{"id":1472,"date":"2010-04-17T10:44:48","date_gmt":"2010-04-17T09:44:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=1472"},"modified":"2025-09-22T17:33:42","modified_gmt":"2025-09-22T16:33:42","slug":"wenn-die-obrigkeit-sagt-zwei-und-funf-sind-gleich-acht-so-musst-dus-glauben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/ru\/%d1%81%d1%82%d1%80%d0%b0%d0%bd%d0%bd%d1%8b%d0%b5-%d0%b8%d1%81%d1%82%d0%be%d1%80%d0%b8%d0%b8\/%d0%ba%d0%be%d0%b3%d0%b4%d0%b0-%d0%b2%d0%bb%d0%b0%d1%81%d1%82%d0%b8-%d0%b3%d0%be%d0%b2%d0%be%d1%80%d1%8f%d1%82-%d0%b4%d0%b2%d0%b0-%d0%bf%d1%8f%d1%82%d1%8c-%d1%80%d0%b0%d0%b2%d0%bd%d0%be-%d0%b2%d0%be\/","title":{"rendered":"\u0415\u0441\u043b\u0438 \u0432\u043b\u0430\u0441\u0442\u0438 \u0433\u043e\u0432\u043e\u0440\u044f\u0442, \u0447\u0442\u043e \u0434\u0432\u0430 \u0438 \u043f\u044f\u0442\u044c \u0440\u0430\u0432\u043d\u044b \u0432\u043e\u0441\u044c\u043c\u0438, \u0432\u044b \u0434\u043e\u043b\u0436\u043d\u044b \u0438\u043c \u0432\u0435\u0440\u0438\u0442\u044c."},"content":{"rendered":"<p><strong>Martin Luther und die aufst\u00e4ndischen Bauern: Ein kritischer Blick auf die \u201eevangelische Freiheit\u201c.<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>(Ver\u00f6ffentlicht in Gralswelt 59\/2010)<\/p><\/blockquote>\n<p>An der Wende des 15. zum 16. Jahrhundert, dem \u00dcbergang vom Mittelalter zur Neuzeit<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn1\">[i]<\/a>, gab es im Deutschen Reich vielerlei Spannungen. Das Land war aufgeteilt unter mehr als Tausend F\u00fcrsten und Herren<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn2\">[ii]<\/a>, die ihre eigenen, pers\u00f6nlichen Ziele verfolgten. Die Macht des unter chronischem Geldmangel leidenden Kaisers war begrenzt. Rechtssicherheit f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung bestand so gut wie nicht.<\/p>\n<h5>Unw\u00fcrdige Zust\u00e4nde in der Kirche<\/h5>\n<p>In der sp\u00e4tmittelalterlichen Kirche gab es erhebliche Missst\u00e4nde. Die Kl\u00f6ster entsprachen nicht ihrem sittlichen Anspruch. Geistliche, abwertend Pfaffen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn3\">[iii]<\/a> genannt, f\u00fchrten ein ausschweifendes Leben. \u00c4mterkauf, Korruption und Vetternwirtschaft waren nicht nur in Rom die Regel. Die Priester machten Geld mit Reliquien, Segen, Sakramenten, Abl\u00e4ssen. Diese unw\u00fcrdigen Zust\u00e4nde in der Kirche wurden seit Jahrhunderten kritisiert und beklagt, zum Beispiel von Arnold von Brescia (hingerichtet 1155), Petrus Waldes (gest. vor 1218). John Wiclif (1330\u20131384), Jan Hus (1370\u20131415; vgl. &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 315, &#8222;Ein Reformator in turbulenter Zeit&#8220;), oder Girolamo Savonarola (1492\u20131498, vgl. &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 323, &#8222;Ein Renaissanceprophet im Wankelmut der Massen&#8220;) ).<\/p>\n<p>Die Wirtschaft war im Wandel. Die St\u00e4dte wuchsen und errangen zunehmende Bedeutung, w\u00e4hrend die Ritterschaft verarmte; nur die Landesf\u00fcrsten an der Spitze wurden reicher und reicher und konnten dementsprechend ihren Einfluss erweitern.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Unfassbares Unrecht und ein \u201eSchneckenkrieg\u201c<br \/>\n<\/strong>Wie unglaublich die armen und unterdr\u00fcckten Bauern von ihrer Herrschaft behandelt wurden, zeigt Otto Zierer in seinem Buch \u201eAus Knechtschaft zur Freiheit\u201c an einem Beispiel aus Bulgenbach (heute Ortsteil von Grafenhausen im S\u00fcdschwarzwald):<br \/>\n<em>\u201eDer Jockel-Bauer ist vor einer Woche an den Folgen einer Auspeitschung gestorben, die er auf Schloss Hohenlupfen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn5\">[v]<\/a> erhalten, weil er bei der Frone gemault hat. Vor dem Schloss, unter der Kemenate liegt n\u00e4mlich ein verschilfter Teich, in dem eine Unmenge von Fr\u00f6schen haust. Das Gequake st\u00f6rt den Schlaf der Frau Gr\u00e4fin. Darum hat sie angeordnet, dass der gemeine Mann zur Nachtzeit an den Ufern sitze und mit Weidenruten das Wasser schlage, um die Fr\u00f6sche am Quaken zu hindern. Der Jockel, der zehn Kinder zu ern\u00e4hren hat, war drei Tage der Woche im Bannwald als Wildtreiber dienstbar gewesen, zwei weitere Tage hatte er auf den gr\u00e4flichen Wiesen gefront, und den letzten Tag konnte er endlich auf seine eigenen Felder gehen, von denen er lebte und von deren Ertrag er Zins, Zehent, G\u00fclt und Steuer zahlte. Zur Nacht war er todm\u00fcde und hatte deshalb \u00fcber die Froschwacht erbittert geschimpft. Das hatte jemand dem Fronvogt hinterbracht, und der hatte ihn zur Strafe auspeitschen lassen.<br \/>\n<\/em><em>Der Jockel-Bauer hatte Blut gespuckt und war zwei Tage sp\u00e4ter gestorben.<br \/>\n<\/em><em>Sein Weib sollte nun f\u00fcr den Todfall Zins bezahlen; denn schlie\u00dflich hatte Herr Sigmund von Lupfen einen Schaden an seinem Verm\u00f6gen erlitten, weil er einen Bauern weniger besa\u00df. Fr\u00fcher war der Hof des Jockel, wie viele andere, in einem freien Zinsverh\u00e4ltnis zu Burg Hohenlupfen gestanden. Doch gab es \u00fcber die Verh\u00e4ltnisse der Grundgerechtigkeit keine gesiegelten Schriften, so dass dem Jockel jeder rechtskr\u00e4ftige Beweis fehlte.<br \/>\n<\/em><em>Eines Tages war aus dem Zinsen pers\u00f6nliche H\u00f6rigkeit geworden. Der Fronvogt als Vertreter des Grundherrn auf Hohenlupfen behauptete, das Gut Jockels sei ein \u201aFall-Lehen\u2018, das hei\u00dft, es sei nur auf Lebenszeit dem Bauern verliehen und falle nach dem Tode ganz in den Besitz des Grafen zur\u00fcck. Dabei sa\u00dfen die Vorfahren Jockels auf dem Gut, so lange man zur\u00fcckdenken konnte.<br \/>\n<\/em><em>Aus reiner Gnade wollte sich der Graf mit der Bezahlung des \u201aBesthauptes\u2018 und einer kleinen Sondersteuer zufrieden geben. Die Wittib mit ihren zehn Kindern sollte also nun auch noch das sch\u00f6nste St\u00fcck Vieh aus dem Stall verlieren \u2013 zur Strafe daf\u00fcr, dass der Jockel die Pr\u00fcgel der Stockknechte nicht ausgehalten hatte.<br \/>\n<\/em><em>Nun rotten sich die Bauern zusammen und rennen ins Dorf zur\u00fcck; sie wollen das Unrecht nicht dulden \u2026\u201c\u00a0<\/em>(6, S. 182).<br \/>\nAuch diese Erregung verebbte, wie hundert andere. Es bedurfte weiterer Zumutungen seitens der Grundherrschaft, speziell der Gr\u00e4fin Helena von Lupfen, bis am 24 Juni 1524 ein Aufruhr losbrach:<br \/>\n<em>\u201eDie Gr\u00e4fin hat die sonderbare Laune gehabt, sich in die niedlichen gelbschwarzen Schneckenh\u00e4uschen zu verlieben, wie sie gar nicht so h\u00e4ufig an den Ufern des Bulgenbaches und der Wutach zu finden sind. Solche Schneckenh\u00e4uschen kann man zum Garnaufwickeln gebrauchen, wenn man im Winter im waren Zimmer auf Hohenlupfen sitzt und nicht wei\u00df, wie man die Zeit totschlagen soll.<br \/>\n<\/em><em>Die Bauern von Bulgenbach sollen also heute Schneckenh\u00e4uschen suchen.<br \/>\n<\/em><em>Und drau\u00dfen steht noch so viel geschnittenes und ungeschnittenes Korn. In den letzten Tagen haben schon von ferne Gewitter gegrollt. Die Alten des Dorfes sagen, dass es nach Hagel und Wetter riecht. Jung und alt ist darum schon seit dem ersten Morgenlicht auf dem Feld, die Ernte zu bergen.<br \/>\n<\/em><em>Doch jetzt h\u00e4lt der Fronvogt auf dem Anger und verliest den Befehl der Gr\u00e4fin. Die reisigen Knechte sprengen die Feldwege hinaus, die Leute zu holen \u2013 mitten in der dringendsten Erntearbeit!<br \/>\n<\/em><em>Eine Stunde sp\u00e4ter zieht fast die gesamte Bewohnerschaft des Dorfes murrend und fluchend zur seltsamen Fron.\u201c<\/em> (6, S. 184).<br \/>\nGegen Mittag ziehen dunkle Wolken auf, die Bauern werden unruhig, doch der Fronvogt ist unerbittlich. Es kommt zum Zusammensto\u00df, der Fronvogt wird erschlagen \u2026<br \/>\nDas ist die Initialz\u00fcndung f\u00fcr den im Herbst 1524 von Bulgenbach ausgehenden bewaffneten Aufstand, der sich \u00fcber die gesamte Grafschaft St\u00fchlingen und dar\u00fcber hinaus ausbreitet. Anf\u00fchrer ist der kriegserfahrene Landsknecht Hans M\u00fcller (geb. ca. 1480, hingerichtet am 12. 8. 1525 in Lauffenburg).<\/p><\/blockquote>\n<h5>Bauern als Spielb\u00e4lle herrschaftlicher Launen<\/h5>\n<p>In dieser Feudalgesellschaft mussten die Bauern die Hauptlasten tragen. Sie wurden durch Steuern, Abgaben, Frondienste unterdr\u00fcckt und \u00fcberfordert. Ein Beispiel: Das zum Jagdvergn\u00fcgen der Herren \u00fcberhegte Wild zerst\u00f6rte regelm\u00e4\u00dfig einen Teil der Ernte. Wildz\u00e4une zu errichten war den Bauern verboten und Wildern wurde grausam bestraft. Bei Parforcejagden, den Hetzjagden querfeldein zu Pferde, begleitet von einer Hundemeute, sprengten die adeligen Reiter r\u00fccksichtslos \u00fcber die Felder. Die wehrlosen, entm\u00fcndigten Bauern waren zum Spielball herrschaftlicher Launen degradiert. Das war die gesellschaftliche Situation, als Martin Luther (1483\u20131546) in Wittenberg Theologie lehrte.<\/p>\n<h5>Wenn das Geld im Kasten klingt \u2026<\/h5>\n<p>Die Missst\u00e4nde in der Kirche, insbesondere der Ablasshandel, f\u00fchrten zum Protest des Augustinerm\u00f6nches und Theologen Martin Luther an der Universit\u00e4t Wittenberg. In einem Schreiben an seine kirchlichen Vorgesetzten verlangte er am 31. Oktober 1517 in den ber\u00fchmten 95 Thesen die Beendigung des sch\u00e4ndlichen Ablass-Betrugs<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn4\">[iv]<\/a>. Das Ablassgesch\u00e4ft versprach ein sich Loskaufen von irdischen S\u00fcnden und vom drohenden Fegefeuer. Sogar Verstorbenen konnte man noch helfen nach dem Motto:<br \/>\n<em>\u201eWenn das Geld im Kasten klingt, d<\/em><em>ie Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt\u201c.<br \/>\n<\/em>Der Ablasshandel war zu einer bedeutenden Einnahmequelle der Kirche geworden, auf die sie auf keinen Fall verzichten mochte. Auch Papst Leo X. (Papst von 1513 bis 1521) war durch den Bau der monumentalen Peterskirche knapp bei Kasse und f\u00fchlte sich auf das Ablassgeld angewiesen. Deshalb kam Luther mit seinen reformerischen Forderungen bei der Kirche auch \u00fcbel an.<\/p>\n<h5>Luther tritt ungewollt eine Lawine los<\/h5>\n<p>Wie wir alle aus dem Geschichtsunterricht kennen, verteidigte Luther bei Disputationen, auf dem Reichstag zu Worms (1521) sogar vor dem Kaiser, mutig seine Thesen. Dem drohenden Scheiterhaufen entkam er durch das Eingreifen seines Landesf\u00fcrsten Friedrich III. (1463\u20131525), des Herzogs von Sachsen, der ihn einige Zeit auf der Wartburg versteckte.<\/p>\n<p>Luther hatte, zun\u00e4chst ungewollt, eine Lawine losgetreten. Es scheint, als ob viele auf eine solche Initialz\u00fcndung gewartet h\u00e4tten, um sich in Predigten, Aufrufen, Flugschriften Luft zu machen. Der um 1450 erfundene Buchdruck erm\u00f6glichte die schnelle Verbreitung von Nachrichten. Flugbl\u00e4tter machten die neuen Ideen popul\u00e4r. Als dann ab 1522 die von Luther ins Deutsche \u00fcbersetzte Bibel herauskam, verloren die etablierten Priester ihr Deutungsmonopol.<\/p>\n<p>Viele Laien konnten nun in der deutschen Bibel lesen; die Widerspr\u00fcche zwischen der geistlichen Lehre und dem Handeln von Kirche und Obrigkeit lie\u00dfen sich nicht l\u00e4nger wegdiskutieren. Die Emp\u00f6rung \u00fcber die verkommene Kirche, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die ungerechte Herrschaftsaus\u00fcbung, die Rechtsunsicherheit, die Ausbeutung des kleinen Mannes, entfachten einen Aufstand, der sich zun\u00e4chst religi\u00f6s artikulierte und zur Kirchenspaltung f\u00fchrte. Innerhalb weniger Jahrzehnte wandten sich gro\u00dfe Teile Deutschlands von der R\u00f6mischen Kirche ab.<\/p>\n<p>Landesf\u00fcrsten wie Friedrich III. von Sachsen, \u201eder Weise\u201c, Schutzherr Martin Luthers, f\u00f6rderten die evangelische (lutherische) Religion. Die F\u00fcrsten l\u00f6sten Kl\u00f6ster auf und bereicherten sich an deren Besitztum. So waren es nicht zuletzt wirtschaftliche Interessen, die den neuen Glauben f\u00fcr die Obrigkeit interessant machten. (Vgl. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/gedenktage\/500-jahre-reformation\/\">500 Jahre Reformation&#8220;).<\/a><\/p>\n<h5>Die unterdr\u00fcckten Bauern begehren auf<\/h5>\n<p>Auch die ungerecht behandelten, unterdr\u00fcckten Bauern begehrten auf. Sie verwiesen auf die biblischen Gesetze, zum Beispiel den Zehnten, forderten Freiheit und Gerechtigkeit im Sinne der Evangelien und beriefen sich auf das \u201eg\u00f6ttliche Recht\u201c. Ihre Hoffnungen ruhten auf Martin Luther, von dem sie Unterst\u00fctzung erwarteten. <strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Am 20. M\u00e4rz 1525 wurden in Memmingen von einer Gruppe aufr\u00fchrerischer Bauern die <em>Zw\u00f6lf Artikel<\/em> verabschiedet. Diese waren sowohl eine Beschwerdeschrift, als auch ein religi\u00f6s begr\u00fcndetes Reformprogramm, ein sozialpolitisches Programm und eine der ersten Menschenrechtsdeklarationen. Nach dem Vorbild der Schweizer Eidgenossenschaft sollten die deutschen Bauern zusammenstehen und folgende Forderungen durchsetzen:<br \/>\n\u2022 Abschaffung der Leibeigenschaft<br \/>\n\u2022 Abschaffung der kleinen Zehnten<br \/>\n\u2022 Jagd, Fischfang und Holzung sollten frei sein<br \/>\n\u2022 R\u00fcckgabe der Allmende und des Gemeindewaldes an die Bauern<br \/>\n\u2022 Freie Pfarrerwahl durch die Gemeinde<br \/>\n\u2022 Reduzierung der Frondienste<br \/>\n\u2022 Verbleibende Frondienste nur gegen Entsch\u00e4digung<br \/>\n\u2022 Keine willk\u00fcrlichen Strafen<br \/>\nSollte eine dieser Forderungen dem Evangelium widersprechen, w\u00fcrde sie zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p>Doch die Herrschenden dachten nicht daran, auf ihre Privilegien zu verzichten und den Unterdr\u00fcckten entgegenzukommen.<\/p>\n<h5>Radikale Prediger fordern die Bauernbefreiung<\/h5>\n<p>Durch die Proteste und Aufst\u00e4nde der Bauern drohte sich die reformatorische Bewegung zu spalten. Radikale Prediger, allen voran Thomas M\u00fcntzer (1489\u20131525), standen f\u00fcr eine gewaltsame Befreiung der Bauern und rechtfertigten deren Forderungen mit der Bibel. Dabei war sich M\u00fcntzer bewusst, dass die geforderten wirtschaftlichen Reformen auch politischen Wandel, \u00c4nderungen der Herrschaftsstrukturen, voraussetzten.<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u201eLasst Euer Schwert nicht kalt werden!\u201c<br \/>\n<\/strong>Aus einem Aufruf Thomas M\u00fcntzers vom April 1525:<br \/>\n<em>\u201eWie lange schlaft Ihr? Wie lange seid Ihr Gottes Wort nicht gest\u00e4ndig?<br \/>\n<\/em><em>Seid nicht also verzagt und nachl\u00e4ssig. Schmeichelt nicht l\u00e4nger den verkehrten Phantasten, den gottlosen B\u00f6sewichtern. Fangt an und streitet den Streit des Herrn. Es ist hohe Zeit.<br \/>\n<\/em><em>Ganz Deutschland und Welschland ist in Bewegung. Die B\u00f6sewichter m\u00fcssen dran. Wenn Eurer nur drei sind, die in Gott gelassen allein seinen Namen und Ehre suchen, werdet Ihr Hunderttausend nicht f\u00fcrchten. Nur dran! Dran! Dran! Es ist Zeit! Die B\u00f6sewichter sind frei verzagt wie die Hunde. Dran! Dran! Dran! Lasst Euch nicht erbarmen. Seht nicht an den Jammer der Gottlosen. Lasst Euch nicht erbarmen! Wir d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger schlafen. Ihr m\u00fcsst dran, dran, dran! Es ist Zeit! Dieweil das Feuer hei\u00df ist, lasst Euer Schwert nicht kalt werden. Lasst es nicht erlahmen. Schmiedet Pinkepanke auf dem Amboss Nimrods. Werft den Tyrannen den Turm zu Boden. Es ist nicht m\u00f6glich, weil sie leben, dass Ihr der menschlichen Furcht sollt leer werden. Man kann euch von Gott nicht sagen, dieweil sie \u00fcber Euch regieren. Dran, dran, weil ihr Tag habt! Gott geht Euch voran!<\/em> <em>Folget, folget!\u201c<\/em> (1).<\/p><\/blockquote>\n<p>Martin Luther vertrat zuerst einen gem\u00e4\u00dfigten Kurs. Sp\u00e4ter stellte er sich eindeutig gegen die Aufst\u00e4ndischen. Er wollte nicht sehen, dass die revolution\u00e4ren Bewegungen logischerweise aus seinen reformatorischen Forderungen hervorgingen. Zwischen Luther und seinem Gefolgsmann M\u00fcntzer kam es zu einem erbitterten Streit, der in der sehr deutlichen Sprache einer Zeit ausgetragen wurde, die man als \u201egrobianisches Zeitalter\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Luther war dem Herzog von Sachsen verpflichtet. Ohne dessen tatkr\u00e4ftige Hilfe w\u00e4re Luther mitsamt seinen Reformen gescheitert. H\u00e4tte er sich gegen seinen M\u00e4zen auflehnen sollen? Au\u00dferdem war und blieb Luther ein Theologe, f\u00fcr den die Bibel im Mittelpunkt stand; soziale und politische Fragen interessierten ihn kaum. Von einem Geistlichen, der die Vernunft als <em>\u201edie Hure des Teufels\u201c<\/em> (3, S. 226) bezeichnete, konnte man kaum vernunftbegr\u00fcndete, gesellschaftliche Reformen erwarten.<\/p>\n<h5>Die \u201eevangelische Freiheit\u201c Luthers war keine<\/h5>\n<p>Luthers Denkschrift <em>\u201eVon der Freiheit des Christenmenschen\u201c<\/em> bezog sich auf die <em>religi\u00f6se<\/em> Freiheit. Politische und soziale Freiheiten, Revolutionen lehnte er ab. Johannes Scherr schreibt dazu in der \u201eDeutschen Kultur- und Sittengeschichte\u201c:<br \/>\n<em>\u201eLuther glaubte sein Werk beeintr\u00e4chtigt durch die Bestrebungen, welche vom Ritter-, Bauern- und B\u00fcrgerstande f\u00fcr Einf\u00fchrung der reformatorischen Ideen in Staat und Gesellschaft ausgingen. Er beeilte sich daher, bei den F\u00fcrsten eine St\u00fctze zu suchen und zu diesem Zweck den Nachweis zu liefern, dass der Vorwurf, die revolution\u00e4ren Bewegungen seinen aus seiner Lehre hervorgegangen, ein durchaus unbegr\u00fcndeter sei. Er zeigte, welche Bewandtnis es mit der evangelischen Freiheit habe, wie er sie gepredigt wissen wollte, und wie diese Freiheit eigentlich gar keine w\u00e4re, wenigstens mit politischer und sozialer Freiheit durchaus nichts zu schaffen h\u00e4tte. Er betonte aufs sch\u00e4rfste die christliche Lehre von unbedingter Unterwerfung unter die Obrigkeit. Er ist der eigentliche Erfinder der Lehre vom beschr\u00e4nkten Untertanenverstand und von der Berechtigung der unbedingtesten Willk\u00fcr von Gottes Gnaden. \u201aDass zwei und f\u00fcnf gleich sieben sind\u2018, predigte er, \u201adas kannst du fassen mit der Vernunft; wenn aber die Obrigkeit sagt: zwei und f\u00fcnf sind gleich acht, so musst du\u2019s glauben wider dein wissen und dein f\u00fchlen\u2018\u201c<\/em> (3, S. 226).<\/p>\n<p>Luther konnte oder wollte also nicht sehen, dass das moralische Recht auf der Seite der Aufst\u00e4ndischen war. Daf\u00fcr lieferte er den F\u00fcrsten in seiner Predigt <em>\u201eWider die m\u00f6rderischen und r\u00e4uberischen Rotten der Bauern\u201c<\/em> (siehe Kasten) die Rechtfertigung zur blutigen Unterdr\u00fcckung der Erhebung.<\/p>\n<h5>Ein gro\u00dfes Bauernopfer und bittere Armut<\/h5>\n<p>Aus sp\u00e4terer Sicht hat man Luther f\u00fcr sein Versagen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik bittere Vorw\u00fcrfe gemacht.<\/p>\n<p>Martin Luther war ohne Zweifel eine herausragende Pers\u00f6nlichkeit der deutschen Geschichte; seine Verdienste sind unstrittig. Doch auch er vermochte nicht \u00fcber seinen Schatten zu springen. Von einem bibeltreuen Theologen, erzogen in sp\u00e4tmittelalterlichem Denken, war nicht zu erwarten, dass er die Ideen der Philosophie der Aufkl\u00e4rung vorwegnahm.<\/p>\n<p>So blieb den Bauern die moralische Unterst\u00fctzung durch die entscheidende geistliche Autorit\u00e4t der Zeit versagt. Ihre Aufst\u00e4nde wurden brutal niedergeschlagen, und die Unterdr\u00fcckten gerieten in bitterere Not als zuvor.<\/p>\n<p>Aus neuzeitlicher Sicht kann man von einem \u201eBauernopfer\u201c sprechen. Denn die gerechten Anliegen der Unterdr\u00fcckten wurden geopfert, um die F\u00fcrsten f\u00fcr die evangelische Lehre zu gewinnen. Die Landesherren verhalfen der neuen Religion zwar zum Durchbruch, doch das Reich wurde gespalten, und die Reformation blieb auf halbem Wege stecken. In protestantischen Landen wurde die Kirche reformiert, soziale Reformen blieben aus. Es dauerte weitere drei Jahrhunderte, bis \u2013 zum Beispiel im Zuge der franz\u00f6sischen Revolution \u2013 viele der berechtigten Forderungen der Aufr\u00fchrer endlich durchgesetzt werden konnten.<\/p>\n<p>Luther \u00f6ffnete auch die Wege zu einer St\u00e4rkung der Souver\u00e4nit\u00e4t der Landesf\u00fcrsten gegen\u00fcber dem Kaiser, dem als Gegner der evangelischen Lehre das Recht abgesprochen wurde, Gehorsam zu fordern. Die F\u00fcrsten sollten \u00fcber die Konfession ihrer Untertanen bestimmen. Die \u201eFreiheit des Christenmenschen\u201c, \u00fcber seine Religion zu entscheiden, wurde zugunsten der Herrschenden geopfert, deren Macht wuchs. Diese gest\u00e4rkte Position der Regionalherrscher wirkte in der deutschen Geschichte noch lange \u2013 oft unheilvoll \u2013 nach. Sie ist heute noch nicht \u00fcberwunden.<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u201eWider die m\u00f6rderischen und r\u00e4uberischen Rotten der Bauern\u201c<br \/>\n<\/strong>Nachdem Martin Luther zun\u00e4chst Bauern und F\u00fcrsten zur M\u00e4\u00dfigung gemahnt hatte, \u00e4nderte er seine Meinung unter dem Eindruck der Bluttat von Weinsberg am 17. April 1525, bei der Adelige Spie\u00dfruten laufen mussten und grausam erschlagen wurden. Nun wendete sich Luther mit theologischen Argumenten gegen die aufst\u00e4ndischen Bauern, ohne deren wirtschaftliche Not zu w\u00fcrdigen.<br \/>\nIn der Einleitung zu seiner Predigt sagt er:<br \/>\n<em>\u201eIm vorigen Buch durfte ich die Bauern nicht urteilen, weil sie sich zu Recht und besser Unterricht erboten \u2026 Aber ehe denn ich mich umsehe, fahren sie fort und greifen mit der Faust drein mit Vergessen ihres Erbietens, rauben und toben und tun wie die rasenden Hunde. Dabei man wohl siehet, was sie in ihrem falschen Sinn gehabt haben und dass eitel erlogen Ding sei gewesen, was sie unter dem Namen des Evangeli in den zw\u00f6lf Artikeln haben furgewendet. Kurzum, eitel Teufelswerk treiben sie.\u201c<br \/>\n<\/em>Luther verlangt Treue zur Obrigkeit, gem\u00e4\u00df der Bibelworte<em> \u201eSo gebt dem Kaiser was dem Kaiser geh\u00f6rt, und Gott, was Gott geh\u00f6rt\u201c <\/em>(Mark. 12, 17) und<em> \u201eJeder leiste den Tr\u00e4gern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt.\u201c<\/em> (R\u00f6m. 13. 1).<br \/>\nLuther verurteilt Aufruhr, Mord, Pl\u00fcnderung von Kl\u00f6stern und Burgen:<br \/>\n<em>\u201eDenn Aufruhr ist nicht ein schlechter Mord, sondern wie ein gro\u00df Feuer, das ein Land anz\u00fcndet und verw\u00fcstet. Also bringt Aufruhr mit sich ein Land voll Mords, Blutvergie\u00dfen, macht Witwen und Waisen und zerst\u00f6ret alles wie das allergr\u00f6sste Ungl\u00fcck. Darum soll hier zerschmei\u00dfen, w\u00fcrgen und stechen, heimlich oder \u00f6ffentlich, wer da kann, und gedenken, dass nichts Giftigeres, Sch\u00e4dlicheres, Teuflischeres sein kann, denn ein aufr\u00fchrerischer Mensch, gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen muss: schl\u00e4gst du ihn nicht, so schl\u00e4gt er dich und ein ganz Land mit dir\u201c.<br \/>\n<\/em>Alle, die \u2013 wie Thomas M\u00fcntzer \u2013 solche Untaten mit dem Evangelium rechtfertigen, meint Luther, \u201e<em>dienen dem Teufe<\/em>l\u201c und verdienten <em>\u201ezehnmal den Tod an Leib und Seele\u201c<\/em>.<br \/>\n\u00dcber die aufst\u00e4ndischen Bauern sagt er<br \/>\n<em>\u201edass sie (nicht nur) des Teufels sind, sondern zwingen und dringen viel frommer Leute, die es ungerne tun, zu ihrem teuflischen Bunde und machen dieselben also teilhaftig aller ihrer Bosheit und Verdammnis. Denn wer mit ihn\u2019 bewilligt, der f\u00e4hrt auch mit ihn\u2019 zum Teufel und ist schuldig aller \u00dcbeltat, die sie begehen\u201c.<br \/>\n<\/em>Zuletzt folgt ein Aufruf an die Herrschenden, den Aufstand r\u00fccksichtslos niederzuschlagen:<br \/>\n<em>\u201eDarum, liebe Herren, loset hie, rettet hie, helft hie! Erbarmet euch der armen Leute! Steche, schlage, w\u00fcrge hie, wer da kann! Bleibst du dr\u00fcber tot, wohl dir! Seliglichern Tod kannst du nimmermehr \u00fcberkommen, denn du stirbst in Gehorsam g\u00f6ttlichen Worts und Befehls (R\u00f6m. 13) und im Dienst der Liebe, deinen N\u00e4chsten zu retten aus der H\u00f6llen und des Teufels Banden. So bitte ich nu: Fliehe vor den Bauern, wer da kann, als vom Teufel selbst!\u201c<\/em> (7).<\/p><\/blockquote>\n<h5>Was w\u00e4re geschehen, wenn \u2026<\/h5>\n<p>Viel wurde dar\u00fcber diskutiert, was in der Sternstunde der Bauernkriege vers\u00e4umt, welche Zukunftschancen f\u00fcr Deutschland verspielt wurden. Je nach dem pers\u00f6nlichen, religi\u00f6sen, sozialen, politischen Gesichtspunkt wird man zu unterschiedlichen Ansichten kommen \u00fcber die Verurteilung der Bauernaufst\u00e4nde durch Luther und die verpassten M\u00f6glichkeiten seiner Zeit.<\/p>\n<p>Ein klares Bekenntnis Luthers zu mehr irdischer Gerechtigkeit h\u00e4tte Eindruck gemacht. Aber h\u00e4tte es Bauern, B\u00fcrgern, Rittern den R\u00fcckhalt geben k\u00f6nnen, den sie zur Durchsetzung ihrer Forderungen n\u00f6tig hatten? H\u00e4tte die moralische Autorit\u00e4t Luthers den Deutschen die geistige Kraft geben k\u00f6nnen, ihre vielfachen Interessenskonflikte zu \u00fcberwinden, mehr soziale Gerechtigkeit durchzusetzen, Religion und Staat zu reformieren, Deutschland unter einem evangelischen Bekenntnis zu einem Staat zu einen, der Einmischungen von au\u00dfen standhalten konnte?<\/p>\n<p>Nur wenige Historiker halten das f\u00fcr m\u00f6glich. Doch Beispiele aus der Geschichte zeigen, dass eine die Massen erfassende Begeisterung in unerwarteter, zun\u00e4chst unm\u00f6glich scheinender Weise eine Schlacht entscheiden[vi] oder das Schicksal eines Volkes wenden kann.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kam es anders.<\/p>\n<p>Nachdem sich der Protestantismus im gr\u00f6\u00dften Teil Deutschlands ausgebreitet hatte, konnte Kaiser Karl V. im Schmalkaldischen Krieg von 1545\/47 mit Waffengewalt etwa der H\u00e4lfte der F\u00fcrsten wieder den katholischen Glauben aufzwingen. Um ganz Deutschland zu rekatholisieren, reichte seine Macht nicht aus.<\/p>\n<p>So kam es durch Gewalt von au\u00dfen zu der ungl\u00fccklichen Spaltung in Nord (evangelisch) und S\u00fcd (katholisch). Dann folgte die Gegenreformation der katholischen Kirche, die im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg (1618\u20131648) kulminierte, in dem es nur vordergr\u00fcndig um den Glauben ging. Dieser schreckliche Krieg war ein Kampf zwischen Frankreich, Spanien und Schweden um die Vorherrschaft in Europa. Die deutschen L\u00e4nder, auf deren Boden der Krieg vorwiegend ausgetragen wurde, verloren fast die H\u00e4lfte ihrer Bev\u00f6lkerung und fielen in ihrer Entwicklung um viele Jahrzehnte zur\u00fcck \u2026<\/p>\n<p>Lesen Sie dazu auch den Beitrag <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/gedenktage\/500-jahre-reformation\/\">&#8222;500 Jahre Reformation&#8220;.<\/a><\/p>\n<p><strong>Endnoten:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref1\">[i]<\/a> F\u00fcr den Beginn der Neuzeit werden die folgenden Daten genannt: Die Eroberung von Konstantinopel durch die T\u00fcrken (1453), die Entdeckung Amerikas (1492), Luthers 95 Thesen (1517).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref2\">[ii]<\/a> Eine Zahl, die man sich leicht merken kann: Im Jahr der franz\u00f6sischen Revolution (1789) gab es im Deutschen Reich 1789 territoriale Herrschaften. (Vgl. Golo Mann: \u201eDeutsche Geschichte des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts\u201c, B\u00fcchergilde Gutenberg, Frankfurt, 1962, S. 25), 314 davon waren unabh\u00e4ngige Staaten und 1475 waren G\u00fcter.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref3\">[iii]<\/a> Als Gegensatz zu den M\u00f6nchen wurden Weltgeistliche Pfaffen genannt. Seit der Reformation wurde die einst w\u00fcrdevolle Bezeichnung \u201ePfaffe\u201c (von papa = Vater) zunehmend zu einem Schimpfwort.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref4\">[iv]<\/a> Wicliv und Hus hatten den Ablass schon ein Jahrhundert vor Luther angeprangert.<br \/>\n[vi] Vgl &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 470, &#8222;Wunderbarer Sieg durch ein Placebo&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<br \/>\n<\/strong>(1) Franz G\u00fcnther, Thomas M\u00fcntzers Schriften und Briefe, Vandenhoeck &amp; Rupprecht, G\u00f6ttingen, 1968.<br \/>\n(2) Fernau Joachim, Deutschland, Deutschland \u00fcber alles&#8230;, Stalling, Oldenburg, 1952.<br \/>\n(3) Scherr Johannes, Deutsche Kultur- und Sittengeschichte, Agrippina, Wiesbaden, o. J.<br \/>\n(4) Vogler G\u00fcnter, Die Gewalt soll gegeben werden dem gemeinen Volk, Dietz, Berlin, 1983.<br \/>\n(5) Vogler G\u00fcnter, Thomas M\u00fcntzer, Dietz, Berlin, 1989.<br \/>\n(6) Zierer Otto, Aus Knechtschaft zur Freiheit, Das Bergland-Buch, Salzburg, 1979.<br \/>\n(7) <a href=\"http:\/\/www.glaubensstimme.de\/reformatoren\/luther\/luther43.html\">http:\/\/www.glaubensstimme.de\/reformatoren\/luther\/luther43.html.<\/a><br \/>\n(8) <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutscher_Bauernkrieg\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutscher_Bauernkrieg.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Luther und die aufst\u00e4ndischen Bauern: Ein kritischer Blick auf die \u201eevangelische Freiheit\u201c. (Ver\u00f6ffentlicht in Gralswelt 59\/2010) An der Wende des 15. zum 16. Jahrhundert, dem \u00dcbergang vom Mittelalter zur Neuzeit[i], gab es im Deutschen Reich vielerlei Spannungen. 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