Fragen, was man in China verkaufen kann, ob man dorthin Waffen verkaufen soll oder wie China zur Demokratie werden wird, zurücktreten. Es wird hauptsächlich um Arbeitsplätze gehen. Unsere Position dabei ist nicht komfortabel.

Helmut Schmidt (5, S. 187)  

Heute ist eine Weltwirtschaft ohne China nicht mehr denkbar. Kein großes Unternehmen kann auf den chinesischen Markt, auf die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern verzichten. Wie viele Konzerne bedauern wohl schon, dass sie sich erpressen ließen und für den Zutritt zum chinesischen Markt einen zu hohen Preis zahlten: den Zwang zum Technologietransfer? Womit sie womöglich eine De-Industrialisierung ihrer Heimatländer eingeleitet und auf längere Sicht sogar ihr eigenes Grab geschaufelt haben! Aber welcher Manager denkt schon Jahrzehnte voraus!

Heute sehen sich immer mehr amerikanische, europäische und japanische Firmen aus Kostengründen gezwungen, in China nicht nur für den chinesischen Markt zu produzieren, sondern auch für den Weltmarkt. Mit dem Ergebnis eines fortschreitenden Rückgangs des industriellen Sektors in den klassischen Industrieländern.

Demokratische Freiheit oder gemäßigter Zentralismus?

Wir im Westen sind überzeugt, dass unser westliches, von der Philosophie der Aufklärung geprägtes, freiheitliches Wertesystem den Wünschen und den Bedürfnissen der Menschen am besten gerecht wird. Alle anderen Herrschaftssysteme – ob Autokratie, Diktatur, faschistische oder kommunistische Einparteienherrschaft, Monarchie, Oligarchie, oder Theokratie – sind gescheitert, oder sie sind – wie im Falle des Turbo-Kapitalismus – dabei zu versagen. Nach einer viel geäußerten Meinung, kann es auf längere Sicht keinen stabilen Staat ohne Demokratie geben.

Derzeit sind wir alle Zeugen eines Großversuchs, der auf dem Rücken von Milliarden Menschen – uns selbst eingeschlossen – ausgetragen wird: den Kampf um die ökonomische Weltherrschaft zwischen dem östlichen Kader-Kapitalismus und westlichen Demokratien. Beide Regierungssysteme haben Schwächen: zum Beispiel in Bürokratieabbau, Korruption, Menschenrechten, nachhaltigem Wirtschaften, Naturschutz, organisiertem Verbrechen, parteipolitischen Grabenkämpfen, Sozialsystemen, Umweltschutz, Verteilungsgerechtigkeit usw., die sie korrigieren müssen, wenn sie im weltweiten Wettbewerb bestehen wollen. Nicht ausgeschlossen, dass dieser Wirtschaftskrieg auf dem ökologischen, nicht dem ökonomischen Schlachtfeld entschieden wird.

Das von Francis Fukuyama (2) voreilig propagierte „Ende der Geschichte“ lässt weltweit noch auf sich warten. Nach seiner Meinung sollte, nach dem Fall des Eisernen Vorhanges, der Liberalismus in Form von Demokratie und Marktwirtschaft sich weltweit durchsetzen. Noch weiß niemand, welches System am erfolgreichsten sein, und seinen Menschen die besten Lebensbedingungen bieten wird: Die vom Westen propagierte Demokratie – die sich nicht selten selbst zerfleischt – mit ihrer „Freiheit“, unter der oft genug nur die Freiheit der Märkte verstanden wird; oder ein gemäßigter Zentralismus mit zielstrebiger Wirtschaftslenkung unter Beachtung der Menschenrechte – ähnlich vielleicht einem aufgeklärten Absolutismus[ii], wie einst in Europa, jedoch ergänzt durch eine angemessene, demokratische Kontrolle?

Vielleicht spielt in dieser Auseinandersetzung auch noch eine (fanatische) religiöse Komponente mit.

Unsere Zukunft wird spannend!

Literatur:

(1) Der Spiegel, 1/2011, S. 72 f.

(2) Fukuyama Francis, Das Ende der Geschichte, Kindler, München 1992

(3) Hirn Wolfgang, Herausforderung China, Fischer, Frankfurt 2005

(4) Rudolph Jörg-M., Wenn China über die Welt kommt, Hessische Landeszentrale für politische Bildung, Wiesbaden 2005

(5) Schmidt Helmut, Nachbar China, Econ, Berlin 2006

www …

Die „Chicagoer Schule“:

http://de.wikipedia.org/wiki/Chicagoer_Schule

Umweltsituation in China:

http://de.wikipedia.org/wiki/Umweltsituation_in_der_Volksrepublik_China

Kader-Kapitalismus:

http://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China#Kader-Kapitalismus

 

 


[i] Das Bruttoinlandsprodukt der USA beträgt 14.624 Milliarden US$, das Deutschlands, das weltweit an der vierten Stelle liegt, 3.306 Milliarden US$ (lt. „Süddeutsche Zeitung“ vom 15. 2. 2011). Die entsprechenden Bevölkerungszahlen sind: China: 1350 Millionen, USA: 291 Millionen, Japan: 130 Millionen, Deutschland: 82 Millionen.

[ii] Die bekanntesten Vertreter des aufgeklärten Absolutismus waren Friedrich II. von Preußen (König 1740–1786), Katharina die Große von Rußland (Kaiserin 1729–1796), Maria Theresia von Österreich (Erzherzogin 1740–1780), Joseph II. (Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1765–1790).