{"id":1692,"date":"2012-03-04T11:24:14","date_gmt":"2012-03-04T10:24:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=1692"},"modified":"2025-10-12T16:54:52","modified_gmt":"2025-10-12T15:54:52","slug":"wirtschaftskrise-und-weltverschworung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/es\/economia-y-social\/crisis-economica-y-conspiracion-mundial\/","title":{"rendered":"Crisis econ\u00f3mica y conspiraci\u00f3n mundial"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n<h5>Hintergr\u00fcnde der Fehlentwicklungen \u2013 ein \u00dcberblick<\/h5>\n<blockquote>\n<p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 69\/2012, erg\u00e4nzt 2024).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es ist fast ein Allgemeinplatz geworden, in katastrophalen Einbr\u00fcchen nicht Krisen zu sehen, sondern die Chancen zu betonen, die in einer Krise liegen. Dabei geht es einerseits um Naturkatastrophen wie Trockenheit, \u00dcberschwemmungen, Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbr\u00fcche, oder gar um einen zivilisationsgef\u00e4hrdenden Impakt (Einschlag eines Planetoiden), der uns, statistisch betrachtet, treffen k\u00f6nnte.\u00a0<\/p>\n<p>Solche unabwendbaren Katastrophen muss der Mensch nach allgemeiner \u00dcbereinstimmung \u00fcber sich ergehen lassen und danach, so gut es geht, aufr\u00e4umen und neu aufbauen.\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>\u201eDie Dinge sind dazu da um das Leben zu gewinnen, doch das Leben ist\u00a0<\/em><em>nicht dazu da, um Dinge zu gewinnen.\u201c\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/em>Lao Tse.<\/p>\n<p><em>\u201eIch glaube ernsthaft, dass Bankinstitute gef\u00e4hrlicher sind als stehende Armeen.\u201c\u00a0 <br \/><\/em>Thomas Jefferson, 3. Pr\u00e4sident der USA, 1816.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Anders bei den von Menschen gemachten Krisen, wie Kriegen, Revolutionen, atomaren oder \u00f6kologischen Katastrophen, Wirtschaftszusammenbr\u00fcchen, Finanzcrash, \u00dcberschuldung oder Verarmung der Staaten. Hier sind die Entscheidungstr\u00e4ger zur Verantwortung zu ziehen; denn es kann nicht angehen, dass zum Beispiel Politiker an ihren Fehlleistungen grunds\u00e4tzlich nicht schuld sein wollen oder die eigene, pers\u00f6nliche Verantwortlichkeit ableugnen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn1\">[i]<\/a>.<\/p>\n<p>Ferner ist dringend zu fragen, ob nicht Fehler im System selbst es zu leicht machen, dass von Machtwahn, Hybris oder Geldgier besessene Pers\u00f6nlichkeiten ihre niederen Triebe in gro\u00dfem Umfang umsetzen und ganze, weltweite Systeme ins Wanken bringen k\u00f6nnen. So ist es n\u00e4mlich bei unserer derzeitigen Weltwirtschaft.<\/p>\n<p>Es gibt gute Gr\u00fcnde zu der Annahme, dass das moderne, kapitalistische Wirtschaftssystem mit ganz grundlegenden, funktionellen und strukturellen M\u00e4ngeln behaftet ist.<\/p>\n<p>Im Nachfolgenden wird versucht, aus subjektiver Sicht einen \u00dcberblick zu geben \u00fcber die von den verschiedensten Seiten vorgebrachten Kritiken an unserer kapitalistischen Weltwirtschaft. Es kann sich nur um Denkanst\u00f6\u00dfe handeln, die einige Facetten der Problematik grob umrei\u00dfen.<\/p>\n<h5>Die alten Wurzeln des Kapitalismus<\/h5>\n<p>Der Begriff \u201eKapitalismus\u201c wurde von der Mitte des 19. Jahrhunderts an verwendet und vor allem durch Karl Max (1818\u20131883) bekannt. Im engeren Sinne beginnt die Geschichte des Kapitalismus im 18. Jahrhundert. Doch erlaube ich mir, die Urspr\u00fcnge viel weiter zur\u00fcck zu suchen.<\/p>\n<p>Zu den Merkmalen des Kapitalismus geh\u00f6rt die Bedeutung des materiellen Eigentums. Die \u00fcberragende Bedeutung des irdischen Besitzes begann beim \u00dcbergang der Kulturen vom J\u00e4ger und Sammler zum Nomaden und zum Bauern.<\/p>\n<p>Vor etwa 12.000 Jahren \u2013 im Neolithikum (Jungsteinzeit) \u2013 wurde Eigentum an Vieh, H\u00e4usern, Grund und Boden, bebauten Feldern usw. \u00fcberlebenswichtig. (Vgl. <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/der-gewalttatige-mensch-opfer-seiner-entwicklung\/\">\u201eDer gewaltt\u00e4tige Mensch\u201c<\/a>, unter &#8222;Geschichte&#8220;).<\/p>\n<p>Hat bereits damals ein Streben nach irdischen G\u00fctern begonnen, das inzwischen weltweit fast alle Menschen \u2013 mehr oder weniger \u2013 im Griff hat? Jedenfalls gelten seither die materiellen Werte als das entscheidende, das in erster Linie anzustrebende Besitztum.<\/p>\n<p>Daraus hat sich schlie\u00dflich der Ansatz des modernen Menschen entwickelt, sich rigoros den Reichtum der Natur (und sogar anderer V\u00f6lker) anzueignen, ohne selbst zur F\u00f6rderung der Natur und damit zur Sch\u00f6pfung beizutragen. Ein elementarer Versto\u00df gegen das geistige Gesetz vom Ausgleich zwischen Geben und Nehmen, auf dem nat\u00fcrliche Gleichgewichte basieren.<\/p>\n<p>In fr\u00fchen Kulturen waren sich die Menschen noch ihrer \u00dcbergriffe auf die Natur bewusst, weshalb sie mit verschiedensten Ritualen, Opfern, Gebeten die beleidigten Naturwesen oder G\u00f6tter zu vers\u00f6hnen suchten.<\/p>\n<p>In der Antike fanden sich dann schon die ersten, fast \u201emodernen\u201c Auspr\u00e4gungen des Kapitalismus in Form einer brutalen Ausbeutung von Menschen und Natur.<\/p>\n<p>Die antiken Reiche basierten auf Gewalt, r\u00fccksichtsloser Sklavenwirtschaft und ignorantem Umgang mit der Natur. (Vgl. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/karthago-der-erste-kapitalistisch-staat\/\">Karthago &#8211; der erste kapitalistische Staat?<\/a>, unter &#8222;Wirtschaft und Soziales&#8220;).<\/p>\n<p>Schon Platon (427\u2013347 v.Chr.) schrieb in \u201eKritias\u201c von der Zerst\u00f6rung Attikas infolge des Abholzens seiner W\u00e4lder, und der r\u00f6mische Naturforscher Plinius (23\u201379) sprach von Klima\u00e4nderungen infolge menschlicher Eingriffe.<\/p>\n<p>Der Mittelmeerraum leidet bis heute unter diesen schon in der Antike eingeleiteten Naturzerst\u00f6rungen, zum Beispiel durch Erosion.<\/p>\n<p>Im Mittelalter ging die Entwaldung in Mitteleuropa und auf den britischen Inseln weiter. Besonders f\u00fcr Schiffbau und Metallgewinnung wurde mehr Holz gef\u00e4llt als nachwachsen konnte. Europa mit seiner zunehmenden Bev\u00f6lkerung w\u00e4re ohne die Entdeckungen der gro\u00dfen Seefahrer in schwere Wirtschaftskrisen geraten.<\/p>\n<h5>Millionen Menschen blieben auf der Strecke\u2026<\/h5>\n<p>Vom 13. Jahrhundert an erlangte mit dem Aufkommen des Fernhandels der <em>Handelskapitalismus<\/em> zunehmende Bedeutung. Zun\u00e4chst durch den Orienthandel mit Seide und Gew\u00fcrzen. Dadurch flossen Gold und Silber \u2013 die auf dem internationalen Markt \u00fcberall als Geld akzeptiert wurden \u2013 nach Asien ab; Europas Wirtschaft litt unter Geldmangel.\u00a0<\/p>\n<p>Nach der Entdeckung Amerikas waren die spanischen und portugiesischen Kolonialisten vor allem an Edelmetallen interessiert. Die Gold- und Silbersch\u00e4tze der Azteken und Inkas in Form von Kunstgegenst\u00e4nden wurden v\u00f6llig gepl\u00fcndert. Dann mussten die Indios in Gold-, Silber-, Quecksilber- und sonstigen Bergwerken unter unertr\u00e4glichen Bedingungen fronen. Unz\u00e4hlige starben an Unterern\u00e4hrung und Ersch\u00f6pfung; die indianischen Zwangsarbeiter wurden bald knapp und zum Teil von schwarzen Sklaven aus Afrika ersetzt. (Vgl. &#8222;Wie religi\u00f6ser Fanatismus L\u00e4nder und Reiche ruinierte&#8220; in\u00a0&#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; S. 346 ).<\/p>\n<p>Etwa zwischen 1680 und 1807<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn2\">[ii]<\/a> bildete der \u201eDreieckshandel\u201c einen \u2013 f\u00fcr das kapitalistische Denken typischen \u2013 H\u00f6hepunkt an Menschenverachtung:<\/p>\n<p><em>\u201eVon Europa aus fuhren im Oktober die mit Feuerwaffen, Stahl- und Bronzebarren, grobem Tuch, Glasperlen und Manufakturwaren beladenen Schiffe an die westafrikanische K\u00fcste, wo die Ladung gegen Sklaven eingetauscht wurde. Danach, ab etwa Anfang Dezember, steuerten die Schiffe die Karibik an, wo vom Erl\u00f6s der Sklaven landwirtschaftliche Erzeugnisse, wie grober Zucker, Rum und Melasse sowie Baumwolle, erworben wurden. Ab April segelten die Schiffe, \u00fcberwiegend mit Zuckerprodukten beladen, in ihre Heimath\u00e4fen zur\u00fcck, um die Ladung auf dem europ\u00e4ischen Markt mit Gewinn zu verkaufen.\u201c<\/em> <br \/>(Zitat aus \u201eWikipedia\u201c, \u201eAtlantischer Dreieckshandel\u201c).\u00a0<\/p>\n<p>Die wenigsten Sklaven wurden von den Wei\u00dfen selbst eingefangen. Die allermeisten von schwarzafrikanischen H\u00e4uptlingen oder auch arabischen Sklavenh\u00e4ndlern eingehandelt. Heute wollen die Afrikaner und die Araber von ihrer Beteiligung am Sklavenhandel &#8211; die nicht weniger verbrecherisch war &#8211; nichts mehr wissen, und die Medien kennen meist nur den Sklavenhandel der Europ\u00e4er.\u00a0<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Sklaven \u00fcberlebte die unmenschlichen Bedingungen der schrecklichen Reise \u00fcber den Atlantik nach Amerika nicht. Doch die mit dem Dreieckshandel erzielten Gewinne waren exorbitant. Trotz aller Risiken durch Schiffbruch, Seer\u00e4uber und Sklaven, die den Transport nicht \u00fcberlebten, verzinste sich das eingesetzte Kapital mit 15 Prozent und mehr. (Vgl. <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/merkwuerdige-geschichten\/das-zong-massaker\/\">&#8222;Das Zong-Massaker&#8220;<\/a> unter &#8222;Merkw\u00fcrdige Geschichten&#8220;).<\/p>\n<p>Nach neueren Sch\u00e4tzungen wurden insgesamt etwa 20 Millionen Sklaven in Amerika angelandet. Z\u00e4hlt man die Verluste bei der Sklavenjagd und beim Seetransport hinzu, so d\u00fcrften insgesamt 40 Millionen Afrikaner vom Sklavenhandel der Europ\u00e4er betroffen gewesen sein (2, S. 56).<\/p>\n<p>Von arabischen Sklavenj\u00e4gern und Sklavenh\u00e4ndlern wurden \u00fcbrigens im Lauf der Jahrhunderte \u2013 teilweise noch bis heute \u2013 deutlich mehr schwarze Sklaven nach Nordafrika und in den Nahen Osten verschleppt, als von den Europ\u00e4ern in die \u201eNeue Welt\u201c. Ein unerh\u00f6rter Blutzoll f\u00fcr Schwarzafrika.<\/p>\n<p>Durch den atlantischen Dreieckshandel wurden die Kapitalien angeh\u00e4uft, die die Finanzierung der ersten industriellen Revolution erm\u00f6glichten. (Vgl. &#8222;Eine ewige, unvermeidliche Einrichtung?&#8220;, in &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 341).<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>Sozialstaat USA: Unerf\u00fcllte Ank\u00fcndigungen \u2026\u00a0<\/strong><br \/>In einer Rede zur Lage der Nation zum Neujahr 1944 k\u00fcndigte der 32. Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten, Franklin Delano Roosevelt (1882\u20131945), eine Erg\u00e4nzung zur Verfassung an, mit einem Katalog einschneidender Sozialreformen. Er umfasste:\u00a0<br \/>\u2022 das Recht auf n\u00fctzliche, eintr\u00e4gliche Arbeit und das Recht genug zu verdienen;\u00a0<br \/>\u2022 das Recht auf angemessene Ern\u00e4hrung, Kleidung und Erholung;\u00a0<br \/>\u2022 das Recht jedes Landwirtes, mit seinen Produkten genug zu verdienen um sich und seiner Familie ein gutes Leben zu sichern;\u00a0<br \/>\u2022 das Recht des Unternehmers, ob gro\u00df oder klein, in einer Atmosph\u00e4re der Freiheit Handel zu treiben; Freiheit vor unlauterem Wettbewerb und Beherrschung durch Monopole im eigenen Land und im Ausland;\u00a0\u00a0<br \/>\u2022 das Recht jeder Familie auf ein anst\u00e4ndiges Zuhause;\u00a0<br \/>\u2022 das Recht auf angemessene medizinische Versorgung und die M\u00f6glichkeit, die Gesundheit zu erhalten und zu genie\u00dfen;\u00a0<br \/>\u2022 das Recht auf angemessenen Schutz vor Existenz\u00e4ngsten im Alter, vor Krankheit, Unfall und Arbeitslosigkeit;\u00a0<br \/>\u2022 das Recht auf gute Ausbildung.\u00a0<br \/><em>\u201eAlle diese Rechte bedeuten Sicherheit. Und wenn dieser Krieg gewonnen ist, m\u00fcssen wir bereit sein, diese Rechte umzusetzen um Gl\u00fcck und Wohlergehen der Menschen zu sichern. Denn ohne Sicherheit im eigenen Land kann es keinen dauerhaften Frieden in der Welt geben.\u201c\u00a0\u00a0<br \/><\/em>(Aus \u201eKapitalismus \u2013 Eine Liebesgeschichte\u201c, Film von Michael Moore, 2009).\u00a0<br \/>Ein gutes Jahr sp\u00e4ter starb Roosevelt. Von den angek\u00fcndigten Sozialreformen war nach gewonnenem Krieg im Siegesrausch keine Rede mehr.<\/p>\n<\/blockquote>\n<h5><strong>Die grenzenlose Anh\u00e4ufung von Kapital <\/strong><\/h5>\n<p>F\u00fcr den Kapitalismus typisch ist, dass sich ein gro\u00dfer Teil des Kapitals in wenigen H\u00e4nden ansammeln kann. Dabei ist zun\u00e4chst unerheblich, ob es sich um \u201eProduktivkapital\u201c (bebaubares Land, Fabriken, Maschinen, Geb\u00e4ude usw.) oder \u2013 wie besonders in neuerer Zeit \u2013 um Geldkapital handelt.<\/p>\n<p>Wenn sich das Kapital an wenigen Punkten oder in der Hand von wenigen Personen konzentriert, so muss es zwangsl\u00e4ufig an anderer Stelle fehlen. Kommt noch die Verzinsung von Geld hinzu \u2013 die in allen Hochreligionen verboten ist \u2013, so gibt es f\u00fcr die Kapitalakkumulation kaum noch Grenzen. Dann bilden sich kapitalkr\u00e4ftige Machtzentren heraus, die \u00fcber genug Einfluss verf\u00fcgen, um durch Korruption oder Gewalt Regierungen in ihrem Sinne zu lenken.<\/p>\n<p>Wird diesem \u2013 in der kapitalistischen Wirtschaft als systemimmanent angelegten \u2013 Konstruktionsfehler nicht durch gesetzliche Ma\u00dfnahmen entgegengesteuert, so muss auf l\u00e4ngere Sicht ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung verarmen, w\u00e4hrend sich eine kleine, sehr verm\u00f6gende Clique fortlaufend bereichert. Nicht umsonst wurde bei den Revolutionen verschiedener Jahrhunderte fast immer eine \u201eBodenreform\u201c gefordert, eine Neuverteilung des extrem ungleich verteilten Eigentums. Nach dem Zweiten Weltkrieg sprach man in Deutschland von \u201eLastenausgleich\u201c.<\/p>\n<p>In neuester Zeit bietet sich den Kapitaleignern durch die Globalisierung die M\u00f6glichkeit, staatlichen Eingriffen zu entfliehen. Manche Staaten werden erpressbar durch die Drohung, das Kapital in \u201eunternehmerfreundliche\u201c (also Ausbeutung tolerierende) L\u00e4nder abzuziehen. Das gilt besonders f\u00fcr Geldkapital, das mit wenigen Mausklicken elektronisch um den Globus geschickt und der staatlichen Kontrolle entzogen werden kann.<\/p>\n<p>Es gibt ja Gro\u00dfkonzerne, deren Umsatz gr\u00f6\u00dfer ist als das Bruttosozialprodukt kleinerer Staaten. Wichtige internationale Institutionen stehen dabei auf der Seite des Kapitals. Es geht also, um Walter Eucken (1891\u20131950) zu zitieren, einen der Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, nicht darum\u00a0<br \/><em>\u201edie sogenannten Missbr\u00e4uche wirtschaftlicher Macht zu bek\u00e4mpfen, sondern die wirtschaftliche Macht selbst.\u201c<\/em> (6, S. 172).<\/p>\n<p>Idealistische Sozialisten glaubten einst, sie k\u00f6nnten dieser kapitalistischen Armutsfalle durch ein kommunistisches Staatssystem entgehen. Doch entstanden sind dann \u201estaatskapitalistische\u201c Diktaturen, manchmal verharmlosend \u201eVolksdemokratien\u201c genannt. Diese arbeiteten unwirtschaftlicher, aber nicht weniger ausbeuterisch. Dazu sind sie unterdr\u00fcckerischer als die \u201eprivatkapitalistische\u201c Wirtschaft.<\/p>\n<p>Bisher ist noch kaum ein sozialistischer oder kommunistischer Staat der Welt auf demokratischem Wege entstanden, und die Regierenden solcher Staaten konnten ihre Macht nur mit brutaler Zwangsherrschaft behaupten. Auch f\u00fcr Kolonialv\u00f6lker hatten Sozialismus oder Kommunismus wenig Gutes zu bieten. Deutlich zeigt sich, dass beide Staats- beziehungsweise Wirtschaftsformen \u2013 \u201eKapitalismus\u201c und \u201eSozialismus\u201c \u2013 einer gemeinsamen, unethischen Wurzel entsprungen sind: dem Materialismus. (Vgl. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/die-intelligenz-tickt-links\/\">Die Intelligenz tickt links<\/a>&#8220; unter &#8222;Wirtschaft und Soziales&#8220;).<\/p>\n<p>Wirtschaftliche oder politische Macht ohne (religi\u00f6se) Ethik f\u00fchrt ins Verderben, wie Alexander Solschenizyn treffend herausstellte:\u00a0<br \/><em>\u201eDass die Macht Gift ist, ist seit Jahrhunderten bekannt [\u2026] Aber es ist f\u00fcr einen Menschen, der an etwas H\u00f6heres glaubt und sich darum seiner Begrenztheit bewusst ist, die Macht noch nicht t\u00f6dlich. F\u00fcr Menschen ohne h\u00f6here Sph\u00e4re ist die Macht wie Leichengift. F\u00fcr sie gibt es bei Ansteckung keine Rettung.\u201c<\/em> (15, S. 148).<\/p>\n<p>Auch die in politischen Sonntagsreden beliebte Verharmlosung des Kapitalismus als \u201eMarktwirtschaft\u201c, \u201efreie Marktwirtschaft\u201c, oder gar als Ausdruck der \u201eFreiheit\u201c ist nicht haltbar. Auch die Sklavenhalter von einst waren Kapitalisten und pl\u00e4dierten f\u00fcr eine freie Wirtschaft, wenn sie ihnen n\u00fctzte. Denn\u00a0<br \/><em>\u201edie totale Freiheit des Marktes ist gleichbedeutend mit Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung und Tod.\u201c<\/em> (17, S. 153).<\/p>\n<p>Heute arbeiten in scheindemokratischen kapitalistischen Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern Hunderttausende unter Bedingungen, die sich von einer Sklavenhaltung kaum unterscheiden.<\/p>\n<p>Die pers\u00f6nliche Freiheit des Menschen musste noch immer vom Staat durchgesetzt werden; denn fundamentale Menschenrechte stehen der kapitalistischen Ausbeutung ebenso im Wege wie der kommunistischen Zwangsherrschaft!<\/p>\n<p>Schon Jean-Jacques Rousseau (1712\u20131778) schrieb im \u201eContract sozial\u201c (Sozialvertrag):\u00a0<br \/><em> \u201eZwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdr\u00fcckt, und das Gesetz, das befreit.\u201c<\/em><\/p>\n<h5><strong>Raub und Pl\u00fcnderung \u2013 am Beispiel Bangladesch<\/strong><\/h5>\n<p>Mit der Industrialisierung verst\u00e4rkte sich die Kapitalakkumulation und damit die M\u00f6glichkeit, wirtschaftliche und milit\u00e4rische Macht gegen Konkurrenten, vor allem aber gegen Kolonialv\u00f6lker einzusetzen. Es ging nun um die staatlich gelenkte Erschlie\u00dfung der Ressourcen in aller Welt.<\/p>\n<p>Die indigenen V\u00f6lker mussten ihre Rohstoffe kostenlos abgeben, sogar bei deren Erschlie\u00dfung helfen. Portugiesen, Spanier, Niederl\u00e4nder, Engl\u00e4nder, Franzosen, Russen, Belgier, Deutsche, Italiener, US-Amerikaner wetteiferten um Kolonialbesitz und damit um Zugang zu Rohstoffquellen und Absatzm\u00e4rkten. Die Rechte der Einheimischen interessierten nicht, und es spielte keine Rolle, wenn ein Kolonialland heruntergewirtschaftet wurde.<\/p>\n<p>So kam der Reichtum der Industriel\u00e4nder dadurch zustande, dass Kolonialv\u00f6lker Rohstoffe billig liefern und Industrieprodukte teuer kaufen mussten. F\u00fcr diesen einseitigen Handel wurden ganze bl\u00fchende Volkswirtschaften zerst\u00f6rt, wie das Beispiel des gepl\u00fcnderten <strong>Bengalen<\/strong> zeigt:\u00a0<br \/>Bengalen (einst <em>\u201eGolden Bengale\u201c<\/em> oder <em>\u201edas Paradies der V\u00f6lker\u201c<\/em> genannt, heute als <strong>Bangladesch<\/strong> eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder) war eine der reichsten Provinzen Indiens. Der amerikanische Wissenschaftler Noam Chomsky beschreibt in seinem Buch \u201eWirtschaft und Gewalt\u201c (dtv, M\u00fcnchen, 1995), dass das Textilzentrum von Dacca im Jahr 1741 (die Schlacht von Plassey, die England die Herrschaft \u00fcber Indien sicherte, war 1757) ausgedehnt, dichtbesiedelt und reich wie die City von London war. Bis 1840 aber war, <em>\u201ewie Sir Charles Trevelyan vor dem Sonderausschuss des britischen Oberhauses bezeugte, die Einwohnerzahl von 150.000 auf 30.000 gesunken und \u201ader Dschungel und die Malaria breiteten sich rasch aus. [&#8230;] Dacca, das indische Manchester, ist von einer bl\u00fchenden zu einer kleinen und verarmten Stadt geworden\u2018. [\u2026] Bengalen war f\u00fcr seine feine Baumwolle bekannt, die heute nicht mehr angebaut wird, sowie f\u00fcr die au\u00dferordentliche Qualit\u00e4t seiner Textilien. Nach der \u00dcbernahme durch Gro\u00dfbritannien erwarben die britischen H\u00e4ndler \u201amit allen erdenklichen Schurkereien [\u2026] das Tuch von den Webern zu einem Bruchteil seines Wertes\u2018, schrieb der englische Kaufmann William Bolts 1772. \u201aDie Methoden zur Unterdr\u00fcckung der armen Weber sind zahlreich und vielf\u00e4ltig. [\u2026] Geldstrafen, Pr\u00fcgel, Einkerkerung, Erzwingung von Schuldscheinen usw. [\u2026] Dass in Bengalen der Handel darniederliegt, die Gewinne zur\u00fcckgehen und der ganze Zustand so erb\u00e4rmlich ist, liegt an der Unterdr\u00fcckung und den Handelsmonopolen\u2018, die Bengalen von den Engl\u00e4ndern aufgezwungen wurden.\u201c <br \/><\/em>(5, S. 39 f.).\u00a0<br \/>Dass es in anderen Kolonien, zum Beispiel in Belgisch-Kongo, noch schlimmer zuging, sei nur am Rande erw\u00e4hnt[III].<\/p>\n<h5><strong>Neue Ausbeutung ohne milit\u00e4rische Gewalt<\/strong><\/h5>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich die politische Lage und die milit\u00e4rischen Machtverh\u00e4ltnisse grundlegend ver\u00e4ndert. Fast alle Kolonien wurden selbst\u00e4ndig, infolge des Verlustes der Kolonialherren an Ansehen und milit\u00e4rischer Macht. Alle Versuche, die Kolonien mit milit\u00e4rischer Gewalt zu halten, scheiterten.<\/p>\n<p>Eine gerechte <em>\u201eNeue Weltordnung\u201c<\/em> unter der Leitung der UN war der Plan. Folgt man Winston Churchill (1874\u20131965), so sollte diese Neue Weltordnung nahtlos an die gewaltbereite und inhumane koloniale Vergangenheit anschlie\u00dfen und den Einfluss der alten Koloniall\u00e4nder konservieren. (Siehe Kasten <em>\u201eEin Schleier der T\u00e4uschung \u00fcber Churchills Empfehlungen\u201c<\/em>).\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>\u201eEin Schleier der T\u00e4uschung \u00fcber Churchills Empfehlungen\u201c\u00a0<\/strong><br \/><em>&#8222;Als nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Weltordnung errichtet wurde, formulierte Winston Churchill die Lehren, die bei ihrer Durchsetzung zu beherzigen w\u00e4ren&#8230;die Welt sollte von den saturierten Nationen regiert werden, die nicht mehr begehren, als sie bereits besitzen. L\u00e4ge die Regierung der Welt in den H\u00e4nden hungriger Nationen, g\u00e4be es fortlaufend Gefahr. Aber von uns h\u00e4tte keiner irgendeinen Grund, mehr besitzen zu wollen. Dergestalt k\u00f6nnte der Friede von V\u00f6lkern bewahrt werden, die auf ihre Weise leben und nicht ehrgeizig sind. Wir k\u00f6nnten uns verhalten wie reiche M\u00e4nner, die auf ihrem eigenen Grund und Boden in Frieden leben.&#8220;\u00a0<br \/><\/em><em>Herrschaft auszu\u00fcben ist nicht nur das Recht der Reichen, sondern auch ihre Pflicht.\u00a0 Indes sind zwei fehlende Anmerkungen hinzuzuf\u00fcgen. Erstens mangelt es den reichen M\u00e4nnern keineswegs an Ehrgeiz. St\u00e4ndig gibt es neue Gelegenheiten, sich zu bereichern und andere zu beherrschen und das Wirtschaftssystem macht es leider unumg\u00e4nglich, diese Gelegenheiten wahrzunehmen, denn wer zu sp\u00e4t kommt, wird vom Leben bestraft. Zweitens dient die Vorstellung, &#8222;Nationen&#8220; oder &#8222;V\u00f6lker&#8220; w\u00fcrden als Akteure in der internationalen Arena auftreten, der \u00fcblichen ideologischen Drapierung, hinter der sich die Tatsache verbirgt, dass es innerhalb der reichen wie auch der hungrigen Nationen radikale Unterschiede hinsichtlich der Verteilung von Macht und Privilegien gibt. Zieht man der Schleier der T\u00e4uschung von Churchills Empfehlungen, so lauten sich schlicht, dass die reichen M\u00e4nner der reichen Gesellschaften die Welt regieren, untereinander um einen gr\u00f6\u00dferen Anteil an Macht und Reichtum konkurrieren und gnadenlos alle unterdr\u00fccken sollen, die ihnen im Wege stehen. Unterst\u00fctzung erhalten sie von den reichen M\u00e4nnern der &#8222;hungrigen Nationen&#8220;, die in diesem Spiel ihren Einsatz machen sollen. Die anderen dienen und leiden.\u00a0<br \/><\/em><em>Das sind alles Binsenweisheiten. Vor \u00fcber 200 Jahren hat Adam Smith, der h\u00e4ufig missverstandene Held des gegenw\u00e4rtigen Triumphzuges, beschrieben, dass die Reichen dem \u201eabscheulichen Wahlspruch der Herrschenden\u201c folgen: \u201eAlles f\u00fcr uns und nichts f\u00fcr die anderen.\u201c Wie selbstverst\u00e4ndlich benutzen sie die Staatsmacht, um ihre Ziele zu erreichen.&#8220;\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/em>Noam Chomski (5, S. 91 f.).<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Geschickte Neo-Kolonialisten fanden ein neues Ausbeutungssystem. Dieses funktioniert weitgehend ohne den Einsatz milit\u00e4rischer Gewalt von au\u00dfen. Unterentwickelten L\u00e4ndern werden mit Hilfe der Weltbank \u201eKredite zum Aufbau des Landes\u201c geboten, die sie mit dem verlangten Zins- und Zinseszins oft nicht tilgen k\u00f6nnen; schon gar nicht, wenn die Rohstoffpreise nur langsam steigen oder gar sinken, w\u00e4hrend die Importwaren wie Erd\u00f6l oder Industrieprodukte laufend teurer werden. So werden Entwicklungsl\u00e4nder in der Zinsfalle gefangen und sind dann abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Korrupte Eliten dieser Entwicklungsl\u00e4nder lassen sich bestechen. Politischer Druck und Waffenlieferungen sorgen daf\u00fcr, dass nur solche Regime am Ruder bleiben, die den Regierenden der Industriel\u00e4nder \u2013 in Ost und West \u2013 genehm sind. Ein Politiker eines Entwicklungslandes, der bei der Ausbeutung seiner Heimat nicht mitspielen will, wird dann zum Beispiel als \u201eKommunist\u201c diffamiert oder zur \u201eAchse des B\u00f6sen\u201c gez\u00e4hlt. Er kann froh sein, wenn er nicht ermordet wird<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn3\">[iv].<\/a><\/p>\n<p>Wer dieses b\u00f6se Spiel \u2013 das vor nichts zur\u00fcckschreckt \u2013 aus der Sicht eines Eingeweihten, also eines selbst Beteiligten, nachlesen m\u00f6chte, dem seien die <em>\u201eBekenntnisse eines Economic Hit Man\u201c<\/em> (13), einem Bestseller von John Perkins (geb. 1945) empfohlen. Hier ist zu erfahren, wie die Turbo-Kapitalisten vorgehen: mit einem der wirkungsvollsten Systeme aller Zeiten zur Auspl\u00fcnderung von Menschen und Natur.<\/p>\n<p>Neuerdings hat der Westen Konkurrenz bekommen durch die aufstrebenden neuen Weltm\u00e4chte \u2013 zum Beispiel China, Indien, Brasilien \u2013, die sich am Wettlauf um die Sicherung der Ressourcen beteiligen. Besonders China ist hier weltweit aktiv, z. B. mit der &#8222;Neuen Seidenstra\u00dfe&#8220; und Investitionen in Afrika.<br \/>Ob dadurch der Umgang mit den Entwicklungsl\u00e4ndern als Rohstofflieferanten humaner wird?<\/p>\n<h5><strong>Eine kapitalistische Weltverschw\u00f6rung? <\/strong><\/h5>\n<p>Wie in einem kapitalistischen System nicht anders zu erwarten, ist die Kluft zwischen Arm und Reich in unserer Zeit in unertr\u00e4glicher Weise gewachsen. Sie nimmt weiter zu, sowohl zwischen den Nationen, als auch innerhalb der einzelnen Staaten \u2013 selbst in den Industriel\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Dazu Josef Stiglitz (geb. 1943), Nobelpreistr\u00e4ger, Globalisierungskritiker und ehemaliger Chef\u00f6konom der Weltbank, der diese Institution aus Protest gegen deren Politik verlie\u00df:\u00a0<br \/><em>\u201eEine wachsende Kluft zwischen den Wohlhabenden und den Habenichtsen hat eine zunehmende Zahl von Menschen in der Dritten Welt in bittere Armut gest\u00fcrzt, mit weniger als 1 Dollar pro Tag zum Leben. Trotz wiederholter Versprechungen, die Armut zu reduzieren, die in der letzten Dekade des zwanzigsten Jahrhunderts gemacht wurden, ist die tats\u00e4chliche Zahl der Menschen, die in Armut leben, um fast 100 Millionen gestiegen. Dies geschah in der selben Zeit, als das gesamte Welteinkommen tats\u00e4chlich um 2,5 Prozent j\u00e4hrlich stieg.\u201c<\/em> (11, S. 26).<\/p>\n<p>Die Zust\u00e4nde in den USA mit ihrer \u201ePlutonomie\u201c (Herrschaft der Reichen) prangert Micheal Moore in seinem Film von 2009 an: <em>\u201eKapitalismus \u2013 eine Liebesgeschichte\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Oberfl\u00e4chlich betrachtet wirkt der weltweite Kapitalismus wie eine von steuernder Hand inszenierte Weltverschw\u00f6rung. Entsprechende Verschw\u00f6rungstheorien sind dann auch popul\u00e4r.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich glaube nicht, dass sich eine internationale Verbrecherbande von Industriellen, Finanzhaien, Mafiabossen und Politikern \u2013 \u00fcber alle ethnischen, geographischen, politischen und religi\u00f6sen Grenzen hinweg \u2013 verabredet hat, die Welt unter Beihilfe der gro\u00dfen, internationalen Institutionen unter ihre Gewalt zu zwingen. So einfach laufen historische Ereignisse nicht ab. Die Manager tun ja nur das, was die meisten Menschen gerne m\u00f6chten: m\u00f6glichst viel Geld verdienen!<\/p>\n<p>Dagegen bin ich \u00fcberzeugt, dass unsere kapitalistische Marktwirtschaft mit grundlegenden M\u00e4ngeln behaftet ist. Zu diesen systemischen Fehlern geh\u00f6ren das Zinses-Zins-System (das alle Hochreligionen verbieten) und das Fehlen einer Wirtschaftsethik, wie auch der Mangel an Regulierungen f\u00fcr B\u00f6rsenspekulationen usw. In einer globalisierten Welt sinkt der Einfluss der Nationalstaaten, die sich sogar gegeneinander ausspielen lassen m\u00fcssen. Der Einfluss \u00fcberstaatlicher, nicht demokratisch legitimierter Institutionen nimmt zu.<\/p>\n<p>So wird es \u00dcbelwollenden leicht gemacht, sich mit sch\u00e4ndlichen Methoden zu bereichern, die wie organisierte Kriminalit\u00e4t erscheinen. Selbst gutwollende F\u00fchrungskr\u00e4fte sehen sich geradezu gezwungen, \u201emit den W\u00f6lfen zu heulen\u201c, also sich mit ihrer Firma auf einen unethischen Konkurrenzkampf einzulassen, der oft genug auf dem R\u00fccken der Mitarbeiter ausgetragen wird. Ethische Maximen gelten in der heutigen, globalisierten Wirtschaft als \u201eWettbewerbsnachteile\u201c, die sich keine progressive Firma leisten kann!<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>\u201eDas Ende der reinen Politik\u201c\u00a0<br \/><\/strong><em>&#8222;Denn Kapitalismus in des Wortes wahrer Bedeutung ist nicht, wie man Schwachk\u00f6pfen einpaukt, die Ansammlung von Reichtum bei wenigen oder die Ausnutzung der Armen durch die Reichen oder die Trennung von Unternehmen und Arbeit. Das sind verwaschene Ideen, die aus dem Bauch kommen. Es gibt nur eine g\u00fcltige Definition von Kapitalismus: Kapitalismus ist die \u00dcbernahme der Regierung durch die Hochfinanz. Er ist zugleich immer das Ende der reinen Politik.\u00a0<br \/><\/em><em>Superreiche und Bettelarme hat es stets gegeben. Das kann an der Charakterschw\u00e4che der Menschheit liegen, an mangelndem Rechtsempfinden, eventuell auch an zu rapidem Gef\u00e4lle der Intelligenz. Den Reichen \u201eKapitalismus\u201c vorzuwerfen, ist der landl\u00e4ufige Irrtum. Reichtum, der in Form von Brillanten im Safe liegt, ist harmlos, wenn auch vielleicht ver\u00e4chtlich. Ist aber der Superreichtum im Sozialprodukt verankert, das hei\u00dft, ist das Volk in die Zwangslage man\u00f6vriert worden, f\u00fcr den Superreichtum in einem Circulus vitiosus zu arbeiten, so ist das Stadium erreicht, in dem der Superreichtum aus Selbsterhaltungstrieb die Staatssouver\u00e4nit\u00e4t selbst verk\u00f6rpern und das Regieren \u00fcbernehmen muss, um die Politik mit seinen Interessen gleichzuschalten. Dann werden Kabinette zu Schattenkabinetten und die Wirtschaftspolitik zur alleinigen Politik.&#8220;\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 <\/em>Joachim Fernau (8, S. 186).<\/p>\n<\/blockquote>\n<h5>Kann es so weitergehen?<\/h5>\n<p>Wie nicht anders zu erwarten, gibt es Widerstand gegen den neuzeitlichen Kapitalismus.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert waren es die grundlegenden Schriften der Kommunisten, Sozialisten, Anarchisten, die auf unertr\u00e4gliche Zust\u00e4nde aufmerksam machten. Dabei ging es vor allem um die Ausbeutung der Arbeiterschaft in den Industriel\u00e4ndern. Politische Parteien und Gewerkschaften entstanden, die sich dieser Problematik annahmen; in daf\u00fcr g\u00fcnstigen Zeiten mit Erfolg.<\/p>\n<p>Die Unterdr\u00fcckung oder gar Ausrottung der indigenen V\u00f6lker in den Kolonien wurde vergleichsweise weniger wahrgenommen. Schlie\u00dflich profitierten ja die meisten Bewohner der entwickelten L\u00e4nder \u2013 mehr oder weniger \u2013 vom Kolonialismus.<\/p>\n<p>Seit einigen Jahrzehnten wirkt sich nun die Globalisierung auch auf die Industriel\u00e4nder aus, insbesondere auf deren Arbeitsbedingungen. Einst gut bezahlte Jobs geraten unter Druck, und immer mehr Arbeitnehmer vermissen einen sicheren, ordentlich bezahlten Arbeitsplatz, oder sie f\u00fchlen sich als Leiharbeiter oder im Praktikum ausgenutzt.<\/p>\n<p>Die Unternehmer verweisen auf den steigenden Konkurrenzdruck. Denn die \u201eVerfolgerstaaten\u201c, die aufsteigenden Schwellenl\u00e4nder, sind auf vielen Gebieten wettbewerbsf\u00e4hig geworden und setzen die alten Industriel\u00e4nder, die \u201eAbschiedsgesellschaften\u201c, zunehmend unter Druck. (<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/der-globalisierungsschwindel\/\">\u201eDer Globalisierungsschwindel\u201c<\/a>, unter &#8222;Wirtschaft und Soziales&#8220;).<\/p>\n<p>Diese unerfreulichen Zust\u00e4nde liefern reichlich Material f\u00fcr kapitalismuskritische Autoren und NGOs (Non Government Organisations = Nicht staatliche Organisationen), die mit teilweise heftigen Kritiken an der derzeitigen Weltwirtschaft hervortreten. So schrieb Jean Ziegler, eine der wenigen politisch unabh\u00e4ngigen und moralischen Autorit\u00e4ten unserer Zeit:\u00a0<br \/><em>\u201eDie m\u00f6rderische Ordnung der Welt muss umgest\u00fcrzt werden. Eine Horde wild gewordener B\u00f6rsentrader, Spekulanten und Finanzbanditen hat eine Welt der Ungleichheit und des Schreckens errichtet. Denen m\u00fcssen wir das Handwerk legen.\u201c<\/em> (17, S. 134).<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>\u201eRegierungen handeln auf der B\u00fchne der \u00d6konomie\u201c\u00a0<br \/><\/strong><em>&#8222;Das unser Leben de facto bestimmende Herrschaftssystem, in dessen Gewalt wir mehr und mehr geraten, beherrscht uns zwar nicht de jure, es legt aber die Eckdaten fest, von denen dann auch die politische F\u00fchrung ausgehen muss. Das gilt auch f\u00fcr die Regelungen, wenn nicht gar f\u00fcr Gesetze, durch welche die wahren Schaltstellen der Macht, die multinationalen Konzerne und die Hochfinanz, dem Zugriff staatlicher Instanzen und \u00fcberhaupt jeder effektiven Kontrolle entzogen werden; in Wahrheit sind sie es, die die Staatsmacht unter Druck setzen und kontrollieren. Die Staatsmacht wiederum ist in die Macht der einzelnen Staaten aufgesplittert. Eine Aufsplitterung oder Begrenzung, die f\u00fcr die privatwirtschaftlichen Machtgruppen ebenso bedeutungslos ist wie Staatsgrenzen.\u00a0<br \/><\/em><em>Wie immer es auch um die Macht einer Regierung, ihren Handlungsspielraum und ihre F\u00e4higkeit, Verantwortung zu tragen, bestellt sein mag \u2013 das Regierungshandeln vollzieht sich heutzutage auf der B\u00fchne der \u00d6konomie, der Wechselgesch\u00e4fte und der Produktionsstandorte. Diese Faktoren bestimmen die Politik einer Regierung, fallen jedoch nicht in deren Ressort. Sie h\u00e4ngen nicht mehr von der Regierung ab, wohl aber diese von ihnen.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<br \/><\/em>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Viviane Forrester (9, S. 152 f.).<\/p>\n<\/blockquote>\n<h5>Hat der Kapitalismus abgewirtschaftet?<\/h5>\n<p>Kapitalistische Wirtschaftsformen haben sich \u00fcber die ganze Welt ausgebreitet, das kommunistische China eingeschlossen. Zu keiner historischen Zeit konnte die Wirtschaft mit Wachstumsraten aufwarten wie in den letzten zwei Jahrhunderten.\u00a0<br \/><em>\u201eZwischen 1850 und 1960 wuchs die Wirtschaft Westeuropas etwa vierzig- bis f\u00fcnfzigmal schneller als im Durchschnitt der 600 Jahre zuvor.\u201c<\/em> (6, S. 17).\u00a0<br \/>Optimisten sehen in dieser Entwicklung einen \u00fcber Jahrhunderte anhaltenden Trend, der sich trotz vor\u00fcbergehender Einbr\u00fcche weiter fortsetzen wird. Demnach wird es auch in Zukunft allen Menschen immer besser gehen. Diese Triumphe werden besonders dem Kapitalismus zugeschrieben; der entscheidende Beitrag der naturwissenschaftlich-technischen Innovationen wird stark unterbewertet<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn4\">[v]<\/a>. Der Sieg des Kapitalismus, der fast jeden Winkel der Erde erreicht hat, scheint daher total. Eine einmalige, kaum zu \u00fcberbietende Erfolgsgeschichte!?<\/p>\n<p>Doch nicht zu bestreiten ist, dass unser derzeitiges Wirtschaftssystem ohne wesentliche \u00c4nderungen nicht zukunftsf\u00e4hig ist. Es geht nicht nur um ein krankes Finanzsystem mit wild gewordenen Spekulanten, die \u00dcberschuldung der meisten Staaten, oder um eine Marktwirtschaft, die Menschen r\u00fccksichtslos ausbeutet; es geht vor allem um grundlegende Fragen der Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p>Denn in Firmenbilanzen finden sich zwar Abschreibungen f\u00fcr Geb\u00e4ude, Maschinen, Anlagen, aber die Natur spielt keine Rolle. Diese wird weiterhin als beliebig nutzbar und unendlich regenerationsf\u00e4hig betrachtet. Die Natur hat Rohstoffe in unbegrenztem Ma\u00dfe zu liefern und Abf\u00e4lle und Abgase in beliebigen Mengen zu schlucken.<\/p>\n<p>Notwendig ist eine \u201eneue industrielle Revolution\u201c, die Abkoppelung der \u00f6konomischen Wertsch\u00f6pfung (Wirtschaftswachstum) vom Naturverbrauch. Dazu geh\u00f6ren umweltfreundliche Technologien und die Umstellung der Energiegewinnung auf erneuerbare Energien (3, S. 59). Vieles w\u00e4re bei entschlossenem Handeln m\u00f6glich (16)!<\/p>\n<blockquote>\n<p><strong>\u201eWir brauchen globale ethische Rahmenbedingungen!\u201c\u00a0<br \/><\/strong><em>&#8222;Die Globalisierung des wirtschaftlichen Handelns wird nur dann zum allgemeinen und nachhaltigen Wohlstand und Vorteil aller V\u00f6lker und ihrer Volkswirtschaften f\u00fchren, wenn sie auf die best\u00e4ndige Kooperationsbereitschaft und wertorientierte Kooperationsf\u00e4higkeit aller Beteiligten und Betroffenen bauen kann. Das ist eine der grundlegenden Lehren der weltweiten Krise der Finanz- und Geldm\u00e4rkte.\u00a0<br \/><\/em><em>Die Kooperation aller Beteiligten und Betroffenen wird nur dann verl\u00e4sslich gelingen, wenn das Streben aller nach Realisierung des legitimen Eigeninteresses und nach gesellschaftlicher Wohlfahrt eingebettet ist in globale ethische Rahmenbedingungen, die allgemein als gerecht und fair akzeptiert werden. Eine solche Verst\u00e4ndigung \u00fcber global akzeptierte Normen wirtschaftlichen Handelns und Entscheidens, \u00fcber ein Ethos des Wirtschaftens, existiert erst in ersten Anf\u00e4ngen.&#8220;\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<br \/><\/em><span style=\"font-size: revert;\">Hans K\u00fcng (11, S. 23).<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Bisher gibt es nur wenige, oft unzureichende staatliche Regeln, die den Turbo-Kapitalismus z\u00e4hmen und die Naturzerst\u00f6rung begrenzen. Wird nicht sehr bald und sehr wirksam eingegriffen, zerst\u00f6ren r\u00fccksichtslose Kapitalisten die physischen Grundlagen ihrer und unserer Existenz.<\/p>\n<p>Hier wird der grundlegende Konstruktionsfehler der kapitalistischen Misswirtschaft deutlich: Der Kapitalismus ist von seinem Ansatz her ein unethisches System, das sich durch Gesetze und Regeln allenfalls etwas z\u00e4hmen l\u00e4sst. Findige Spekulanten werden aber immer wieder L\u00fccken in den staatlichen Vorgaben finden und diese L\u00fccken schamlos nutzen.<\/p>\n<p>Bisher war die kapitalistische Marktwirtschaft immer dann lernf\u00e4hig, wenn es galt, den Profit zu steigern. Wird sie es in Zukunft schaffen, ethische Maximen einzubauen und naturvertr\u00e4gliches Handeln h\u00f6her einzustufen als die Gewinnmaximierung?<\/p>\n<p>Zukunftsf\u00e4hig kann nur ein naturgem\u00e4\u00dfes Wirtschaftssystem auf ethischer Grundlage sein, f\u00fcr das konkrete Vorbilder fehlen, und das bisher noch nicht einmal ansatzweise in Sicht ist.<\/p>\n<p>H\u00f6chste Zeit, dass wir eine naturgem\u00e4\u00dfe, moralisch vertretbare, ethische Wirtschaftsordnung finden!<\/p>\n<p>Der amerikanische Soziologe und Kapitalismuskritiker Immanuel Maurice Wallerstein (geb. 1930) glaubt, dass das derzeitige kapitalistische System nicht \u00fcberleben kann. Die Lage f\u00fcr die Herrscher dieser Welt werde zunehmend chaotischer und unkontrollierbarer. W\u00f6rtlich meinte er:\u00a0<br \/><em>\u201eWir k\u00f6nnen sicher sein, dass wir in 30 Jahren nicht mehr in einem kapitalistischen Weltsystem leben werden.\u201c\u00a0<br \/><\/em>Auf die Frage, welches System den Kapitalismus abl\u00f6sen wird, hat er keine Antwort.\u00a0<br \/><em>\u201eEs kann ein besseres oder schlechteres System sein, alle M\u00f6glichkeiten sind offen.\u201c<\/em> (20).<\/p>\n<p>\u00dcber die Massenmedien und das Internet, das sich nur schwer zensieren l\u00e4sst, erfahren die Menschen zu viel \u00fcber Naturzerst\u00f6rung, Korruption, \u00dcberschuldung der Staaten, Verst\u00f6\u00dfe gegen Menschenrechte, schlechte Politik, unethische Handlungsweisen der Verantwortlichen. Man muss daher damit rechnen, dass sich viele, sehr viele ein unmenschliches System der Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung nicht beliebig lange gefallen lassen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_edn5\">[v]<\/a>. Auch drohen ernste Umweltkatastrophen.<\/p>\n<p>Das prophezeite Ende des Kapitalismus wird weder das Ende der Welt noch das Ende der Wirtschaft sein. Auch nach \u2013 vielleicht sogar revolution\u00e4ren \u2013 Umw\u00e4lzungen werden die Menschen weiter leben, sich ern\u00e4hren, kleiden, wohnen, arbeiten, Geld verdienen usw.<\/p>\n<p>Darf man darauf hoffen, dass die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik die Fehlentwicklungen erkennen und die Kraft finden, gegenzusteuern?<\/p>\n<p>Schaffen es die Staaten, wieder \u201eHerr im eigenen Haus\u201c zu sein und sich nicht l\u00e4nger ihre Politik von Lobbyisten diktieren zu lassen?<\/p>\n<p>Wird eine dringend n\u00f6tige \u201eWirtschaftsethik\u201c (10) zur weltweiten Leitlinie werden?<\/p>\n<p>Oder ist das System der Bereicherung f\u00fcr eine kleine, sehr einflussreiche Elite so verlockend, dass diese den Turbo-Kapitalismus zum Exzess treiben wird und damit ihr eigenes \u2013 nicht nur finanzielles \u2013 Ende riskiert?<\/p>\n<p>Eines ist sicher: Frieden ohne Gerechtigkeit kann es dauerhaft nicht geben!\u00a0<\/p>\n<p>Lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/das-ende-des-gesellschaftsvertrages\/\">&#8222;Das Ende des Gesellschaftsvertrages&#8220;<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/leitbilder-auf-dem-prufstand\/\">&#8222;Leitbilder auf dem Pr\u00fcfstand&#8220;,<\/a>\u00a0&#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/welches-gesellschaftssystem-wollen-wir-eine-utopie\/\">Welches Gesellschaftssystem wollen wir?<\/a>&#8220; und <a href=\"http:\/\/Zurs\u00fcck zum\" data-wplink-url-error=\"true\">&#8222;Zur\u00fcck zum Beginn&#8220;<\/a>.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Literatur:\u00a0<br \/><\/strong>(1) Aubauer Hans Peter u. a., Kapitalismus gez\u00e4hmt?, Peter Lang, Frankfurt a. M. 2010.\u00a0<br \/>(2) Biermann Werner\/Kl\u00f6nne Arno, Kapital-Verbrechen, PapyRossa, K\u00f6ln 2005.<br \/>(3) Brenner Robert P. u. a., Kapitalismus am Ende?, VSA, Hamburg 2009.\u00a0<br \/>(4) Chang Ha-Joon, 23 L\u00fcgen, die sie uns \u00fcber den Kapitalismus erz\u00e4hlen, Bertelsmann, M\u00fcnchen 2010.<br \/>(5) Chomsky Noam, Wirtschaft und Gewalt, DTV, M\u00fcnchen 1995.<br \/>(6) Daniels Arne\/Schmitz Stefan, Die Geschichte des Kapitalismus, Heyne, M\u00fcnchen 2006.\u00a0<br \/>(7) Der Spiegel, 49\/2010, Seite 22.\u00a0<br \/>(8) Fernau Joachim, Halleluja, Herbig, M\u00fcnchen 1977.<br \/>(9) Forrester Viviane, Der Terror der \u00d6konomie, Goldmann, M\u00fcnchen 1998.<br \/>(10) K\u00fcng Hans, Anst\u00e4ndig wirtschaften, Piper, M\u00fcnchen 2010.<br \/>(11) K\u00fcng Hans u. a., Manifest globales Wirtschaftsethos, DTV, M\u00fcnchen 2010.\u00a0<br \/>(12) Mies Maria, Krieg ohne Grenzen, PapyRossa, K\u00f6ln 2004.<br \/>(13) Perkins John, Bekenntnisse eines Economic Hit Man, Goldmann, M\u00fcnchen 2007. <br \/>(14) Senf Bernd, Die blinden Flecken der \u00d6konomie, DTV, M\u00fcnchen 2001.\u00a0<br \/>(15) Solschenizyn Alexander, Der Archipel Gulag, Band I, Bern 1976.<br \/>(16) Weizs\u00e4cker Ernst Ulrich u. a., Faktor vier, Droemer Knaur, M\u00fcnchen 1995.<br \/>(17) Ziegler Jean, Wie kommt der Hunger in die Welt?, Bertelsmann, M\u00fcnchen 2000.<br \/>www \u2026<br \/>Kapitalismuskritik:<br \/><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapitalismuskritik\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kapitalismuskritik<\/a>.\u00a0<br \/>www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/29\/29687\/1.html.\u00a0<br \/>Altantischer Dreieckshandel:<br \/><a href=\"http:\/\/www.de.wikipedia.orb\/wiki\/Atlantischer_Dreieckshandel\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Atlantischer_Dreieckshandel<\/a>.\u00a0<br \/><a href=\"http:\/\/www.historischer-arbeitskreis-ahrensburg.de\/Der_Dreickshandel.htm\">http:\/\/www.historischer-arbeitskreis-ahrensburg.de\/Der_Dreickshandel.htm<\/a>.\u00a0<br \/><a href=\"http:\/\/www.textundtext.de\/2008\/10\/die-sklaventransporter\">http:\/\/www.textundtext.de\/2008\/10\/die-sklaventransporter<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Endnoten:<br \/><\/strong><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref1\">[i]<\/a> Ein typisches Beispiel hierzu w\u00e4re die Aufnahme der PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) in den Euro-Raum, vor der \u00d6konomen dringend gewarnt haben (6). Auch sollte man nicht vergessen, dass Deutschland als erstes Land den Stabilit\u00e4tspakt aufgeweicht hat! Nun ist dadurch der Euro in Gefahr geraten.<br \/><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref2\">[ii]<\/a> Im Jahre 1807 wurde der Sklavenhandel (noch nicht die Sklaverei) in England verboten.<br \/><a href=\"http:\/\/Zwischen Erde und Himmel\" data-wplink-url-error=\"true\">[iii] <span style=\"color: #000000;\">In Belgisch-Kongo, der Kolonie im pers\u00f6nlichen Besitz des K\u00f6nigs Leopold I.; &#8222;W\u00e4hrend des Kautschuk-Booms, der &#8230; von den 1880er bis zu den 1920er Jahren rund vier Jahrzehnte andauerte, war die dortige Bev\u00f6lkerung gezwungen, um jeden Preis den Stoff f\u00fcr den Export zu sammeln. Dabei waren die Bev\u00f6lkerungsverluste durch Misshandlungen, Folterungen, Hunger und Krankheit so hoch, dass jede zehn Kilogramm Kautschuk, die exportiert wurden, ein Mensch mit seinem Leben\u00a0 bezahlen musste. So schockierend wenig war damals im Kongo ein Menschenleben wert, dass am Ende dieser vier Jahrzehnte die Bev\u00f6lkerung um 70% geschrumpft war.&#8220; (Peter Frankopan. &#8222;Zwischen Erde und Himmel&#8220;(<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/zwischen-erde-und-himmel\/\"><span style=\"color: #000000;\">Buchbesprechung<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/buch-und-filmbesprechungen\/zwischen-erde-und-himmel\/\"><span style=\"color: #000000;\">), Seite 642).\u00a0<\/span><\/a> <br \/>[iv] Jean Ziegler erw\u00e4hnt Thomas Sankara, den Staatchef von Burkina Faso. Ihm war das Wohlergehen seines Volkes wichtiger als die Interessen der Kapitalisten. Daf\u00fcr wurde er 1987 ermordet. (17, S. 118 f.). Ein weiteres Beispiel bietet Patrice Lumumba (1925-1961), Pr\u00e4sident des Kongo, der ebenfalls ermordet wurde.<br \/><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref4\">[v]<\/a> Wie hei\u00dft es so typisch: <em>\u201eDer Techniker ist das Kamel, auf dem der Kaufmann zum Erfolg reitet.\u201c<br \/><\/em><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-admin\/#_ednref5\">[vi]<\/a> Allen Verantwortlichen ist dringend anzuraten, die Geschichte der Franz\u00f6sischen Revolution zu lesen. Auch die von Politikern angefeindete Schrift <em>\u201eDer kommende Aufstand\u201c<\/em>, die man im Netz findet, ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal! (http:\/\/media.de.indymedia.org\/media\/2010\/07\/\/286489.pdf).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hintergr\u00fcnde der Fehlentwicklungen \u2013 ein \u00dcberblick (Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 69\/2012, erg\u00e4nzt 2024). 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