{"id":1656,"date":"2011-10-29T10:40:53","date_gmt":"2011-10-29T09:40:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=1656"},"modified":"2025-10-03T14:05:06","modified_gmt":"2025-10-03T13:05:06","slug":"der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/recit\/lhomme-violent-victime-de-son-developpement\/","title":{"rendered":"La personne violente \u2013 \u00ab victime \u00bb de son d\u00e9veloppement ?"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>(Ver\u00f6ffentlicht&nbsp; in GralsWelt 67\/2011)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong><em>Angesichts von Gewalttaten wie jener in Norwegen im Juli 2011 stellt sich die grundlegende Frage, weshalb der Mensch zu B\u00f6sem f\u00e4hig ist. Anthropologen meinen, Gewaltt\u00e4tigkeit und andere \u00dcbel w\u00e4ren zwangsl\u00e4ufige Folgen unserer Entwicklungsgeschichte. Stimmt das?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Wie kam das B\u00f6se in die Welt?<\/h5>\n\n\n\n<p>Viele Traditionen berichten von einem weit zur\u00fcckliegenden \u201eGoldenen Zeitalter\u201c, in dem es die vielen, durch Menschen verursachten \u00dcbel noch nicht gegeben haben soll. Was geschah also? Woher kam das \u00dcbel?<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher versuchten spirituelle \u00dcberlieferungen, M\u00e4rchen oder Sagen in symbolischen Erz\u00e4hlungen eine Antwort auf diese Grundfrage zu geben. In neuerer Zeit wollen wissenschaftliche Theorien die Verhaltensweisen des Menschen aus seiner Entwicklungsgeschichte erkl\u00e4ren \u2013 und daraus ergeben sich dann anscheinend auch Antworten auf jene \u201eMillion-Dollar-Question\u201c nach dem Ursprung der \u00dcbel \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hinweise auf eine grundlegend bessere Epoche der Menschheitsgeschichte sind vielf\u00e4ltig: Die altindische (vedische) Tradition berichtet von einem weit zur\u00fcckliegenden \u201eZeitalter der Wahrhaftigkeit\u201c oder \u201egoldenen Zeitalter\u201c (krita yuga), dem weitere drei Zeitalter folgten. Bei <em>Hesiod<\/em> (um 700 v. Chr.) findet sich diese Lehre wieder; in der Bibel wird im Buch Daniel ebenfalls von verschiedenen Zeitaltern gesprochen. Die bekannteste der Lehren von den vier Weltzeitaltern stammt von <em>Ovid<\/em> (43 v. Chr. &#8211; 17 n. Chr.). Auch mittelalterliche Mystiker wie <em>Joachim von Fiore<\/em> (1130-1202) sprachen von verschiedenen Zeitaltern.<\/p>\n\n\n\n<p>Was also f\u00fchrte dazu, dass jene friedliche Urphase der Menschheitsgeschichte, die man dem &#8222;goldenen Zeitalter&#8220; zuschreibt, zu Ende ging?<\/p>\n\n\n\n<p>Anthropologen sehen die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass \u00dcbel wie Gewaltt\u00e4tigkeit, Ausbeutung oder Drogensucht in die Welt kamen, als Folge unserer Entwicklungsgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Aus den Gejagten wurden J\u00e4ger<\/h5>\n\n\n\n<p>Vor vielleicht drei Millionen Jahren lebten unsere Urahnen, die Australopithecinen, in Ostafrika. Es waren schw\u00e4chliche, furchtsame Zwerge, etwas mehr als einen Meter gro\u00df. Ihre Nahrung war vorwiegend vegetarisch. Sie verwerteten alles Essbare, das sie einsammeln konnten und verschm\u00e4hten auch Insekten und Kleintiere nicht. Diese bemitleidenswerten kleinen Gesch\u00f6pfe wurden von grausamen R\u00e4ubern gejagt: zum Beispiel von Raubkatzen oder Hy\u00e4nen. Kleinkinder konnten sogar zur Beute von Greifv\u00f6geln wie dem Kronenadler werden. Doch diese Urmenschen benutzten schon Werkzeuge aus Holz, Horn, Knochen oder Stein, was ihnen gewisse Vorteile verschaffte.[1]<\/p>\n\n\n\n<p>Diese armen, vielleicht aber friedlichen Urmenschen fanden in zunehmendem Ma\u00dfe Geschmack an Fleisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst verwerteten sie verendetes Wild, von dem sie die Geier vertrieben. Aufrecht gehende Urmenschen mit guter Fernsicht konnten das Fallwild durch die dar\u00fcber kreisenden Geier fr\u00fcher erkennen als vierbeinige Aasfresser. Als gute Dauerl\u00e4ufer schafften es unsere Urahnen dann oft, bei den Kadavern vor den Raubkatzen und Hy\u00e4nen anzukommen. Beim Zerlegen der Beute waren Werkzeuge mit scharfen Klingen schon unentbehrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann wurden unsere Vorfahren frecher. Sie wagten es, Raubtiere von deren frisch geschlagenem Wild zu verjagen. Dazu mussten sie schon in Kleingruppen zusammenarbeiten; denn ein Einzelner w\u00e4re leicht selbst zur Beute des Raubwildes geworden, das er verscheuchen wollte. Zudem war ein L\u00f6wenrudel kaum mit Steinw\u00fcrfen und Stockschl\u00e4gen von seiner Beute zu trennen. Zu diesem Zweck musste Feuer eingesetzt werden, das Fr\u00fchmenschen schon vor mehr als 1,5 Millionen Jahren benutzten; der wohl wichtigste Schritt in der kulturtechnischen Entwicklung des Menschen. Das Lagerfeuer diente bei Nacht als Schutz vor Raubtieren, erlaubte das R\u00f6sten von Nahrung und half bei der Gruppenbildung.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich wandelten sich die zun\u00e4chst harmlos und hilflos scheinenden Fr\u00fchmenschen \u2013 inzwischen schon etwas gr\u00f6\u00dfer geworden \u2013 selbst zu J\u00e4gern, Gro\u00dfwildj\u00e4gern und R\u00e4ubern. Besondere Bedeutung hatte wohl die Erlegung eines &#8211; im Vergleich zum Menschen &#8211; weitaus gr\u00f6\u00dferen und st\u00e4rkeren Tieres bis zum Mammut. <br>So entstand wohl auch die Gewaltbereitschaft. Der erste nachgewiesene Mord geschah vor 430.000 Jahren. (Wikipedia). Nach <em>Sherwood L. Washborn<\/em> wurden der Werkzeuggebrauch, die Jagd und die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau entscheidend f\u00fcr die Evolution des Menschen. (Wikipedia).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Jacob Bronowski<\/em> weist in seinem Buch \u201eDer Aufstieg des Menschen\u201c auch auf die Bedeutung der Sprache hin:<br><em>\u201eEin langsames Wesen wie der Mensch kann ein gro\u00dfes Savannentier, das schnell entfliehen kann, nur dann anpirschen, verfolgen und stellen, wenn dies im Zusammenwirken mit anderen geschieht. Die Jagd erfordert nicht nur besondere Waffen, sondern auch bewusste Planung und Organisation mit Hilfe der Sprache.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hier wird die Jagd als ein bedeutender Ansto\u00df zur Entwicklung unseres wichtigsten Kommunikationsmittels betrachtet: der Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p>Neuere Untersuchungen, die<em> Josef H. Reichholf<\/em> in \u201eDas R\u00e4tsel der Menschwerdung\u201c schildert, brachten \u00fcbrigens das erstaunliche Ergebnis, dass vor 30 bis 50 Tausend Jahren hochentwickelte Sprachen und H\u00f6hlenmalereien gleichzeitig entstanden sein d\u00fcrften. Der umstrittene Ursprung der Sprache wird vor 100.000 bis 200.000 Jahren in der mittleren Altsteinzeit vermutet, in der es eine oder mehrere Ursprachen gegeben haben soll.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Geographie der Rauschmittel<br><\/strong>Die Menschen der verschiedenen Kulturkreise benutzen seit Jahrtausenden unterschiedliche Rauschmittel, die meist auch religi\u00f6se oder kultische Bedeutung erhielten. Religionskritiker unterstellen daher, dass viele mystische Erfahrungen unter dem Einfluss von Drogen zustande gekommen w\u00e4ren; so \u00e4hnlich wie manche auch heute im Drogenrausch ihr Bewusstsein erweitern wollen, um ein \u201epsychedelisches<strong>*)<\/strong> Pfingsten\u201c zu erleben.<br><em>Josef H. Reichholf<\/em> beschreibt in seinem Buch \u201eWarum die Menschen sesshaft wurden\u201c eine \u201eGeographie der Rauschmittel\u201c:<br><em>\u201eDer kalten Region sind die halluzinogenen Pilze und die verg\u00e4renden Beeren zuzuordnen, dem \u00dcbergangsbereich des Berglandes Hanf und Wein \u2013 und was geh\u00f6rt zu den Steppen der vorderasiatischen Hochl\u00e4nder und Flusst\u00e4ler? Die Gr\u00e4ser, deren Samen st\u00e4rkereich genug waren, um zuckerhaltige Keimsprossen zu erzeugen, aus denen man durch Darren und R\u00f6sten jenes Malz gewinnt, das von Hefepilzen zu Bier vergoren wird. Weiter \u00f6stlich davon setzt die \u201eOpium-Zone\u201c mit dem Mohn an, aus dem diese besonders starke Droge gewonnen wird. S\u00fcdlich, am Rande des Indischen Ozeans, nehmen Betelnuss und Khat (Quat) diese anregend-berauschende Rolle ein. In Nordamerika war es der Tabak, in Mittelamerika und im nordamerikanischen Westen die Drogen aus dem Peyote-Kaktus (Lophophora williamsii) und gleichfalls bestimmte Pilze. In S\u00fcdamerika ersetzt sie das Kokain des Koka-Strauches.\u201c\u00a0 <\/em>(11, S. 254).<br><strong>*) <\/strong>Als psychedelisch bezeichnet man einen bewusstseinsver\u00e4ndernden euphorischen Trance-, Rausch- oder Meditationszustand. <br>Von den genannten Rauschgiften ist Alkohol das am wenigsten gef\u00e4hrliche. Alkohol kann zwar das Gehirn vernebeln und sein ausufernder Konsum zur Alkoholkrankheit entarten, doch er greift nicht gleich das Innenwesen an. <br>Psychedelische Drogen dagegen k\u00f6nnen sehr schnell s\u00fcchtig machen und die Seele \u00fcber das Erdenleben hinaus schwer sch\u00e4digen. <br>Konnten Europ\u00e4er &#8211; trotz ihres exzessiven Alkoholkonsums &#8211; im 17., 18. und 19. Jahrhundert die wissenschaftliche und die industrielle Revolution ausl\u00f6sen, weil sie an ihre Droge seit Jahrtausenden gew\u00f6hnt waren, und diese nicht so katastrophal zerst\u00f6rerisch wirkt, wie die psychedelischen Rauschgifte anderer Kulturen? <br>So ist auch das Bem\u00fchen mancher Politiker, Rauschgifte zuzulassen (von den noch gef\u00e4hrlicheren, synthetischen Drogen neuer Zeit nicht zu reden) ein schlimmer Irrweg. Wollen wir uns selbst ruinieren?<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die brutale R\u00fccksichtslosigkeit, der Drang, anderen \u2013 Tier oder auch Mensch \u2013 ihre Beute abzujagen oder sie gar zu t\u00f6ten, war, so sehen es heute viele Forscher, urs\u00e4chlich f\u00fcr eine H\u00f6herentwicklung des Menschen! Denn ohne Fleischkost als konzentriertem Kalorienlieferanten h\u00e4tte sein Gehirn sich nicht zu dem Organ entwickeln k\u00f6nnen, das ihm als \u201edenkendes Wesen\u201c die \u00dcberlegenheit \u00fcber alle andern Lebensformen auf diesem Planeten gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es dauerte mehr als zwei Millionen Jahre, bis in einer Evolutionskette aus dem <strong>Australopithecus<\/strong> der <strong>Homo habilis<\/strong>, dann der <strong>Homo erectus<\/strong>, und schlie\u00dflich, vor etwa 200.000 Jahren, der <strong>Homo sapiens<\/strong> wurde, zu dessen Art alle heutigen Menschen geh\u00f6ren. Hat es in diesem Zeitraum wirklich absolut friedliche, gewaltfreie Epochen gegeben?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unsere Vorfahren erwanderten die Welt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die meiste Zeit war der Mensch ein Wanderer. Ein J\u00e4gerlager muss nach Tagen oder Wochen verlegt werden, nachdem die meisten jagdbaren Tiere vertrieben sind. Manche halten es f\u00fcr die vielleicht gr\u00f6\u00dfte Leistung des \u201enackten Affen\u201c (ein Buchtitel von<em> Morris Desmond<\/em>; 9) aus Afrika, dass dieser es schaffte, nach und nach alle Klimazonen zu besiedeln und sogar im eiszeitlichen Europa als Gro\u00dfwildj\u00e4ger zu \u00fcberleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die schwierigen Umweltbedingungen in den kalten Zonen f\u00fchrten zu Verhaltens\u00e4nderungen, begleitet von grundlegenden Erfindungen (beispielsweise der N\u00e4hnadel), die zur Weiterentwicklung des Menschen wesentlich beitrugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Klimabedingungen im eiszeitlichen Mitteleuropa waren nicht ganz so abschreckend, wie wir es uns oft vorstellen. Die Witterung war weniger wechselhaft als heute. Im Sommer gab es angenehme Temperaturen, etwa wie in jetziger Zeit im Fr\u00fchling und im Herbst. Die Vegetationsperiode war aufgrund der gleichen Sonneneinstrahlung nicht viel k\u00fcrzer als heute, so dass auf den Grassteppen reichlich Nahrung f\u00fcr Gro\u00dftiere wachsen konnte. Im Winter war es zwar deutlich k\u00e4lter, aber daf\u00fcr trocken und nicht windig. Reichlich fetthaltige Fleischnahrung, die sich \u2013 in den Permafrostboden (Dauerfrostboden) eingegraben \u2013 konservieren lie\u00df, warme Kleidung und dichte Felle machten das \u00dcberleben in H\u00fctten m\u00f6glich; denn H\u00f6hlen waren rar. Auch gab es kaum B\u00e4ume, das Feuerholz war knapp. Ein w\u00e4rmendes Feuer aus Dung, Knochen und Gestr\u00e4uch konnte nur einige Stunden am Tag brennen. Im Gegenzug fehlten Tropenkrankheiten, die m\u00f6glicherweise zu den Auswanderungswellen aus Afrika beigetragen hatten, wie <em>Josef H. Reichholf<\/em> in seinem Buch \u201eWarum die Menschen sesshaft wurden\u201c ausf\u00fchrt. (11, S. 188 f.)<\/p>\n\n\n\n<p>Aus heutiger Sicht der Entwicklungsgeschichte gab es f\u00fcr unsere Vorfahren der Gattung \u201eHomo\u201c nur zwei M\u00f6glichkeiten: Entweder auf der Stufe eines harmlosen, hilflosen, nicht sehr gro\u00dfen Primaten zu vegetieren, der in tropischen Breiten \u00fcberleben kann. Oder als wandernder J\u00e4ger (und R\u00e4uber) die Gehirnmasse zu vergr\u00f6\u00dfern, gewisserma\u00dfen seinen \u201eComputer\u201c zu entwickeln, die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe zu steigern, um zuletzt zu dem zu werden, was wir heute als \u201eder Mensch\u201c bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kam also entwicklungsbedingt zwangsl\u00e4ufig die <em>Gewaltbereitschaft<\/em> in die (menschliche) Welt?<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Waren die Nomaden wirklich friedlich?<\/h5>\n\n\n\n<p>Die Millionen Jahre w\u00e4hrende \u201ewilde Zeit des freien Herumstreifens\u201c der J\u00e4ger und Sammler ging nach und nach in andere Zivilisationsformen \u00fcber. Die sehr langsame <em>biologische Evolution<\/em>, die nach Darwin ein Wechselspiel von Selektion und Mutation ist (vgl. die &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wissenschaft\/darwin-und-die-evolution-teil-1\/\">Darwin-Reihe&#8220; Teil 1 &#8211; 7<\/a>, unter &#8222;Wissenschaft&#8220;), wurde von der <em>kulturellen Evolution<\/em> abgel\u00f6st. Diese verl\u00e4uft um Gr\u00f6\u00dfenordnungen schneller, als die Entwicklung durch die biologische Auslese.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus J\u00e4gern und Sammlern wurden Nomaden, deren Hauptsorge den Herden galt. (Es ist umstritten, ob Nomaden und Bauern nacheinander oder etwa gleichzeitig entstanden sind.)<\/p>\n\n\n\n<p>Damit wurden neue Formen des Zusammenlebens n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem J\u00e4gerlager wurde die Beute geteilt. Ein sinnvoller Brauch, der sich \u00fcber Millionen Jahre bew\u00e4hrt hatte. Fleisch verdirbt schnell und wird am besten frisch gegessen. Wer heute etwas erbeutet hatte und mit den anderen in seiner Sippe teilte, konnte damit rechnen, an einem folgenden Tag vom Jagderfolg eines anderen zu profitieren. Das schuf Interesse am Erfolg des anderen und ein soziales Netz. Auch hatten die J\u00e4ger und Sammler, au\u00dfer ihrer Kleidung, ihrem Schmuck und ihren Waffen, kaum pers\u00f6nlichen Besitz. Beeren, Fische, Fr\u00fcchte, Insekten, Pflanzen, Pilze, V\u00f6gel, Wasser, Wild, Wurzeln geh\u00f6rten allen und keinem. Der Unterschlupf, eine H\u00fctte oder eine H\u00f6hle, musste mit der Gruppe, dem Clan geteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nomade hingegen muss wissen, wer Eigent\u00fcmer welcher Herdentiere ist. Teilen ist nur noch bedingt innerhalb der eigenen, mitziehenden Gruppe wichtig. Der in unserem heutigen Leben dominierende Eigentumsbegriff erlangte auf dieser Kulturstufe entscheidende Bedeutung. J\u00e4gern und Sammlern, ebenso wie rezenten Wildbeutern, fehlt daf\u00fcr bis heute der Sinn:<em><br>\u201eWie stark das Prinzip zu teilen bei heutigen J\u00e4gern und Sammlern verankert ist, zeigen ethnografische Feldforschungen. So berichtet der kanadische Ethnologe Richard B. Lee von einem !Kung-Buschmann in der Kalahari, der sich eine Ziegenherde angeschafft hatte. Innerhalb eines Jahres musste der Mann alle Tiere schlachten, um die anderen Lagerbewohner zu verk\u00f6stigen. Der soziale Druck war so gro\u00df, dass es ihm unm\u00f6glich war, die Ziegen \u00fcber l\u00e4ngere Zeit zu halten.\u201c<\/em> <br>(2, S. 66).<\/p>\n\n\n\n<p>Ist also vielleicht bei den Nomaden, die im Gegensatz zu den J\u00e4gern und Sammlern nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich teilen konnten, der Ursprung von Verhaltensweisen wie <em>Habgier<\/em> und <em>Geiz<\/em> zu finden?<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls waren auch Nomaden manchmal aggressiv. Sie stritten um Weidegr\u00fcnde und um Wasserstellen, wie man auch in der Bibel nachlesen kann (1. Mose, 13,7\u201311; 21,25 und 26,20). Ein weiteres biblisches Thema ist der Jahrtausende w\u00e4hrende Kampf zwischen Nomaden und Bauern (<em>Nomade Abel, Bauer Kain<\/em>, 1. Mose 4,1\u201316). Im Altertum und im Mittelalter waren nomadisierende V\u00f6lker (zum Beispiel Skythen, Hunnen, Magyaren, Araber, Mongolen) der Schrecken der Sesshaften.<\/p>\n\n\n\n<p>Sogar der <em>Gesch\u00e4ftssinn <\/em>ist viel \u00e4lter, als man meinen m\u00f6chte. Vor etwa 130.000 Jahren, also in der mittleren Altsteinzeit, begann ein vermehrter Austausch von Rohmaterialien, zum Beispiel von Salz und von Hartsteinen zur Anfertigung von Werkzeugen, was f\u00fcr regelrechte Handelsnetze spricht. Die grundlegenden F\u00e4higkeiten f\u00fcr den Handel, wie Arbeitsteilung, Kenntnis von Zahlen- und Mengenverh\u00e4ltnissen, Kommunikationsm\u00f6glichkeit usw., m\u00fcssen bereits vor dem Beginn der Landwirtschaft existiert haben. Andernfalls w\u00e4ren die Menschen zur Landwirtschaft nicht f\u00e4hig gewesen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Der Fluch des Eigentums<\/h5>\n\n\n\n<p>Vor etwa 12.000 Jahren wurden im Vorderen Orient Schafe und Ziegen domestiziert und der Ackerbau erfunden. Dieser brachte eine einschneidende Wende in der Menschheitsgeschichte, die Historiker als \u201eNeolithische Revolution\u201c bezeichnen und als den Ursprung der h\u00f6heren Kultur sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00dcbergang zur Landwirtschaft brachte neue Probleme, denn das gesellschaftliche Leben musste sich grundlegend \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem drei- bis vierst\u00fcndigen \u201eArbeitstag\u201c des J\u00e4gers und Sammlers wurde der Zw\u00f6lfstundentag des Bauern. Dieser musste hart arbeiten f\u00fcr seine Ernte, die zudem noch stets gef\u00e4hrdet war durch Pflanzenkrankheiten, Sch\u00e4dlinge, Unwetter, V\u00f6gel, Wild. Sogar gegen Nomaden musste er sich zur Wehr setzen, weil diese nichts dabei fanden, ihre Herden auf bebauten Feldern weiden zu lassen oder sogar die Siedlungen auszurauben.<\/p>\n\n\n\n<p>So sah sich der Bauer gezwungen, auf seinen Besitz zu achten, sein Eigentum gegen \u00dcbergriffe zu verteidigen. Sp\u00e4testens jetzt richtete sich die Aggression nicht mehr vorwiegend gegen Tiere als Jagdwild oder gegen Raubwild als Bedrohung, sondern besonders auch gegen feindlich gesinnte Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentum an Feldern, Geb\u00e4uden, Werkzeugen, Saatgut, Vieh, der Ernte wurde \u00fcberlebenswichtig. Alles zu teilen schien nicht mehr \u00fcberlebensf\u00f6rdernd, au\u00dfer mit der eigenen Familie. In Krisenzeiten musste man eher hungern, als das Saatgut f\u00fcr die n\u00e4chste Aussaat anzutasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Von nun an bekommt das Produktivverm\u00f6gen eine bis heute die Wirtschaft bestimmende Bedeutung, die im Endergebnis den Kapitalismus zeitigte. Seit der vorrangigen Wertigkeit von Eigentum an materiellen G\u00fctern wurde der Mensch bereit, materiellen Besitz unter Einsatz seines Lebens zu verteidigen oder ihn auch gewaltsam zu mehren. <\/p>\n\n\n\n<p>Wo es Besitz gibt, gibt es die, die weniger haben und die, die mehr haben und in der Folge \u2013 bei einer Fehlentwicklung bis ins Extreme \u2013, Reiche und Arme, sp\u00e4ter dann Privilegierte und Unterdr\u00fcckte, und damit <em>Ausbeutung <\/em>und<em> Ungerechtigkeit,<\/em> aber auch \u2026 <em>Neid<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Die Entwicklung der Menschheit<br><\/strong><span style=\"font-size: revert;\">Einst haben die Kerls auf B\u00e4umen gehockt,<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">behaart und mit b\u00f6ser Visage.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Und die Welt asphaltiert und aufgestockt,<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">bis zur drei\u00dfigsten Etage.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Da sa\u00dfen sie nun, den Fl\u00f6hen entflohn,<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">in zentralgeheizten R\u00e4umen.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Da sitzen sie nun am Telefon.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Und es herrscht noch genau derselbe Ton<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Wie seinerzeit auf dem B\u00e4umen.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Sie h\u00f6ren weit. Sie sehen fern.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Sie sind mit dem Weltall in F\u00fchlung.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Sie putzen die Z\u00e4hne. Sie atmen modern.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Die Erde ist ein gebildeter Stern<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Mit sehr viel Wassersp\u00fclung.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Sie schie\u00dfen die Briefschaften durch ein Rohr.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Sie jagen und z\u00fcchten Mikroben.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Sie versehen die Natur mit allem Komfort.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Sie fliegen steil in den Himmel empor<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Und bleiben zwei Wochen oben.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Was ihre Verdauung \u00fcbrig l\u00e4sst,<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">das verarbeiten sie zu Watte.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">dass C\u00e4sar Plattf\u00fc\u00dfe hatte.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">So haben sie mit dem Kopf und dem Mund<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Doch davon mal abgesehen und<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">bei Lichte betrachtet sind sie im Grund<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">noch immer die alten Affen.<br><\/span><span style=\"font-size: revert;\">Erich K\u00e4stner (1932)<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Dicht zusammengedr\u00e4ngt auf engstem Raum<\/h5>\n\n\n\n<p>Die Bev\u00f6lkerung nahm zu. Vor etwa 12.000 Jahren \u2013 die Zeitspanne von damals bis heute ist ein winziger Bruchteil der Jahrmillionen umfassenden Entwicklungszeit des Menschen \u2013 entstanden erste Siedlungen. Ein J\u00e4gerlager hatte vielleicht 20 Mitglieder. In fr\u00fchen D\u00f6rfern wohnten vor 9.000 Jahren bereits Hunderte. Vor 7.000 Jahren gab es dann schon St\u00e4dte mit 6.000 Einwohnern. Die Ansiedlungen wurden befestigt, um sie gegen gewaltt\u00e4tige Eindringlinge zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Menschen mussten nun dicht zusammengedr\u00e4ngt auf engem Raum leben. Dadurch entstanden neue Konfliktpotentiale. Die Freiheit des J\u00e4gers, bei einem Streit das Lager zu verlassen und r\u00e4umliche Distanz zwischen sich und das \u00c4rgernis zu legen bis sein Unmut abgek\u00fchlt war, war nicht mehr gegeben. Erinnerungen an diese l\u00e4ngst verwehte \u201eJ\u00e4gerfreiheit\u201c sind bis heute lebendig in Volksliedern, in der Sehnsucht nach unber\u00fchrter Natur, im Verlangen nach \u201epers\u00f6nlicher Freiheit\u201c und in der Suche nach Abenteuern.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Stadt mussten bislang unbekannte Probleme bew\u00e4ltigt werden; von neuen Krankheiten und Parasiten \u00fcber die Unratbeseitigung bis zur Wasserversorgung. Viele Projekte, wie Stadtbefestigung, Verteidigung oder Bew\u00e4sserung, waren nur in Gemeinschaftsarbeit zu verwirklichen und mussten organisiert werden. Damit entstanden neue Hierarchieformen. Es folgten <em>Herrscher<\/em>, <em>Steuern<\/em>, das <em>Finanzamt , Kriege <\/em>[2] und vermutlich auch schon <em>Sklaverei<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach neueren Erkenntnissen entwickelten sich Zivilisationen auf vier Kontinenten durch Kriege. Die Haupttriebkraft f\u00fcr komplexe Gesellschaften war demnach der Krieg als &#8222;Vater aller Dinge&#8220; (Heraklit)[3]. Armeen, Organisationen, F\u00fchrungsstrukturen, Entwicklungen der Waffentechnik, Befestigungen, Eroberungen wurden durch kriegerische Auseinandersetzungen gef\u00f6rdert oder durch die notwendige Verteidigung erzwungen. Aus zahlreichen, zun\u00e4chst nur \u00f6rtlichen Scharm\u00fctzeln zwischen Gruppen und kleinen Siedlungen wurden schlie\u00dflich gro\u00dfe Kriege zwischen St\u00e4dten und Reichen. Nun gab es Krieger, Helden, Feldherrn, gut geschulte, disziplinierte Truppen. Die Berichte \u00fcber deren Taten f\u00fcllen einen gro\u00dfen Teil unserer Geschichtsb\u00fccher, und das Ansehen eines Staates h\u00e4ngt bis heute vor allem von der St\u00e4rke und der Schlagkraft seiner Armee ab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch das Klima spielte mit<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder Klima\u00e4nderungen, die historische Entwicklungen beeinflussten: <br>Seit 11.700 Jahren, dem Ende der letzten Eiszeit, leben wir in einer Zeit mit warmem, relativ stabilem Klima (dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.oekosystem-erde.de\/html\/geologische_zeittafel.html\"><strong>Holoz\u00e4n<\/strong><\/a><strong>&nbsp;<\/strong>der Geologen). Klimatisch ist dieses wohl \u201cnur\u201d eine Zwischeneiszeit. Und das Klima ist nicht so stabil, wie uns erscheint: <br>Vor 6.000 Jahren: Abk\u00fchlung auf der Nordhalbkugel. F\u00fchrt zur                                      Austrocknung der Sahara. (Bronzezeitliche Abk\u00fchlung). <br>400 v.Chr. \u2013 200 n.Chr.:&nbsp;\u201eR\u00f6mische Warmzeit\u201c. <br>200 \u2013 600:&nbsp;Erneuter Temperaturr\u00fcckgang. Gilt als Ausl\u00f6ser der V\u00f6lkerwanderung.<br>8. Jh. Bis ins 13. Jh.:  Mittelalterliche Warmzeit\u201c.&nbsp;<br>1500 \u2013 1850: \u201eKleine Eiszeit\u201c.&nbsp;<br>(<a href=\"https:\/\/www.oekosystem-erde.de\/html\/klimageschichte.html\">https:\/\/www.oekosystem-erde.de\/html\/klimageschichte.html<\/a>). <br>Vgl. auch in &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; auf Seite 110 &#8222;Wie das Klima Geschichte schrieb&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Religion und Rauschmittel f\u00fcr den Zusammenhalt <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bewohner einer Siedlung sind aufeinander angewiesen. Davonlaufen geht nicht mehr. Was bringt sie zu friedlichem Zusammenleben nach innen \u2013 bei gleichzeitiger Aggressionsbereitschaft nach au\u00dfen?<\/p>\n\n\n\n<p>Einen entscheidenden Teil dieser Aufgabe \u00fcbernimmt die <em>Religion<\/em>. Schon bei arktischen Wildbeutern, als ein Beispiel hierzu, spielten und spielen Schamanen \u2013 mit ihren Drogen \u2013 eine zentrale Rolle; als Heiler, Hellseher, Ratgeber, Propheten oder \u201eMittler zwischen den Welten\u201c, wie <em>Brian M. Fagan<\/em> in seinem Buch \u201eAufbruch aus dem Paradies\u201c ausf\u00fchrt. <br>Der fatale Irrtum, durch halluzinogene Drogen lie\u00dfen sich Bewusstseinserweiterungen und Einblicke in h\u00f6here Sph\u00e4ren k\u00fcnstlich erzwingen, ist also sehr alt, bei manchen tief im Unterbewusstsein verankert, und entsprechend schwer zu \u00fcberwinden. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen halluzinogene Drogen ein wildes Gedankenfeuerwerk in Gehirn erzeugen, ohne jeden geistigen Wert, aber mit gro\u00dfem, verf\u00fchrerischen Suchtpotential.<br>Religi\u00f6se Gebote bildeten die ersten (rechtlichen) Regelungen des Gemeinschaftslebens. Religi\u00f6se Riten, gemeinsame Mahlzeiten, (religi\u00f6se) Feiern, Tauf-, Hochzeits- und Bestattungsrituale, mythische \u00dcberlieferungen, f\u00f6rdern das Gemeinschaftsgef\u00fchl noch heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Gesellschaft ohne von allen Mitgliedern anerkannte Verhaltensregeln findet nur schwer eine Basis f\u00fcr ein sicheres Zusammenleben. Sogar eine freiheitliche, demokratische Verfassung in der Moderne muss den Mitgliedern ihres Gemeinwesens \u201eheilig\u201c sein; auch wenn es schwer f\u00e4llt, allein damit Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchle anzusprechen oder Begeisterung in Form eines \u201eVerfassungspatriotismus\u201c zu wecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man<em> Josef H. Reichholf<\/em> folgt, dann spielten neben den religi\u00f6sen Riten besonders die Rauschmittel eine wichtige Rolle bei der emotionalen Gemeinschaftsbildung:<br><em>\u201eDas gemeinsame Trinken war es, das die Menschen dazu brachte, Getreide anzubauen \u2013 und nicht der Zwang, mehr Clan-Mitglieder zu ern\u00e4hren\u201c.<\/em> (2, S. 64).<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls waren Kenntnisse im Brauen von Bier schon vor 9.000 Jahren weit verbreitet (5), und das \u00e4lteste \u00fcberlieferte Rezept zum Bierbrauen ist 6.000 Jahre alt (11). Waren also zu einer (fragw\u00fcrdigen) F\u00f6rderung des Gemeinschaftsgef\u00fchls<em> Rauschmittel <\/em>n\u00f6tig? Jeder Kulturkreis benutzt ja seine besonderen Drogen (siehe Kasten \u201eGeographie der Rauschmittel\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Kam mit diesem Bed\u00fcrfnis nach Gemeinschaft auch das \u00dcbel des <em>Alkoholismus <\/em>und des <em>Drogenkonsums <\/em>in die Welt? Der Brauch des gemeinsamen Genusses von alkoholischen Getr\u00e4nken hat im europ\u00e4ischen (christlichen) Kulturkreis \u2013 zum Beispiel bei Empf\u00e4ngen, Festen oder am Stammtisch \u2013 bis heute seine Bedeutung behalten.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Die Erde \u2013 ein Selbstbedienungsladen ohne Kasse?<\/h5>\n\n\n\n<p>Eine weitere Erfahrung aus Urzeiten macht uns heute schwer zu schaffen: Die Erde war aus damaliger Sicht unbegrenzt gro\u00df, mit unersch\u00f6pflichen Ressourcen. Der Mensch dagegen erschien klein und schwach, er konnte gegen\u00fcber der \u00fcberm\u00e4chtigen Natur nur wenig bewirken. Wenn ein Gebiet durch Jagd, Weide oder Ackerbau \u00fcbernutzt war, zog man weiter und suchte ein anderes, unber\u00fchrtes St\u00fcck Land.<\/p>\n\n\n\n<p>So ganz zutreffend war diese uralte Ansicht eigentlich nie, auch nicht vor 30.000 Jahren, wo die langsame Ausrottung von Gro\u00dftieren vermutlich l\u00e4ngst begonnen hatte (vgl. \u201eIm Einklang mit der Natur?\u201c in &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/das-war-der-wilde-westen-teil-2\/\">Das war der wilde Westen&#8220; Teil 2<\/a>, unter &#8222;Geschichte&#8220;). Am Ende der Eiszeit vor 12.000 Jahren nahm dann die Gro\u00dftiervernichtung, als \u201ePleistoz\u00e4ner Overkill\u201c bezeichnet, dramatische Ausma\u00dfe an.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fehleinsch\u00e4tzung von der Unersch\u00f6pflichkeit der Erde wurde eine der Ursachen f\u00fcr den <em>r\u00fccksichtslosen Umgang mit der Natur, <\/em>ein \u00dcbel, das die menschliche \u00d6konomie seit Jahrtausenden pr\u00e4gt. Die Menschheit vermehrt sich zu Lasten der Natur, und sie breitet sich aus mit dem technischen Potential von Hochzivilisationen und der Unvernunft von Parasiten, die ihren Wirt zugrunde richten.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch im 18. und 19. Jahrhundert erschienen den Einwanderern gro\u00dfe Teile der heutigen USA als unber\u00fchrte Weiten, die unternehmungslustigen, t\u00fcchtigen Menschen unbegrenzte M\u00f6glichkeiten boten. <br>Auch die heute noch &#8211; zumindest teilweise &#8211; g\u00fcltigen Theorien der Biologen, \u00d6konomen, Philosophen sind unter der Voraussetzung entstanden, dass die Erde reichlich Platz bietet f\u00fcr alle. Damit sind sie unter den Bedingungen einer \u00fcberv\u00f6lkerten Erde unzutreffend und irref\u00fchrend.  <\/p>\n\n\n\n<p>Heute, wo die Erde \u00fcberv\u00f6lkert ist und viele Ressourcen knapp werden, f\u00e4llt es uns immer noch schwer, uns von diesem unbewussten, aber pr\u00e4genden, uralten Fehlschluss von der grenzenlos ausbeutbaren Erde zu trennen. Wir sehen ja nur unser pers\u00f6nliches Handeln, das keinen gro\u00dfen, keinen direkt sichtbaren Einfluss auf die weitere Umgebung hat. Trotz besseren Wissens verinnerlichen wir zu wenig, wie sehr unsere Umwelt unter zu vielen Menschen mit zu viel Konsum degeneriert. Dass die Erde ein Lebensraum ist, der zerst\u00f6rt werden kann, und nicht ein Supermarkt ohne Kasse, in dem sich jeder nach Belieben bedienen darf, ist uns noch immer nicht hinreichend klar.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Ist die Entwicklungsgeschichte an allem schuld?<\/h5>\n\n\n\n<p>Alles in allem ist es kein sch\u00f6nes, befriedigendes Bild von der Menschheitsentwicklung, das Kulturanthropologen heute entwerfen. <em>Gewalt, Habgier, Geiz, Ausbeutung, Ungerechtigkeit, Neid, (ungerechte) Herrscher, Kriege, Sklaverei, Steuern, das Finanzamt, Alkoholismus, Drogen, r\u00fccksichtsloser Umgang mit der Natur<\/em>: All diese \u00dcbel w\u00e4ren demnach unvermeidliche Begleiterscheinungen zuerst der biologischen und dann der kulturellen Entwicklung der Menschheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ist es wirklich so? Leiden wir heute immer noch unter einer uralten Gehirnw\u00e4sche, die jeder menschlichen Gesellschaft ein ger\u00fctteltes Ma\u00df von \u201ekultureller Gewalt\u201c aufzwingt? Die modernen Massenmedien jedenfalls k\u00f6nnen allem Anschein nach ohne Gewaltdarstellung oder gar Gewaltverherrlichungen nicht erfolgreich sein.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Gibt es also Hoffnung auf \u00dcberwindung der \u00dcbel und eine friedlichere Zukunft?<\/h5>\n\n\n\n<p>So weit wir Genaueres von der Kulturgeschichte der Menschheit wissen \u2013 im Wesentlichen seit der Erfindung der Schrift \u2013 ist festzustellen, dass Menschen \u00fcber die inhumanen Verhaltensweisen nachdachten, die uns aus kulturhistorischer Sicht von der Evolution aufgezwungen wurden. Es gab religi\u00f6se, philosophische, altruistische Ans\u00e4tze zur \u00dcberwindung lebensfeindlicher Impulse, von denen kein Mensch ganz frei scheint.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch empfand trotz allem wohl schon immer, dass er kein Spielball der Natur und nicht ohne Eigenverantwortung ist. Er ist \u2013 auch so, wie er heute ist \u2013 kein zwangl\u00e4ufiges Ergebnis einer Entwicklungskette, denn der Mensch ist in seinem eigentlichen Wesen mehr als das Ergebnis der Jahrmillionen w\u00e4hrenden Entwicklung von Gehirn und K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle liegen heutzutage Religion und \u00f6ffentliche Forschung im Widerstreit. Die einen sagen, der Mensch <em>ist<\/em> sein K\u00f6rper; die anderen sagen, der Mensch <em>ist<\/em> <em>nicht<\/em> sein K\u00f6rper, sondern er <em>hat<\/em> einen K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer das Werk \u201eIm Lichte der Wahrheit\u201c (<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/im-lichte-der-wahrheit\/\">Buchbesprechung<\/a>) kennt, wird sich aus pers\u00f6nlichem Erleben und eigener \u00dcberzeugung der zweiten Aussage anschlie\u00dfen: Als geistiges Wesen, das nicht der Materie entstammt, zeichnet den Menschen freier Wille und Bewusstsein aus, die ihm selbstbestimmte Entscheidungen erm\u00f6glichen, f\u00fcr die er dann auch die Verantwortung \u00fcbernehmen muss. <br>Wir alle haben die F\u00e4higkeit, uns \u00fcber naturgegebene Zw\u00e4nge, wie sie aus der geschilderten biologischen Entwicklung resultieren m\u00f6gen, hinauszuentwickeln. Wir k\u00f6nnen unsere Umgebung und unser menschliches Zusammenleben auf einer spirituellen Grundlage kreativ gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es mag schwierig erscheinen, sich dieser alten und urspr\u00fcnglichen Wahrheit bewusst zu bleiben, angesichts des derzeit dominierenden materialistischen und kapitalistischen Weltbildes. Doch auch der sogenannte Materialist kann zu der Einsicht kommen, dass er die Wahl hat zwischen dem Chaos und vern\u00fcnftigem Handeln. Menschlichkeit und Naturverst\u00e4ndnis sind vern\u00fcnftig.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist die Kenntnis dar\u00fcber, dass viele der in uns ruhenden zerst\u00f6rerischen Impulse aus einer lange zur\u00fcckliegenden Periode unserer Entwicklung stammen, sogar hilfreich. Denn wer diese in Urzeiten abgespeicherten Programmierungen als nicht lebensf\u00f6rdernd erkennt, kann sie leichter bewusst \u00fcberwinden und auf dem Weg vom gewaltt\u00e4tigen Raubtier zum wahren Menschentum vorankommen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Endnoten:<\/strong><br>]1] Die \u00e4ltesten als gesichert geltenden<strong> <\/strong>Werkzeuge sind 2,6 Millionen Jahre alt. Damit wird auch der Beginn er Altsteinzeit datiert. <br>[2] Im ersten bekannten Krieg wurde vor 5.500 Jahren die befestigte Handelsstadt Hamoukar (im heutigen Syrien) erobert und zerst\u00f6rt (Wikipedia). <br>[3] Nicht alle Anthropologen sind der Meinung, dass Kriege notwendige Voraussetzungen f\u00fcr die kulturelle Entwicklung waren. Vgl. <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/der-kult-der-grosen-mutter\/\">&#8222;Der Kult der gro\u00dfen Mutter&#8220;<\/a> unter &#8222;Religionsgeschichte&#8220;- und &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/die-alteste-stadt-amerikas\/\">Die \u00e4lteste Stadt Amerikas?<\/a>&#8222;. Lesen Sie dazu auch<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/weshalb-last-gaott-das-alles-zu\/\"> &#8222;Weshalb l\u00e4sst Gott das alles zu?&#8220;<\/a> und in &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 228 &#8222;Die Vertreibung aus dem Paradies&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nachtrag 2020:<br><\/strong>Nach &#8222;Der Spiegel&#8220; Nr. 29\/2020 gab es im Laufe der Menschheitsentwicklung wichtige <strong>Genmutationen:<\/strong><br>* Vor etwa 7 Millionen Jahren war das Gen ARHGAP11A noch bei Menschen und Schimpansen identisch.<br>* Vor etwa 5 Millionen Jahren entsteht eine partielle Verdoppelung&nbsp; von ARHGAP11A: ARHGAP11B. Dieses neue Gent tritt nur bei Vor- und Urmenschen auf, z. B. beim Australopithecus vor ca. 4 Millionen Jahren.<br>* Vor etwa 2 Millionen Jahren ereignet sich eine Punktmutation. Sie f\u00fchrt dazu dass das Genprodukt von ARHGAP11B in die Mitochondrien wandert. Dort regt es die Gehirnstammzellen zu gesteigerter Teilung an. <br> * Diese zweite Mutation scheint f\u00fcr das zunehmende Gehirnwachstum der Menschen \u2013 vom \u201eHomo habilis\u201c \u00fcber den \u201eHomo erectus\u201c bis zum \u201eHomo sapiens\u201c \u2013 entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gehirnvolumen:<\/strong> <br>* Vor 7 Millionen Jahren: Letzter gemeinsamer Vorfahre von Mensch und Schimpanse: 300 bis 400 ccm.<br>* Vor 4 Millionen Jahren: Australopithecus: circa. 450 ccm.<br>* Vor 2 Millionen Jahren: Homo habilis: circa 600 ccm.<br>* Vor 1 Million Jahren: Homo erectus: circa 1000 ccm.<br>* Heute: Homo sapiens: circa 1300 ccm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literatur:<br><\/strong>(1) Bild der Wissenschaft, 7\/2009.<br>(2) Bild der Wissenschaft, 9\/2009.<br>(3) Bild der Wissenschaft, 2\/2011.<br>(4) Bronowski Jacob, Der Aufstieg des Menschen, Ullstein, Frankfurt 1976.<br>(5) Der Spiegel, Nr. 52\/2009, Seite 132.<br>(6) Fagan Brian M., Aufbruch aus dem Paradies, Beck, M\u00fcnchen, 1991.<br>(7) Hagl Siegfried, Wenn es kein Wunder war, Verlag der Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart 2000.<br>(8) Hardy Alister Clavering, Der Mensch \u2013 das betende Tier, Klett-Cotta, Stuttgart 1975.<br>(9) Morris Desmond, Der nackte Affe, Droemer-Knaur, M\u00fcnchen 1970.<br>(10) Reichholf Josef H., Das R\u00e4tsel der Menschwerdung, dtv, M\u00fcnchen 1997.<br>(11) Reichholf Josef H., Warum die Menschen sesshaft wurden, Fischer, Frankfurt a. M. 2008.<br>(12) Reichholf Josef H., Warum wir siegen wollen, dtv, M\u00fcnchen 2001.<br>(13) Waal Frans de, Der gute Affe, dtv, M\u00fcnchen 2000.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Ver\u00f6ffentlicht&nbsp; in GralsWelt 67\/2011) Angesichts von Gewalttaten wie jener in Norwegen im Juli 2011 stellt sich die grundlegende Frage, weshalb der Mensch zu B\u00f6sem f\u00e4hig ist. Anthropologen meinen, Gewaltt\u00e4tigkeit und andere \u00dcbel w\u00e4ren zwangsl\u00e4ufige Folgen unserer Entwicklungsgeschichte. Stimmt das?&nbsp; Wie kam das B\u00f6se in die Welt? Viele Traditionen berichten von einem weit zur\u00fcckliegenden \u201eGoldenen Zeitalter\u201c, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-geschichte"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der gewaltt\u00e4tige Mensch - &quot;Opfer&quot; seiner Entwicklung? &#8211; SiegfriedHagl.com<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/recit\/lhomme-violent-victime-de-son-developpement\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"fr_FR\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der gewaltt\u00e4tige Mensch - &quot;Opfer&quot; seiner Entwicklung? &#8211; SiegfriedHagl.com\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"(Ver\u00f6ffentlicht&nbsp; in GralsWelt 67\/2011) Angesichts von Gewalttaten wie jener in Norwegen im Juli 2011 stellt sich die grundlegende Frage, weshalb der Mensch zu B\u00f6sem f\u00e4hig ist. Anthropologen meinen, Gewaltt\u00e4tigkeit und andere \u00dcbel w\u00e4ren zwangsl\u00e4ufige Folgen unserer Entwicklungsgeschichte. Stimmt das?&nbsp; Wie kam das B\u00f6se in die Welt? Viele Traditionen berichten von einem weit zur\u00fcckliegenden \u201eGoldenen Zeitalter\u201c, [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/recit\/lhomme-violent-victime-de-son-developpement\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"SiegfriedHagl.com\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2011-10-29T09:40:53+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2025-10-03T13:05:06+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"siegfriedhagl\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"\u00c9crit par\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"siegfriedhagl\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Dur\u00e9e de lecture estim\u00e9e\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"23 minutes\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/geschichte\\\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\\\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/geschichte\\\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\\\/\"},\"author\":{\"name\":\"siegfriedhagl\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/263c4a916fa13b3e7eda58f6c8c2695f\"},\"headline\":\"Der gewaltt\u00e4tige Mensch &#8211; &#8222;Opfer&#8220; seiner Entwicklung?\",\"datePublished\":\"2011-10-29T09:40:53+00:00\",\"dateModified\":\"2025-10-03T13:05:06+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/geschichte\\\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\\\/\"},\"wordCount\":4602,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/263c4a916fa13b3e7eda58f6c8c2695f\"},\"articleSection\":[\"Geschichte\\\/Historik\"],\"inLanguage\":\"fr-FR\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/geschichte\\\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/geschichte\\\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\\\/\",\"name\":\"Der gewaltt\u00e4tige Mensch - \\\"Opfer\\\" seiner Entwicklung? &#8211; SiegfriedHagl.com\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2011-10-29T09:40:53+00:00\",\"dateModified\":\"2025-10-03T13:05:06+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/geschichte\\\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"fr-FR\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/geschichte\\\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/geschichte\\\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Der gewaltt\u00e4tige Mensch &#8211; &#8222;Opfer&#8220; seiner Entwicklung?\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/\",\"name\":\"SiegfriedHagl.com\",\"description\":\"Artikel und Blog von Siegfried Hagl\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/263c4a916fa13b3e7eda58f6c8c2695f\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"fr-FR\"},{\"@type\":[\"Person\",\"Organization\"],\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.siegfriedhagl.com\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/263c4a916fa13b3e7eda58f6c8c2695f\",\"name\":\"siegfriedhagl\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"fr-FR\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/45b010d0734a07d6fa163753be02d78684ff4128f419d6ee0a0370de54233f1c?s=96&d=mm&r=g\",\"url\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/45b010d0734a07d6fa163753be02d78684ff4128f419d6ee0a0370de54233f1c?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/45b010d0734a07d6fa163753be02d78684ff4128f419d6ee0a0370de54233f1c?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"siegfriedhagl\"},\"logo\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/45b010d0734a07d6fa163753be02d78684ff4128f419d6ee0a0370de54233f1c?s=96&d=mm&r=g\"},\"sameAs\":[\"http:\\\/\\\/www.hagl.net\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"L'homme violent - \"victime\" de son d\u00e9veloppement ? - SiegfriedHagl.com","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/recit\/lhomme-violent-victime-de-son-developpement\/","og_locale":"fr_FR","og_type":"article","og_title":"Der gewaltt\u00e4tige Mensch - \"Opfer\" seiner Entwicklung? &#8211; SiegfriedHagl.com","og_description":"(Ver\u00f6ffentlicht&nbsp; in GralsWelt 67\/2011) Angesichts von Gewalttaten wie jener in Norwegen im Juli 2011 stellt sich die grundlegende Frage, weshalb der Mensch zu B\u00f6sem f\u00e4hig ist. Anthropologen meinen, Gewaltt\u00e4tigkeit und andere \u00dcbel w\u00e4ren zwangsl\u00e4ufige Folgen unserer Entwicklungsgeschichte. Stimmt das?&nbsp; Wie kam das B\u00f6se in die Welt? Viele Traditionen berichten von einem weit zur\u00fcckliegenden \u201eGoldenen Zeitalter\u201c, [&hellip;]","og_url":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/recit\/lhomme-violent-victime-de-son-developpement\/","og_site_name":"SiegfriedHagl.com","article_published_time":"2011-10-29T09:40:53+00:00","article_modified_time":"2025-10-03T13:05:06+00:00","author":"siegfriedhagl","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"\u00c9crit par":"siegfriedhagl","Dur\u00e9e de lecture estim\u00e9e":"23 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/"},"author":{"name":"siegfriedhagl","@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/#\/schema\/person\/263c4a916fa13b3e7eda58f6c8c2695f"},"headline":"Der gewaltt\u00e4tige Mensch &#8211; &#8222;Opfer&#8220; seiner Entwicklung?","datePublished":"2011-10-29T09:40:53+00:00","dateModified":"2025-10-03T13:05:06+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/"},"wordCount":4602,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/#\/schema\/person\/263c4a916fa13b3e7eda58f6c8c2695f"},"articleSection":["Geschichte\/Historik"],"inLanguage":"fr-FR"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/","url":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/","name":"L'homme violent - \"victime\" de son d\u00e9veloppement ? - SiegfriedHagl.com","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/#website"},"datePublished":"2011-10-29T09:40:53+00:00","dateModified":"2025-10-03T13:05:06+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/#breadcrumb"},"inLanguage":"fr-FR","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Der gewaltt\u00e4tige Mensch &#8211; &#8222;Opfer&#8220; seiner Entwicklung?"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/#website","url":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/","name":"SiegfriedHagl.com","description":"Article et blog de Siegfried Hagl","publisher":{"@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/#\/schema\/person\/263c4a916fa13b3e7eda58f6c8c2695f"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"fr-FR"},{"@type":["Person","Organization"],"@id":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/#\/schema\/person\/263c4a916fa13b3e7eda58f6c8c2695f","name":"siegfriedhagl","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"fr-FR","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/45b010d0734a07d6fa163753be02d78684ff4128f419d6ee0a0370de54233f1c?s=96&d=mm&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/45b010d0734a07d6fa163753be02d78684ff4128f419d6ee0a0370de54233f1c?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/45b010d0734a07d6fa163753be02d78684ff4128f419d6ee0a0370de54233f1c?s=96&d=mm&r=g","caption":"siegfriedhagl"},"logo":{"@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/45b010d0734a07d6fa163753be02d78684ff4128f419d6ee0a0370de54233f1c?s=96&d=mm&r=g"},"sameAs":["http:\/\/www.hagl.net"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1656"}],"version-history":[{"count":89,"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1656\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11904,"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1656\/revisions\/11904"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}