{"id":2037,"date":"2013-10-27T10:33:33","date_gmt":"2013-10-27T09:33:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=2037"},"modified":"2024-04-23T10:29:44","modified_gmt":"2024-04-23T09:29:44","slug":"der-blick-uber-die-schwelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/histoire-religieuse\/la-vue-sur-le-seuil\/","title":{"rendered":"La vue sur le seuil"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<h6><span style=\"font-size: 13px;\">Ver\u00f6ffentlicht in Gralswelt Sonderheft 24<\/span><\/h6>\n<\/blockquote>\n<h6><strong>Im Leben eines Menschen gibt es eine Gewissheit: dass der irdische Lebenszyklus begrenzt ist. Lebewesen sind \u2013 aus physikalischer Sicht \u2013 instabile Systeme, die durch fortlaufende Energiezufuhr aufrecht erhalten werden m\u00fcssen. Dabei ver\u00e4ndern sie sich fortw\u00e4hrend und kommen irgendwann an ihr unvermeidliches Ende. Die maximale Lebenszeit eines lebenden Organismus auf Erden ist artspezifisch. Sie schwankt zwischen Minuten bei Kleinstlebewesen[<span style=\"font-size: 16.6667px;\">1]<\/span>\u00a0und vielen Jahrhunderten bei manchen Pflanzenarten. Damit sind wir bei einer Frage, die unter allen irdischen Lebensformen nur der Mensch stellt: Geht es nach meinem k\u00f6rperlichen Ableben weiter, und wenn ja, wie?<\/strong><\/h6>\n<blockquote><p><em>Geheimnisvoll am lichten Tag<\/em><br \/>\n<em><span style=\"font-size: revert;\">L\u00e4sst sich Natur des Schleiers nicht berauben;<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">Und was sie Deinem Geist nicht offenbaren mag,<br \/>\n<\/span><\/em><span style=\"font-size: revert;\"><em>Gewinnst Du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.<\/em><br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">(Johann Wolfgang von Goethe)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h5><strong>Wohin gehen wir?<\/strong><\/h5>\n<p>Die drei religi\u00f6sen wie philosophischen Grundfragen lauten: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der Sinn unseres irdischen Lebens?<\/p>\n<p>Alle Religionen bieten dazu Antworten, die h\u00e4ufig zu den \u201ereligi\u00f6sen Grundwahrheiten\u201c gez\u00e4hlt werden. Doch das Glauben dieser Grundwahrheiten ist heute oft nur ein Lippenbekenntnis. Nur relativ wenige Menschen sind beispielsweise \u00fcberzeugt, dass trotz des Ablebens des Erdenk\u00f6rpers der eigentliche Mensch, seine Geistpers\u00f6nlichkeit, weiter existieren wird. Und wer an das \u201eewige Leben\u201c der Menschenseele oder des Menschengeistes glaubt, der ist sich dennoch unsicher, wie es dr\u00fcben, in der anderen Welt, aussehen und f\u00fcr ihn pers\u00f6nlich weitergehen mag.<\/p>\n<p>Was geschieht mit uns nach dem \u00dcberschreiten der Schwelle in die Anderswelt, in die Ebenen des Jenseits? Schon vor Jahrtausenden stellten die Menschen dazu die gleichen Fragen wie wir noch heute, im postindustriellen Zeitalter des Materialismus. Auf verschiedenste Art wurden und werden nach wie vor Antworten auf diese Grundfrage des Daseins gesucht. Doch <i>wo <\/i>werden diese Antworten gesucht? Welche Wege gibt es, einen \u201eBlick \u00fcber die Schwelle\u201c zu erhaschen?<\/p>\n<h5><strong>Die Wissenschaft vom Tod<\/strong><\/h5>\n<p>Ein relativ neuer Wissenschaftszweig, die Thanatologie, besch\u00e4ftigt sich seit einigen Jahrzehnten mit den Vorg\u00e4ngen an der Grenze zwischen Leben und (irdischem) Tod, also beim \u00dcbergang der Menschenseele \u2013 oder anders gesagt: der \u201eSubstanz\u201c, die sich des Bewusstseins bewusst ist \u2013 vom diesseitigen in das jenseitige Sein.<\/p>\n<p>Beispielsweise wird versucht, durch Berichte \u00fcber Nahtoderfahrungen erste Einblicke ins Jenseits zu gewinnen. Nahtoderfahrungen sind Erlebnisse von Menschen, die vor\u00fcbergehend klinisch tot waren. Obwohl deren Gehirn anhand der durchgef\u00fchrten Messung keine Funktion zeigte, nahmen sie ihre Umgebung wahr und \u00fcberdies auch noch Elemente einer jenseitigen Welt. Es gibt eine Flut von Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber Nahtoderlebnisse beziehungsweise au\u00dferk\u00f6rperliche Erfahrungen an der Grenze zwischen Leben und Tod. Zahlreiche Berichte dar\u00fcber aus verschiedenen Kontinenten wurden zum Beispiel von der IANDS (International Association for Near-Death Studies) gesammelt, publiziert und interpretiert. Schon in der Antike haben Autoren wie Pythagoras und Platon von Nahtoderfahrungen berichtet (4, S. 36).<\/p>\n<p>Heutige Naturwissenschaftler m\u00f6gen au\u00dfermaterielle Vorg\u00e4nge nur schwer akzeptieren. Dazu geh\u00f6ren unter anderem auch die seelischen Erlebnisse eines klinisch toten Menschen, die auf eine Weiterexistenz nach dem irdischen Ableben schlie\u00dfen lassen. So passt die vielfach beobachtete Tatsache geistiger Klarheit und Bewusstheit bei klinischem Bewusstseinsverlust \u2013 etwa im Koma oder bei diagnostiziertem Hirntod[2] \u2013 nicht in unser materialistisches Weltbild.<\/p>\n<p>Daher wird versucht, derartige Eindr\u00fccke als besondere Gehirnzust\u00e4nde zu interpretieren, wie sie beispielsweise durch Sauerstoffmangel bedingt sein k\u00f6nnten. Je nach pers\u00f6nlicher Einstellung kann der Einzelne in den vielen bekannten Nahtoderfahrungen aber durchaus Beweise f\u00fcr die Existenz eines Jenseits sehen.<\/p>\n<h5><strong>Religionen<\/strong><\/h5>\n<p>Fast alle Religionen lehren Vorstellungen vom nachtodlichen Sein, von Himmel, H\u00f6lle und Fegefeuer, die bei aller Verschiedenheit doch auch Parallelen haben. Viele Jenseitsvorstellungen sind sich sogar in \u00fcberraschender Weise \u00e4hnlich. Beweisen diese \u00c4hnlichkeiten nur fr\u00fche kulturelle Kontakte zwischen den V\u00f6lkern, oder zeigen sie, dass es sich um nat\u00fcrliche Vorg\u00e4nge des Menschseins handelt, die \u2013 unabh\u00e4ngig von Ethnie und Religion \u2013 f\u00fcr alle Menschen \u00fcberall auf der Welt in gleicher Weise ablaufen?<\/p>\n<p>Anders als das Christentum haben manche Religionen \u2013 so etwa der Buddhismus \u2013 detaillierte Vorstellungen entwickelt vom \u00dcbergang in die jenseitige Welt, dem Aufenthalt dort und der danach folgenden Wiedergeburt[3]. Zudem gibt es bei vielen V\u00f6lkern und Religionen rituelle Handlungen, die einen Sterbenden beim Verlassen seines Erdenk\u00f6rpers unterst\u00fctzen oder auch nach dem Ableben die ersten Schritte im Jenseits erleichtern sollen.<\/p>\n<p>Viele m\u00f6chten weitersuchen, mehr von der uns fremden und doch so nahen jenseitigen Welt erfahren, in die wir eines Tages eintauchen werden. Wom\u00f6glich handelt es sich dabei um ein alt\u00fcberliefertes Wissen, zu dem wir nur den Zugang verloren haben.<\/p>\n<h6><strong>Mysterien<\/strong><\/h6>\n<p>So gut wie jede Religion hat ihre Mysterien. Es kann sich um geheime Kulte handeln, die nicht jedem zug\u00e4nglich sind. Oder um Offenbarungen, deren vordergr\u00fcndiger Inhalt zwar bekannt ist, deren tieferes Verst\u00e4ndnis aber f\u00fcr die meisten ein Mysterium bleibt. In der Antike gab es Geheimkulte wie die Mysterien von Eleusis (5, S. 40). Wer zu diesen zugelassen war, dem stand angeblich eine besondere religi\u00f6se Erfahrung bevor.<\/p>\n<p>Auch im Christentum gibt es \u201eGeheimnisse des Glaubens\u201c, die zwar offenbart wurden, aber einem skeptischen Hinterfragen nicht zug\u00e4nglich sind. Zu diesen christlichen Mysterien geh\u00f6ren die Lehren von der Trinit\u00e4t, der Menschwerdung Gottes, dem stellvertretenden S\u00fchnetod Jesu und der Eucharistie[4]. Sie wurden zu Bestandteilen der Liturgie. Hier begegnen wir dem schwierigen Spagat zwischen Wissenschaftlichkeit und religi\u00f6ser Erfahrung, der die Theologie seit Jahrhunderten zu zerrei\u00dfen droht.<\/p>\n<p>Die Mysterien werfen die grundlegende Frage auf, ob es privilegierte Erkenntnis gibt, ein Wissen, das nur unter bestimmten Umst\u00e4nden und nicht automatisch von jedem erfahrbar ist. Diese Annahme steht auch hinter der Rede von Gurus, Meistern oder Eingeweihten.<b><\/b><\/p>\n<h5><strong>Die Einweihung<\/strong><\/h5>\n<p>Antike Mysterien-Kulte \u2013 beispielsweise in \u00c4gypten und Griechenland \u2013 kannten eine \u201eEinweihung\u201c, die angeblich darin bestand, den Menschen mit den n\u00e4heren Bereichen des Jenseits vertraut zu machen. Wer diese \u00fcber Jahrhunderte hoch angesehenen Mysterien durchlaufen hatte, dem waren im pers\u00f6nlichen Erleben Einblicke in das Jenseits zuteil geworden. Danach war f\u00fcr ihn das Leben nach dem Tode selbsterfahrene Gewissheit.<b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p>In Asien zum Beispiel sollen noch heute eingeweihte tibetische Lamas mit den Vorg\u00e4ngen beim \u00dcbergang von der irdischen in die jenseitige Welt vertraut sein (siehe Kasten).<\/p>\n<blockquote><p><strong>Einweihung im tibetischen Buddhismus<\/strong><br \/>\nAlexandra David-N\u00e9el (1868\u20131969), selbst zum buddhistischen Lama ausgebildet, schrieb zum Thema \u201eEinweihung\u201c:<br \/>\n<em>\u201eDie Lamaisten gehen von der Ansicht aus, dass \u201aMethode\u2018 und Geschicklichkeit im allgemeinen eine gro\u00dfe Rolle spielen. Man muss also neben der Kunst, gut zu leben, auch die, gut zu sterben, verstehen, wenn es einem im Jenseits nicht schlecht ergehen soll.<br \/>\n<\/em><em>Als Eingeweihter wei\u00df man, was einem nach dem Tode bevorsteht, und durch tiefe Betrachtungen hat man schon vorher die den Tod begleitenden Empfindungen durchlebt. Daher kann die Losl\u00f6sung vom K\u00f6rper weder \u00fcberraschen noch aufregen, und \u201adas\u2018, was dann seinen Weg fortsetzen muss, wird, da es jetzt mit wachem Bewusstsein das Jenseits betritt, auf wohlbekannten Wegen nach wohlbekannten Zielen wandern.\u201c<\/em> (2, S. 29)<\/p><\/blockquote>\n<p>Manche modernen esoterischen Zirkel bieten in Europa oder Amerika eine Einweihung (Initiation) an, die an die alten Mysterien anschlie\u00dfen beziehungsweise sie wiederbeleben will. Inwieweit das gelingen kann, ist fraglich. Angekn\u00fcpft wird bei solchen neuzeitlichen Einweihungs-Riten nicht nur an die antiken Mysterien. Diese waren ja Geheimkulte, von deren Ritualen nur wenig \u00fcberliefert ist, da jeder Eingeweihte zu strenger Geheimhaltung verpflichtet war. Schriftsteller wie Apuleius (etwa 125\u2013170 nach Christus) konnten nur in Andeutungen \u00fcber ihre Einweihungserfahrungen berichten[5]. Daher flossen in die modernen Bestrebungen nach Einweihung in tieferes Wissen auch Jenseits-Erfahrungen sowie rosenkreuzerische und weitere okkulte, beziehungsweise magische \u00dcberlieferungen oder asiatische Lehren ein.<\/p>\n<h5><strong>Pers\u00f6nliche mystische Erfahrungen<\/strong><\/h5>\n<p>Wie kommt man zu vertieftem inneren, seelischen, geistigen Erleben? Religi\u00f6se Menschen oder Esoteriker sehen verschiedene m\u00f6gliche Wege zum inneren Erwachen:<br \/>\n<span style=\"font-size: revert;\">\u2022 Erleben der Natur (keine Naturschw\u00e4rmerei)<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">\u2022 Hohes Empfinden wahrer Kunst<br \/>\n\u2022 Gro\u00dfe Freude oder tiefstes Gl\u00fcck<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">\u2022 Durchleben einer gro\u00dfen inneren Krise<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">\u2022 Tief und rein empfundene Liebe<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">\u2022 Durchgeistigte religi\u00f6se Rituale<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">\u2022 Gebet<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">Erfahrungsgem\u00e4\u00df f\u00fchren solche religi\u00f6sen Ans\u00e4tze nicht jederzeit, also \u201eauf Kommando\u201c, zu dem ersehnten geistigen Erleben, zur religi\u00f6sen Erfahrung, zur \u201eErleuchtung\u201c[6]. Es h\u00e4ngt sehr von der Aufgeschlossenheit des Suchenden ab, von seiner Bereitschaft, h\u00f6here Einsichten aufzunehmen.<\/span><\/p>\n<p>Da sich auf direkte Weise, etwa durch seelische \u00d6ffnung f\u00fcr das Numinose (Heilige, G\u00f6ttliche), ein Ahnen der h\u00f6heren Welt nicht jederzeit von jedermann erringen l\u00e4sst, wollen manche Gruppen die ersehnte Bewusstseinserweiterung durch okkulte Verfahren erzwingen. Sie greifen auch zu fragw\u00fcrdigen, zum Teil perversen Hilfsmitteln, wie sie zum Beispiel aus manchen Naturreligionen bekannt sind.<\/p>\n<p>Doch auch im Okkultismus, zum Teil selbst in anerkannten Religionen, sind solche Zwangsmittel zu finden: Atemtechniken, Exerzitien, ekstatische Verz\u00fcckung, Hypnose, Magie, Nekromantie (Totenbeschw\u00f6rung), (grausame) Opferkulte, Pendel, Rauschgifte, Sexualmagie, Spiritismus \u2013 es gibt unz\u00e4hlige Methoden, die gesuchten Jenseitskontakte oder das vermisste innere Erleben k\u00fcnstlich zu erzeugen. Damit kann der Suchende auf Wege geraten, die ihn irref\u00fchren und die keineswegs ungef\u00e4hrlich sind (1).<\/p>\n<h5><strong>Falsch verbunden?<\/strong><\/h5>\n<p>In Naturreligionen wie dem Schamanismus oder in antiken Kulten spielten Drogen (Rauschgifte)[7] eine wichtige Rolle. Man muss davon ausgehen, dass manche religi\u00f6sen Vorstellungen schon in schriftlosen Zeiten entstanden sind \u2013 vielleicht sogar unter Einfluss bewusstseinsver\u00e4ndernder Drogen \u2013 und erst viel sp\u00e4ter niedergeschrieben wurden.<\/p>\n<p>Ein oft unbeachteter Nachklang der einstigen kultischen Bedeutung von berauschenden Drogen findet sich bis heute in Hochreligionen: so in der rituellen Verwendung von Weihrauch oder Alkohol (Messwein). Es ist durchaus anzunehmen, dass so manche \u201eEindr\u00fccke aus dem Jenseits\u201c \u2013 vor Jahrtausenden wie heute \u2013 auf solchen Wegen, zum Beispiel unter psychedelischen Rauschzust\u00e4nden, entstanden sind. Diese bringen zwar scheinbare \u201eBewusstseinserweiterungen\u201c, aber keine zuverl\u00e4ssigen Eindr\u00fccke aus der \u201eanderen Welt\u201c. Rauschgifte wirken auf das Gehirn, k\u00f6nnen in diesem ein beeindruckendes \u201eFeuerwerk\u201c erzeugen, doch sicher keine verl\u00e4sslichen Bilder aus dem Geistigen vermitteln.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Visionen, die in ekstatischer Verz\u00fcckung entstanden sind. Gem\u00e4\u00df den Aussagen der Gralsbotschaft (1) sind es vor allem die eigenen, aber auch fremde Vorstellungsbilder, die auf den Vision\u00e4r zur\u00fcckwirken. Sogar ein christlicher Feiertag verdankt seinen Ursprung vermutlich solchen Visionen[8].<\/p>\n<p>Die betreffenden Hellsehenden glauben in derartigen F\u00e4llen dann selbst, dass ihnen h\u00f6here Eingebungen zuteil werden, denn es gibt f\u00fcr einen Menschen kaum etwas \u00dcberzeugenderes als die Best\u00e4tigung eigener Sichtweisen. Tats\u00e4chlich haben solche Seher sich wohl oftmals im weiten Gebiet menschlicher Gedankenformen verirrt, die keine weiterf\u00fchrenden Aufschl\u00fcsse bieten k\u00f6nnen. Sie waren \u201efalsch verbunden\u201c und hielten menschliche Gedankenbilder f\u00fcr h\u00f6here Weisheiten, wurden von \u201ePhantomen\u201c (Gedankenformen) oder \u201eD\u00e4monen\u201c (Empfindungsformen) fehlgeleitet. (Vgl. <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/merkwuerdige-geschichten\/gotter-und-orakel-ein-alter-hut\/\">&#8222;G\u00f6tter und Orakel &#8211; ein alter Hut?&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Im Einzelfall ist es nicht leicht, echte Einblicke ins Jenseits von verzerrten Bildern menschlicher Vorstellungen zu unterscheiden. Spiritisten diskutieren daher zum Teil heftig \u00fcber \u201eIrrgeister\u201c, \u201eL\u00fcgengeister\u201c, \u201eSpukgeister\u201c oder \u201eunreine Geister\u201c, die Suchende in die Irre f\u00fchren. Auch in der Bibel kann man Berichte dazu finden (etwa Markus 1,21\u201326).<\/p>\n<p>Um sich in diesem Wirrwarr der religi\u00f6sen Lehren und transzendenten Ideen zurechtzufinden, kann als Kompass letztlich nur das eigene Wahrheitsempfinden dienen und ein zuverl\u00e4ssiger Wegweiser, wie ihn eine echte Offenbarung darstellt.<\/p>\n<h5><strong>Erkennen h\u00f6herer Welten<\/strong><\/h5>\n<p>Nicht jeder Mensch kann ein Hellseher sein, ein (begnadeter) Vision\u00e4r, dem sich Einblicke in die Anderswelt \u00f6ffnen. Das ist gut so, denn echtes, hohes Sehen stellt Anforderungen, denen nur wenige gewachsen sind.<\/p>\n<p>Uns anderen bleiben aber doch M\u00f6glichkeiten, auf nat\u00fcrlichen Wegen \u2013 ohne k\u00fcnstliche Nachhilfe! \u2013 zu einem Erleben des Transzendenten zu gelangen: Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens Erfahrungen, die ihm zeigen, dass das Denken, der Verstand, nicht alles ist. Es gibt seelische Erlebnisse, die viel tiefer gehen und weiter reichen.<\/p>\n<p>Auch finden die meisten Menschen \u2013 in der Regel in Notsituationen \u2013 mehrmals in ihrem Leben Kontakte zu Naturwesen oder auch Abgeschiedenen, die sie warnen oder ermutigen. Unz\u00e4hlige Berichte von derartigen Erlebnissen finden sich in der Literatur; oft unter dem Stichwort \u201eSchutzengel\u201c. L\u00e4sst man solche Erfahrungen auf sich wirken, so kommt man zum Bild einer unseren Augen verborgenen, jedoch h\u00f6chst lebendigen Welt jenseits des Irdischen. Das Weiterleben nach dem Erdentode kann dadurch f\u00fcr einen pers\u00f6nlich zur Gewissheit werden.<\/p>\n<p>Auf diesen bescheidenen, pers\u00f6nlichen Erfahrungen im kleinen kann man aufbauen, weitergehende Schl\u00fcsse ziehen: Wenn es eine jenseitige Welt gibt, in der Menschengeister und Naturwesen wirken, dann ist zu erwarten, dass sich \u00fcber den uns zun\u00e4chst liegenden transzendenten Sch\u00f6pfungsebenen noch h\u00f6here, feinere Bereiche befinden. Auch liegt dann der Gedanke nicht fern, dass \u00fcber den Naturwesen, die wir gelegentlich erahnen, erf\u00fchlen, empfinden d\u00fcrfen, noch weitere, h\u00f6here Wesen stehen als \u201eF\u00fchrer der Elemente\u201c (1), \u00e4hnlich den antiken Gottheiten. Bei weiterem Extrapolieren ergibt sich schlie\u00dflich eine sehr alte Idee der Menschheit: <i>Die Vorstellung von einem h\u00f6chsten Gott.\u00a0<\/i><\/p>\n<p>Lesen Sie dazu auch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/die-ersten-schritte-in-der-anderswelt\/\">Die ersten Schritte in der Anderswelt<\/a>&#8220; unter\u00a0 &#8222;Religionsgeschichte&#8220;.<\/p>\n<p><b>Endnoten:<br \/>\n<\/b>[1] Bei einzelligen Lebewesen (Bakterien) ist die maximale Lebensdauer nicht gut definierbar. Da sie sich durch Teilung vermehren, sind sie \u201epotentiell unsterblich\u201c, sofern man nicht in der Teilung das Ende des Lebenszyklus sehen will.<br \/>\n[2] Zum umstrittenen Todeskriterium \u201eHirntod\u201c vgl. GralsWelt Nr. 72\/2012, S. 30.<br \/>\n[3] Zum Beispiel im \u201eTibetanischen Totenbuch\u201c (Walter-Verlag Solothurn, 1994), das \u00c4hnlichkeiten aufweist mit dem \u201e\u00c4gyptischen Totenbuch\u201c.<br \/>\n[4] Eucharistie = Danksagung. Im Zentrum steht die Wandlung, zu der das Konzil von Trient (1545\u20131563) sagte, dass im Sakrament der Eucharistie nach der Wandlung von Brot und Wein <em>\u201eunser Herr Christus als wahrer Gott und Mensch wahrhaft, wirklich und wesentlich unter der Gestalt jener sichtbaren Dinge (Brot und Wein) gegenw\u00e4rtig ist.\u201c<\/em> (3, S. 149).<br \/>\n[5] Der von Esoterikern viel beachtete \u201eGoldene Esel\u201c des Apuleius stammt aus der Sp\u00e4tzeit der Mysterienkulte und ist in heiterem Stil verfasst, der die einst strenge Ernsthaftigkeit der Mysterienkulte vermissen l\u00e4sst.<br \/>\n[6] Im Zen-Buddhismus wird die Erleuchtung als Erkenntnis vom universellen Wesen des Daseins bezeichnet. Dies entspricht vermutlich dem Einheits-Erlebnis abendl\u00e4ndischer Mystiker, der \u201eunio mystika\u201c.<br \/>\n[7] Kulturgeschichtlich gesehen hatte jedes Volk seine speziellen Rauschmittel, deren Art von der regionalen Verf\u00fcgbarkeit abhing (vgl. Gralswelt Nr. 67\/2011, <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/\">&#8222;Der gewaltt\u00e4tige Mensch&#8220;<\/a>, Kasten &#8222;Geographie der Rauschmittel&#8220;).<br \/>\n[8] Das Fronleichnamsfest (Fronleichnam = Herrenleib) entstand aufgrund von Visionen der Augustinerchorfrau Juliana von Mont Cornillon von 1208 und danach.<\/p>\n<p><b>Literatur:<br \/>\n<\/b>(1) Abd-ru-shin, Im Lichte der Wahrh eit, Gralsbotschaft, Verlag der Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart o. J. <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/im-lichte-der-wahrheit\/\">Buchbesprechung<\/a>.<br \/>\n(2) David-N\u00e9el Alexandra, Heilige und Hexer, Brockhaus, Wiesbaden 1981.<br \/>\n(3) Grundri\u00df des Glaubens, K\u00f6sel, M\u00fcnchen 1980.<br \/>\n(4) Hagl Siegfried, Die Kluft zwischen Wissenschaft und Wahrheit, Verlag der Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart 1986.<br \/>\n(5) Hagl Siegfried, Spreu und Weizen, Gralsverlag, Purgstall 2003.<br \/>\n<b>www \u2026<br \/>\n<\/b>Au\u00dferk\u00f6rperliche Erfahrung:<br \/>\nde.wikipedia.org\/wiki\/Au\u00dferk\u00f6rperliche_Erfahrung.<br \/>\nwww.das-weisse-pferd.com\/99_24\/nahtoderlebnisse.html.<br \/>\nNetzwerk Nahtod-Erfahrung e. V.:<br \/>\nhttp:\/\/www.netzwerk-nahtoderfahrung.org\/.<br \/>\nThanatos TV<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht in Gralswelt Sonderheft 24 Im Leben eines Menschen gibt es eine Gewissheit: dass der irdische Lebenszyklus begrenzt ist. 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