{"id":189,"date":"2009-03-24T17:20:41","date_gmt":"2009-03-24T16:20:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=189"},"modified":"2024-08-08T11:02:44","modified_gmt":"2024-08-08T10:02:44","slug":"der-grosste-aller-ketzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/it\/storia-religiosa\/i-piu-grandi-tutti-eretici\/","title":{"rendered":"Religioni dell&#039;antichit\u00e0 VIII: il pi\u00f9 grande di tutti gli eretici"},"content":{"rendered":"\n<p>Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 40\/2006<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Wenn Gott das Elend auf der Welt beheben will und nicht kann, ist er unf\u00e4hig, was f\u00fcr Gott nicht zutrifft; wenn er kann und nicht will, ist er b\u00f6sartig, was Gott auch fern liegt; wenn er weder will noch kann, ist er sowohl b\u00f6sartig wie unf\u00e4hig und deshalb nicht Gott; wenn er aber will und kann, was allein Gott zukommt, woher kommt dann das \u00dcbel? Oder warum behebt er es nicht?&#8220;<\/em>&nbsp;  &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<br>Epikur (371-241 v.Chr.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DREI BEDEUTENDE PERS\u00d6NLICHKEITEN<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Christentum entstand in der Antike, und die &#8211; nach&nbsp;<em>Jesus<\/em>&nbsp;&#8211; bedeutendsten Pers\u00f6nlichkeiten, die das fr\u00fche Christentum formten oder herausforderten, und ihm zuletzt den Sieg \u00fcber alle anderen Religionen des Abendlandes erm\u00f6glichten, lebten und wirkten im Altertum. Darunter der ma\u00dfgeblichste Apostel, der bedeutendste Kirchenlehrer und der gr\u00f6\u00dfte Ketzer.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ma\u00dfgeblichste Apostel ist zweifellos&nbsp;<strong>Paulus<\/strong>. Er verbreitete das Christentum (gegen den Widerstand der Jerusalemer Urgemeinde) unter den Heiden (Nichtjuden); von seiner Hand stammen die chronologisch \u00e4ltesten Teile des Neuen Testaments, und die von ihm vertretenen Auslegungen der Lehren<em>&nbsp;Jesu<\/em>&nbsp;bilden bis heute Grundlagen christlicher Theologie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der bedeutendste Kirchenlehrer ist&nbsp;<strong>Augustinus<\/strong>&nbsp;(354-430) mit seiner umfassenden Betrachtung der christlichen Theologie und seinem Bem\u00fchen, die Kirche gegen&nbsp;Abweichler zu verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Den gef\u00e4hrlichsten Ketzer kennt man heute kaum noch: Es ist<strong>&nbsp;Marcion<\/strong>, der Gr\u00fcnder einer m\u00e4chtigen Gegenkirche, die sich \u00fcber Jahrhunderte behaupten konnte. Tiefere Denker waren bis in die Neuzeit von seinen Gedanken fasziniert. Viele die in vergangenen Jahrhunderten von der \u201ereinen Lehre\u201c abwichen, waren von ihm beeinflusst, und die Kirche sah sich zu einer Auseinandersetzung mit den Marcioniten gezwungen, durch die sie sich selbst ver\u00e4nderte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MARCION (MARKION, 85 &#8211; ca. 160)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von&nbsp;<em>Marcions<\/em>&nbsp;Lebenslauf ist wenig \u00fcberliefert, seine Schriften sind verloren, seine Lehren nur aus den Werken seiner Gegner zu erschlie\u00dfen (wie verzerrt das wohl sein mag?). Er war der Sohn des Bischofs von Pontus und ein verm\u00f6gender Reeder. Als Christ erzogen, besch\u00e4ftigte er sich schon in jungen Jahren mit der Bibel, damals noch kein festgelegter Kanon. Die urchristlichen Gemeinden lasen das Alte Testament (diese Bezeichnung gab es damals noch nicht) und verschiedene Schriften unterschiedlicher Art, die von&nbsp;<em>Jesus<\/em>&nbsp;und den Aposteln berichteten. Vermutlich schon fr\u00fch erkannte&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;die Unvereinbarkeit des Alten mit dem Neuen Testament, die sp\u00e4ter f\u00fcr seine religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen ma\u00dfgeblich wurde, und bis heute viele Christen bewegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um 140 kam&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;nach Rom, wo er sich mit der dortigen christlichen Gemeinde zerstritt, seine eigene Gruppe bildete, und in erstaunlich kurzer Zeit<a><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn1\">[i]<\/a>&nbsp;eine beachtliche Schar von Anh\u00e4ngern um sich versammelte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Marcions<\/em>&nbsp;Erfolg als Religionsgr\u00fcnder wird verst\u00e4ndlich, wenn man bedenkt, dass die urchristlichen Gemeinden zun\u00e4chst lose Gemeinschaften waren, getragen vom Glauben an die Bergpredigt, der Erwartung der baldigen Wiederkehr&nbsp;<em>Christi<\/em>, und dem Wunsch vieler Christen, ihr Leben zu \u00e4ndern. Doch die urspr\u00fcngliche spirituelle Freiz\u00fcgigkeit des Urchristentums wurde nach relativ kurzer Zeit schon eingeschr\u00e4nkt, als Bisch\u00f6fe die Macht \u00fcbernahmen und Rituale und Kulte &#8211; oft heidnischer Herkunft &#8211; an Bedeutung gewannen. An die Stelle der pers\u00f6nlichen religi\u00f6sen Erfahrung traten Bekenntnisformeln, die Geisttaufe Erwachsener musste einer ritualisierten S\u00e4uglingstaufe weichen, das kultische Abendmahl ersetzte das gemeinsame &#8222;Liebesmahl&#8220;.&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;muss die unausgesprochene Sehnsucht vieler Christen nach mehr Spiritualit\u00e4t angesprochen haben, so dass sich seine Lehre im 2. und 3. Jahrhundert vom Euphrat bis zur Rhone verbreitete.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>MARCIONS GROSSE KETZEREI<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch den gro\u00dfen Anklang den<em>&nbsp;Marcion<\/em>&nbsp;seinerzeit fand, wurde er zu einem ernstzunehmenden Gegenspieler der jungen christlichen Kirche, zum ersten gro\u00dfen &#8222;Ketzer&#8220;<a><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn5\">[v]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Marcions<\/em>&nbsp;Lehren erschienen der sich gerade formierenden fr\u00fchkatholischen Kirche als v\u00f6llig inakzeptabel. Die entscheidenden Widerspr\u00fcche zu der kirchlichen Lehrmeinung waren:<\/p>\n\n\n\n<p>*<em>&nbsp;Marcion<\/em>&nbsp;sah in Jesus den Gesandten (Sohn) des unbekannten Gottes, der den Menschen die Liebe seines Vaters brachte, durch die sie in das Reich des fremden, guten Gottes eingehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>* Das Alte Testament konnte f\u00fcr&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;kein heiliges Buch der Christenheit sein, da es von dem &#8222;alten Gott&#8220;, dem Demiurgen spricht, w\u00e4hrend Christen sich dem von Jesus gepredigten, bislang unbekannten, &#8222;liebenden Gott&#8220; verpflichten. Entsprechend lehnte&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;das Alte Testament ab.<\/p>\n\n\n\n<p>* Nach seiner \u00dcberzeugung hatten schon die Apostel (au\u00dfer&nbsp;<em>Paulus<\/em>) die reine Lehre von Jesus verf\u00e4lscht.<\/p>\n\n\n\n<p>* Nach gnostischem Vorbild lehrte&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;den Dualismus zweier Gottheiten. Einmal den Sch\u00f6pfergott das Alten Testamentes, den Demiurgen, den manche Gnostiker (aber nicht<em>&nbsp;Marcion<\/em>) als gefallenen Engel deuten, dessen Verfehlung die Erschaffung einer uns fehlerhaft erscheinenden Welt war. Weit \u00fcber ihm steht der bis zum Kommen<em>&nbsp;Jesu<\/em>&nbsp;unbekannte Gott der Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>* Ziel des Menschen ist es, sich aus den Bindungen an die unvollkommene Welt zu befreien und einzugehen in das Reich dieses liebenden Vaters.<\/p>\n\n\n\n<p>In&nbsp;<em>Marcions<\/em>&nbsp;Lehre liegt &#8211; wie in weiten Bereichen der Gnostik, deren Einfluss auf&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;nicht wegzudiskutieren ist &#8211; eine Verneinung der diesseitigen Welt, von der es sich zu befreien gilt. Die Ablehnung des Alten Testamentes bedeutet auch eine Trennung vom Judentum, das <em><em>Marcion<\/em><\/em>&nbsp;nicht als eine Art Vorl\u00e4ufer des Christentums ansieht. So war f\u00fcr&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;auch<em>&nbsp;Jesus<\/em>&nbsp;kein strenggl\u00e4ubiger Jude (wie man ihn heute oft sieht), der das Gesetz des Alten Testamentes erf\u00fcllen wollte, sondern ein religi\u00f6ser Revolution\u00e4r, der etwas v\u00f6llig Neues brachte, indem er einen fremden, bislang unbekannten Gott verk\u00fcndete.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die erst im Entstehen begriffene Kirche wurden die Marcioniten bald zu einer ernsthaften Konkurrenz, die sie entschieden bek\u00e4mpfte. Sp\u00e4ter verfolgten auch christliche Kaiser die Marcioniten, die in den Untergrund ausweichen mussten und bis zum 6. Jahrhundert verschwanden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MARCIONS LEHRE<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Theologen bezeichnen&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;als Gnostiker und verweisen darauf, dass etwa zur gleichen Zeit, als er in Rom eintraf, dort der Syrer&nbsp;<em>Cerdo<\/em>&nbsp;(Kerdon) in typisch gnostischer Weise lehrte, dass die Welt nicht von dem unbekannten guten Gott, sondern von einem anderen, weniger guten vielleicht sogar b\u00f6sartigen Sch\u00f6pfergott geschaffen worden sei: Dem&nbsp;<strong>Demiurgen<\/strong>. In diese, von dem &#8222;b\u00f6sen Gott&#8220; geschaffene Welt ist der Mensch als ein Lichtfunke aus dem Reich des guten Gottes verbannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;war ein Christ. Er lehnte viele gnostische Sekten ab, mit ihren oft unausgegorenen mystischen Lehren. Aber er war tief beeindruckt von dem Unterschied zwischen den altj\u00fcdischen Lehren und der Heilsbotschaft Jesu:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gott das Alten Testamentes erschien ihm als grausamer Rachegott, der die Ermordung von Menschen, das Abschlachten von Tieren, die Hinrichtung abgefallener Glaubensgenossen befiehlt, sogar die Todesstrafe verh\u00e4ngt gegen ungehorsame S\u00f6hne, oder Israeliten, die den Priestern widersprechen. Hat dieser altj\u00fcdische Gott nur die geringste \u00c4hnlichkeit mit dem liebenden Vater, von dem Jesus spricht?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;war folgerichtig der Gott (oder die G\u00f6tter?<a><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn2\">[ii]<\/a>) des Alten Testamentes der Demiurg, der die Welt geschaffen hatte, aus der die Menschen befreit werden m\u00fcssen. Ist dieser Demiurg &#8211; wie manche Gnostiker dachten &#8211; gleichbedeutend mit Luzifer, dem gefallenen Engel, dem Herrn dieser Welt, dem Ursprung des B\u00f6sen? Nein sagt&nbsp;<em>Marcion<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Der Sch\u00f6pfer der Welt ist gerecht! Deshalb ist er nicht b\u00f6se; aber deshalb ist er auch nicht gut. Deshalb konnte er nur die &#8217;schlimme Welt&#8216; schaffen, in der alles gerecht zugeht, aber nicht gut, in der gerichtet wird, aber nicht geheiligt, in der Rache herrscht, aber nicht die Gnade.&#8220;<\/em>&nbsp;(1, S. 12).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Evangelium Jesu, der frohen Botschaft der Erl\u00f6sung, wird hingegen der &#8222;Gute Gott&#8220; verk\u00fcndet, der durch Jesus den Menschen helfen will, sich von den Bindungen an die s\u00fcndhafte Welt zu befreien.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit l\u00f6st sich f\u00fcr&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;auch die Frage nach dem vielen Unheil in der Welt: Der Demiurg, der Sch\u00f6pfergott, ist nicht notwendig b\u00f6se, er vermochte nur keine bessere Welt zu erschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erl\u00f6sung vom \u00dcbel dieser Welt wird dem zuteil, der sich von ihr gel\u00f6st hat und in das Reich des wahren, des guten, des unbekannten Gottes eingegangen ist. Dazu verhilft ihm der Messias:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Christus aber, der Sohn des fremden Gottes, hat die Liebe gebracht, die von der Welt erl\u00f6st, von allem in dieser Welt, auch von ihrer Gerechtigkeit.&#8220;<\/em>&nbsp;(1, S. 12).<\/p>\n\n\n\n<p>Konsequent verwirft&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;das Alte Testament &#8211; bislang die einzige &#8222;Heilige Schrift&#8220;, die alle Christen kannten, &#8211; und bringt einen neuen Kanon, der nur das Lukas-Evangelium<a><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn3\">[iii]<\/a>&nbsp;und zehn Paulusbriefe enth\u00e4lt. Damit zwingt er die Kirche, sich auf ihre eigenen kanonischen Schriften festzulegen und tr\u00e4gt indirekt zu der Entstehung der heutigen Bibel bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Leben in den vielen marcionitischen Gemeinden, von der Amtskirche mit Hass verfolgt, wissen wir nur wenig. Die Marcioniten feierten schlichte Andachten, bei denen Laien predigen und Frauen taufen durften. Sie lebten gewaltlos, vegetarisch und tranken keinen Alkohol.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Paulus<\/em>, den&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;sch\u00e4tze, stellte es den Christen frei, ehelos oder verheiratet zu leben (wobei er Ehelosigkeit empfahl).&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;ging weiter und verlangte strikte Enthaltsamkeit, wohl um nicht immer wieder Geistfunken an die Materie zu binden. Diese extreme Forderung hat sicher zum Niedergang seiner Bewegung beigetragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MARCIONS BEDEUTUNG IN DER GESCHICHTE<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Marcion<\/em>&nbsp;war kein Prophet und kein Mystiker, aber ein radikaler Denker, dessen Gedanken \u00fcber Jahrhunderte hinweg auf Wahrheitssucher anziehend wirkten. In den vielen, von den Kirchen abweichenden &#8222;ketzerischen&#8220; Gruppen tauchten im Lauf der Jahrhunderte immer wieder marcionitische oder gnostische Ideen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Christentum des Mittelalters hat die der klassischen Antike fremde Vorstellung vom &#8222;irdischen Jammertal&#8220; vermutlich von<em>&nbsp;Marcion<\/em>&nbsp;oder anderen Gnostikern \u00fcbernommen, und das z\u00f6libat\u00e4re Priester- und M\u00f6nchtum d\u00fcrfte von seiner Forderung nach strenger Enthaltsamkeit beeinflusst sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In der strikten Scheidung das &#8222;Reiches des Guten Gottes&#8220; von der vom Demiurgen geschaffenen &#8222;unvollkommenen Welt&#8220;, ging&nbsp;<em>Marcion<\/em>&nbsp;zu weit. Vermutlich sah er zu sehr die religi\u00f6sen K\u00e4mpfe seiner Zeit. Einer Zeit, die politisch gesehen &#8211; unter den Kaisern&nbsp;<em>Hadrian<\/em>&nbsp;(117-138),&nbsp;<em>Antonius Pius<\/em>&nbsp;(138-161) und&nbsp;<em>Mark Aurel<\/em>&nbsp;(161-180) &#8211; eine vergleichsweise gute Zeit war im R\u00f6mischen Reich. Als philosophisch geschulter, religi\u00f6ser Mensch der Antike \u00fcbersah er das harmonische Wirken der Natur, das Zusammenspiel der nat\u00fcrlichen Kreisl\u00e4ufe und die Sch\u00f6nheit der irdischen Sch\u00f6pfung<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn4\">[iv]<\/a>, die darauf hinweisen, dass diese Welt von dem \u00fcber allem Geformten stehenden himmlischen Vater ausgegangen ist, bei dem Liebe und Gerechtigkeit eins sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Weltgeschichte w\u00e4re vermutlich friedlicher und gewaltloser verlaufen, h\u00e4tten christliche Kirchen sich weniger von der Vorstellung das strafenden, auf ewig verdammenden, r\u00e4chenden Gottes des Alten Testamentes leiten lassen, und mehr den liebenden Vater der Evangelien gepredigt. <\/p>\n\n\n\n<p>Fortsetzung <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/die-manichaer\/\">&#8222;Religionen der Antike&#8220; IX<\/a>: Die Manich\u00e4er. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(1) Friedell, Egon, Kulturgeschichte \u00c4gyptens und des Alten Orients, DTV, M\u00fcnchen 1982.<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Hagl, Siegfried, Spreu und Weizen &#8211; im Dschungel der Esoterik, Gralsverlag, Eggersdorf, 2003.<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Harnack, Adolf v., Marcion, Das Evangelium des fremden Gottes, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1960.<\/p>\n\n\n\n<p>(4) L\u00fcdemann, Gerd, Ketzer &#8211; die andere Seite des fr\u00fchen Christentums, Radius, Stuttgart, 1995.<\/p>\n\n\n\n<p>(5) May, Gerhard\/Greschat, Katharina, Marcion und seine kirchengeschichtliche Wirkung, Walter de Gruyter, Berlin, 2002.<\/p>\n\n\n\n<p>(6) Rudolph, Kurt, Die Gnosis, Vandenhoeck &amp; Ruprecht, G\u00f6ttingen 1980.<\/p>\n\n\n\n<p>(7) http.www.das-friedensreich.de\/de\/ausgaben02_07\/markion.html.<\/p>\n\n\n\n<p>(8) http.www.joerg-sieger.de\/einleit\/nt\/07kan\/nt97.htm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Endnoten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref1\">[i]<\/a>&nbsp;Innerhalb eines Jahrzehntes war die von Marcion gegr\u00fcndete Kirche fast im ganzen R\u00f6mischen Reich bekannt (4, S. 169).<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref2\">[ii]<\/a>&nbsp;Die verschiedenen Gottesnamen im Alten Testamen wie Jahwe, Elohin (Plural!), Adonai usw. werden in christlichen Bibeln einfach als &#8222;Gott&#8220; \u00fcbersetzt..<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref3\">[iii]<\/a>&nbsp;Aus diesem Evangelium des Lukas entfernte Marcion sog. &#8222;judaische&#8220; Hinzuf\u00fcgungen. Die \u00fcbrigen Evangelien waren nach seiner Ansicht von den &#8222;Jerusalemer L\u00fcgenaposteln&#8220; (4, S. 174) zu sehr verf\u00e4lscht.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref4\">[iv]<\/a>&nbsp;Zur Frage der Sch\u00f6pfungsharmonie vgl. GralsWelt Themenheft 11\/2003 &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wissenschaft\/weltratsel-und-naturwunder-teil-i\/\">Weltr\u00e4tsel und Naturwunder<\/a>&#8220; Teil I &#8211; VI<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wissenschaft\/weltratsel-und-naturwunder-teil-vi\/\">.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref5\">[v]<\/a>&nbsp;Das Wort &#8222;Ketzer&#8220; gab es zu Marcions Zeiten noch nicht. Es stammt wahrscheinlich von dem Wort &#8222;Katharer&#8220;, deren Lehre zwar christlich, aber auch gnostisch bzw. marcionistisch war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 40\/2006 &#8222;Wenn Gott das Elend auf der Welt beheben will und nicht kann, ist er unf\u00e4hig, was f\u00fcr Gott nicht zutrifft; wenn er kann und nicht will, ist er b\u00f6sartig, was Gott auch fern liegt; wenn er weder will noch kann, ist er sowohl b\u00f6sartig wie unf\u00e4hig und deshalb nicht Gott; wenn [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"templates\/template-full-width.php","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-189","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-religionsgeschichte"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - 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