{"id":6207,"date":"2000-06-10T08:37:00","date_gmt":"2000-06-10T07:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=6207"},"modified":"2026-02-09T13:23:11","modified_gmt":"2026-02-09T12:23:11","slug":"gedanken-zum-folgenreichsten-aller-buecher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/histoire-religieuse\/pensees-du-plus-important-de-tous-les-livres\/","title":{"rendered":"R\u00e9flexions sur le plus important de tous les livres"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><br>Einem Deutschen \u2013 wie mir \u2013 ist es ist eigentlich verboten, etwas Kritisches \u00fcber die Entstehung des Alten Testamentes der Bibel zu sagen. Denn damit entsteht ungewollt der Anschein, man w\u00fcrde die heutige j\u00fcdische Religion, sowie das Judentum als solches, direkt oder indirekt angreifen.<br>Es ist ja allgemeiner Konsens, dass man in Deutschland die Hebr\u00e4er[1] nur loben darf:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Juden sind unbestreitbar ein \u00fcberdurchschnittlich intelligentes Volk. Sie haben wesentliche Beitr\u00e4ge geleistet zur europ\u00e4ischen Kultur, z. B. auf den Gebieten Philosophie, Wissenschaft, Kunst.<br>Die monotheistische j\u00fcdische Religion, mit ihrer hebr\u00e4ischen Bibel[2], bildet die Basis f\u00fcr die heute dominierenden Weltreligionen Christentum und Islam.<br>Es ist daher keine \u00dcbertreibung zu behaupten, dass es ohne das Judentum die europ\u00e4ische und damit die Weltkultur in ihrer heutigen Form nicht g\u00e4be.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch erlaube ich mir ein paar Anmerkungen zur j\u00fcdischen religi\u00f6sen \u00dcberlieferung, mit denen ich auf keinen Fall Juden pers\u00f6nlich oder das moderne Judentum als solches angreifen m\u00f6chte; auch wenn strenggl\u00e4ubige Juden \u2013 die keinerlei Kritik an ihrer Religion dulden \u2013 das so interpretieren m\u00f6gen.<br>Es sind Gedanken, die man heute nur hinter vorgehaltener Hand fl\u00fcstern darf. Denn wer \u2013 noch so sachlich \u2013 auch nur den Anschein eines Zweifels an der j\u00fcdischen \u00dcberlieferung erregt, wird in unserer derzeitigen, keineswegs immer offenen und toleranten Gesellschaft schnell als Antisemit, Rassist, Rechtsradikaler oder Schlimmeres diffamiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz aller Leistungen j\u00fcdischer \u00c4rzte, B\u00e4nker, Dichter, Forscher, Journalisten, Kaufleute, Komponisten, K\u00fcnstler, Maler, Musiker, Philosophen, Politiker, Regisseure, Schauspieler, Schriftsteller, Unternehmer, Werbestrategen, Wissenschaftler, wurden und werden Juden oft nicht als selbstverst\u00e4ndlicher Volksbestandteil empfunden; nicht einmal in L\u00e4ndern, in denen sie seit Jahrhunderten friedlich leben.<br>Woran mag das liegen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Fr\u00fchgeschichte der j\u00fcdischen Religion<\/strong><br>Bis vor relativ kurzer Zeit konnte man davon ausgehen, dass Jedermann in Europa und Amerika die Grundz\u00fcge der biblischen Geschichte kennt:<br>Die Sch\u00f6pfungsgeschichte, die S\u00fcndenfallerz\u00e4hlung, die Sintflutsage, die \u00c4gyptischen Plagen, den Exodus, den Empfang der Zehn Gebote durch Moses, die Eroberung des \u201everhei\u00dfenen Landes\u201c durch das \u201eauserw\u00e4hlte Volk\u201c, sowie die wichtigsten Teile des Neuen Testamentes wie die Weihnachtsgeschichte, das Vaterunser, die Bergpredigt, das letzte Abendmahl, die Kreuzigung. die Auferstehung und das Pfingstereignis.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bibel als Quelle ist leider ein historisch h\u00f6chst unzuverl\u00e4ssiges Werk.<br>Neben etlichen \u2013 oft missverstandenen \u2013 Offenbarungen, Visionen und zeitlosen Weisheiten besteht das Meiste im Alten Testament aus altorientalischen Sagen, altj\u00fcdischen Mythen, Aphorismen, theologischer Geschichtsklitterung, Liturgie, Mystik, Phantasie, Poesie, Pornographie, Propaganda, Prophetie, archaischen Strafdrohungen und Theologie. Manches im Widerspruch zu Sch\u00f6pfungsgesetzen. (Vgl. z. B. Jos. 10,12 und 2. K\u00f6n. 1,10).<br>Vieles ist wohl reine Erfindung machtgieriger Priester, die den strafenden Rachegott als Drohpotential zur Disziplinierung und Unterdr\u00fcckung ihrer Gl\u00e4ubigen ben\u00f6tigten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Weder Moses noch irgendein nationaler Retter konnte die Kinder Israel aus \u00c4gypten herausf\u00fchren, denn f\u00fcr die Geschichtsforschung hat es keinen Aufenthalt der Israeliten in \u00c4gypten gegeben. Weder Moses noch irgendein nationaler Religionsstifter hat auf dem Berg Sinai die Offenbarung empfangen, denn die biblische Religion ist erst Jahrhunderte nach der angeblichen Stiftung durch Moses entstanden. Es hat auch keinen Josua gegeben, der als Nachfolger von Moses das Verhei\u00dfene Land eroberte, denn die Arch\u00e4ologie kennt keine kriegerische Landnahme der Israeliten. Ein national-religi\u00f6ser Dichter hat diese Geschichten erdacht und dem Propheten Moses angedichtet.&#8220;<\/em> (10, S. 330).<\/p>\n\n\n\n<p>Einigerma\u00dfen historisch ist die Gr\u00fcndung eines j\u00fcdischen K\u00f6nigreiches unter Saul (1020-1000 v. Chr.)[3] und David (1000-961 v. Chr.). Davids Sohn Salomon (961-931 v. Chr.) lie\u00df den Ersten Tempel in Jerusalem erbauen.<br>Nach dem Tod des in der Bibel hochgelobten Salomon spaltete sich sein instabiler Staat: In das gr\u00f6\u00dfere und reichere Nordreich Israel mit der Hauptstadt Samaria und das kleine S\u00fcdreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem. <br>Beide K\u00f6nigreiche waren zu klein, um sich gegen Angriffe von au\u00dfen behaupten zu k\u00f6nnen. (Vgl. &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 168, &#8222;Der erste Tempel und Salomons Palast&#8220;).<br>Die Bibel nennt eine Reihe von Namen der K\u00f6nige beider Reiche und berichtet \u00fcber Kriege und Wirren dieser Zeit, die f\u00fcr den hier betrachteten Zusammenhang unwesentlich sind[4].<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgten tiefe historische Einbruche, die nicht wieder gutzumachen waren:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Assyrer eroberten 722 v. Chr. Samaria nach langer Belagerung und zerst\u00f6rten das Nordreich Israel (2. K\u00f6n. 17), dessen Volk deportiert wurde. Seither sind diese \u201eZehn St\u00e4mme\u201c Israels aus der Geschichte verschwunden. Anscheinend haben sie sich in andere V\u00f6lker integriert.<br>Die von den israelitischen \u201eZehn St\u00e4mmen\u201c gelebte Form der altj\u00fcdischen Religion hatte offenbar nicht die Kraft, ihre Gl\u00e4ubigen auch in der Zerstreuung zusammenzuhalten; anders als die sp\u00e4ter entstandene, der Zeit angepasste, strenge Religion der Jud\u00e4er[5].<br>Die Nachfahren der verlorenen \u201eZehn St\u00e4mme\u201c wurden auf verschiedenen Kontinenten, einschlie\u00dflich Amerika[6], vergeblich gesucht.<br>Warum sich der heutige j\u00fcdische Staat \u201eIsrael\u201c nennt und nicht \u201eJuda\u201c oder &#8222;Jud\u00e4a&#8220; \u2013 was historisch korrekter w\u00e4re \u2013 ist ein Geheimnis der modernen Zionisten[7].<\/p>\n\n\n\n<p>Das S\u00fcdreich Juda bestand noch weitere 136 Jahre, bis es 586 v. Chr. mit der Eroberung Jerusalems \u2013 nun durch die Babylonier \u2013 unterging. Die j\u00fcdische Elite wurde nach Babylon verschleppt. (Babylonisches Exil, 586-538 v. Chr.; 2. Chronik 36, 17-23).<br>In Babylon spalteten sich die Juden in einen toleranteren, anpassungsf\u00e4higeren Teil und in die strenggl\u00e4ubigen \u201eZionisten\u201c mit ihrer Sehnsucht nach der Heimkehr und dem Wiederaufbau des Tempels. (5, S. 564).<\/p>\n\n\n\n<p>Dann vereint ein unerwarteter Gl\u00fcckfall das zerstreute j\u00fcdische Volk:<br>Das Babylonische Reich wird 538 v. Chr. von den Persern unter Kyrus II. (559-529 v. Chr.) erobert. Juda wird eine Provinz des Persischen Gro\u00dfreiches.<br>Die Perser, Anh\u00e4nger der monotheistischen Religion Zarathustras[8], sind gro\u00dfz\u00fcgiger und toleranter als die Babylonier. Den Juden wird die R\u00fcckkehr in ihre Heimat gestattet und die Aus\u00fcbung ihrer Religion erlaubt; sie werden sogar aufgefordert, ihre religi\u00f6sen Regeln schriftlich festzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Heimkehr der Verbannten<\/strong><br>Die nach Babylon verschleppten oder in andere Regionen verstreuten Hebr\u00e4er kehren aufgrund eines Edikts des Kyros aus dem Jahr 538 v. Chr. zum gro\u00dfen Teil nach Jerusalem bzw. Juda zur\u00fcck.<br>Nicht alle mit Begeisterung; denn Babylon war damals die gr\u00f6\u00dfte Stadt der Welt. Die Perser hatten Babylon zwar trickreich erobert, lie\u00dfen die Stadt ober unzerst\u00f6rt, und deren Bewohner konnten ziemlich unbel\u00e4stigt weiterleben. Viele der deportierten Juden hatten in Babylon oder andernorts einen guten Unterschlupf gefunden; die R\u00fcckkehr in das zerst\u00f6rte Jerusalem schien nicht verlockend \u2013 au\u00dfer f\u00fcr Zionisten.<br>Der j\u00fcdische Tempel konnte \u2013 deutlich bescheidener \u2013 unter dem persischen Statthalter Serubbabel um 525 v. Chr. wieder aufgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In Jerusalem treten dann zwei wichtige Pers\u00f6nlichkeiten auf, deren Leistungen bis heute nachwirken:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Esra:<\/strong><br>Der j\u00fcdische Schriftgelehrte und Priester erlangte am persischen Hof das Amt eines Art \u201eStaatssekret\u00e4rs\u201c f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten der Juden.<br>Im Jahr 458 v. Chr. kommt er mit anderen Exilanten nach Jerusalem, um sich im Auftrag des persischen K\u00f6nigs Artaxerxes I. (465-423 v. Chr.) um die religi\u00f6se Ordnung zu k\u00fcmmern. (5, S. 566).<\/p>\n\n\n\n<p>Esra ordnete das Priestertum und den Tempeldienst, verk\u00fcndete die religi\u00f6sen Gesetze (Esra 7, 11-26) und organisierte die R\u00fcckkehr weiterer Juden.<br>Esra war ein extremer Fanatiker, der zum Beispiel Ehen zwischen Juden und heidnischen Frauen verbietet und die Scheidung solcher Ehen erzwingt[9]. (Esra 10, 1-3).<br>Man kann in Esra \u2013 anders als viele alttestamentliche Heroen wohl eine historische Pers\u00f6nlichkeit \u2013 einen mehr diesseits orientierten, bedeutenden Mitbegr\u00fcnder der j\u00fcdischen Religion sehen, fast so einflussreich wie der Vision\u00e4r Moses.<br>An der Zusammenstellung und der Redaktion des Pentateuch \u2013 die f\u00fcnf B\u00fccher Moses[10] \u2013 hatte Esra gro\u00dfen Anteil (5, S. 240), und er war wohl Mitverfasser des Deuteronomiums (5. Buch Moses). Durch und nach Esra erhielten \u201edas Gesetz und die Propheten\u201c im Gro\u00dfen und Ganzen jene Form, in der sie uns heute noch vorliegen. (5, S. 567).<\/p>\n\n\n\n<p>So gesehen begannen im Jahr 458 v. Chr. die folgenreichsten Ver\u00e4nderungen in der Religion der Jud\u00e4er, vielleicht sogar die eigentliche Geburt des orthodoxen Judentums (4) mit seiner autorit\u00e4ren Priesterschaft, deren Machtanspruch sp\u00e4ter von Geistlichen weiterer abrahamitischer Religionen \u00fcbernommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201e\u2026die Priester wollten gar nicht Lehrer sein und Helfer, sondern nur Beherrschende.<\/em><br><em>Als wahre Helfer h\u00e4tten sie die Menschen erziehen m\u00fcssen zu innerer Selbst\u00e4ndigkeit, Geistesw\u00fcrde und geistiger Gr\u00f6\u00dfe, damit sich diese Menschen aus freier \u00dcberzeugung in den Willen Gottes einstellen und in Freude darnach handeln.<\/em><br><em>Die Priester taten das Gegenteil und banden den Geist, damit er ihnen f\u00fcr ihre Erdenzwecke gef\u00fcgig blieb.\u201c<\/em> <br>(2, Band 3, Vortrag 44, Absatz 72 f.).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nehemia:<\/strong><br>Nehemia hatte am persischen Hof eine Vertrauensstellung erlangt; er war sogar Mundschenk des K\u00f6nigs Artaxerxes I. Nehemia kam 445 v. Chr. mit weitreichenden Vollmachten als Statthalter von Juda nach Jerusalem. Auf ihn geht die grundlegende Rettung und Neuordnung Jerusalems zur\u00fcck (5, S. 566).<br>Er lie\u00df die eingerissenen Stadtmauern wieder aufbauen, vermutlich mit persischem Geld, organisierte die Zuwanderung weiterer Jud\u00e4er nach Jerusalem (5, S. 566) und f\u00f6rderte die althergebrachte j\u00fcdische Religion.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So hatten die heimgekehrten Hebr\u00e4er durch Nehemia und Esra weitgehend freie Hand zum Wiederaufbau ihrer Stadt und ihrer Religion.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die J\u00fcdische Religion wird festgeschrieben<\/strong><br>Schon im Babylonischen Exil wurden die alten religi\u00f6sen Schriften gesammelt, redigiert, kopiert und den Erfordernissen der Zeit angepasst.<br>Gesammelte Texte, vor allem wohl aus der Zeit zwischen 700 bis 400 v. Chr. (5, S. 201), wurden im \u201eDeuteronomium\u201c \u2013 dem 5. Buch Moses \u2013 zusammengefasst. Moses kann kaum einen dieser Texte je gesehen haben.<br>Seither bildet der Pentateuch (die 5 B\u00fccher Moses) als Tora (= Weisung, Gesetz) das Kernst\u00fcck der j\u00fcdischen Religion. Eine Torarolle, handgeschrieben in hebr\u00e4ischer Sprache, liegt in jeder Synagoge.<\/p>\n\n\n\n<p>In der abgelegenen, kleinen Stadt Jerusalem entstand so im 5. vorchristlichen Jahrhundert eine strenge, autorit\u00e4re Religion, die stammesbezogen, also rassistisch und somit r\u00fcckschrittlich war.<br>Aus dem universellen Gott der Antike[11] wurde ein Stammesgott; aus dem \u201eauserw\u00e4hlten Volk\u201c, das den anderen V\u00f6lkern <em>geistig<\/em> vorangehen sollte, wurde ein auf sich selbst konzentrierter Volksstamm, der sich rassisch und ideologisch strikt abschottete und sich \u00fcber alle anderen V\u00f6lker erhaben d\u00fcnkte; denn <em>sein<\/em> Gott hatte ihm die Weltherrschaft versprochen:&nbsp;<br><br><em>\u201eDie Herrschaft und Macht und die Herrlichkeit aller Reiche unter dem ganzen Himmel werden dem Volk der Heiligen des H\u00f6chsten gegeben. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle M\u00e4chte werden ihm dienen und gehorchen\u201c<\/em>&nbsp;(Dan. 7, 27). <br><br>Und dieses Herrschervolk der verhei\u00dfenen Zukunft, das sein Gott \u00fcber alle anderen V\u00f6lker erheben sollte, war eine kleine Untertanengruppe in einem Gro\u00dfreich.<br>Ihre staatliche Selbst\u00e4ndigkeit sollten die Jud\u00e4er \u2013 abgesehen von einem Jahrhundert labiler Unabh\u00e4ngigkeit unter den Makkab\u00e4ern (Hasmon\u00e4ern) \u2013 bis ins Zwanzigste Jahrhundert nicht mehr erringen. (Vgl. &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 279: &#8222;Ein Wutausbruch beeinflusst die Weltgeschichte&#8220;),<\/p>\n\n\n\n<p>Im Alten Testament der Bibel, speziell im Deuteronomium, werden ein Machtanspruch der Priester (5. Mos. 18), und der absolute Vorrang des \u201eauserw\u00e4hlten Volkes\u201c gegen\u00fcber allen anderen V\u00f6lkern gepredigt. (5. Mos. 2, 32-35; 5. Mos. 7, 1-5, 21-24).<br>Dort vertretene archaische Gewaltphantasien (4. Mos. 31, 2; 4. Mose 31, 14-15; 4. Mose 31, 17-18; 5. Mos. 20, 10-18; Jos. 6, 21; Jos. 8, 24-28; Jos. 11, 12-14 usw.)[12] wurden auch von christlichen Kirchen tradiert und z. B. bei Kreuzz\u00fcgen, in der Inquisition, bei der Ketzerverfolgung und den Hexenjagden, oder im Kolonialismus praktiziert.&nbsp;<br>Nur einem abartigen, finsteren Gehirn k\u00f6nnen auch etliche der im 3. Buch Mose angedrohten Strafen entsprungen sein. (3. Mos. 20, 16 &#8211; 18; 3. Mos. 20, 27; 3. Mos. 21, 9 usw.).&nbsp; &nbsp;<br>Saul (1020 &#8211; 1000 v.Chr.), der erste j\u00fcdische K\u00f6nig, fiel sogar in Ungnade (1. Samuel 15, 11) weil er die (angeblich vom Herrn angeordnete) Metzelei von &#8222;M\u00e4nnern und Frauen, Kindern und S\u00e4uglingen, Rindern und Schafen, Kamelen und Eseln&#8220; (1. Samuel, 15, 2) nicht konsequent umgesetzt hatte.<br>Auch Sklaverei und Rassismus lassen sich biblisch rechtfertigen: (1. Mos. 9, 18-2, [13]; 2. Mos. 21, 2-11; 3. Mos. 25, 44)[14].<\/p>\n\n\n\n<p>Propheten des Alten Testamentes widersetzten sich den hasserf\u00fcllten Lehren der Schriftgelehrten (z. B. Amos 9, 7; Hosea 6, 6). Meist erfolglos.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDie Geschichtsdarstellung, die in der Bibel steht \u2013 von Abrahams Begegnung mit Gott und seiner Wanderung nach Kanaan \u00fcber Moses Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei bis zum Aufstieg und Niedergang der K\u00f6nigreiche Israel und Juda \u2013, ist keine wunderbare Offenbarung, sondern ein herausragendes Ergebnis der menschlichen Einbildungskraft. Sie wurde \u2013 wie die j\u00fcngsten arch\u00e4ologischen Funde schlie\u00dfen lassen \u2013 in einem Zeitraum von zwei oder drei Generationen vor beinahe 2600 Jahren entworfen. Entstehungsort war das K\u00f6nigreich Juda, eine haupts\u00e4chlich von Schafhirten und Bauern d\u00fcnn besiedelte Gegend, regiert von einer abgelegenen K\u00f6nigsstadt aus, die inmitten des Berglandes gef\u00e4hrdet auf einem schmalen Kamm inmitten steiler, felsiger Abgr\u00fcnde thronte.\u201d<\/em> (7, S. 12).<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die von Priestern erfundenen Irrlehren wurde auch die Basis f\u00fcr das Kommen von Jesus unterminiert. Denn die tieferen geistigen Erkenntnisse des Judentums, das f\u00fcr die Sendung des Gottessohnes vorbereitet werden sollte, konnten wohl nur noch in kleinen Kreisen \u2013 an der Synagoge vorbei \u2013 weitergegeben werden:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eJungfrau Maria, sowieso schon mit allen Gaben ausger\u00fcstet, ihre hohe Aufgabe erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, kam zu bestimmter Zeit durch geistige F\u00fchrung mit Personen zusammen, die tief eingedrungen waren in die Offenbarungen und Prophezeiungen \u00fcber den kommenden Messias.\u201c<\/em> <br>(2, Band 2, Vortrag 44, Absatz 4).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Wirksamkeit bis heute<\/strong><br>Die strikte ideologische Abschottung, die scharfe ethnische Trennung, und die Drohkulisse eines \u201eeifers\u00fcchtigen Gottes\u201c, der jede Abweichung von der strengen, komplizierten, diesseitsbezogenen Lehre brutal bestraft, erzwangen einen einmaligen Zusammenhalt der gl\u00e4ubigen Juden, der trotz gr\u00f6\u00dfter Widrigkeiten und brutalster Verfolgungen Jahrtausende \u00fcberdauert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 70 n. Chr. wurde Jerusalem, und mit ihm der \u201eTempel des Herodes\u201c[15] zerst\u00f6rt. Etwa ein Drittel der Bev\u00f6lkerung der R\u00f6mischen Provinz Jud\u00e4a kam dabei ums Leben. Viele Juden wanderten aus. Mit dem Tempel ging den Juden auch ihr kulturelles und religi\u00f6ses Zentrum verloren.&nbsp;<br>Durch den Bar-Kochba-Aufstand (132-136) verloren wieder Viele ihr Leben. Jerusalem wurde zu einer &#8222;heidnischen&#8220; (nicht-j\u00fcdischen) Stadt und in Jud\u00e4a gab es danach kein zusammenh\u00e4ngendes j\u00fcdisches Siedlungsgebiet mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gl\u00e4ubigen Juden wurden in viele L\u00e4nder zerstreut. Sie mussten fast zwei Jahrtausende lang, ohne eigenen Staat, in der \u201eDiaspora\u201c (Zerstreuung)&nbsp; \u00fcberleben und ihrer Religion treu bleiben. Dabei glaubten sie unersch\u00fctterlich an die verhei\u00dfene R\u00fcckkehr in ihre Heimat. (5. Mos. 30, 1-10).<\/p>\n\n\n\n<p>In der Fremde bildeten die von autorit\u00e4ren Rabbinern geleiteten j\u00fcdischen Gemeinden, mit ihrer fremdartigen Religion, deren vielen strengen Regeln[16], den dazugeh\u00f6rigen exotischen Ritualen und eigenartigen Festen, sowie der Ritualsprache Hebr\u00e4isch, unheimliche, integrationsverweigernde, nicht-missionierbare Gruppen, die das Misstrauen ihrer Gastv\u00f6lker erregten und sich leicht als S\u00fcndenb\u00f6cke anprangern lie\u00dfen. <br>Der erste historisch belegte gewaltt\u00e4tige \u00dcbergriff geschah 38 n. Chr. in Alexandria. Hier gab man den Juden die Schuld daran, dass &#8222;\u00c4gypten erst von den Persern, dann von den Griechen und schlie\u00dflich von den R\u00f6mern erobert wurde&#8220;(11).<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter n\u00fctzten vor allem hasserf\u00fcllte christliche Prediger dieses verbreitete Misstrauen, oft gepaart mit Neid gegen wirtschaftlich erfolgreiche Juden, um \u2013 ganz im Stil des Alten Testamentes \u2013 ihre unwissenden Gl\u00e4ubigen zu Pogromen gegen die angeblichen \u201eJesus-M\u00f6rder\u201c aufzuhetzen.<br>So gab es seit der Antike bis weit in die Neuzeit fast in jedem Jahrhundert Diskriminierungen, Vertreibungen, sogar bestialische Ermordungen der meist wehrlosen Juden, denen z. B. das Tragen von Waffen verboten war. Einen ersten, grausamen H\u00f6hepunkt erreichten die Juden-Verfolgungen bei den Kreuzz\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Antijudaismus[17] waren sich sp\u00e4ter Katholiken, Orthodoxe und Protestanten einig.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im islamischen Bereich wurden Juden, die nicht zum Islam \u00fcbertreten wollten, diskriminiert. Seit Mohammeds Zeiten gab es ebenfalls Pogrome und Massenmorde. (1, S. 87).<\/p>\n\n\n\n<p>Zweieinhalb Jahrtausende lang wurden gl\u00e4ubige Juden von autorit\u00e4ren Rabbinern unterdr\u00fcckt, mit der Furcht vor einem rachs\u00fcchtigen Gott gequ\u00e4lt, und jeder R\u00fcckschlag, jedes Ungl\u00fcck mit einer Strafe Gottes f\u00fcr die Verfehlungen der Gl\u00e4ubigen erkl\u00e4rt.<br>Immer wieder wurden auch die apokalyptischen Verhei\u00dfungen f\u00fcr das \u201eauserw\u00e4hlte Volk\u201c beschworen, die nun endlich in Erf\u00fcllung gehen m\u00fcssten. (Dan. 7, 27, siehe oben).<br>Doch auch die Hasspredigten das Alten Testamentes wurden laufend nachgebetet.<br>Erst im Zuge der Aufkl\u00e4rung entstand in beiden Lagern \u2013 bei Juden und Nichtjuden \u2013 eine gewisse Integrationsbereitschaft. Durch die Franz\u00f6sische Revolution kam  in Frankreich &#8211; als erstem Land Europas &#8211; die volle Gleichberechtigung der Juden.  <br>Leider wurde im 19. Jahrhundert die &#8222;Judenbefreiung&#8220; schon wieder durch den antisemitischen Rassismus sehr gest\u00f6rt[18]. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein schwer zu ertragender Zwiespalt zwischen dem angeblichen Erw\u00e4hltsein und der tats\u00e4chlichen irdischen bzw. politischen Situation belastet jeden strenggl\u00e4ubigen Juden seit Jahrtausenden.<br>Eine gewisse Erleichterung brachte erst die Gr\u00fcndung des Staates Israel auf alttestamentarischer Basis[19]. Leider f\u00fchrte diese Staatsgr\u00fcndung, in einer \u00fcberv\u00f6lkerten Region mit zu wenig Wasser, zu neuen politischen und religi\u00f6sen Spannungen, deren Ausgleich noch gefunden werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Die seelischen Belastungen durch ihre Religion, und die Diskriminierungen der Juden durch die Gesellschaft in der Diaspora, machten gl\u00e4ubige Juden zu Opfern innerer Unterdr\u00fcckung und \u00e4u\u00dferer Gewalt.<br>Diese andauernden, doppelten Belastungen k\u00f6nnen nicht ohne Auswirkungen im transzendenten Raum geblieben sein. Liegt hier \u2013 im unsichtbaren Bereich der Gedanken- und Empfindungsformen \u2013 auch die tiefere Wurzel des Antisemitismus[20] oder besser Antizionismus?[21].&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00f6sen lassen sich diese seit Jahrhunderten angeh\u00e4uften Spannungen nur, wenn beide Seiten \u2013 Juden und Nichtjuden \u2013 ihre Urs\u00e4chlichkeit an den aufgestauten Verwerfungen erkennen.<br>Beiderseitige Einsicht in die h\u00f6chst ideologiebelasteten Zusammenh\u00e4nge kann dann zum Erkennen der Ursachen und zur Aufl\u00f6sung der Spannungen f\u00fchren.<br>Damit w\u00fcrde sich auch das leidige Thema \u201eAntisemitismus\u201c endlich erledigen, das bisher alle noch so gut gemeinten humanistischen und politischen Apelle \u00fcberdauert hat; denn mit Argumenten kommt man gegen Emotionen nicht an!<br>Das wird ein z\u00e4her, langwieriger Prozess; doch ein Anfang muss gemacht werden! \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>Christentum<\/strong>, aus dem Judentum hervorgegangen, \u00fcbernahm bedenkenlos das Alte Testament mit seiner brutalen Drohkulisse, seinen schrecklichen Grausamkeiten, seinen materialistischen Verhei\u00dfungen \u2013 und seinen vielen Widerspr\u00fcchen.<br>Nun sahen Christen sich als die \u201eAuserw\u00e4hlten\u201c ihres Gottes und leiteten aus dem Alten Testament das Recht ab, sich die Erde gewaltsam untertan zu machen. (1. Mos. 1, 28-29).<\/p>\n\n\n\n<p>Gnostiker wie Mani (<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/die-manichaer\/\">&#8222;Die Manich\u00e4er&#8220;<\/a>), Marcion (<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/der-grosste-aller-ketzer\/\">&#8222;Der gr\u00f6\u00dfte aller Ketzer&#8220;<\/a>) und Katharer (Vgl. &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 302 &#8222;Der Albigenser-Kreuzzug&#8220;), die das Alte Testament ablehnten, wurden als Ketzer verfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in den<strong> Koran<\/strong> sind alttestamentarische Vorstellungen eingedrungen, die z. B. Muslime verpflichten, die Welt f\u00fcr den Islam zu erobern \u2013 wenn n\u00f6tig mit Feuer und Schwert. (Vgl. Koran, z. B. 2. Sure, 186-189).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Folgerungen f\u00fcr die Gegenwart<\/strong><br>Heute m\u00fcssen wir uns \u2013 ganz im Gegensatz zur Mehrheitsmeinung \u2013 mit der Tatsache auseinandersetzen, dass im f\u00fcnften vorchristlichen Jahrhundert in Jerusalem eine Religion mit einer \u201eHeiligen Schrift\u201c konzipiert wurde, die uns\u00e4gliches Unheil in die Welt gebracht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Alte Testament enth\u00e4lt einflussreiche Offenbarungen, bedeutsame Visionen, etliche Wahrheitsk\u00f6rner und zeitlose Weisheiten. Es ist aber in weiten Teilen frauenfeindlich, gewaltbereit, grausam, hasserf\u00fcllt, menschenverachtend, rachs\u00fcchtig, rassistisch und voller Gottesl\u00e4sterungen. (4. Mos. 31, 2; 5. Mos. 28, 15-21; 5. Mos. 28, 63; Jos. 10, 8-11; Jos. 10, 40; usw.).<br>Dunkle Kr\u00e4fte haben daran entscheidend mitgeschrieben und schlimme feinstoffliche Gebilde entstehen lassen, die, durch neu hinzukommende Hassempfindungen laufen verst\u00e4rkt, zur\u00fcckwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand kann wissen, wie die Weltgeschichte verlaufen w\u00e4re ohne das Alte Testament, die vielleicht wirkungsvollste aller Schriften[22].<br>H\u00e4tten sich \u00fcber Jahrtausende abendl\u00e4ndischer Geschichte so viel Gewalt, Unterdr\u00fcckung, Krieg, Raub, Mord durch \u201egl\u00e4ubige Christen\u201c rechtfertigen lassen, ohne die Legitimation durch die \u201eHeilige Schrift\u201c mit ihren archaischen Lehren des Alten Testamentes, gegen die sich die weit edlere und h\u00f6here Lehre von Jesus oft genug nicht durchsetzen konnte?<br>Denn auch Christen beriefen sich viel zu oft auf das Alte Testament anstatt auf die Ewigkeitsworte des Heilands[23].<\/p>\n\n\n\n<p>Wohl nur aus jahrhundertealter Gewohnheit und geistiger Tr\u00e4gheit, gepaart mit erschreckender Empfindungslosigkeit, ist zu erkl\u00e4ren, dass das Alte Testament der Bibel noch heute von Christen in aller Welt undifferenziert als \u201eWort Gottes\u201c bezeichnet wird, anstatt gro\u00dfe Teile davon als unmenschlich oder gar gottesl\u00e4sterlich zu verwerfen. (Vgl. den Anhang).<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Lesen Sie dazu &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 279 &#8222;Ein Wutausbruch beeinflusst die Weltgeschichte&#8220; und Seite 366 \u201eDas fast vergessene Genie\u201c, sowie &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/der-tempel-zu-jerusalem\/\">Der Tempel zu Jerusalem<\/a>&#8220; unter &#8222;Religionsgeschichte&#8220;.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur:<\/strong><br>(1) Abdel-Samad, \u201eDer islamische Faschismus\u201c, Droemer, 2014.<br>(2) Abd-ru-shin \u201eIm Lichte der Wahrheit\u201c, Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart. <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/im-lichte-der-wahrheit\/\">Buchbesprechnung.&nbsp;<\/a><br>(3) Avron Negev, \u201eArch\u00e4ologisches Bibel-Lexikon\u201c, H\u00e4nssler, Neuhausen-Stuttgart, 1991.<br>(4) Douglas Reed, \u201eDer Streit um Zion\u201c, Verlang der Schelm. Leipzig, 2017.<br>(5) Heinrich A. Mertens, \u201eHandbuch der Bibelkunde\u201c, Bechterm\u00fcnz, Augsburg, 1997.<br>(6) J. A. Thompson, \u201eHirten, H\u00e4ndler und Propheten\u201c, Brunnen, Gie\u00dfen, 1996.<br>(7) Israel Finkelstein, u. a., \u201eKeine Posaunen vor Jericho\u201c, C. H. Beck, M\u00fcnchen, 2003.<br>(8) Nelson Beecher Keynes, \u201eVom Paradies bis Golgatha\u201c Das Beste, Stuttgart, 1964.<br>(9) Siegfried Hagl, \u201eDer okkulte Kanzler\u201c, Gr\u00e4felfing, 2000.<br>(10) Wolf Krauss, \u201eDas Moses-R\u00e4tsel\u201c, Ullstein, M\u00fcnchen, 2000.&nbsp;<br>(11) Vierteilige Arte-Doku \u00fcber Antisemitismus. 11.4.22. 15.00 Uhr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Endnoten:<\/strong> <br>[1] Das aus dem Alten Testament stammende Wort \u201eHebr\u00e4er\u201c wird oft verallgemeinernd f\u00fcr Hebr\u00e4isch Sprechende, also f\u00fcr Menschen j\u00fcdischen Glaubens verwendet. <br>[2] Nicht ganz korrekt wird das Alte Testament als \u201ehebr\u00e4ische Bibel\u201c bezeichnet. Einige Kapital, wie die B\u00fccher Tobit und Judit, sind jedoch nur in anderen Sprachen (Griechisch oder Latein) \u00fcberliefert. <br>[3] Die Zeitangaben und Bibelzitate laut \u201eEinheits\u00fcbersetzung\u201c der Bibel. <br>[4] Auch dieser Teil der biblischen Geschichte ist \u2013 so wie er allgemein gesehen und auch hier zitiert wird \u2013 historisch fragw\u00fcrdig. (Vgl. \u201eVon Engeln bewacht: Die Bundeslade\u201c, ARTE Dokumentarfilm, gesendet am 9. 01. 2021, 20:15 Uhr). <br>[5] Einwohner des Staates Juda bzw. der R\u00f6mischen Provinz Jud\u00e4a. <br>[6] Das \u201eBuch Mormon\u201c des Propheten Joseph Smith von 1827 berichtet von biblischen St\u00e4mmen (Amalekiter) in Amerika. <br>[7] Nach 1. Mos. 32,29 ist Israel (Gottesstreiter) der Beiname des Stammvaters Jakob. Die Nachkommen von dessen 12 S\u00f6hnen von 4 verschiedenen Frauen wurden zu den &#8222;Zw\u00f6lf St\u00e4mmen Israels&#8220;. Nach dem Untergang des K\u00f6nigreiches Israel und dem Verschwinden der &#8222;Zehn St\u00e4mme&#8220; wurde &#8222;Israel&#8220; zu einem mehr geistigen Symbol f\u00fcr das einst berufene Volk, das dann den Gottessohn nicht erkannt hatte. So beginnen z. B. noch im 20. Jahrhundert K\u00fcndungen f\u00fcr das Judentum mit den Worten &#8222;H\u00f6re Israel&#8230;&#8220; (Lit. &#8222;Der Ruf&#8220;, Heft 10\/11\/12, Verlag der Gralsbl\u00e4tter, Tutzing, 1928).<br>[8] Moses (<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/ds-moses-ratsel\/\">&#8222;Das Moses-R\u00e4tsel&#8220;<\/a>) &#8211; vom sagenhaften Abraham (<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/der-erste-monetheist\/\">&#8222;Der erste Monotheist?&#8220;<\/a>) nicht zu reden &#8211; war keineswegs der erste Monotheist. Die Religion Zarathustras (<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/ein-persischer-wahrheitsbringer\/\">&#8222;Ein persischer Wahrheitabringer&#8220;<\/a>) ist wahrscheinlich \u00e4lter, und im \u00c4gyptischen Totenbuch, entstanden zwischen 2500 und 2000 v. Chr., hei\u00dft es:<em>\u201eDu bist der eine, der Gott, vom Anfang der Zeit an, der Erbe der Unsterblichkeit, selbstgeschaffen und selbstgeboren, du schufst die Erde und machtest den Menschen.\u201c<\/em> (4, Seite 7). <br>[9] Diese Vorschrift hat bis weit in die Neuzeit die j\u00fcdischen Gemeinden streng zusammengehalten und ein Aufgehen der Juden in ihren Gastv\u00f6lkern weitgehend verhindert. <br>[10] In der Einheits\u00fcbersetzung hei\u00dfen diese \u201e5 B\u00fccher\u201c Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium. <br>[11] Vgl. Endnote [8]: \u201eDu bist der eine, der Gott,&#8230;\u201c <br>[12] Man darf davon ausgehen, dass sich diese grauenhaften Massaker so nicht ereignet haben, sondern den Hirnen verdorbener altj\u00fcdischer Priester, wohl zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft, entsprungen sind. (Vgl. 7 und 10). <br>[13] Diese Bibelstelle galt lange als Rechtfertigung f\u00fcr die Sklaverei und noch im 20. Jahrhundert als Beleg f\u00fcr die \u00dcberlegenheit der \u201ewei\u00dfen Rasse\u201c (die Nachfahren von Sem und Japhet) \u00fcber die \u201efarbigen V\u00f6lker\u201c (die Nachkommen von Ham). Kanaan ist der Sohn von Ham. <br>[14] Etwa zur gleichen Zeit entstand durch Buddha (563-483 v. Chr.) in Indien eine friedlichere spirituelle Lehre. <br>[15] Der Tempel des Herodes war kein Neubau, sondern ein gro\u00dfz\u00fcgiger Um- und Erweiterungsbau, der zu den meistbeachteten Bauwerken der Zeit geh\u00f6rte. (Vgl. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/der-tempel-zu-jerusalem\/\">Der Tempel zu Jerusalem<\/a>&#8222;). <br>[16] Ein strenggl\u00e4ubiger Jude muss 613 Lebensregeln (\u201eMizwot\u201c) beachten. Diese Gebote wurden angeblich schon von Moses auf dem Berg Sinai empfangen. <br>[17] Antijudaismus ist die pauschale Ablehnung des Judentums, vorwiegend aus religi\u00f6sen Motiven. In der katholischen Kirche wurde er erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) beendet. <br>[18] Ein gro\u00dfartiger Wegbereiter f\u00fcr die Integration der Juden in Europa war der viel zu wenig bekannte und gesch\u00e4tzte Philosoph Moses Mendelssohn (1729-1786, vgl. &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 366 &#8222;Das fast vergessene Genie&#8220;). Bekannter ist leider der \u201eHerold des biologischen Rassismus\u201c und \u201eErfinder der arischen Herrenrasse\u201c, der franz\u00f6sische Graf Joseph Arthur Comte de Gobineau (1816-1882). <br>[19] Antizionisten behaupten, dass die Vertreibung der Pal\u00e4stinenser nach alttestamentarischen Vorbildern erfolgt sei. Als Beispiel wird dann regelm\u00e4\u00dfig das angebliche Massaker von Deir Yassin (9. 4. 1948) genannt. Vgl. auch <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/krieg-der-religionen\/\">&#8222;<\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/die-apokalypsen-im-21-jahrhundert\/\">Die Apokalypsen im 21. Jahrhundert<\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/krieg-der-religionen\/\">&#8222;<\/a> Endnote **).<br>[20] Eine rassisch begr\u00fcndete Ablehnung der Juden, der Antisemitismus, ist Unsinn; denn es gibt keine \u201ej\u00fcdische Rasse\u201c. Dagegen hat man sehr wohl das Recht, den religi\u00f6sen und politischen Zionismus kritisch zu sehen. <br>Die Judenmorde der Nationalsozialisten entsprangen v\u00f6lkischen Wahnvorstellungen, die erst im 19. Jahrhundert entstanden sind (vgl. [18]).<br>[21] Weitere Gedanken zu dem okkulten Hintergrund des Antisemitismus Vgl. (4) S, 112 f. <br>In der Gr\u00e4uelpropaganda der Nazis wurden sogar Jahrtausende alte L\u00fcgenm\u00e4rchen wieder verwendet. <br> [22] Mir ist durchaus bekannt, dass Esoteriker in der Bibel nur die Fassade sehen, hinter der die eigentliche, die okkulte Geheimlehre steckt, die Strenggl\u00e4ubige eifrig studieren. Doch hier betrachte ich das Alte Testament so, wie es allgemein gelesen wird. Auch ist von einer geistig inspirierten religi\u00f6sen Schrift zu erwarten, dass sie in einfachen, verst\u00e4ndlichen Worten, ohne Hintergedanken, abgefasst wurde. Vgl.<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/philon-von-alexandria-und-die-suche-nach-dem-sinn\/\">\u201ePhilon von Alexandria und die Suche nach dem Sinn\u201c<\/a> unter \u201eReligionsgeschichte\u201c. <br>[23] Massenmorde gab es schon in der Steinzeit, und seither sind Aggression und Gewalt ma\u00dfgebliche Faktoren der Weltgeschichte; bei so gut wie allen V\u00f6lkern auf allen bewohnten Kontinenten. Religion und Philosophie lieferten nicht selten die dazu n\u00f6tigen Ideologien. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><u><strong>Anhang:<\/strong><\/u><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bibelzitate laut PM, September 2004, Seite 88:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie das Alte Testament heute noch w\u00f6rtlich nehmen, dann<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>K\u00f6nnen Sie sich Sklaven halten (Leviticus = 3. Mose 25,44), allerdings nur Menschen aus den Nachbarl\u00e4ndern.<\/li>\n\n\n\n<li>D\u00fcrfen Sie ihre Tochter als Sklavin verkaufen (Exodus = 2. Mose 21,7).<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00fcssen Sie Ihren Sohn steinigen lassen wenn er flucht (Leviticus 24,16).<\/li>\n\n\n\n<li>Werden Sie get\u00f6tet wenn Sie fremdgegangen sind (Leviticus 20,10).<\/li>\n\n\n\n<li>Sind Sie als Frau w\u00e4hrend der Menstruation unrein, und alles was Sie ber\u00fchren ebenfalls (Leviticus 15,19-24).<\/li>\n\n\n\n<li>D\u00fcrfen Sie als Mann keinen Kontakt zu ihrer Frau haben, w\u00e4hrend sie ihre Periode hat (Leviticus 15,19-24).<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00fcssen Sie daf\u00fcr sorgen, dass ihre schwulen Bekannten get\u00f6tet werden (Leviticus 20,13 und 18,22).<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00fcssen Sie ihre Tochter steinigen lassen, wenn sie vorehelichen Sex hatte (Deuteronomium = 5. Mose 22,20-21).<\/li>\n\n\n\n<li>D\u00fcrfen Sie jeden t\u00f6ten, den Sie am Samstag bei der Arbeit ertappen (Exodus = 2. Mose 35,2).<\/li>\n\n\n\n<li>D\u00fcrfen Sie nie mehr Scampi oder Muscheln essen (Leviticus 11,10-12).<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00fcssen Sie damit rechnen, get\u00f6tet zu werden, wenn Sie zu einem Wahrsager oder zu einer Kartenlegerin gegangen sind (Leviticus 20,6).<\/li>\n\n\n\n<li>D\u00fcrfen Sie sich als Mann ab sofort weder das Kopfhaar abschneiden, noch den Bart stutzen (Leviticus 19,27).<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00fcssen Sie sich beim Kauf eines neuen Outfits genau vergewissern, dass der Stoff nicht aus zwei verschiedenen F\u00e4den gewebt ist (Leviticus 19,19).<\/li>\n\n\n\n<li>Und nicht vergessen: Schuhe, Handschuhe, G\u00fcrtel und B\u00e4lle aus Schweinsleder sind f\u00fcr Sie ab sofort tabu (Leviticus 11,5-8).  <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VorbemerkungEinem Deutschen \u2013 wie mir \u2013 ist es ist eigentlich verboten, etwas Kritisches \u00fcber die Entstehung des Alten Testamentes der Bibel zu sagen. 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