{"id":699,"date":"2009-04-18T10:44:46","date_gmt":"2009-04-18T09:44:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=699"},"modified":"2023-12-22T11:51:58","modified_gmt":"2023-12-22T10:51:58","slug":"schicksaljahr-2000","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/esoterique\/fatidique-annee-2000\/","title":{"rendered":"Ann\u00e9e fatidique 2000"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kommt die gro\u00dfe Weltenwende?<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 4\/1997)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Jahrtausendwende r\u00fcckt n\u00e4her &#8211; und mit ihr steigern sich auch die Zukunfts\u00e4ngste vieler Menschen. Aber was haben wir vom \u201eSchicksalsjahr 2000&#8243; zu erwarten? Markiert dieses Kalenderjahr nichts anderes als eine runde Zahl, der wir einen ungerechtfertigt hohen Stellenwert beimessen &#8211; oder steht, wie d\u00fcstere Prophezeiungen es vermuten lassen, in dieser Zeit tats\u00e4chlich das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel? GralsWelt-Redakteur Siegfried HAGL gibt einen realit\u00e4tsbezogenen Ausblick auf das, was uns erwartet und leitet mit seinem Beitrag einen Themenschwerpunkt in der GRALSWELT ein, der den Begriff \u201eWeltenwende&#8220; zum Inhalt hat.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Die moderne Kultur ist in ihrer gegenw\u00e4rtigen Entwicklungsphase eine Kultur ohne Weisheit, ohne Vernunft. Das ist eine Neuerung unter den Weltkulturen, und eine Neuerung, die nicht dauern wird.&#8220;<\/em><br \/>\nCarl Friedrich v. Weizs\u00e4cker (1912-2007)<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Jahrtausendwende ist ein seltenes Ereignis, das sich nur alle drei\u00dfig Generationen wiederholt, und dementsprechend neigen wir dazu, in dem, was auf den ersten Blick nur eine Zuf\u00e4lligkeit unseres Kalenders ist, einen gro\u00dfen Wendepunkt zu suchen.<\/p>\n<p>Die erste gro\u00dfe, mit einem Jahrtausendwechsel verbundene Wende brachte &#8211; r\u00fcckblickend &#8211; die Geburt von Jesus. Von diesem in christlichem Sinne so einschneidenden Ereignis nahm seinerzeit allerdings kaum jemand Notiz, und auch der damalige Kalender hatte f\u00fcr das aus heutiger Sicht so wichtige Geburtsjahr Jesu (vermutlich -7 moderner Zeitrechnung) nichts besonderes zu bieten.<\/p>\n<p><strong>Das Jahr 1000 nach Christus<\/strong><\/p>\n<p>Anders war es dann allerdings ein Jahrtausend sp\u00e4ter: Um das Jahr 1000 nach Christus erwarteten viele Menschen des christlichen Abendlandes den Weltuntergang, das J\u00fcngste Gericht, die Wiederkunft Christi und manches mehr. Anlass daf\u00fcr war die Ank\u00fcndigung des \u201eReiches der Tausend Jahre&#8220; in der biblischen Offenbarung des Johannes:<br \/>\n<em>\u201eDann sah ich einen Engel vom Himmel herabsteigen; auf seiner Hand trug er den Schl\u00fcssel zum Abgrund und eine schwere Kette. Er \u00fcberw\u00e4ltigte den Drachen, die alte Schlange &#8211; das ist der Teufel oder Satan -, und er fesselte ihn f\u00fcr tausend Jahre. Er warf ihn in den Abgrund, verschloss diesen und dr\u00fcckte ein Siegel darauf, damit der Drache die V\u00f6lker nicht mehr verf\u00fchren konnte, bis die tausend Jahre vollendet sind&#8230;&#8220;<\/em> (Offb. 20, 1-3)<\/p>\n<p>Wenige Bibelstellen haben f\u00fcr so viel Verwirrung, f\u00fcr so viele Diskussionen gesorgt, wie diese Prophezeiung in der Offenbarung des Johannes. Und einen bisher un\u00fcbertroffenen H\u00f6hepunkt der ebenso widerspr\u00fcchlichen wie vielschichtigen Deutungen dieser Textstelle gab es eben um das Jahr 1000: In dieser bibelgl\u00e4ubigen Zeit, in der die Kirche und ihre Diener noch ungebrochenen Glauben fanden, h\u00e4uften sich scheinbar die Anzeichen f\u00fcr den J\u00fcngsten Tag. Ein Stern mit \u201efeuriger Rute&#8220; schien das erwartete Strafgericht ebenso anzuk\u00fcndigen, wie blutiger Regen in Umbrien oder Erdbeben in Unteritalien, nahe dem Bodensee, am Rhein und in der Eifel. Selbst Kaiser Otto III. pilgerte barfu\u00df zum Grab eines M\u00e4rtyrers und eilte dann nach Italien, um dort das Ende der Welt zu erwarten.<br \/>\nDie einen feierten, die anderen kasteiten sich; die einen lie\u00dfen es sich gut gehen, die anderen beteten um ihr Seelenheil. Doch die Mitternachtsstunde des letzten Tages des alten Jahres ging vor\u00fcber, ohne dass sich der Himmel auftat oder die H\u00f6lle ihre Abgr\u00fcnde \u00f6ffnete, und die Menschen begr\u00fc\u00dften jubelnd das neue Jahrtausend, das ihnen gnadenvoll weitere Zeit auf dem Weg zur Vollendung schenkte.<br \/>\nAlles nur religi\u00f6sere Wahn, blinder Fanatismus, ideologische Auslegung unverstandener alter Schriften?<br \/>\nOder gar Parallele zu heute ?<\/p>\n<p><strong>Das mysteri\u00f6se Jahr 2000<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich scheint auch das Jahr 2000 nichts besonderes zu sein: Es ist einfach das letzte Jahr des 20. Jahrhunderts, das viele mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts verwechseln, das tats\u00e4chlich erst am 1. Januar 2001 beginnt.<\/p>\n<p>So w\u00e4re denn das Jahr 2000, ebenso wie der 1. Januar 2001, nur ein zuf\u00e4lliges Datum, das aufgrund unserer Zeitrechnung zustande kommt. Ja, selbst wenn man die Geburt Jesu als ein ganz au\u00dferordentliches Ereignis der Weltgeschichte erkennt, l\u00e4sst sich damit die Bedeutung des Jahres 2000 kaum begr\u00fcnden. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass Jesus vermutlich schon sechs oder sieben Jahre \u201evor Christus&#8220; geboren wurde.<\/p>\n<p>Also ist das Jahr 2000 doch nur ein Jubil\u00e4um wie viele; von Bedeutung nur in jenen L\u00e4ndern, welche die Zeitrechnung nach dem Gregorianischen Kalender \u00fcbernommen haben? Ein Anlass f\u00fcr Feiern, Festreden und manchen R\u00fcckblick, aber kein herausragendes naturgeschichtliches, astronomisches, historisches, geistesgeschichtliches Datum?<\/p>\n<p>Zwar ist der \u00dcbergang in ein drittes Jahrtausend f\u00fcr Kulturen ein seltenes Ereignis, doch ist die europ\u00e4ische Zivilisation keineswegs die einzige, die auf mehr als zwei Jahrtausende einer wechselvollen Entwicklung zur\u00fcckblicken kann. In \u00c4gypten, China, Indien, vielleicht auch in S\u00fcdamerika haben Zivilisationen \u00e4hnliche Zeitr\u00e4ume \u00fcberdauert.<\/p>\n<p>Selbst wenn man astrologische Gesichtspunkte mit heranzieht, wie den \u00dcbergang vom Fische-Zeitalter in das Wassermann-Zeitalter, l\u00e4sst sich zwar die Abl\u00f6sung einer alten Epoche durch eine neue ablesen, doch dieser Wechsel erfolgt innerhalb von Jahrzehnten, keinesfalls zu einem auf Tag und Stunde festschreibbaren Datum &#8211; und auch nicht im Jahr 2000.<\/p>\n<p>So besteht demnach gar keine tiefere Ursache zu einer so starken Betonung des Jahrtausendwechsels, wie das h\u00e4ufig geschieht? So wenig Grund zur Besorgnis also, wie es kurz vor dem Jahr 1000 angebracht gewesen w\u00e4re?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich aber haben wir heute der Gr\u00fcnde genug, um dem Jahrtausendwechsel nicht ohne Bangen entgegenzusehen, denn manches ist anders als vor 1000 Jahren.<\/p>\n<p>Eine umfassendere Bedeutung erlangt der n\u00e4her r\u00fcckende \u00dcbergang vom 2. ins 3. Jahrtausend unserer Zeitrechnung n\u00e4mlich, wenn die Entwicklung auf unserem Planeten betrachtet wird. Denn viele der heute schon abzusehenden Tendenzen werden sp\u00e4testens in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts deutlich sp\u00fcrbar werden, nicht wenige voraussichtlich sogar einen bedrohlichen Charakter erhalten. Nat\u00fcrlich nicht p\u00fcnktlich zum Stichtag, dem 1. Januar 2000 (oder besser 2001), aber doch innerhalb einer vielleicht nur zwei oder drei Dekaden umfassenden Zeitspanne um dieses Datum.<\/p>\n<p>Was also ist im 21. Jahrhundert zu erwarten ?<\/p>\n<p><strong>Ein Ausblick ins 21. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n<p>Viele seit Jahren erkannte Entwicklungen werden sich in kommenden Jahrzehnten drastisch versch\u00e4rfen, und es wird schwierig werden, die dann anstehenden Probleme unter Kontrolle zu halten:<br \/>\n<strong>* Die Bev\u00f6lkerung \u201eexplodiert&#8220;<\/strong> weiter:<br \/>\nDie Erdbev\u00f6lkerung w\u00e4chst nach wie vor um fast 100 Millionen Menschen pro Jahr. Im Jahr 2000 werden ca. 6,2 Milliarden (6.200.000.000) Menschen die Erde bev\u00f6lkern, und im Jahr 2025 muss man mit einer Bev\u00f6lkerung der Erde von 8,5 Milliarden rechnen, sofern nicht katastrophale Ereignisse das verhindern.<br \/>\nEs wird dann ungeheuer schwierig sein, diese Menschenmassen zu ern\u00e4hren, mit Kleidung und Obdach zu versehen, Schulen, Krankenh\u00e4user, Arbeitspl\u00e4tze in dem erforderlichen Umfang zu schaffen.<br \/>\nIn Entwicklungsl\u00e4ndern &#8211; und vielleicht nicht nur dort &#8211; werden viele St\u00e4dte aus allen N\u00e4hten platzen und riesige Slums unertr\u00e4gliche Lebensbedingungen bieten; denn St\u00e4dte sind Anziehungspunkte f\u00fcr Menschen, die auf dem Land weder Arbeit noch Brot finden.<br \/>\nDiese \u00dcberv\u00f6lkerung ist im Zusammenhang mit allen anderen Problemen zu sehen, mit denen wir uns schon heute, besonders aber in der Zukunft auseinandersetzen m\u00fcssen; denn kein zweites Ph\u00e4nomen strahlt so weit aus, beeinflusst alles \u00fcbrige in so drastischem Ma\u00dfe. \u00d6konomische, \u00f6kologische wie politische Probleme werden um so weniger l\u00f6sbar, je mehr die \u00dcberv\u00f6lkerung voranschreitet.<br \/>\n<strong>* Die Zerst\u00f6rung der Natur:\u00a0<\/strong><br \/>\nUmweltgifte, Ausbreitung der St\u00e4dte, Abholzen oder Sterben der W\u00e4lder, Vergiftung der Gew\u00e4sser, \u00fcberintensive Nutzung landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen, Verseuchung der Atmosph\u00e4re durch Ozon und andere Treibhausgase, Zerst\u00f6rung der letzten vom Menschen unber\u00fchrten Lebensr\u00e4ume usw. usw. gestalten unseren Globus von Tag zu Tag lebensunfreundlicher. Es kann nur eine Frage der Zeit &#8211; und zwar keiner sehr langen &#8211; sein, bis sich diese Ver\u00e4nderungen der Umwelt in sehr sp\u00fcrbarer Weise auf unser Leben auswirken.<br \/>\n<strong>* Die Pl\u00fcnderung der Erde:<br \/>\n<\/strong>Die Vorr\u00e4te an fossilen Brennstoffen, an Erzen und anderen Mineralien, die in geologischen Zeitr\u00e4umen von der Natur angesammelt wurden, wird unsere Zivilisation mit ihrem exponentiellen Wachstum innerhalb weniger Jahrhunderte verbraucht haben. Wie es jetzt aussieht, werden unsere Kinder und Enkel einen ausgeraubten Planeten erben, auf dem sie mit bescheidener Zivilisation um ihr \u00dcberleben ringen m\u00fcssen.<br \/>\n* <strong>Wasser wird knapp:<br \/>\n<\/strong>S\u00fc\u00dfwasser &#8211; f\u00fcr den menschlichen Bedarf wie f\u00fcr die Bew\u00e4sserung der Felder, ist heute schon in weiten Teilen Afrikas, Asiens und Amerikas knapp. Im fr\u00fchen 21. Jahrhundert werden einige L\u00e4nder die Obergrenze des m\u00f6glichen S\u00fc\u00dfwasserverbrauchs erreicht haben. Von \u201eWasserfl\u00fcchtlingen&#8220; bis zum Krieg um Wasser ist dann vieles m\u00f6glich. (Vgl, <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/okologie\/der-kampf-um-das-blaue-lebenselixier\/\">&#8222;Der Kampf um das blaue Lebenselixier&#8220;<\/a>).<br \/>\n<strong>* Wirtschaftliche Krisen:<br \/>\n<\/strong>Die \u201edritte industrielle Revolution&#8220; (das Informationszeitalter) bringt einschneidende \u00c4nderungen in der Weltwirtschaft, deren Konsequenzen bei weitem noch nicht abzusehen sind:<br \/>\na) Informationsgesellschaft<br \/>\nDie \u201einformierte Gesellschaft&#8220; wird sich weniger dadurch auszeichnen, dass man \u00fcber Glasfaser-Kabel 100 oder auch 1000 Fernsehprogramme empfangen kann. Viel bedeutsamer ist, dass technisches Wissen weltweit allen zur Verf\u00fcgung stehen wird und der (Know-how) Vorsprung der westlichen Industriel\u00e4nder &#8211; zum Beispiel gegen\u00fcber Ostasien &#8211; schnell schrumpft.<br \/>\nb) Freier Welthandel<br \/>\nMit dem Zoll- und Handelsabkommen GATT (General Agreement for Tarifs and Trade), f\u00fcr das sich mehrere amerikanische Pr\u00e4sidenten sehr engagiert haben, ist der Weg frei f\u00fcr einen liberalen Welthandel, wie es ihn in diesem Umfang noch nie gab.<br \/>\nDie internationale Konkurrenz, kaum mehr gehemmt durch Zoll- und sonstige Handels-Barrieren, und gest\u00fctzt durch die niedrigsten Transportkosten aller Zeiten, wird dramatisch zunehmen. Aus Regionen, die bisher als Industriel\u00e4nder kaum bekannt waren, werden preiswerte Produkte den Weltmarkt \u00fcberschwemmen. Dabei wird die Produktion schneller wachsen als die M\u00e4rkte.<br \/>\nHochentwickelte Industriel\u00e4nder werden sich dann kaum gegen Billig-Importe aus Niedriglohn-L\u00e4ndern wehren k\u00f6nnen, die Lohn- und Sozialkosten in hochentwickelten Nationen dr\u00fccken und liebgewordene soziale Errungenschaften in Frage stellen.<br \/>\nc) Freier Kapitalverkehr<br \/>\nGeld wird in Zukunft vermehrt dahin flie\u00dfen, wo f\u00fcr die Anleger die gr\u00f6\u00dften Renditen zu erwarten sind. Das sind h\u00e4ufig Billiglohn-L\u00e4nder mit einem unersch\u00f6pflichen Reservoir an Arbeitskr\u00e4ften. Jedes Jahr dr\u00e4ngen ja zus\u00e4tzlich viele Millionen Menschen, die f\u00fcr fast jeden Lohn arbeiten m\u00fcssen, auf die schon l\u00e4ngst \u00fcberf\u00fcllten Arbeitsm\u00e4rkte.<br \/>\nDen hochentwickelten Nationen droht damit eine teilweise De-Industrialisierung mit katastrophalen Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigungslage und den sozialen Frieden, falls sich dieser \u201eManchester-Kapitalismus&#8220; weltweit durchsetzen kann.<br \/>\nAuf einer \u201eschrumpfenden&#8220; Erde mit knapper und knapper werdenden Ressourcen, aber rapide wachsender Bev\u00f6lkerung, werden sich wirtschaftliche Schwierigkeiten immer weniger beheben lassen. Schon gar nicht, wenn man dieser f\u00fcr die Menschheit neuen Situation mit konventionellen Rezepten begegnet.<br \/>\nDie in den 30er Jahren entwickelten Wirtschaftstheorien, die damals vielleicht den gew\u00fcnschten Erfolg h\u00e4tten bringen k\u00f6nnen, m\u00fcssen in den vor uns liegenden Jahrzehnten versagen.<br \/>\nVor einem guten halben Jahrhundert &#8211; nur mehr als 50 Jahre! &#8211; war die Welt noch nicht \u00fcberv\u00f6lkert. Es gab ausreichend Land, unersch\u00f6pflich scheinende Ressourcen und \u00fcberall unges\u00e4ttigte M\u00e4rkte. Heute sind die M\u00e4rkte der reichen L\u00e4nder ges\u00e4ttigt, die Armen haben kaum Geld f\u00fcr das N\u00f6tigste, der Boden wird rar, die Rohstoffvorr\u00e4te m\u00fcssen sich ersch\u00f6pfen und die Umweltkatastrophe ist im Anrollen.<br \/>\nWenn in einer solchen Situation \u00fcberhaupt noch etwas helfen kann, dann nur gr\u00f6\u00dfte Naturschonung, Erhalten \u00f6kologisch gesunder Lebensr\u00e4ume, konsequente Geburtenkontrolle, sparsamster Umgang mit Rohstoffen, und Energieeinsparung wo immer m\u00f6glich.<br \/>\nWer vom Wachstum der klassischen Industriel\u00e4nder im Stil der 50er und 60er Jahre tr\u00e4umt, oder der Arbeitslosigkeit durch Zuwachsraten im Bruttosozialprodukt begegnen m\u00f6chte, steckt den Kopf vor den Zeichen der Zeit in den Sand.<br \/>\n<strong>* Radikalisierung der Politik:<br \/>\n<\/strong>Mit zunehmendem Bev\u00f6lkerungsdruck m\u00fcssen sich auch die politischen Spannungen vertiefen.<br \/>\nWenn auch der ganz gro\u00dfe Konflikt zwischen Superm\u00e4chten derzeit unwahrscheinlich scheint, so m\u00fcssen sich doch die Spannungen innerhalb der L\u00e4nder und Nationen versch\u00e4rfen. Jugoslawien aber auch Nordirland sind traurige Beispiele daf\u00fcr, was am Ende des 20. Jahrhunderts auch in Europa m\u00f6glich ist.<br \/>\nNicht unwahrscheinlich, dass regionale Konflikte im 21. Jahrhundert mit taktischen Kernwaffen ausgetragen werden, da schon zu viele &#8211; auch kleinere &#8211; Staaten Atomwaffen besitzen.<br \/>\nManche Regierungen m\u00f6gen auch nach au\u00dfen h\u00e4rter agieren, um innere Schw\u00e4chen zu \u00fcberspielen. Bei totalit\u00e4ren Regimen besteht in steigendem Ma\u00dfe die Gefahr, dass man das au\u00dfenpolitische Abenteuer wagen wird, um von internen Schwierigkeiten abzulenken.<br \/>\nAls eine f\u00fcr das 20. Jahrhundert in der Weltpolitik unerwartete Variante erschien der religi\u00f6se Fanatismus auf der B\u00fchne. Er kann im 21. Jahrhundert auf weitere L\u00e4nder \u00fcbergreifen.<br \/>\nMit rationalen \u00dcberlegungen und mit den konventionellen Mitteln der Diplomatie wird man diese Entwicklungen nicht steuern k\u00f6nnen. Viele Schwierigkeiten, die in zur\u00fcckliegenden Jahrzehnten von der Vertr\u00f6stung auf steigenden Wohlstand \u00fcberdeckt wurden, werden sich schon in n\u00e4chster Zukunft unerbittlich zeigen.<br \/>\n<strong>* Gef\u00e4hrdung der Demokratie:<br \/>\n<\/strong>Je weniger die Politik Mittel und Wege findet, die vielschichtigen Probleme der Zukunft unter Kontrolle zu bringen, desto mehr muss das Ansehen demokratischer Politiker und demokratischer Institutionen leiden. Zu diesem heute schon sp\u00fcrbar einsetzenden Verfall demokratischer Werte tr\u00e4gt leider das Verhalten vieler Politiker nicht unwesentlich bei.<br \/>\nZuletzt m\u00f6gen dann verzweifelte Menschen bei Demagogen, Ideologien oder religi\u00f6sen Fanatikern den letzten Ausweg suchen, in der irrigen Meinung, dass es \u201eschlimmer nicht mehr kommen k\u00f6nne&#8230;&#8220;<br \/>\nIm besonderen die Deutschen sollten es besser wissen: Es kann durchaus schlimmer werden, als unter der \u00c4gide entscheidungsschwacher und handlungsunf\u00e4higer, versagender Demokraten!<\/p>\n<p><strong>D\u00fcstere Prophezeiungen <\/strong><\/p>\n<p>Ein n\u00fcchterner Blick auf die absehbare Zukunft unserer Erde weist also durchaus auf die Besonderheit der heutigen Zeit hin. Man braucht sich nicht auf d\u00fcstere Prophezeiungen zu berufen, um eine sich nahende, folgenschwere \u201eWendezeit&#8220; im Schicksal der Menschheit erkennen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dennoch fehlt es auch an endzeitlichen Prophetien nicht, die sich auf unsere Zeit beziehen lassen. Von der Bibel \u00fcber mittelalterliche Seher bis zu neuzeitlichen Vision\u00e4ren kann man ein fast endloses Spektrum mehr oder weniger aussagekr\u00e4ftiger Vorhersagen zusammentragen und deren Bedeutung f\u00fcr unsere Zeit suchen. Schwierig wird es, wenn man &#8211; \u00e4hnlich wie im Jahr 1000 &#8211; genauere, gar zeitliche Angaben finden und aus den Prophezeiungen etwas Konkretes \u00fcber die kommende Zeit oder gar \u201eEndzeit&#8220; erfahren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Derzeit ist zum Beispiel Nostradamus [siehe Nachtrag] im Schwange, der f\u00fcr das Jahr 1999 angeblich Gravierendes angek\u00fcndigt hat. Man darf gespannt sein, ob die aus solchen Prophetien ermittelten Termine f\u00fcr Jahrtausend-Katastrophen genauso sang- und klanglos vor\u00fcbergehen, wie das Jahr 1000.<\/p>\n<p><strong>Was bringt die Zukunft ?<\/strong><\/p>\n<p>Ist man bereit, die vielen, unvermeidlich auf uns zukommenden Probleme f\u00fcr unsere Weltzivilisation unvoreingenommen zu betrachten, so wird man sich darauf einstellen m\u00fcssen, dass im bald beginnenden dritten Jahrtausend der abendl\u00e4ndischen Zivilisation vieles, ja alles anders aussehen wird, als wir es heute noch gewohnt sind, oder wie wir es aus der Geschichte kennen.<\/p>\n<p>Pessimismus scheint aus heutiger Sicht berechtigt, und wir k\u00f6nnen nur hoffen, dass letzten Endes das \u201eGute&#8220; sich durchsetzen kann.<\/p>\n<p>Aber wie stellen wir uns pers\u00f6nlich zu der anscheinend unaufhaltsam anrollenden Gefahrenwelle, die mit der Sicherheit naturgesetzlichen Geschehens zu kommen scheint?<\/p>\n<p>Wer nicht an der Zukunft verzweifeln will, hat eigentlich nur zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder man verdr\u00e4ngt das Wissen von den auf uns zueilenden Pr\u00fcfungen, hofft, dass sich das Unvermeidliche noch einige Jahrzehnte hinausz\u00f6gern lie\u00dfe &#8211; und tr\u00f6stet sich mit dem Sprichwort \u201ekommt Zeit, kommt Rat&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Oder man ist bereit, in dem Unausweichlichen eine folgerichtige Entwicklung zu erkennen. Vielleicht sogar die Auswirkung eines von Sch\u00f6pfungsgesetzen gesteuerten Eingriffs anzunehmen, der wie eine schwere Operation zwar schmerzt, aber der notwendige Weg zur Gesundung ist. Dann finden wir auch eine aufgeschlossene Einstellung zur Zukunft.<\/p>\n<p>Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die Zukunft \u201eoffen&#8220; ist, sich also von unseren heutigen Entscheidungen noch beeinflussen l\u00e4sst, sofern wir den Problemen mutig ins Auge sehen und dann entschlossen das Richtige tun.<\/p>\n<p>Auf die Politik d\u00fcrfen wir dabei kaum setzen, da die sattsam bekannte Entscheidungsschw\u00e4che demokratischer Politiker selten zu mehr reicht als zum Verz\u00f6gern oder gar zum Diffamieren der Warner. Viele werden sich zum Beispiel noch erinnern, wie seinerzeit von verschiedensten Seiten \u201eDie Grenzen des Wachstums&#8220; (Dennis Meadows \u201eDie Grenzen des Wachstums, Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit&#8220;, Stuttgart 1972) mit gr\u00f6\u00dftem Unverstand madig gemacht wurden. Damals bereits w\u00e4re es h\u00f6chste Zeit gewesen zu handeln!<\/p>\n<p>F\u00fcr den einzelnen Menschen pers\u00f6nlich gilt, dass eine \u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse zum Besseren die entsprechende innere Wandlung bedingt, die weder durch Ideologie noch durch Propaganda zu erreichen ist, wohl aber durch eigenes Bem\u00fchen: Wahre Einsichten wollen innerlich erlebt &#8211; nicht \u00e4u\u00dferlich angelesen &#8211; sein.<\/p>\n<p>Will ein Mensch diesen Weg beschreiten, so werden auch gravierendste Ver\u00e4nderungen in seinem Umfeld letztlich seine seelische Entwicklung f\u00f6rdern, die auf sein \u201eewiges Sein&#8220; angelegt ist, nicht allein auf seine Erdenexistenz.<\/p>\n<p>Auf keinen Fall d\u00fcrfen wir vergessen, dass Leben ein st\u00e4ndiger Wandel ist; dass die Natur keine starren, unver\u00e4nderlichen Formen kennt, sondern dass fortlaufende Ver\u00e4nderung f\u00fcr alles Nat\u00fcrliche typisch ist. Kein Lebewesen kann sich diesem ununterbrochenen Zwang zur Bewegung dauerhaft entziehen, auch nicht der Mensch!<\/p>\n<p>In diesem Wissen sollten wir die zu erwartenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts als hilfreiche Anst\u00f6\u00dfe verstehen, die uns vor dem Erstarren in festgefahrenen Strukturen bewahren und so letzten Endes sogar zu unserem Segen sind.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag 2020:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es um Prophetie geht, ist immer wieder Nostradamus der Lieblingsautor vieler Interpreten. Umso mehr, als er k\u00fcrzlich mit einer der erstaunlichsten aller Vorhersagen aufgefallen ist:<\/p>\n<p>In der &#8222;Vorrede an Heinrich den Gl\u00fccklichen&#8220; sagt Nostradamus in einer auf die Sowjetunion bezogenen Stelle: &#8222;&#8230;doch wird sie nur 73 Jahren und 7 Monate bestehen&#8220;. Tats\u00e4chlich entstand die UDSSR am 19. 1. 1918 durch die gewaltsame Aufl\u00f6sung der Verfassunggebenden Versammlung, und sie endete am 18. 8. 1991 durch den Putsch gegen Gorbatschow\u00a0 &#8211; auf einen Tag genau &#8211;\u00a0 nach 73 Jahren und 7 Monaten. Nur Zufall?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommt die gro\u00dfe Weltenwende? (Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 4\/1997) Die Jahrtausendwende r\u00fcckt n\u00e4her &#8211; und mit ihr steigern sich auch die Zukunfts\u00e4ngste vieler Menschen. Aber was haben wir vom \u201eSchicksalsjahr 2000&#8243; zu erwarten? 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