{"id":1548,"date":"2010-10-26T10:09:38","date_gmt":"2010-10-26T09:09:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com"},"modified":"2024-08-08T12:00:38","modified_gmt":"2024-08-08T11:00:38","slug":"philon-von-alexandria-und-die-suche-nach-dem-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/ru\/%d0%b8%d1%81%d1%82%d0%be%d1%80%d0%b8%d1%8f-%d1%80%d0%b5%d0%bb%d0%b8%d0%b3%d0%b8%d0%b8\/%d1%84%d0%b8%d0%bb%d0%be%d0%bd-%d1%84%d0%be%d0%bd-%d0%b0%d0%bb%d0%b5%d0%ba%d1%81%d0%b0%d0%bd%d0%b4%d1%80%d0%b8%d1%8f-%d0%b8-%d0%bf%d0%be%d0%b8%d1%81%d0%ba-%d1%81%d0%bc%d1%8b%d1%81%d0%bb%d0%b0\/","title":{"rendered":"\u0424\u0438\u043b\u043e\u043d \u0410\u043b\u0435\u043a\u0441\u0430\u043d\u0434\u0440\u0438\u0439\u0441\u043a\u0438\u0439 \u0438 \u043f\u043e\u0438\u0441\u043a \u0441\u043c\u044b\u0441\u043b\u0430"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 61\/2010)<\/p><\/blockquote>\n<p>Etwa zur gleichen Zeit wie Jesus lebte in Alexandria ein j\u00fcdischer Theologe und Philosoph, dessen Werke f\u00fcr das Christentum gro\u00dfe Bedeutung erlangten, w\u00e4hrend sie auf die Entwicklung des Judentums von geringem Einfluss blieben: Philon von Alexandria (ca. 13 v. Chr. \u2013 50 n. Chr.), der vom Leben und Wirken Jesu nichts erfuhr.<\/p>\n<p>Philon lebte in der Zeit des Hellenismus, als nach dem Tod Alexanders des Gro\u00dfen (356 &#8211; 323 v. Chr.) Griechisch die Weltsprache, und im Mittelmeerraum jeder Gebildete mit der Griechischen Philosophie vertraut war. Um Nichtjuden die j\u00fcdischen Weisheitslehren nahe zu bringen, wollte Philon das j\u00fcdische Religionsverst\u00e4ndnis mit der griechischen Philosophie verbinden.<\/p>\n<h5>Die Septuaginta<\/h5>\n<p>Der erste Versuch, die B\u00fccher des Alten Testaments nicht hebr\u00e4isch sprechenden Menschen zug\u00e4nglich zu machen, war eine \u00dcbersetzung ins Griechische. Diese entstand auf Anregung des \u00e4gyptischen K\u00f6nigs Ptolem\u00e4us II. Philadelphos (283 &#8211; 246 v. Chr.). Der \u00dcberlieferung nach waren in Alexandria 72 Gelehrte 72 Tage mit einer \u00dcbersetzung der hebr\u00e4ischen Bibel besch\u00e4ftigt, daher der Name &#8222;Septuaginta&#8220; (lat. siebzig). Dieser griechische Text des Alten Testamentes war zun\u00e4chst f\u00fcr griechisch sprechende Juden in \u00c4gypten bestimmt; sp\u00e4ter wurde diese alexandrinische \u00dcbersetzung auch Teil der Bibel der ersten Heiden-Christen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1\">[i]<\/a>.<\/p>\n<p>Bei keiner \u00dcbersetzung lassen sich Auslegungen des Originaltextes vermeiden. Auch die Septuaginta verlangte Interpretationen und Anpassungen an die griechische Sprachwelt, und mit ihr begann die Auslegung des Alten Testamentes auch f\u00fcr Heiden (Nichtjuden), an die Philon ankn\u00fcpfen konnte.<\/p>\n<h5>Eine Verbindung von Philosophie, Mystik und Religion<\/h5>\n<p>Der fromme, j\u00fcdisch-hellenistische Philosoph Philon ging in seinem Bem\u00fchen, die alten Lehren verst\u00e4ndlicher zu machen, einen neuen Weg: Griechische Philosophie (insbesondere platonische und pythagoreische Ideen), hellenistische Mystik und j\u00fcdischer Glaube sollten sich zu einem umfassenden philosophisch-religi\u00f6sem System verbinden.<\/p>\n<p>Philon ging dazu von einem <em>doppelten<\/em> Schriftsinn aus: Der w\u00f6rtliche Sinn ist das berechtigte Verst\u00e4ndnis des Textes f\u00fcr die Vielen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die Wenigen den hintergr\u00fcndigen philosophischen Sinn begreifen. Eine allegorische Deutung erlaubt dem tiefer Eingedrungenen nicht nur Standardprobleme wie Anthropomorphismen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn2\">[ii]<\/a> zu \u00fcberwinden. Man kann vielmehr in der Thora<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn3\">[iii]<\/a> die Struktur der Welt und in ihren Geboten das der Welt zugrundeliegende Naturgesetz erkennen.<\/p>\n<h5>Exegesen (Bibelauslegungen)<\/h5>\n<p>Philons allegorisch-mystische Bibeldeutung hat christliche Kirchenv\u00e4ter beeinflusst. Seine Idee der doppelten Schriftauslegung, der w\u00f6rtlichen und der allegorischen, wirkt weiter bis heute. In der sp\u00e4tantiken und der mittelalterlichen Kirche wurde daraus durch Johannes Cassianus (ca. 360 \u2013 430) die Lehre vom <em>vierfachen<\/em> Schriftsinn:<\/p>\n<p>\u00dcber dem <strong><em>w\u00f6rtlich-historischen<\/em><\/strong> Sinn erhebt sich (in Anlehnung an die Paulinische Dreiheit Glaube \u2013 Liebe \u2013 Hoffnung<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn4\">[iv]<\/a>) ein dreifacher geistlicher Sinn: Ein <strong><em>allegorischer<\/em><\/strong> (dogmatischer), <strong><em>tropologischer<\/em><\/strong> (moralischer) und <strong><em>anagogischer<\/em><\/strong> (eschatologischer)<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn5\">[v]<\/a>.<\/p>\n<p>So bedeutet z. B. Jerusalem historisch gesehen eine Stadt der Juden, allegorisch die Kirche, tropologisch die menschliche Seele und anagogisch die himmlische Gottesstadt. Auf diese Weise k\u00f6nnen Aussagen der Heiligen Schrift in vielf\u00e4ltiger Form auf aktuelle Situationen der Kirche, des Staates oder des Einzelnen bezogen werden.<\/p>\n<h5>Die Suche nach dem Sinn<\/h5>\n<p>Mit Philon begann eine neue Form des Verst\u00e4ndnisses der Bibel (und anderer religi\u00f6ser Schriften, z. B. auch des Koran).<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung vom direkten Wortlaut und die Suche nach dem tieferen Sinn hat in allen Buchreligionen zu unz\u00e4hligen Betrachtungsweisen, zahllosen Interpretationen, endlosen Diskussionen, Uneinigkeit und Spaltungen gef\u00fchrt. Denn je nach dem eigenen Standpunkt l\u00e4sst sich jede beliebige Schriftstelle so oder so interpretieren; und wer kann entscheiden, welche Auffassung die zutreffende ist? Die Priester, die sich oft selbst uneins sind? Die Bisch\u00f6fe? Der Papst?<\/p>\n<p>F\u00fcr jede Situation, jede Lebenslage lassen sich Zitate finden, deren z. B. allegorische Deutungen Antworten auf Lebensfragen liefern. Doch sind diese Antworten zutreffend und hilfreich? K\u00f6nnen religi\u00f6se B\u00fccher alle Fragen beantworten und das f\u00fcr alle Zeit?<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDen meisten Religionen der Weltgeschichte eignet ein b\u00f6sartiger Anspruch auf Ausschlie\u00dflichkeit, so auch dem Islam und dem Christentum. Beide haben heilige B\u00fccher zur Grundlage. Weil Bibel und Koran aber auslegungsbed\u00fcrftig sind, haben beide Weltreligionen eine weitl\u00e4ufige, zum Teil durchaus kontroverse theologische Wissenschaft entfaltet. Auf beiden Seiten wachen die Schriftgelehrten \u00fcber die Bewahrung ihres Glaubens; auf beiden Seiten bedienen sie sich einer besonderen theologischen Sprache. Aber dass einer die B\u00fccher des anderen liest, kommt h\u00f6chst selten vor; statt dessen tragen viele Schriftgelehrte auf beiden Seiten eifrig zur gegenseitigen Feindschaft bei.\u201c<\/em> (3, S. 165).<\/p><\/blockquote>\n<p>Bis heute dienen die durch Philon angeregten Auslegungen religi\u00f6ser Schriften \u2013 fast wie einst im Mittelalter \u2013 auch zur Untermauerung von Herrschaftsanspr\u00fcchen und sind damit auch von politischer Relevanz:<\/p>\n<p>Hier scheiden sich die Skeptiker von den Gl\u00e4ubigen, die Realisten von den Fundamentalisten:<br \/>\n<span style=\"font-size: revert;\">Wer in der Bibel das unantastbare Wort Gottes sehen will, oder den Koran f\u00fcr das \u201eunerschaffene Wort Allahs\u201c h\u00e4lt, f\u00fcr den gibt es keinen Zweifel, dass diese K\u00fcndungen allgemeing\u00fcltige, unantastbare, ewige Wahrheiten enthalten.<\/span><\/p>\n<p>Wer sich nicht am Wortlaut streng orientiert, kann Widerspr\u00fcche durch Auslegungen zur \u00dcbereinstimmung bringen; es kommt ja weniger auf den \u201evordergr\u00fcndigen\u201c, allgemein verst\u00e4ndlichen Text an, als vielmehr darauf, in das Wort einzudringen, und seine tieferen, in Allegorien verborgenen Schichten freizulegen.<\/p>\n<p>Damit wird das religi\u00f6se Verst\u00e4ndnis sehr pers\u00f6nlich, vom Bildungs- und Wissenstand gepr\u00e4gt, von mystischen Neigungen durchdrungen, voller Ansichten, Mutma\u00dfungen und Darlegungen, die nur einem speziellen Kreis verst\u00e4ndlich sind, der die Hintergr\u00fcnde der Auslegungen kennt und anerkennt. Es wird esoterisch. Zuletzt sind nur Spezialisten (Priester) in der Lage die hintergr\u00fcndigen Auslegungen nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Au\u00dfenstehende und theologisch ungeschulte Gl\u00e4ubige k\u00f6nnen den oft komplizierten, manchmal verworrenen Interpretationen nicht folgen, und Skeptikern erscheinen manche Darlegungen als unbegr\u00fcndbare, gar widersinnige Behauptungen. Sie stellen in der Folge Religion und Religiosit\u00e4t als solche in Frage, und \u201esch\u00fctten das Kind mit dem Bade aus\u201c, um eine Allegorie zu benutzen .<\/p>\n<h5>Was ist Wahrheit?<\/h5>\n<p>Damit stehen wir vor religi\u00f6sen Grundfragen, die in den Konfessionen \u00fcblicherweise nicht gestellt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Wodurch ist die Grundlage der jeweiligen Lehre \u2013 z. B. ein \u201eHeiliges Buch\u201c wie die Bibel oder der Koran \u2013 legitimiert?<\/li>\n<li>Wie ist die jeweilige \u201eHeilige Schrift\u201c zu verstehen? Ist w\u00f6rtliche Aufnahme der rechte Erkenntnisweg, oder f\u00fchren erst allegorische oder noch kompliziertere Interpretationen zum Verstehen? Das W\u00f6rtliche, Direkte ist oft unbequem; z. B. wenn es nicht zur herrschenden Theologie oder zum Zeitgeist passt. Dann ist man geneigt, dem Zeitgeschmack entsprechende Auslegungen zu konstruieren.<\/li>\n<li>Ist es reine Glaubenssache, vielleicht nur Gewohnheit, ob man sich f\u00fcr eine bestimmte Religion entscheidet, oder gibt es zuverl\u00e4ssige Kriterien f\u00fcr die Wahrheitsfindung? Zum Beispiel die eigene Empfindung, \u00fcbersinnliche Wahrnehmungen, oder Visionen?<\/li>\n<li>In vielen Religion gibt es neben den \u2013 mehr oder weniger zuverl\u00e4ssig tradierten \u2013 \u201eHeiligen Schriften\u201c noch weitere \u00dcberlieferungen. Z. B. im Judentum den Talmud<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn6\">[vi]<\/a>; im Christentum die Schriften der Kirchenv\u00e4ter, Konzilsbeschl\u00fcsse, p\u00e4pstliche Enzykliken; im Islam die Sunna<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn7\">[vii]<\/a> usw. Wie sind diese \u00dcberlieferungen einzuordnen?<\/li>\n<li>Welche Bedeutung haben religi\u00f6se Rituale? Sind sie nur Folklore? Oder kommt in ihnen die Transzendenz in symbolhafter Form zum Ausdruck, und er\u00f6ffnen sie dadurch die M\u00f6glichkeit zu innerem Erleben, zur religi\u00f6sen Erfahrung zu gelangen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Allgemeing\u00fcltige Antworten kann es auf darauf nicht geben, und jeder Einzelne muss seine pers\u00f6nliche Einstellung dazu finden.<\/p>\n<p>Damit ist jeder ernsthaft Suchende auf seine eigene Gewissensentscheidung zur\u00fcckgeworfen, die ihm niemand abnehmen kann. Denn ein Mensch hat gro\u00dfen geistigen Freiraum, den er nutzen soll, aber nicht missbrauchen darf. Ein jeder ist f\u00fcr seinen irdischen und geistigen Lebensweg selbst verantwortlich. Fehlentscheidungen oder gar Verbrechen lassen sich nicht durch Heilige Schriften, religi\u00f6se Lehren, Ansichten von Autorit\u00e4ten, staatliche Gesetze oder die Binnenmoral einer Gruppe entschuldigen.<\/p>\n<p>In den meisten Konfessionen sind derartige Ansichten zur Eigenverantwortlichkeit des Menschen h\u00f6chst unbeliebt: Denn diese entwerten das Monopol der Priesterschaft in Moral- und Glaubensfragen, untergraben Autorit\u00e4t und Herrschaftsanspruch von leitenden Personen in Kirchen und sonstigen Glaubensgemeinschaften.<\/p>\n<p>Dieser Zwiespalt zwischen Konfessionen und selbst\u00e4ndig denkenden und empfindenden Menschen ist vermutlich so alt wie die Religion selbst, und er wird sich auf Erden wohl immer wieder einstellen.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><br \/>\n(1) Benz Otto u. a., Calwer Bibellexikon, Stuttgart 2003.<br \/>\n(2) Farados Georgius D., Kosmos und Logos nach Philon von Alexandria, Edition Rodopi, Amsterdam 1976.<br \/>\n(3) Schmidt Helmut, Die M\u00e4chte der Zukunft, Siedler, M\u00fcnchen 2004.<br \/>\n(4) Volpi Franco, Gro\u00dfes Werklexikon der Philosophie Bd. 2, Alfred Kr\u00f6ner, Stuttgart 1999.<br \/>\n(5) <a href=\"http:\/\/www.demetrius-degen.homepage.t-online.de\/denker\/phi100.htm#Philon\">http:\/\/www.demetrius-degen.homepage.t-online.de\/denker\/phi100.htm#Philon<\/a>.<br \/>\n(6) <a href=\"http:\/\/www.qumran.org\/js\/Talm-FAQ\/Talm_FAQ.htm\">http:\/\/www.qumran.org\/js\/Talm-FAQ\/Talm_FAQ.htm<\/a>.<br \/>\n(7) <a href=\"http:\/\/www.wikipedia.org\/wiki\/Philo_von_Alexandria\">http:\/\/www.wikipedia.org\/wiki\/Philo_von_Alexandria<\/a>.<br \/>\n<strong>Endnoten:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1\">[i]<\/a> Die Jerusalemer Ur-Gemeinde bestand aus den ersten Anh\u00e4ngern Jesu, die Aram\u00e4isch und Hebr\u00e4isch sprachen. Die griechischsprachingen Heiden-Christen um Paulus konnten dagegen das Alte Testament meist nicht im hebr\u00e4ischen Original-Text lesen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref2\">[ii]<\/a> Anthropomorphismus = die \u00dcbertragung menschlicher Verhaltensweisen auf Au\u00dfermenschliches, z. B. G\u00f6tter.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref3\">[iii]<\/a> Thora (hebr. \u201eLehre\u201c) = die f\u00fcnf B\u00fccher Moses (der Pentateuch), das Kernst\u00fcck der j\u00fcdischen Religion.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref4\">[iv]<\/a> 1. Kor. 13, 13.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref5\">[v] <\/a>Allegorische Deutung (Allegorese) = Betrachtung eines Textes, die ihn als verh\u00fcllende Darstellung eines geistigen Sinnes auffasst.<br \/>\nAnagogisch = auf das kommende Reich Gottes bezogen.<br \/>\nDogmatisch = den Lehrs\u00e4tzen der Kirche entsprechend.<br \/>\nEschatologie = Lehre von den letzten Ereignissen, z. B. von der Wiederkunft Christi.<br \/>\nTropologische Auslegung der Schrift = Worte oder Handlungen werden nicht k\u00f6rperlich und nat\u00fcrlich ausgelegt, sondern sittlich, in dem Sinne, dass sie einen moralischen Lebenswandel f\u00f6rdern.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref6\">[vi]<\/a> Talmud = das nachbiblische Hauptwerk des Judentums, eine Sammlung der zun\u00e4chst nur m\u00fcndlich \u00fcberlieferten religi\u00f6sen Gesetze.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref7\">[vii]<\/a> Sunna = die \u00dcberlieferungen \u00fcber Leben, Wirken und Ausspr\u00fcche des Propheten Mohammed, die in Hadithen gesammelt wurden. Es gibt viele Tausend solcher Hadithe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 61\/2010) Etwa zur gleichen Zeit wie Jesus lebte in Alexandria ein j\u00fcdischer Theologe und Philosoph, dessen Werke f\u00fcr das Christentum gro\u00dfe Bedeutung erlangten, w\u00e4hrend sie auf die Entwicklung des Judentums von geringem Einfluss blieben: Philon von Alexandria (ca. 13 v. Chr. \u2013 50 n. 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