{"id":1542,"date":"2010-08-24T12:50:18","date_gmt":"2010-08-24T11:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=1542"},"modified":"2025-02-01T11:02:09","modified_gmt":"2025-02-01T10:02:09","slug":"wozu-noch-relgionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/fr\/histoire-religieuse\/a-quoi-servent-les-religions\/","title":{"rendered":"Pourquoi encore les religions ?"},"content":{"rendered":"<h4>Der Wert des religi\u00f6sen Denkens als Gegenpol zum Materialismus<\/h4>\n<blockquote><p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 60\/2010)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir haben in der GralsWelt verschiedentlich \u00fcber moderne Bestrebungen berichtet, die Religionen am liebsten abschaffen m\u00f6chten. Aus der szientistischen Sicht<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn1\">[i]<\/a> mancher Naturwissenschaftler stehen Religionen der Wahrheitssuche im Wege und gef\u00e4hrden \u2013 sofern sie in gewaltbereiten Fundamentalismus abdriften \u2013 sogar das \u00dcberleben der Menschheit.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber steht die sehr alte \u00dcberzeugung, dass die F\u00e4higkeit zur Religiosit\u00e4t zu den Kriterien geh\u00f6rt, die einen Menschen von einem \u2013 noch so hoch entwickelten \u2013 Tier unterscheiden. Die Religiosit\u00e4t ist untrennbar verbunden mit der menschlichen Entwicklung, und viele empfinden ihr Menschsein als gleichbedeutend mit religi\u00f6s sein.<br \/>\nDie Religiosit\u00e4t liegt auf einer h\u00f6heren Ebene, beim Empfinden des geistigen Kernes des Menschen, als die Verstandesebene der Wissenschaften.<\/p>\n<p>Wo also liegt das Missverst\u00e4ndnis zwischen Wissenschaft und Religion, das es diesen beiden Bestrebungen nach Erkenntnis so schwer macht, sich gemeinsam auf die Wahrheitssuche zu begeben? Und worin liegt der Wert der Religionen?<\/p>\n<h5>Was ist eine Religion?<\/h5>\n<p>In einer Zeit, in der nichts ungefragt hingenommen wird, stellt sich auch die Frage: <strong>Was ist eigentlich eine Religion?<\/strong> Neureligionen wird zum Beispiel gelegentlich die Berechtigung abgesprochen, sich als \u201eReligion\u201c zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Jahrhunderte lang galt im Abendland nur das Christentum als Religion; alles andere war \u201eheidnisch\u201c (heute vornehmer \u201epagan\u201c genannt) oder gar vom Teufel.<\/p>\n<p>Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass zu einer Religion bestimmte Kriterien geh\u00f6ren:<\/p>\n<p>\u2022 <em>Transzendenz<\/em>: Die Lehre von der Existenz \u00fcberirdischer Kr\u00e4fte, M\u00e4chte, Wesen oder der Glaube an Gott. In diesem Punkt unterscheiden sich Religionen von (politischen) Ideologien, die zwar religions\u00e4hnliche Formen annehmen k\u00f6nnen, aber nicht transzendenzgl\u00e4ubig sind.<br \/>\n\u2022 <em>Lehre: <\/em>Ohne Ethik und Glaubens\u00fcberzeugungen (zum Beispiel eine Lehre von den \u201eletzten Dingen\u201c) ist eine Religion kaum denkbar.<br \/>\n\u2022 <em>Kult: <\/em>Zur Religionsaus\u00fcbung geh\u00f6ren religi\u00f6se Riten, kultische Handlungen.<br \/>\nMan darf\u00a0 darf in dem Dreiklang von Transzendenz \u2013 Lehre \u2013 Kult eine Gemeinsamkeit aller Religionen erkennen, so verschieden sie in sonstiger Hinsicht auch sein m\u00f6gen. Der Ursprung dieser Dreiheit liegt weit zur\u00fcck, in Zeiten lange vor der Erfindung der Schrift.<\/p>\n<h5>Seit wann gibt es Religionen?<\/h5>\n<p>Fr\u00fcheste Hinweise auf die Religiosit\u00e4t lassen sich bei Urmenschen seit etwa 120.000 Jahren finden (15). Sowohl beim Neandertaler als auch beim Homo sapiens deuten Funde \u2013 vor allem rituelle Bestattungen \u2013 auf religi\u00f6se Ideen und Riten hin (9, S. 34 f.). Damit w\u00e4re von den genannten Kriterien f\u00fcr eine Religion die Existenz von Lehre und Kult gegeben, so dass man mit einiger Berechtigung vermuten darf, dass es altsteinzeitliche Religionen gab.<br \/>\n\u00dcber Jenseitsvorstellungen, Gottesbilder, Lehren, sonstige religi\u00f6se Ideen unserer Vorfahren in schriftlosen Zeiten l\u00e4sst sich nur spekulieren.<\/p>\n<h5>Die Suche nach dem Sinn<\/h5>\n<p>Zu den tiefsten menschlichen Regungen geh\u00f6rt die Suche nach dem Sinn. Ein Mensch will sein Leben verstehen, will wissen, wie und warum die Ereignisse um ihn so ablaufen, wie sie geschehen. Wo es einem Menschen an Verst\u00e4ndnis f\u00fcr (\u00fcberraschende) Geschehnisse fehlt, sucht er nach \u00fcberirdischen Erkl\u00e4rungen.<\/p>\n<p>In dieser Sinnsuche sehen auch viele Materialisten den Ursprung der Religionen, die aus deren Sicht ziemlich identisch w\u00e4ren mit dem Aberglauben.<\/p>\n<p>Seit die Naturwissenschaften die Vorg\u00e4nge in der sichtbaren Welt immer besser erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, muss man Krankheiten, Unwetter und Naturkatastrophen nicht mehr als Strafen f\u00fcr menschliche S\u00fcnden oder als Wutausbr\u00fcche einer Gottheit interpretieren. Doch wenn einzelne oder ganze V\u00f6lker von Schicksalsschl\u00e4gen getroffen werden, stellt sich doch wieder die Frage nach dem Sinn des Lebens oder der Gerechtigkeit Gottes.<\/p>\n<p>Eine befriedigende Antwort wird dann oft nach wie vor auf transzendenter Ebene gesucht; denn das Innerste des Menschen will sich nicht damit abfinden, dass alles ein Spiel des Zufalls sei.<\/p>\n<h5>Religion als moralische Instanz<\/h5>\n<p>Besonders im Abendland konnten Religionen manchmal \u2013 leider bei weitem nicht oft genug \u2013 einen m\u00e4\u00dfigenden Einfluss auf die Machthaber aus\u00fcben und ethisches Verhalten einfordern. <em>Denn die wahre Macht der Religion beginnt jenseits der Grenzen irdischer Gewalt!<\/em><\/p>\n<p>Schon in der Antike hatte die Religion ihren Stellenwert als moralische Instanz. Christliche Priester konnten bei der Durchsetzung ihrer religi\u00f6sen Ethik auf eine lange Tradition aus \u201eheidnischer Zeit\u201c zur\u00fcckblicken. Beispielsweise durfte <em>Nero<\/em> (R\u00f6mischer Kaiser von 54\u201368) nicht an den Mysterien von Eleusis teilnehmen, weil er durch den Mord an seiner Mutter Blutschuld auf sich geladen hatte (12).<\/p>\n<p><em>Ambrosius von Mailand<\/em> (339\u2013397) sagte:<em> \u201eDer Kaiser ist in der Kirche, nicht \u00fcber der Kirche\u201c<\/em> (12). Und er n\u00f6tigte <em>\u201eden R\u00f6mischen Kaiser Theodosius I., \u00f6ffentlich Reue und Bu\u00dfe zu tun, weil er ein Massaker an Aufst\u00e4ndischen in Thessaloniki angeordnet und 7000 Menschen im Zirkus hatte umbringen lassen<\/em> (11). Gegen\u00fcber den Juden lie\u00df der Kirchenvater <em>Ambrosius<\/em> \u2013 wie viele Christen nach ihm \u2013 Toleranz und Menschlichkeit allerdings vermissen (4, S. 104 f.).<\/p>\n<p>Viele Gl\u00e4ubige sind auch stolz auf Christen, die sich bis zum Martyrium einem ungerechten Herrscher widersetzten; wie zum Beispiel <em>Johannes von Nepomuk<\/em> (1350\u20131393) oder <em>Thomas Morus<\/em> (1477\u20131535).<\/p>\n<p>Leider wurde die den Priestern zugefallene geistliche Macht oft fehlgeleitet, um der Kirche oder den Interessen von Klerikern, nicht aber dem Wohl der Menschen zu dienen. So war es nur folgerichtig, dass Priester und Kirchen an Ansehen verloren. So gut wie alle Religionen litten und leiden unter unzureichender geistiger und menschlicher Qualit\u00e4t \u2013 wenn nicht gar unter schwerem Fehlverhalten \u2013 vieler ihrer Diener. Wenn Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen, ger\u00e4t das ganze System in Gefahr!<\/p>\n<p>Ein wahrhaft religi\u00f6ser Mensch muss seine \u00dcberzeugung ins t\u00e4gliche Leben umsetzen, auf seinem geistigen Weg mit dieser inneren \u00dcberzeugung vorangehen. Sonst trifft eine gerne zitierte Scheinfrage mit Tiefgang ins Schwarze: <em>\u201eWas ist ein Pfarrer?\u201c<\/em> Antwort: <em>\u201eEin Pfarrer ist ein Mensch, der den einzig richtigen Weg genau kennt, diesen Weg Allen lehrt, aber ihn selbst nicht geht.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Trotz allen Missbrauchs kirchlicher Macht und allen Versagens von Priestern hat die christliche Ethik doch Gutes bewirken k\u00f6nnen. So bot sie in der Neuzeit schlie\u00dflich die Basis f\u00fcr ein erweitertes Verst\u00e4ndnis der Menschenrechte im Zuge der Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<h5>Religi\u00f6se Macht au\u00dferhalb des Christentums<\/h5>\n<p>Im Islam fehlt der Gegensatz zwischen irdischer und religi\u00f6ser Gewalt, zwischen Kaiser und Papst, der Jahrhunderte lang die Geschichte des christlichen Mitteleuropas pr\u00e4gte. Einem sehr alten, schon aus der Antike stammenden Ideal entsprechend, sollte im Islam der geistig Reifste, der Wissendste, als Kalif \u2013 Nachfolger Mohammeds \u2013 geistlicher F\u00fchrer <em>und<\/em> irdischer Herrscher sein. Als Vorbild diente der <em>Prophet Mohammed<\/em>; der einzige Religionsgr\u00fcnder, der auch weltlicher Herrscher und Heerf\u00fchrer war<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn2\">[ii]<\/a>.<\/p>\n<p>Wie fast alle Ideale lie\u00df sich auch dieses nicht dauerhaft verwirklichen. Die Kalifen waren in der Regel autokratische Machtpolitiker, die sich oft brutal \u00fcber die Ethik ihrer Religion hinwegsetzten, ohne dass sie von islamischen W\u00fcrdentr\u00e4gern zur Ordnung gerufen werden konnten. Seit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg ist das Kalifat erloschen. \u2013<\/p>\n<p>In weiten Teilen Asiens erlangten Buddhismus, Hinduismus, Taoismus nur selten genug Einfluss, um die Herrschenden Asiens in \u00e4hnlicher Weise zu beeinflussen wie das Christentum auf die christlichen F\u00fcrsten einwirken konnte. So kam man in Asien schon lange vor Europa zu den rigorosen Vorstellungen \u00fcber die Aus\u00fcbung von Herrschaft, die wir heute als \u201eMachiavellismus\u201c brandmarken. In Asien blieb es dem einzelnen F\u00fcrsten \u00fcberlassen, sich an die Ethik seiner Religion zu halten \u2013 oder auch nicht. (Vgl. &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 92 &#8222;Politik ohne Moral:\u00a0 Machiavelli und sein F\u00fcrst&#8220;).<span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<h5>Die humane Kraft des Christentums<\/h5>\n<p>Liegt im Fehlen m\u00e4\u00dfigender religi\u00f6ser Einfl\u00fcsse vielleicht eine der Ursachen, dass Kriege und Unterdr\u00fcckung in Asien oder Afrika meist noch grausamer und menschenverachtender waren \u2013 und zum Teil noch sind \u2013, als in Europa? Schlie\u00dflich kamen alle Ans\u00e4tze zur Humanisierung \u2013 selbst des Krieges \u2013 aus dem christlich gepr\u00e4gten Abendland. Als Beispiele seien genannt: Abschaffung der Hexenprozesse, Verbot von Tortur und K\u00f6rperstrafen, Religionsfreiheit, Beendigung der Sklaverei und der Leibeigenschaft, Menschenrechtserkl\u00e4rungen, Genfer Konvention, Haager Landkriegsordnung, Kongoakte, Rotes Kreuz.<\/p>\n<p>Die in der Botschaft Jesu enthaltene Menschlichkeit blieb \u00fcber zwei Jahrtausende hinweg nicht ohne Wirkung, wie dieser Vergleich Europas mit anderen Kontinenten zeigt.<\/p>\n<p>Dass auch Europ\u00e4er rigorose Eroberer und Kolonialisten waren, dass es auch in Europa zu grausamen Kriegen und grauenhaften Exzessen atheistischer Ideologen kam, kann diese Feststellung vom m\u00e4\u00dfigenden Einfluss der christlichen Ethik nicht widerlegen. Denn gerade im Abendland erhoben sich immer wieder mahnende Stimmen religi\u00f6ser Menschen, die weltliche und geistliche Herrscher zu geistigem Verantwortungsbewusstsein aufriefen. Meist verhallten diese Rufe ergebnislos. Doch auf l\u00e4ngere Sicht wirkten solche Mahnungen nach, und sie trugen zu der Entwicklung eines menschlicheren Bewusstseins bei. Auch die Verbrechen der Kolonialisten blieben nicht unwidersprochen, und das Unrechtsbewusstsein gegen\u00fcber Sklaverei, kolonialer Ausbeutung, religi\u00f6ser oder rassistischer Verfolgung und sonstigen Menschenrechtsverletzungen wuchs \u2013 zumindest in der westlichen Welt. Andere Regionen haben hier noch manchen Nachholbedarf.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich verf\u00fcgen auch nichtchristliche Religionen \u2013 zum Beispiel der Buddhismus \u2013 \u00fcber entsprechende ethische Werte wie das Christentum und k\u00f6nnen in gleicher Weise aufbauend wirken. Die Ethik aller Hochreligionen enth\u00e4lt ja \u00e4hnliche Forderungen an das Verhalten des Menschen und f\u00fcr seine spirituelle Entwicklung. Eine ersprie\u00dfliche Zusammenarbeit der vielen Religionen unserer Welt sollte auf dieser Basis m\u00f6glich sein. Probleme bereiten hier vor allem engstirnige, an ihre Theologien gebundene fundamentalistische Priester.<\/p>\n<p>Wenn Konfessionen unbelehrbar auf ihren Dogmen beharren und mit anderen geistigen Bestrebungen nicht zusammenarbeiten wollen, darf man bezweifeln, dass es ihnen um die religi\u00f6se Wahrheit geht, die niemand auf Erden f\u00fcr sich alleine beanspruchen kann.<\/p>\n<h5>Antworten auf die Grundfragen des Lebens<\/h5>\n<p>F\u00fcr die Beantwortung der Grundfragen des Menschseins \u2013 Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn meines Lebens? \u2013 sind die Religionen zust\u00e4ndig. <em>Religi\u00f6se Lehren beginnen, wo die Wissenschaften enden:<\/em> also an der Grenze zwischen dem Materiellen, dem mit physikalischen Mitteln Nachweisbaren, und dem Spirituellen oder Transzendenten, das nur dem Innersten des Menschen, seinem Geist zug\u00e4nglich ist. Religi\u00f6se Erfahrungen sind ganzheitlich, mit wissenschaftlichen Methoden nicht zu fassen, allenfalls als Erfahrungsberichte in Dokumenten zu sammeln. Daher tun sich Metaphysik, Religiosit\u00e4t, Spiritualit\u00e4t oder Theologie auch so schwer, wenn sie sich an dem physikalisch Nachweisbaren messen lassen m\u00fcssen. \u2013<\/p>\n<p>So gut wie allen Religionen gemeinsam ist die Lehre von der Weiterexistenz der Geistpers\u00f6nlichkeit des Menschen nach seinem irdischen Ableben. Der Mensch ist also nicht nur sein K\u00f6rper. Der Erdenk\u00f6rper ist das Werkzeug, vergleichbar einer Taucherglocke, das der unsterbliche Menschengeist ben\u00f6tigt, um in der f\u00fcr ihn an sich artfremden Umgebung \u2013 auf Erden \u2013 zu weilen und zu wirken.<\/p>\n<p>Der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tode ist die vermutlich \u00e4lteste und sicher die verbreitetste aller religi\u00f6sen Lehren. Materialistische Denkmodelle stellen schon seit der Antike diese Glaubensvorstellung in Frage. Zur Zeit von <em>Jesus<\/em> glaubten zum Beispiel die Sadduz\u00e4er nicht an ein Weiterleben nach dem Tod. \u2013<\/p>\n<p><em>\u2022 Woher komme ich? \u2013<\/em> F\u00fcr asiatische Religionen ist selbstverst\u00e4ndlich, dass die eigentliche Pers\u00f6nlichkeit des Menschen schon vor dem jeweiligen Erdenleben existierte. Sie hat in anderen (menschlichen) K\u00f6rpern auf Erden gelebt, oder sich in feineren Ebenen, dem sogenannten Jenseits aufgehalten. Ein Mensch wird also nicht als unschuldiger S\u00e4ugling, als unbeschriebenes Blatt geboren. Er bringt bei seiner Geburt schon vielseitige Erfahrungen, aber auch manche Belastungen mit.<br \/>\nDiese \u201eReinkarnationslehre\u201c war im Altertum auch im Abendland verbreitet. Griechischen Philosophen, den Alten Juden und den fr\u00fchen Christen war sie bekannt. Dann haben das Judentum, die christlichen Konfessionen und der Islam diese Lehre von den mehrmaligen Erdenleben verdr\u00e4ngt.<br \/>\n<em>* Wohin gehe ich? \u2013 <\/em>Die unsterbliche Seele, die Geistpers\u00f6nlichkeit des Menschen, existierte vor ihrem Eintritt in ihr Erdenleben in einer anderen, der jenseitigen, der transzendenten Welt. Nach dem Verlassen ihres irdischen K\u00f6rpers taucht sie in diese Anderswelt mehr oder weniger lange wieder ein.<br \/>\n<em>* Was ist der Sinn des Lebens? \u2013 <\/em>F\u00fcr die biologische Maschine K\u00f6rper ist der Sinn des Lebens erf\u00fcllt, wenn sie sich reproduziert hat. Die Kette f\u00fcr das Weiterleben ist gesichert. Religionen und Religiosit\u00e4t sagen aber, dass der eigentliche Sinn des Lebens f\u00fcr die Geistpers\u00f6nlichkeit \u00fcber das kurze Erdensein hinausreicht. Das spirituelle Ziel eines Erdenlebens besteht in der Entwicklung der menschlichen Seele. Auch diese muss einem generellen Prinzip der Natur folgen, die von jedem Lebewesen Bewegung, Entwicklung, Fortschritt fordert. <em>Abd-ru-shin<\/em>, der Verfasser des Werkes \u201eIm Lichte der Wahrheit\u201c, sagt in dieser Hinsicht sinngem\u00e4\u00df, ein Menschengeist soll in seinem derzeitigen Leben seine Einsicht in das Sch\u00f6pfungsweben erweitern und eventuelle Belastungen abbauen, die Folgen von Fehlleistungen aus diesem oder einem fr\u00fcheren Leben sind. Dann wird sein geistiges Sein nach dem irdischen Ableben aufbauend weitergehen.<\/p>\n<h5>Das Dilemma der Religionen<\/h5>\n<p>Von ihrem Ursprung her sollten Religionen die Br\u00fccke bilden zwischen \u201ezwei\u201c Welten: der diesseitigen, der Welt der Materie, und der jenseitigen, der \u201egeistigen\u201c Welt. Also zwischen zwei Bereichen des Lebens, die nur aufgrund der begrenzten k\u00f6rperlichen Wahrnehmung getrennt erscheinen.<\/p>\n<p>Als Mittler zwischen diesen beiden Reichen wirkten und wirken Avatare<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn3\">[iii]<\/a>, Eremiten, Gurus, Hellseher, Lichtgesandte, M\u00f6nche, Mystiker, Priester, Rishis<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn4\">[iv]<\/a>, Schamanen, Vision\u00e4re, Weise, Zauberer. Sie alle beanspruchen, \u00fcber einen tieferen Einblick in das Sch\u00f6pfungsweben oder \u00fcber Jenseitskontakte zu verf\u00fcgen. Es geht bei einer Berufung zur Priesterschaft also um <em>erlebtes Sch\u00f6pfungswissen,<\/em> das sich theologischen Spitzfindigkeiten entzieht \u2013 jenseits von Animismus (alles ist beseelt oder der Wohnsitz von Geistern), Pantheismus (Allgottglaube), Polytheismus (Vielgottglaube) oder Monotheismus (Eingottglaube).<\/p>\n<p>Die Einteilung der Religionen in animistische, pantheistische, polytheistische, monotheistische usw. Glaubensformen entspringt ja nur wissenschaftlichen Klassifizierungen, die mit dem wahren Sch\u00f6pfungsweben wenig zu tun haben.<\/p>\n<p>Naturwesen, in der christlichen Tradition zu den Engeln gerechnet, pflegen und hegen Tiere, Pflanzen und Gestein. Manche Hellseher m\u00f6gen daraus ein animistisches Weltbild ableiten.<\/p>\n<p>In der Natur wirken die von Gott ausgehenden Sch\u00f6pfungsgesetze oder Naturgesetze <em>\u00fcberall<\/em> uneingeschr\u00e4nkt \u2013 was auf den ersten Anschein wie Pantheismus wirken kann.<\/p>\n<p>Einem Seher m\u00f6gen hohe Naturwesen wie G\u00f6tter erscheinen \u2013 wodurch ein polytheistisches Religionsverst\u00e4ndnis begr\u00fcndet wird.<\/p>\n<p>Der Monotheismus schlie\u00dflich ergibt sich aus der (offenbarten) Erkenntnis des allm\u00e4chtigen, wesenlosen Gottes, aus dessen Wollen die Sch\u00f6pfungen samt Naturgesetzen und Naturwesen hervorgegangen sind.<\/p>\n<p>Jedenfalls liegt in der Tatsache, dass die Priesterschaft erlebtes Sch\u00f6pfungswissen vermitteln soll, die tiefe Problematik aller Religionen: Ein Mittler zwischen dem Geistigen und dem Irdischen muss ein spiritueller Mensch sein; am besten ein Begnadeter, von h\u00f6heren M\u00e4chten Auserw\u00e4hlter. Eine irdische Schulung mag n\u00fctzlich sein und hilfreich, doch f\u00fcr einen geistigen F\u00fchrer reicht sie nicht aus. Es gibt auf Erden auch keinen spirituellen Ausbildungsweg, den nur geistig Berufene gehen k\u00f6nnen \u2013 zumindest derzeit nicht mehr. Ob Hohepriester der Antike in der Lage waren, die von h\u00f6heren Geistwesen im Jenseits zur Priesterschaft Auserw\u00e4hlten zu erkennen, sei dahingestellt; ebenso, ob es zutrifft, dass ein Schamane durch unsichtbare Wesen oder Kr\u00e4fte zum Schamanentum berufen wird<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn5\">[v]<\/a>.<\/p>\n<p>Von einem Priester werden weit h\u00f6here geistige Qualit\u00e4ten verlangt, als von durchschnittlichen Menschen. K\u00f6nnen Priester diesen Anforderungen nicht gen\u00fcgen, m\u00fcssen sie bei der Erf\u00fcllung ihrer eigentlichen Aufgabe versagen; ihre Religion degeneriert und verliert an Glaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<h5>Die notwendige religi\u00f6se Dynamik<\/h5>\n<p>Religionen sind in der Regel konservativ. Ihre Leiter wollen Lehre und Ritus erhalten, unverf\u00e4lscht weitergeben. Ans\u00e4tze zu Ver\u00e4nderungen, Erg\u00e4nzungen, Weiterentwicklungen treffen meist auf Widerstand. Und wenn ein offener Gedankenaustausch, das ehrliche Bekenntnis zur eigenen \u00dcberzeugung behindert wird, bl\u00fcht auch bald die Heuchelei.<\/p>\n<p>Durch das fortlaufende Wiederholen unverstandener alter Weisheiten und das Zitieren der zeitgebundenen Aussagen von Autorit\u00e4ten wird eine Religion nicht \u00fcberzeugender. Jede Generation, jeder Einzelmensch, muss ja die religi\u00f6sen Grundwahrheiten f\u00fcr sich neu erschlie\u00dfen, im Rahmen seiner zeitbezogenen Einsichtsf\u00e4higkeit in sich neu erleben. Damit ist auch jeder Mensch f\u00fcr seine Religiosit\u00e4t pers\u00f6nlich verantwortlich.<\/p>\n<p>Religi\u00f6se Wahrheiten sind zeitlos und universell. Recht verstanden, sind sie mit allen neuen, auch den wissenschaftlichen Erkenntnissen im Einklang. Doch jeder Einzelne, jede Generation, kann die religi\u00f6sen Wahrheiten nur zum Teil erfassen und kann nur das davon umsetzen, was verinnerlicht wurde. Religi\u00f6se \u00dcberlieferungen k\u00f6nnen dazu wertvolle Hilfen bieten. Doch sie m\u00fcssen nachempfunden, von der eigenen Einsicht getragen werden. Die jeweilige historische Situation, die Entstehungszeit der Lehren, ist zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Keine Religion darf dieser dauernden Auseinandersetzung mit der sich fortlaufend wandelnden Welt ausweichen. Sonst wird sie lebensfremd, verliert den Bezug zur gelebten Wirklichkeit und muss sich zu Recht fragen lassen, ob sie in der Gegenwart noch von geistigem Nutzen ist.<\/p>\n<p>In der Regel f\u00fcrchten sich die religi\u00f6sen F\u00fchrer vor spirituellen Diskussionen, die in ihrer Lebendigkeit unberechenbar sind. Glaubensinhalte k\u00f6nnten in Frage gestellt werden, die Debatten au\u00dfer Kontrolle geraten, und Spaltungen drohen. Dann vermag nur eine \u00fcberragende, spirituelle F\u00fchrerpers\u00f6nlichkeit integrierend zu wirken und das Auseinanderdriften zu verhindern.<\/p>\n<p>Aus Sorge um den Zusammenhalt wird die Weiterentwicklung einer religi\u00f6sen Lehre oft blockiert. Aus der einst lebendigen Religion wird dann eine unbewegliche, b\u00fcrokratisch verwaltete Organisation. Diese ersch\u00f6pft sich in vordergr\u00fcndigem Aktionismus, weil sie ihre Spiritualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft hat und ihre eigentliche Aufgabe als Mittler zwischen zwei Welten nicht erf\u00fcllen kann.<\/p>\n<h5>Spiritualit\u00e4t kennt keine Dogmen<\/h5>\n<p>Die Religionsgeschichte ist eine Geschichte von Erfolgen und besonders auch des Versagens. Die religi\u00f6sen Lehrer konnten dem eigenen Anspruch meist nicht gen\u00fcgen. Die Vertreter der Religionen entt\u00e4uschten, trieben Machtpolitik, hielten und halten z\u00e4h an Irrt\u00fcmern fest.<\/p>\n<p>Doch Spiritualit\u00e4t kennt keine Dogmen. Sie lebt, allen Hemmnissen zum Trotz. Religi\u00f6se Erfahrungen wirken \u00fcber Jahrhunderte hinweg \u2013 ohne R\u00fccksicht auf Konfessionen. Die unsicher \u00fcberlieferten Worte eines von Gott gesandten j\u00fcdischen Wanderpredigers aus dem ersten Jahrhundert haben die Weltgeschichte zwei Jahrtausende lang nachhaltig beeinflusst. Diese Tatsche allein spricht schon f\u00fcr die unbezwingbare Kraft religi\u00f6sen Empfindens und spirituellen Erlebens. Denn der Verstand gr\u00fcbelt und zerredet, doch der Geist des Menschen wei\u00df!<\/p>\n<p>Auf religi\u00f6sem Gebiet gibt es keine Sicherheit, keine wissenschaftlich abgesicherten Fakten, keine objektiv beweisbaren Lehren. Was bleibt, was die Zeiten \u00fcberdauert, ist die tiefe Sehnsucht des Menschen nach Wahrheit, nach Gotterkenntnis. Echte Wahrheitssuche ist ein Weg geistiger Freiheit, und damit das Gegenteil von konfessioneller Bindung an eine dogmatische Lehre mit Denkverbot. Wahrheit ist umfassend und lebendig. Sie l\u00e4sst sich nicht vereinnahmen oder in Konzilen definieren, und sie kennt auch kein Verfallsdatum.<\/p>\n<p>Jeder Einzelne ist in seiner Wahrheitssuche auf sich selbst zur\u00fcckgeworfen, muss in seinem Inneren suchen, muss sich entscheiden \u2013 f\u00fcr oder gegen seine pers\u00f6nliche Religiosit\u00e4t, f\u00fcr oder gegen den universellen Anspruch des Materialismus, f\u00fcr oder gegen die Dogmatik etablierter Lehren.<\/p>\n<p>Der religi\u00f6se Bereich ber\u00fchrt das Innerste des Menschen zutiefst. Die hier erlebten Entt\u00e4uschungen durch unberufene Priester oder gar durch Scharlatane, verletzen das Empfinden sehr schmerzhaft. Solche tiefgreifenden Entt\u00e4uschungen, die wahrheitssuchende Menschen nicht selten erfahren, k\u00f6nnen zur Ablehnung alles Religi\u00f6sen f\u00fchren. Entsprechend gro\u00df ist die Verantwortung aller Priester, aller religi\u00f6sen Menschen, die f\u00fcr ihren Glauben eintreten!<\/p>\n<h5>Religion als Gegenpol zum Materialismus<\/h5>\n<p>Wo Religionen fehlen, nicht wirken k\u00f6nnen, oder \u2013 wie im bolschewistischen Russland \u2013 abgeschafft wurden, mangelt es an wichtigen, zivilisierenden Regulativen f\u00fcr unser Leben:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Ein lebenswichtiger Teil der menschlichen Natur<br \/>\n<\/strong><em>\u201eSo wenig ein Wissen \u00fcber die biologische Funktion der Sexualit\u00e4t die Gef\u00fchle eines Liebenden zerst\u00f6ren kann, so wenig muss eine systematische wissenschaftliche Untersuchung der religi\u00f6sen Erfahrung in einer empirischen nat\u00fcrlichen Theologie zerst\u00f6ren, was jemand in der Verbindung mit dem, was er als Gott f\u00fchlt, erlebt. Die Freude, die aus den Berichten \u00fcber solche Erfahrungen spricht, ist v\u00f6llig verschieden von allem, was Aberglauben hei\u00dft; sie ist vielmehr mit der Liebe in Verbindung zu bringen. Wir m\u00fcssen uns vor der Gefahr h\u00fcten, in unserem rationalen Eifer, den Aberglauben auszurotten \u2013 und wer w\u00fcrde leugnen, dass er in der religi\u00f6sen Praxis der Vergangenheit seine Rolle gespielte hat? \u2013, den Funken g\u00f6ttlichen F\u00fchlens zu ersticken, der, recht verstanden, sich als lebenswichtiger Teil der menschlichen Natur enth\u00fcllen k\u00f6nnte: ein Teil, der, wie ich \u00fcberzeugt bin, biologisch so real ist wie die Sexualit\u00e4t.\u201c<br \/>\n<\/em><em style=\"font-size: revert;\">Hardy Alister Clavering<\/em><span style=\"font-size: revert;\"> (aus dem Buch \u201eDer Mensch \u2013 das betende Tier\u201c)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Die Frage nach dem Sinn <\/em>findet keine Antwort. Welt, Natur, Leben sind aus naturwissenschaftlicher Sicht ein sinn-, zweck- und zielloses Spiel des Zufalls. Ein individuelles, ein h\u00f6heres Entwicklungsziel f\u00fcr die Geistpers\u00f6nlichkeit eines Menschen kann die Naturwissenschaft nicht bieten. Denn die Aufgabe der Lebewesen ersch\u00f6pft sich im darwinistischen Sinn darin, ausreichend viele \u00fcberlebensf\u00e4hige Nachkommen zu produzieren.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Der Mensch ist seiner Natur nach ein religi\u00f6ses Lebewesen.&#8220;<br \/>\n<\/em><span style=\"font-size: revert;\">Edmund Burke (1729\u20131797) in \u201eBetrachtungen \u00fcber die Franz\u00f6sische Revolution\u201c<\/span><\/p>\n<p><em>&#8222;Die Kirche hat nicht den Auftrag, die Welt zu ver\u00e4ndern. Wenn sie aber ihren Auftrag erf\u00fcllt, ver\u00e4ndert sie die Welt.&#8220;<br \/>\n<\/em><span style=\"font-size: revert;\">Carl Friedrich v. Weizs\u00e4cker (1912\u20132007)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Ohne religi\u00f6se Grundlage fehlt das Bewusstsein der Verantwortung gegen\u00fcber dem Sch\u00f6pfer. <\/em>Aus echter Religiosit\u00e4t ergeben sich unentbehrliche moralische Maximen, die durch staatliche Gesetze oder philosophische Imperative nicht zu ersetzen sind. <em>Alexander Solschenizyn<\/em> sagte dazu: <em>\u201eDie Menschen haben Gott vergessen, daher kommt dies alles.\u201c<\/em> Und weiter <em>\u201eWir sind Zeugen einer erzwungenen Zerst\u00f6rung, sei es einer freiwilligen Selbstzerst\u00f6rung der Welt. Das ganze 20. Jahrhundert wird in den Mahlstrom des Atheismus und der Selbstvernichtung hineingerissen\u201c<\/em> (1).<\/p>\n<p><em>Materialistische Denkmodelle<\/em> haben im 20. Jahrhundert die religi\u00f6se Ethik in weiten Bereichen verdr\u00e4ngt. Hat dieser Mangel an ethischer Gesinnung zu den Verbrechen der Bolschewisten, Nationalsozialisten, Maoisten usw. beigetragen? Schlie\u00dflich waren die gro\u00dfen Menschheitsverbrecher des 20. Jahrhunderts allesamt Atheisten!<\/p>\n<p>Macht sich auch im 21. Jahrhundert das Fehlen einer ethischen Grundhaltung in zerst\u00f6rerischer Weise bemerkbar?<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Die Achtung des Lebens der anderen, <\/em>von Pflanzen, Tieren, Menschen, ist ein zutiefst religi\u00f6ses Anliegen, das zum Beispiel im abendl\u00e4ndischen Kulturkreis zu wenig beachtet wurde. \u00d6kologische Erkenntnisse k\u00f6nnen diese geistige Einsicht nicht hinreichend ersetzen, die sich schon in der Lehre Christi finden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wenn Religionen ihre Aufgaben nicht erf\u00fcllen, Priester versagen, die Bedeutung alles Lebendigen zu wenig erkannt wird, das Verantwortungsbewusstsein gegen\u00fcber dem Sch\u00f6pfer fehlt, ist der Niedergang einer Gesellschaft unvermeidlich.<\/p>\n<p>Der Wahrheit verpflichtete, ernsthaft gelebte, nach allen Seiten offene, verinnerlichte Religionen sind f\u00fcr das \u00dcberleben der Menschheit entscheidend!<\/p>\n<p>Der Wert einer Religion oder eines Bekenntnisses, und die Qualit\u00e4t ihrer Bekenner l\u00e4sst sich heute, wie vor zwei Jahrtausenden, an einem Jesus-Wort messen: <em>\u201eAn ihren Fr\u00fcchten sollt ihr sie erkennen.\u201c<\/em> (Matth. 7, 16).<\/p>\n<p>Lesen Sie dazu auch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/religionsgeschichte\/die-ersten-schritte-in-der-anderswelt\/\">Die ersten Schritte in der Anderswelt<\/a>&#8220; unter &#8222;Religionsgeschichte&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><br \/>\n(1) Die Welt, Nr. 128, Samstag, 4. Juli 1983.<br \/>\n(2) Fagan Brian M., Aufbruch aus dem Paradies, Beck, M\u00fcnchen 1991.<br \/>\n(3) Hagl Siegfried, Auf der Suche nach einem neuen Weltbild, Verlag der Stiftung Gralsbotschaft, Stuttgart 2002.<br \/>\n(4) Hagl Siegfried, Der okkulte Kanzler, Eigenverlag, Gr\u00e4felfing 2000.<br \/>\n(5) Hagl Siegfried, Spreu und Weizen, Gralsverlag, Eggersdorf 2003.<br \/>\n(6) Hardy Alister Clavering, Der Mensch \u2013 das betende Tier, Klett-Cotta, Stuttgart 1979.<br \/>\n(7) Mahlstedt Ina, Die religi\u00f6se Welt der Jungsteinzeit, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004.<br \/>\n(8) M\u00fcller-Karpe Hermann, Geschichte der Gottesverehrung, Lembeck, Frankfurt 2005.<br \/>\n(9) Ohlig Karl-Heinz, Religion in der Geschichte der Menschheit, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002.<br \/>\n(10) Schaller Fritz P., Die Evolution des G\u00f6ttlichen, Patmos, D\u00fcsseldorf 2006.<br \/>\n(11)\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienA\/Ambrosius_von_mailand.htm\">http:\/\/www.Heiligenlexikon.de\/BiographienA\/Ambrosius_von_mailand.htm<\/a>.<br \/>\n(12) <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ambrosius_von_Mailand\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ambrosius_von_Mailand<\/a>.<br \/>\n(13) <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maysterien_von_Eleusis\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mysterien_von_Eleusis<\/a>.<br \/>\n(14) <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Europe_belief_in_god.svg\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Europe_belief_in_god.svg<\/a><strong>\u00a0.<br \/>\n<\/strong>(15) <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Weltreligionen.png\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Weltreligionen.png<\/a><strong>\u00a0.<br \/>\n<\/strong>(16) <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Religion\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Religion<\/a>.<br \/>\n<strong>Endnoten:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref1\">[i]<\/a> Szientismus (Scientismus) = die Auffassung, dass sich mit naturwissenschaftlichen Methoden alle sinnvollen Fragen beantworten lassen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref2\">[ii]<\/a> Abgesehen vielleicht von Moses, der aber in der heutigen Geschichtsforschung nicht als historische Gestalt betrachtet wird.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref3\">[iii]<\/a> Avatar = die Inkarnation eines h\u00f6heren Wesens.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref4\">[iv]<\/a> Als Rishis bezeichnet man im Hinduismus Seher oder mythische Weise.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref5\">[v]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/schamaninnen-in-korea\/\">\u201eSchamaninnen in Korea\u201c <\/a>unter &#8222;Buchbesprechungen&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wert des religi\u00f6sen Denkens als Gegenpol zum Materialismus (Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 60\/2010) Wir haben in der GralsWelt verschiedentlich \u00fcber moderne Bestrebungen berichtet, die Religionen am liebsten abschaffen m\u00f6chten. 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