{"id":6412,"date":"2000-09-04T09:57:00","date_gmt":"2000-09-04T08:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=6412"},"modified":"2025-08-27T10:32:24","modified_gmt":"2025-08-27T09:32:24","slug":"welches-gesellschaftssystem-wollen-wir-eine-utopie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/ru\/%d1%8d%d0%ba%d0%be%d0%bd%d0%be%d0%bc%d0%b8%d1%87%d0%b5%d1%81%d0%ba%d0%b8%d0%b9-%d0%b8-%d1%81%d0%be%d1%86%d0%b8%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d0%bd%d1%8b%d0%b9\/%d0%ba%d0%b0%d0%ba%d0%b0%d1%8f-%d1%81%d0%be%d1%86%d0%b8%d0%b0%d0%bb%d1%8c%d0%bd%d0%b0%d1%8f-%d1%81%d0%b8%d1%81%d1%82%d0%b5%d0%bc%d0%b0-%d0%bc%d1%8b-%d1%85%d0%be%d1%82%d0%b8%d0%bc-%d1%83%d1%82%d0%be\/","title":{"rendered":"\u041a\u0430\u043a\u0443\u044e \u0441\u043e\u0446\u0438\u0430\u043b\u044c\u043d\u0443\u044e \u0441\u0438\u0441\u0442\u0435\u043c\u0443 \u043c\u044b \u0445\u043e\u0442\u0438\u043c? - \u0423\u0442\u043e\u043f\u0438\u044f"},"content":{"rendered":"\n<p>Ver\u00f6ffentlicht 2021, erg\u00e4nzt 2022.<\/p>\n\n\n\n<p> F\u00fcr das 21. Jahrhundert gibt es extrem unterschiedliche Prognosen aus den verschiedensten Gesellschaftskreisen.  <\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits blicken wir Menschen voller Enthusiasmus auf die M\u00f6glichkeiten der Industrie 4.0 mit ihren ungeahnten, fast grenzenlosen M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n\n\n\n<p>Das autonome Fahren mit dem Elektroauto wird bereits erprobt und soll sich bald weltweit durchsetzen. <br>Durch das Internet hat Jeder Zugang zum gesammelten Wissen der Menschheit und kann seine Kreativit\u00e4t dank der vernetzten Technik voll ausleben. <br>Unabsehbare neue Entwicklungen, die unser Leben ver\u00e4ndern werden, verspricht der Quantencomputer. <br>Was heute undenkbar scheint, wird Wirklichkeit. Wer z. B. in der zweiten H\u00e4lfte des 21. Jahrhunderts etwas gelten will, muss als Tourist um den Mond geflogen sein \u2013 die Ersten haben die Reise schon 2017 gebucht (3) \u2013 oder gar auf dem Mars gewesen sein. <br>Was die \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz\u201c (KI), m. E. der Inbegriff des antispirituellen, materialistischen Denkens, alles bewirken wird, k\u00f6nnen sich wohl nur Computer-Freaks vorstellen. Abgesehen vielleicht von Wladimir Putin, dem Pr\u00e4sidenten der Russischen F\u00f6deration. Er sagt vorher, dass KI die \u201eZukunft der Menschheit\u201c sei, und der \u201eAnf\u00fchrer in diesem Bereich\u201c zum \u201eHerrn der Welt\u201c wird. (4).<\/p>\n\n\n\n<p>Doch gleichzeitig wird eine Vielzahl von Problemen genannt, die manche Wissenschaftler daran zweifeln lassen, dass unsere Zivilisation das 21. Jahrhundert \u00fcberleben kann<a href=\"#_edn1\">[i]<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p>Artensterben; Arbeitslosigkeit; Bad Gouvernment (schlechte Regierung) und Korruption in vielen Staaten, nicht nur der dritten Welt; Bev\u00f6lkerungsexplosion; Bodenzerst\u00f6rung; B\u00fcrgerkriege; Drogenkriminalit\u00e4t; D\u00fcrre; Entwaldung; Epidemien; globale Erw\u00e4rmung; vors\u00e4tzliche Fehlinformationen; Finanzkollaps; Klimawandel; Kriege; organisierte Kriminalit\u00e4t; Massenmigration; steigende Meeresspiegel; Naturkatastrophen; Naturzerst\u00f6rung; Ressourcenverknappung; &#8222;failed States&#8220; (gescheiterte Staaten); Terrorismus; \u00dcberschuldung; Umweltvergiftung; Wassermangel in vielen Regionen; usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt die Corona-Krise, die Schw\u00e4chen in Politik, Wirtschaft und den Sozialsystemen rigoros aufgedeckt hat und zum Nachdenken zwingt.<\/p>\n\n\n\n<p>Falls es zu weiterem schweren Krisen kommen sollte, ist ein Zusammenbruch von gro\u00dfen Staaten, oder gar der Weltwirtschaft zu bef\u00fcrchten. Dann werden Diskussionen losbrechen, die das gesamte heutige Wirtschafts- und Sozialsystem einschlie\u00dflich der Demokratie in Frage stellen. F\u00fcr diesen Fall wird das Ende der \u201eParteiendemokratie\u201c vorhergesagt<a href=\"#_edn2\">[ii]<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>&#8222;Nach meiner \u00dcberzeugung ist unser Parteienstaat von beidem gepr\u00e4gt, machtversessen auf den Wahlsieg und machtvergessen in der Wahrnehmung der politischen F\u00fchrungsaufgabe&#8220;   <\/em> <br>Bundespr\u00e4sident Richard v. Weizs\u00e4cker, 1992, (1920-2015).<\/p>\n<cite>(Nach Wikipedia)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Aber was kommt danach?<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber sozialistische Diktaturen als Alternative brauchen wir nicht zu diskutieren. Diese haben bisher regelm\u00e4\u00dfig in Misswirtschaft, Gewalt, Chaos geendet. (Vgl. \u201e<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/die-intelligenz-tickt-links\/\">Die Intelligenz tickt links<\/a>\u201c unter \u201eWirtschaft und Soziales\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie soll ein besseres System f\u00fcr eine \u201egerechtere\u201c Welt aussehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Seit einiger Zeit werden besonders <strong>zwei Gesellschaftsmodelle<\/strong> gegen\u00fcbergestellt:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Patriarchat oder Matriarchat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als <strong><em>Patriarchat<\/em><\/strong> (Herrschaft der V\u00e4ter) wird unser derzeitiges Gesellschaftssystem bezeichnet. Ein herrschaftliches Modell, m\u00e4nnlich dominiert, hierarchisch, autorit\u00e4r, gewaltbereit, unterdr\u00fcckerisch. Frauen werden abgewertet oder gar unterdr\u00fcckt und Kriege gef\u00fchrt. Weltweit dominieren seit Jahrtausenden patriarchale Herrschaftsformen mit klaren F\u00fchrungsstrukturen. Auch oft noch in unserer Zeit; trotz aller halbherzigen Bekenntnissen zu Feminismus, Freiheit, Frieden, Gleichberechtigung, Mitbestimmung und Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in den meisten Religionen dominiert der strenge, m\u00e4nnliche, kriegerische Gott: Der eifers\u00fcchtige Jahwe des Alten Testamentes, der blitzeschleudernde Zeus, der hammerschwingende Thor usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus k\u00fcndete zwar den \u201eliebenden Vater im Himmel\u201c, doch das Christentum konnte sich nicht von der Drohkulisse des Alten Testamentes l\u00f6sen und wollte die Gl\u00e4ubigen mit Angst vor der H\u00f6lle und der drohenden Verdammnis beim \u201eJ\u00fcngsten Gericht\u201c disziplinieren.<\/p>\n\n\n\n<p>So sind auch die weltweit dominierenden abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) streng patriarchalisch und autorit\u00e4r strukturiert. Andersdenkende werden in manchen L\u00e4ndern noch heute nur z\u00e4hneknirschend toleriert oder gar verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Religion konnte bisher ihrem Anspruch von geistiger oder gar g\u00f6ttlicher F\u00fchrung gerecht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der bisher so wichtig genommene Gegensatz zwischen <strong>Kapitalismus<\/strong> und <strong>Sozialismus<\/strong>, die sich beide zum Patriarchat bekennen, verliert an Bedeutung. Beide sind ja Triebe aus der selben antispirituellen Wurzel, dem Materialismus, der aller Voraussicht nach in seiner derzeitigen, unmenschlichen und gottfeindlichen Form nicht dauerhaft bestehen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong><em>Matriarchat &nbsp;<\/em><\/strong>(Herrschaft der M\u00fctter) bietet ein Gegenmodell. Das Wort Matriarchat l\u00e4sst die Vorstellung einer \u00e4hnlich rigorosen Herrschaft entstehen wie sie beim Patriarchat angeprangert wird \u2013 diesmal durch Frauen. Doch gemeint ist damit ein spirituell orientiertes Partnerschaftsmodell mit Gleichberechtigung der Geschlechter, das prim\u00e4r auf dem Prinzip der Verbindlichkeit und des Konsenses, aber nicht auf der im Patriarchat so wichtigen Rangordnung beruht (5, S. 20).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Matriarchat wurde die steinzeitliche \u201eGro\u00dfe Mutter\u201c als G\u00f6ttin verehrt, der oft ein m\u00e4nnlicher Partner an die Seite gestellt war. Eine der \u201eGro\u00dfen Mutter\u201c \u00e4hnliche Gottheit findet sich auch in sp\u00e4teren Religionen mit den Namen Isis, Diana, Freia, Himmelsk\u00f6nigin. Auch im ersten j\u00fcdischen Tempel gab es eine Statue einer weiblichen Gottheit \u2013 der Aschera<a href=\"#_edn3\">[iii]<\/a> \u2013 und sogar im frauenfeindlichen Islam wird Maria als Mutter von Jesus respektiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor Jahrtausenden war das Matriarchat angeblich weit verbreitet, z. B. in Alteuropa, oder auf Kreta, bis es gewaltt\u00e4tigen, kriegerischen Eindringlingen unterlag. Diese Angreifer waren autorit\u00e4r strukturiert, auf Kampf und Raub eingestellt, verf\u00fcgten \u00fcber von Pferden gezogene Streitwagen und waren besser organisiert und bewaffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachkl\u00e4nge des Matriarchats finden bzw. fanden sich in kleinen Gruppen noch lange: In mittelalterlichen Dorfgemeinschaften, bei Naturv\u00f6lkern wie den Irokesen in Nordamerika, besonderen religi\u00f6sen Gemeinschaften, Selbstverwaltungsgruppierungen wie noch im revolution\u00e4ren Spanien (6, S. 445) oder bis heute den Mosuo in China. Gegen die \u00dcbermacht des Patriarchats konnte solch eine Gesellschaft kaum dauerhaft bestehen und es wird bestritten, dass es eine matriarchale Hochkultur gegeben hat. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Ansicht (feministischer) Wissenschaftler(innen) wie Marija Gimbutas (1921-1994) kann das Matriarchat uns als Vorbild dienen f\u00fcr eine friedliche Gesellschaft des Ausgleichs, die in Harmonie lebt zwischen Mensch und Natur. (Vgl. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/der-kult-der-grosen-mutter\/\">Der Kult der gro\u00dfen Mutter<\/a>&#8220; unter &#8222;Religionsgeschichte&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mehrzahl der (meist m\u00e4nnlichen) Arch\u00e4ologen und Historiker zweifelt an der Richtigkeit des \u00fcbermittelten, freundlichen Bildes matriarchaler Kulturen und kann nicht glauben, dass eine untergegangene neolithische (jungsteinzeitliche) Zivilisation, von der wir nur wenig wissen, Vorbild sein kann f\u00fcr unsere h\u00f6chst komplexe, hochtechnisierte Gesellschaft. Sie verweisen auch darauf, dass sich in der bekannten Geschichte beim Kampf um F\u00fchrungspositionen \u2013 in welchem System auch immer \u2013 regelm\u00e4\u00dfig Machtmenschen durchgesetzt haben. Oft genug solche mit niederen Beweggr\u00fcnden, schweren ethischen M\u00e4ngeln und ohne spirituelle Leitbilder.<\/p>\n\n\n\n<p>Als moderne Weiterentwicklung des steinzeitlichen Matriarchats kann man das von der UN propagierte <em><strong>Gender Mainstreaming<\/strong><\/em><a href=\"#_edn4\">[iv]<\/a> verstehen. Unter dem Vorwand der v\u00f6lligen Gleichberechtigung der Geschlechter wird ein Umbau der \u2013 im Zuge der Globalisierung \u2013 weitgehend zu vereinheitlichenden Weltgesellschaft geplant<a href=\"#_edn5\">[v]<\/a>. Soll so eine einheitliche, leicht lenkbare (oder manipulierbare?) Bev\u00f6lkerungsmischung entstehen? Die schrittweise Verwirklichung dieser Utopie hat in einigen L\u00e4ndern, z. B. in Deutschland, schon begonnen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Ich selbst kann und will mich nicht einklinken in diesen Streit um Patriarchat, Matriarchat und Gender Mainstreaming. Doch frage ich mich wie die Zukunft gestaltet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein <strong>Gesellschaftsmodell der Zukunft <\/strong>bedarf einer allgemein akzeptierten Grundlage.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des gr\u00f6\u00dften Teils der uns bekannten Geschichte war es eine Religion, welche die Leitbilder pr\u00e4gte, und die meiste Zeit waren religi\u00f6se Vorschriften und irdische Gesetze weitgehend identisch. In islamischen L\u00e4ndern z. T. noch heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst im 18. Jahrhundert lieferte die Philosophie der Aufkl\u00e4rung eine Staatstheorie, die mit den religi\u00f6sen Herrschaftsmodellen konkurrieren konnte. So entstanden, besonders infolge der amerikanischen und der franz\u00f6sischen Revolution, \u201eaufgekl\u00e4rte\u201c Verfassungen auf philosophischer Basis, ohne echten Bezug zum Transzendenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Allzu offensichtlich hatten Religionen und \u201eHerrscher von Gottes Gnaden\u201c abgewirtschaftet, und die Staatsphilosophie \u2013 nicht mehr die Religion, die Gottgesetze lehren sollte \u2013 musste die diesseitsbezogenen Grundlagen f\u00fcr das Verfassungsrecht liefern. Die von Religionen nur m\u00fchsam zusammengehaltenen Gesellschaften spalteten sich, und der Siegeszug des Materialismus begann. <\/p>\n\n\n\n<p>Die als L\u00f6sung aller politischen Probleme gepriesene Demokratie haben die angeblichen \u201eDemokraten\u201c in vielen L\u00e4ndern selbst in Verruf gebracht. Durch Fehlleistungen, Korruption, Misswirtschaft, Nachrichtenmanipulation, Parteienherrschaft, Propagandal\u00fcgen, Stimmenkauf, \u00dcberschuldung, Unterdr\u00fcckung Andersdenkender und Wahlf\u00e4lschungen hat die Demokratie weltweit sehr an Ansehen verloren.<br>(Vgl. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/wirtschaftskrise-und-weltverschworung\/\">Wirtschaftskrise und Weltverschw\u00f6rung<\/a>&#8220; unter &#8222;Wirtschaft und Soziales&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch gibt es oft zu viele konkurrierende, manchmal sogar verfeindete Parteien mit widerspr\u00fcchlichen, ideologiebelasteten Programmen, die kein gemeinsames Staatsziel zulassen<a href=\"#_edn6\">[vi]<\/a>. Unsere Regenbogen-Gesellschaft zerfleddert in viele, teils extremistische Gruppen, und die Politiker wissen nicht, wie sie den zahlreichen, oft unvereinbaren Forderungen so weit nachgeben k\u00f6nnen, dass sie deren Vertreter als W\u00e4hler noch einfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer mehr Menschen erkennen, dass kein politisches oder gesellschaftliches System besser sein kann als die Menschen, die es tragen und umsetzen m\u00fcssen. In letzter Konsequenz sind es immer die einzelnen Menschen, die ethisch handeln und im Rahmen der gegebenen Bedingungen aufbauend wirken m\u00fcssen. Von einem Automatismus (z. B. Demokratie), der zwangsl\u00e4ufig zu guten L\u00f6sungen f\u00fchrt, tr\u00e4umen wir vergebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die bekannten Religionen bei ihrem Auftrag zur ethischen F\u00f6rderung der Menschheit durchweg gescheitert sind, die Philosophen seit der Aufkl\u00e4rung wenig brauchbares Neues liefern, und der materialistische Turbokapitalismus dabei ist, die Erde mit wissenschaftlich-technischen Mitteln zu zerst\u00f6ren, ist eine neue, eine transzendente Grundlage gesucht, auf der ein echter Aufbau m\u00f6glich wird.<\/p>\n\n\n\n<p>M. E. muss ein spiritueller Weg gefunden werden, der allerdings der Mehrzahl der Menschen nur schwer zu vermitteln ist, die gerne ein Maximum an Wohltaten fordern und die Notwendigkeit von Eigenleistung, R\u00fccksichtnahme und Beschr\u00e4nkung nicht sehen wollen. Ganz abgesehen davon, dass der wahre Weg nur ein <em>geistiger <\/em>Weg sein kann, der f\u00fcr Materialisten ein Hirngespinst ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sagt die Gralsbotschaft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jenseits, wo die Menschengeister nach ihrer Gleichart getrennt sind, herrscht vermutlich eine klare, geistige Hierarchie, und kein vern\u00fcnftiger Menschengeist wird sich einer solchen, nat\u00fcrlichen Sch\u00f6pfungsordnung widersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch l\u00e4sst sich diese Ordnung auf die <em>heutigen<\/em> irdischen Verh\u00e4ltnisse \u00fcbertragen?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine <em>geistig<\/em> begr\u00fcndete Hierarchie gibt es auf Erden nicht, und mir ist keine Ausbildung oder Schulung bekannt, die Menschen nach ihrer geistigen Reife eingliedern kann. Ganz abgesehen davon, dass in der derzeitigen, vom Materialismus dominierten Welt, die Geist und Verstand nicht unterscheiden kann, ohnehin die Forderung nach geistiger F\u00fchrung auf wenig Verst\u00e4ndnis hoffen darf. Zudem ben\u00f6tigt auf Erden jede F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit neben ihrer notwendigen geistigen Qualit\u00e4t auch die unerl\u00e4ssliche irdische Qualifikation. (Ausgenommen eine politische Laufbahn, wo man au\u00dfer Schw\u00e4tzen nichts k\u00f6nnen muss. Die Leistungen solcher Laien-Darsteller sind dann auch entsprechend[vii].)<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Bekenner der Gralsbotschaft scheint die Antwort naheliegend: Nur die Lehre von Abd-ru-shin (1) kann die unentbehrliche spirituelle Grundlage f\u00fcr den sch\u00f6pfungsgesetzm\u00e4\u00dfigen Aufbau einer irdischen Gesellschaft bieten. <br>Denn der heute \u00fcberall dominierende Verstand kann nur auf der untersten, der rein irdischen (grobstofflichen, technischen) Ebene L\u00f6sungen finden. Wo menschliche Belange involviert sind, Ideologien, Religionen und sonstige Vorurteile mitspielen, ist der Erdverstand \u00fcberfordert; L\u00f6sungen k\u00f6nnen hier nur im Empfinden gefunden werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Viele werden nun ein Programm erwarten, vergleichbar mit den Forderungen der Philosophen der Aufkl\u00e4rung. Ein solches Programm muss dann in Paragraphen gegossen und als Verfassungsrecht festgeschrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das ist gerade <em>nicht <\/em>der spirituelle Weg. Denn die Verh\u00e4ltnisse \u00e4ndern sich, starre Festlegungen sind unlebendig, und was heute fast selbstverst\u00e4ndlich und logisch erscheinen mag, kann zur schweren Last werden<a href=\"#_edn7\">[viii]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel mehr als die recht verstandenen Zehn Gebote (2) und die uns gek\u00fcndeten ewigen Gesetze der Sch\u00f6pfung (1) d\u00fcrfen wir als Leitlinien nicht erhoffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein geistiger Weg beginnt immer beim Einzelmenschen mit der Verinnerlichung des Sch\u00f6pfungswissens. Die Worte des Lichtgesandten m\u00fcssen nicht nur geh\u00f6rt, sie m\u00fcssen umgesetzt werden, unser inneres Empfinden (nicht Gef\u00fchl) durchgl\u00fchen und Anschluss finden an helfende Sch\u00f6pfungskr\u00e4fte, die stark genug sind, unsere feinstoffliche Umgebung umzuformen. <\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt das notwendige Bewusstsein, dass Jeder &#8211; auch jede F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit &#8211; f\u00fcr <em>alle<\/em> seine Entscheidungen die <em>geistige <\/em>und die <em>irdische<\/em> Verantwortung \u00fcbernehmen muss. Ein Verstecken hinter Paragraphen oder einer Binnenmoral gibt es in der Sch\u00f6pfungsordnung nicht! Ob wir das wahrhaben wollen oder nicht, hat keinen Einfluss auf die unausweichlich wirkenden Gottgesetze. <\/p>\n\n\n\n<p>Dann wird ein solcher, \u201eneu\u201c gewordener Mensch, von seinem reinen Empfinden geleitet, bei allen Problemen den rechten Weg finden k\u00f6nnen. Treten Komplikationen ein \u2013 die auf Erden nie ganz vermeidbar sind \u2013 dann darf der in Demut f\u00fcr das H\u00f6here aufgeschlossene Menschengeist auf lichte Hilfen hoffen, die ihn leiten und f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer den Wert der Botschaft aus dem Heiligen Gral erkannt hat, muss also bei sich selbst beginnen. Warten auf fremde Aktivit\u00e4ten oder erhoffte Lichtgeschehen ist gleichbedeutend mit Stagnation und R\u00fcckgang. Nur die eigene geistige Bewegung kann echten Fortschritt erzeugen und den wahren Aufstieg m\u00f6glich machen. <\/p>\n\n\n\n<p>Erfolge und R\u00fcckschl\u00e4ge werden dann zeigen, in wie weit der rechte Weg gefunden ist. Im Zweifelsfall gilt das Jesus-Wort: <em>&#8222;An ihren Fr\u00fcchten sollt ihr sie erkennen&#8220;<\/em> (Matth. 7,16). <\/p>\n\n\n\n<p>Gehen Viele diesen Weg zum Licht, dann entsteht ein geistiger Impuls, der manches \u00e4ndern, Gutwollende mitziehen und vielleicht sogar materialistisch denkende Zweifler zum Nachdenken bewegen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wann fangen wir damit an?<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Lesen Sie dazu auch: <br><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/sonstiges\/zurueck-zum-beginn\/\">&#8222;Zur\u00fcck zum Beginn&#8220;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur:<\/strong>  <br>(1) Abd-ru-shin, &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/im-lichte-der-wahrheit\/\">Im Lichte der Wahrheit<\/a>&#8220; (Buchbesprechung), Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart. <br>(2) Abd-ru-shin, &#8222;Die Zehn Gebote Gottes und das Vaterunser&#8220;, Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart.   <br>(3) Der Spiegel, Nr. 49a, 2017, Seite 167; und Der Spiegel Nr. 49, 2018, Seite 82 f. Der erste touristische Weltraumflug fand tats\u00e4chlich im September 2021 statt, allerdings nicht bis zum Mond. <br>(4) Der Spiegel, Nr. 46, 2018, Seite 67.  <br>(5) Eisler Riane, Kelch und Schwert, Goldmann, 1987. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Endnoten:<\/strong> <br><a href=\"#_ednref1\">[i]<\/a> Paul R. Ehrlich (geb. 1932), der seit 1968 vor der Bev\u00f6lkerungsexplosion warnt (\u201eThe Population Bomb\u201c) gibt unserer Zivilisation nur noch eine 10%-Chance das 21. Jahrhundert zu \u00fcberstehen.<br><a href=\"#_ednref2\">[ii]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=U6FKQcFAgl8\"><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-black-color\">https:\/\/www.y<\/mark>outube.com\/watch?v=U6FKQcFAgl8<\/a>. <br><a href=\"#_ednref3\">[iii]<\/a> Falls Sie die \u201eAschera\u201c in Ihrer Bibel vergebens suchen: Aus dem \u201eAscherabild\u201c (Luther) ist in der Einheits\u00fcbersetzung ein \u201eKultpfahl\u201c geworden. <br><a href=\"#_ednref4\">[iv]<\/a> <a href=\"https:\/\/wikipedia.org\/wiki\/Gender-Mainstreaming\">https:\/\/wikipedia.org\/wiki\/Gender-Mainstreaming<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wsaPBX2xnQY\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wsaPBX2xnQY<\/a><a href=\"#_ednref5\">[v]<\/a> <a href=\"https:\/\/unric.org\/de\/migrationspakt\/\">https:\/\/unric.org\/de\/migrationspakt\/<\/a> <br>[v] <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-black-color\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Globaler_Pakt_f%C3%BCr_eine_sichere,_geordnete_und_regul%C3%A4re_Migration\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Globaler_Pakt_f%C3%BCr_eine_sichere,<\/a><\/mark> <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-black-color\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Globaler_Pakt_f%C3%BCr_eine_sichere,_geordnete_und_regul%C3%A4re_Migration\">geordnete_und_regul%C3%A4re_Migration<\/a>.<\/mark> <br><a href=\"#_ednref6\">[vi]<\/a> Bei der Wahl zum Deutschen Bundestag 2021 wollen 47 Parteien antreten. <br>[vii] Wenn man verfolgt, was uns manche &#8222;Politiker&#8220; und &#8222;Politikerinnen&#8220; in Parlamentsdebatten und Parteiveranstaltungen, sogar bei wichtigen Regierungsentscheidungen zumuten, braucht man sich nicht zu wundern, wenn sich jeder bessere Abiturient f\u00fcr kl\u00fcger h\u00e4lt als die Studienabbrecher im Parlament. Unsere Parteiendemokratie ist offensichtlich nicht gut daf\u00fcr geeignet, qualifizierte F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten an Spitzenpositionen zu bringen. (Vgl. Endnote [ii]). <br>Geradezu beispielhaft zeigt das die Reportage &#8222;Die Flut &#8211; Chronik eines Versagens&#8220;, gesendet am 13. 7. 2022, 20:15 Uhr im 1. Programm des ARD.<br><a href=\"#_ednref7\">[viii]<\/a> Es erben sich Gesetz und Rechte<br>Wie eine ew\u2019ge Krankheit fort;<br>Sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte<br>Und r\u00fccken sacht von Ort zu Ort.<br>Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage;<br>Weh dir, dass du ein Enkel bist!<br>Vom Rechte, das mit uns geboten ist,<br>Von dem ist leider nie die Frage.<br>(Goethe, \u201eFaust\u201c Erster Teil, Studierzimmer).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht 2021, erg\u00e4nzt 2022. F\u00fcr das 21. Jahrhundert gibt es extrem unterschiedliche Prognosen aus den verschiedensten Gesellschaftskreisen. 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