{"id":1569,"date":"2010-12-21T13:43:49","date_gmt":"2010-12-21T12:43:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com"},"modified":"2026-01-06T12:06:30","modified_gmt":"2026-01-06T11:06:30","slug":"der-globalisierungsschwindel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/es\/economia-y-social\/la-estafa-de-la-globalizacion\/","title":{"rendered":"La estafa de la globalizaci\u00f3n"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 62\/2010)<\/p><\/blockquote>\n<p>Vor kurzem machte mich ein Freund auf ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr chinesische Importwaren in der Peripherie von M\u00fcnchen aufmerksam. Das Angebot bestand aus allerlei Schnickschnack, aber auch aus interessanten Produkten, wie Taschenmessern, Werkzeugen, Elektronik und Optik. Die wichtigsten Abnehmer sind nicht die L<ins cite=\"mailto:Siegfried%20Hagl\" datetime=\"2010-08-18T17:24\"><\/ins>aufkundschaft wie ich; denn dazu liegt der kleine Laden zu weit ab. Es sind H\u00e4ndler, die gr\u00f6\u00dfere Partien ordern und dementsprechend noch ansehnliche Rabatte heraushandeln. Diese H\u00e4ndler verh\u00f6kern die Waren dann wohl als \u201eSonderangebote\u201c bei Jahrm\u00e4rkten, Flohm\u00e4rkten, im Internet usw. mit gutem Gewinn.<\/p>\n<p>Bei der Betrachtung der Produkte und der Preise wurde ich nachdenklich. Es wird sicher nicht die Qualit\u00e4t westlicher Spitzenfirmen angeboten. Doch f\u00fcr viele Zwecke reicht eine etwas einfachere Ausf\u00fchrung aus, die im Gegenzug konkurrenzlos billig ist.<\/p>\n<p>Allem Anschein nach ist eingetreten, wovor schon vor einem Jahrhundert als m\u00f6gliche Bedrohung der Industriel\u00e4nder gewarnt wurde: die bev\u00f6lkerungsreichen L\u00e4nder Asiens \u00fcberschwemmen die westlichen M\u00e4rkte mit konkurrenzlos billiger Ware. Das Ergebnis ist eine fortschreitende Deindustrialisierung der einst f\u00fchrenden Industrienationen mit entsprechendem Verlust an Arbeitspl\u00e4tzen (vgl. \u201e<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/hungrig-tuchtig-risikobereit\/\">Hungrig, t\u00fcchtig, risikobereit\u201c<\/a> unter &#8222;Wirtschaft und Soziales&#8220;). Die aus dem Arbeitsmarkt \u201eAusgesto\u00dfenen\u201c (man spricht etwas versch\u00e4mt lieber von \u201eFreigestellten\u201c) sind dann auf das soziale Netz angewiesen, das unter den zu bef\u00fcrchtenden Belastungen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter rei\u00dfen muss.<\/p>\n<p>Gereicht die viel gelobte Globalisierung, die den Billiglohn-L\u00e4ndern den freien Zugang zu den Hochpreis-M\u00e4rkten der klassischen Industrienationen erlaubt, vielleicht doch nicht allen Partnern, \u201eReichen\u201c wie \u201eArmen\u201c, zum Vorteil? Sind die Gewinner, die zuletzt lachen, die aufsteigenden Industriel\u00e4nder Asiens? M\u00fcssen die klassischen Industriel\u00e4nder absteigen, vielleicht gar verarmen?<\/p>\n<h5>Die ideologische Basis der Globalisierung<\/h5>\n<p>In der Geschichte haben nicht selten religi\u00f6se oder politische Ideologien Menschenmassen in Bewegung gesetzt; von den Kreuzz\u00fcgen oder der Reformation \u00fcber die franz\u00f6sische Revolution, kommunistische, faschistische, nationalsozialistische, maoistische Ideologien bis zum fundamentalistischen Islam. Die Beispiele lassen sich beliebig vermehren.<\/p>\n<p>Weniger bekannt ist, dass auch in der Wissenschaft ideologische Voreingenommenheiten den Ton angeben k\u00f6nnen. Eine solche Ideologie, die durch praktische Erfahrungen eher widerlegt als bewiesen scheint, ist der <ins cite=\"mailto:Siegfried%20Hagl\" datetime=\"2010-08-18T17:28\"><\/ins>frei<ins cite=\"mailto:Siegfried%20Hagl\" datetime=\"2010-08-18T17:28\"><\/ins>e Handel.\u00a0Der Freihandel, der angeblich den Interessen aller Beteiligten dient und die optimale Wirtschaftsweise erm\u00f6glicht. Dieses Dogma liefert auch die Grundlagen und die Rechtfertigung der Globalisierung.<\/p>\n<p>Am entschiedensten wurde in den hinter uns liegenden zwei Jahrhunderten der Freihandel von Gro\u00dfbritannien gefordert und bedingungslos \u2013 das hei\u00dft teilweise sogar mit Waffengewalt \u2013 durchgesetzt, bis zum Opium-Krieg (vgl. &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/chinas-niedergang-und-aufbruch\/\">China III: Chinas Niedergang und Aufbruch\u201c<\/a> unter &#8222;Geschichte&#8220;).<\/p>\n<p>So lange die britische Industrie f\u00fchrend war, zog sie Nutzen aus dem freien Handel. Als die Konkurrenz anderer Statten<ins cite=\"mailto:Siegfried%20Hagl\" datetime=\"2010-08-18T17:32\"> <\/ins>nachzog und die britische Vormachtstellung zu br\u00f6ckeln drohte, wurden nicht \u00f6konomische ( z. B. Einfuhrz\u00f6lle), sondern politische Antworten gesucht, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs beitrugen.<\/p>\n<h5>Ein cleverer Spekulant<\/h5>\n<p>Der Engl\u00e4nder David Ricardo (1772-1823) war der Sohn eines B\u00f6rsenspekulanten, der ihn schon als Kind in die Feinheiten der Spekulation einf\u00fchrte. David Ricardo verlie\u00df als 14-j\u00e4hriger die Schule, bekam nie eine h\u00f6here Bildung, war aber der geborene Finanzakrobat, der sich schon mit 21 Jahren selbst\u00e4ndig machte. Als er im Alter von 51 Jahren \u00fcberraschend starb, hinterlie\u00df er ein Verm\u00f6gen von gut 35 Millionen Pfund.<\/p>\n<p>Wir brauchten uns mit Ricardo nicht weiter zu befassen, h\u00e4tte er nicht seiner Neigung zum Theoretisieren nachgegeben und seine Vorstellungen in einer Reihe von Schriften propagiert. In seiner bedeutendsten Botschaft forderte er den vollkommen freien Handel ohne jeden staatlichen Eingriff. Als Beispiel diente ihm<br \/>\n<em>\u201eeine Welt, in der England Tuch und Wein produziert. Portugal stellt ebenfalls Wein und Tuch her, beides allerdings zu deutlich g\u00fcnstigeren Bedingungen. Dennoch wird sich der Handel zwischen beiden Volkswirtschaften zum gegenseitigen Vorteil entwickeln, sagt Ricardo. Es komme nicht auf den absoluten Vorteil und die tats\u00e4chlichen Preise an, sondern nur auf den vergleichbaren Vorteil und die relativen Preise. Im Fall von Portugal seien die Verdienstm\u00f6glichkeiten beim Export von Wein h\u00f6her als beim Export von Tuch, weil es pro Zeiteinheit mehr Wein als Tuch herstellen k\u00f6nne. Deshalb sei es \u00f6konomisch klug f\u00fcr die Portugiesen, sich darauf zu konzentrieren: Portugal also produziert Wein f\u00fcr den Export. Im Gegenzug erh\u00e4lt es aus England Tuch, und zwar mehr Tuch, als wenn es den Stoff selbst produziert h\u00e4tte. Die englischen Tuchhersteller besitzen zwar keinen absoluten, wohl aber gegen\u00fcber der aufwendigeren Weinherstellung im eigenen Land einen komparativen, das hei\u00dft vergleichbaren Vorteil. Das reiche aus, damit der Handel f\u00fcr beide sich lohne, so Ricardo.\u201c <\/em>(10, S. 338)<em>.<br \/>\n<\/em><span style=\"font-size: revert;\">Diese Vorstellungen sind rein theoretisch und die Praxis spricht gegen sie:<br \/>\n<\/span><em>\u201eDer Weinexporteur Portugal, der seine Tuchproduktion zugunsten des Weinbaues aufgibt und damit besser f\u00e4hrt, als wenn er beides herstellt, verst\u00f6\u00dft gegen seine ureigensten Interessen. Das wahre Portugal besitzt ein handfestes, durch nichts zu d\u00e4mpfendes Interesse, den Status des Landes der Weinbauern zu verlassen. Wie jeder andere Nationalstaat auch will es auf die n\u00e4chsth\u00f6here Stufe des Wirtschaftens klettern, will Industrieprodukte erzeugen und moderne Dienstleistungen anbieten.\u201c<\/em> (10, S. 339).<\/p>\n<p>Der Zustand, in dem Industriel\u00e4nder ihre Industrieprodukte teuer in Entwicklungsl\u00e4ndern verkaufen konnten, und diese wiederum Rohstoffe und Agrarprodukte billig liefern mussten, lie\u00df sich nur w\u00e4hrend der Kolonialzeit gewaltsam halten.<br \/>\nHeute wollen Entwicklungsl\u00e4nder und Schwellenl\u00e4nder (die wir besser <em>\u201eAngreiferstaaten\u201c<\/em> (10) nennen sollten) zu Industrienationen werden. Den westlichen Industriel\u00e4ndern droht der Abstieg zu <em>\u201eAbschiedsgesellschaften\u201c<\/em> (10), die Trost suchen im Blick zur\u00fcck, da ihre Zukunft d\u00fcster aussieht.<\/p>\n<p>Ricardos Modell fehlt die Dynamik und eine realistische Vorstellung von den M\u00f6glichkeiten der Industrie, deren Wertsch\u00f6pfung die der Landwirtschaft weit hinter sich l\u00e4sst. Ricardo erlebte nur den Beginn der Industrialisierung. Auch der Welthandel war zu Ricardos Zeiten \u2013 selbst im gr\u00f6\u00dften Kolonialreich \u2013 noch bescheiden. Obwohl ein\u00a0B\u00f6rsen-Guru, untersch\u00e4tzte Ricardo den dominierenden Einfluss des Finanzkapitals, das heute dahin flie\u00dft, wo die gr\u00f6\u00dften Renditen winken.<\/p>\n<p>Der Finanzinvestor des 21. Jahrhunderts ist ein Weltb\u00fcrger, kein Nationalist. Diese heutige Denkweise konnte Ricardo nicht vorhersehen. Welcher Engl\u00e4nder h\u00e4tte damals die M\u00f6glichkeit angedacht, seine Fabrik nach Indien zu verlagern, um dort konkurrenzlos billig zu produzieren?<\/p>\n<p>Die Fehleinsch\u00e4tzungen Ricardos f\u00fchrten zu falschen Schlussfolgerungen:<br \/>\n<em>\u201eEr sah nur Gewinner, wohin er auch blickte. Wer sich am freien Welthandel beteiligte, stehe besser da, als wenn er es unterlasse. Wobei er davon ausging, dass geradezu mit naturgesetzlicher Kraft eine Arbeitsteilung zustande kommt. Dass Portugal den Briten Wein liefern k\u00f6nnte, ohne Tuch zu bestellen, kam ihm nicht in den Sinn. Die Handelsbilanz zweier Staaten war bei ihm immer ausgeglichen.\u201c<\/em> (10, S. 342).<br \/>\nDoch David Ricardos\u00a0oberfl\u00e4chlicher, unausgegorener <ins cite=\"mailto:Siegfried%20Hagl\" datetime=\"2010-08-18T17:37\"><\/ins>Freihandelsgedanke fand einflussreiche Unterst\u00fctzer und Eingang in die \u00f6konomischen Lehrb\u00fccher. Seit fast zwei Jahrhunderten wird vor allem von den Angelsachsen der \u201efreie Handel\u201c mit einer Leidenschaft vertreten, die an religi\u00f6sen Dogmatismus erinnert (vgl. \u201eAls eine Million Iren starben\u201c in &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 426).<br \/>\n<em>\u201eFreihandel ist eine Art Glaubensbekenntnis, und man treibt seinen Kult damit. Wenn er schon nicht g\u00f6ttlichen Ursprungs ist, ist er dann nicht zumindest naturgem\u00e4\u00df, und ist die Natur etwa kein Werk Gottes?\u201c<\/em> (6, Seite 278).<br \/>\nErstaunlich, dass eine solche Hypothese, die sich in der Praxis nicht best\u00e4tigt, in einer Zeit der Hochindustrialisierung mit weltweiten Nachrichtenverbindungen und dem billigsten Transport aller Zeiten, noch immer ihre Bef\u00fcrworter findet, die Milliarden Menschen den \u201eGro\u00dfversuch Globalisierung\u201c zumuten.<br \/>\nOder sind die fragw\u00fcrdigen Freihandels-Hypothesen nur ein Vorwand, um eine Weltwirtschaft zu rechtfertigen, die der Bereicherung einer Elite dient? Einer kleinen, einflussreichen Gruppe, der nicht nur \u2013 wie in Kolonialzeiten \u2013 die Kolonialv\u00f6lker gleichg\u00fcltig sind, sondern die auch \u00fcber das Wohl ihrer eigenen Landsleute rigoros hinweggeht?<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eIch habe eine Berechnung angestellt und \u00f6ffentlich vorgelegt, die den Beweis antritt, dass die Gewinne der Gewinner die Verluste der Verlierer im Westen derzeit nicht mehr ausgleichen. Die Globalisierungsbilanz f\u00fcr L\u00e4nder wie Deutschland oder Amerika ist seit geraumer Zeit negativ. In Deutschland verlieren viele Millionen ihren Job. In Amerika verlieren Millionen zwar nur kurzfristig ihren Job, allerdings um anschlie\u00dfend eine schlechter bezahlte T\u00e4tigkeit aufzunehmen. Wir sind heute im Wettbewerb mit den Asiaten in einer Win-Lose-Situation, in der die einen gewinnen und die anderen unterm Strich verlieren.\u201c<br \/>\n<\/em>Aus einem Gespr\u00e4ch mit Paul Anthony Samuelson (1915-2009), Tr\u00e4ger des Nobelpreises f\u00fcr Wirtschaft (10, S. 380). <strong>\u00a0<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<h5>Wiedergeburt des Protektionismus?<\/h5>\n<p>Historisch gesehen, war der Freihandel nicht der Motor des Fortschritts und der Industrialisierung. Denn L\u00e4nder mit unterschiedlichem industriellem Niveau k\u00f6nnen nicht einfach dem freien Spiel der Kr\u00e4fte \u00fcberlassen bleiben.<\/p>\n<p>In Europa verordnete Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Kontinentalsperre, ein Einfuhrverbot f\u00fcr englische Waren, um die Wirtschaft seines Kriegsgegners zu schw\u00e4chen. Dieses Ziel \u2013 Gro\u00dfbritannien wirtschaftlich entscheidend zu schaden \u2013 konnten die nur ein knappes Jahrzehnt andauernden Einfuhrbeschr\u00e4nkungen nicht erreichen.<br \/>\nF\u00fcr den europ\u00e4ischen Handel brachte die Kontinentalsperre Nachteile, doch f\u00fcr Teile der mitteleurop\u00e4ischen Industrie erwiesen sich die Zollschranken als f\u00f6rderlich.\u00a0 Viele Waren, die nicht mehr importiert werden durften, wurden nun<ins cite=\"mailto:Siegfried%20Hagl\" datetime=\"2010-08-18T17:40\"> <\/ins>im eigenen Land hergestellt, zu etwas h\u00f6heren Kosten. So konnten sich wichtige Industriezweige auf dem Kontinent entwickeln, und sogar neue Gewerbe entstehen, wie die Gewinnung von R\u00fcbenzucker als Ersatz f\u00fcr den Rohrzucker aus Westindien<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1\">[i]<\/a>.<\/p>\n<p>In der Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte der Deutsche Zollverein f\u00fcr Schutzz\u00f6lle, die der eigenen Industrie halfen.<\/p>\n<p>Auch im fortgeschrittenen Stadium der Industrialisierung behielten Deutsche, Franzosen, Amerikaner ihren Status als \u201eVerfolgerstaaten\u201c, die\u00a0Gro\u00dfbritannien erfolgreich Konkurrenz machten. Sie nutzten die Freiz\u00fcgigkeit im britischen Imperium, derweil sie ihre Heimatm\u00e4rkte nach wie vor sch\u00fctzten<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn2\">[ii]<\/a>.<br \/>\n<em>\u201eDer durchschnittliche Zollsatz f\u00fcr importierte Industriewaren lag im Jahre 1913 in Deutschland bei 17, in Frankreich bei 20 und in den USA bei 44 Prozent, nur in Gro\u00dfbritannien wurde praktisch kein Zoll erhoben\u201c <\/em>(10, S. 350).<br \/>\nGro\u00dfbritannien hat damit seinen Abstieg aus ideologischen Gr\u00fcnden selbst beschleunigt.<\/p>\n<p>Auch in der Gro\u00dfen Wirtschaftskrise der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts geriet der Freihandel in Verruf. Viele L\u00e4nder suchten andere Wege. Deutschland erregte den besonderen Zorn der Finanzhaie, indem es sich vom Goldstandard abkoppelte. (7, S. 67).<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg organisierten die \u201eKleinen Tiger\u201c Japan, Taiwan, Thailand, Singapur und S\u00fcdkorea ihren wirtschaftlichen Aufstieg unter staatlicher Lenkung im Widerspruch zu Ricardos Theorien. Nicht Freihandel, sondern sanfte Abschottung zum Schutz der eigenen Industrie und Exportf\u00f6rderung war ihr Erfolgsrezept (10, S. 350).<\/p>\n<p>In Japan als Beispiel wurde auch die Zuwanderung erschwert, selbst in Zeiten akuten Arbeitskr\u00e4ftemangels. Die japanische Industrie wurde so zu extremer Rationalisierung gezwungen. Das f\u00fchrte dazu, dass vor\u00fcbergehend in Japan mehr Industrieroboter im Einsatz waren, als im Rest der Welt.<\/p>\n<p>Heute geht Chinas \u201eb\u00fcrokratischer Kapitalismus\u201c den Weg einer vom Staat gelenkten, eingeschr\u00e4nkten Marktwirtschaft. So wurde im Sommer 2006 der <em>\u201eImport von Autoteilen mit einem 25-prozentigen Strafzoll belegt, wenn es der Hersteller wagt, mehr als 60 Prozent des Wagenwertes ausw\u00e4rts fertigen zu lassen.\u201c<br \/>\n<\/em>Damit werden die Autohersteller gezwungen, m\u00f6glichst viel in China herzustellen. Ein solcher Strafzoll ist nach den Regeln der Welthandelsorganisationen verboten, doch in China setzt man auf die Langsamkeit der westlichen Demokratien! (10, S. 358).<\/p>\n<p>Vorhaltungen westlicher Politiker, die von China flexible Wechselkurse, Freihandel, Menschenrechte, Patentschutz, politische Freiheiten, Rechtssicherheit, Sozialsysteme, Umweltschutz usw. einfordern, werden h\u00f6flich l\u00e4chelnd entgegengenommen. Wohl wissend, dass die westlichen Firmen auf den aufsteigenden \u201eGro\u00dfen Drachen\u201c angewiesen sind und kaum ein westlicher Staat an ernsthafte Sanktionen denkt.<\/p>\n<p>In Indien haben B\u00fcrokratieabbau und in der \u201egr\u00f6\u00dften Demokratie\u201c nicht leicht durchsetzbare Reformen das Land auf den Weg zur wichtigsten Softwareschmiede gebracht, die viele Dienstleistungen unschlagbar preiswert anbietet. Auch die industrielle Produktion, z. B. in der Stahlindustrie, zeigt beeindruckende Wachstumsraten.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDas Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital k\u00fchn. Zehn Prozent sicher, und man kann es \u00fcberall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; f\u00fcr 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fu\u00df; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.\u201c\u00a0 <\/em>Karl Marx (1818-1883)<\/p><\/blockquote>\n<h5>Wohin gehen wir?<\/h5>\n<p>Die Billigprodukte aus \u00dcbersee haben in den klassischen Industriel\u00e4ndern ganze Industriezweige zum Verschwinden gebracht. Schuhe zum Beispiel werden in Deutschland inzwischen zu 98% importiert!<\/p>\n<p>Es begann mit der Leichtindustrie, z. B. bei Kleidung, Schuhen, Haushaltsartikeln, Werkzeugen, Elektroger\u00e4ten. Inzwischen werden auch Fernseher, Handys und Computer zum gro\u00dfen Teil in Ostasien hergestellt; nicht selten unter abscheulichen Bedingungen f\u00fcr die Arbeitnehmer. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis auch Autos, Eisenbahnen und Flugzeuge aus Asien konkurrenzlos billig geliefert werden k\u00f6nnen. Schiffe werden seit Jahrzehnten vorwiegend in Ostasien gebaut.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union ist durch die Arbeitslosigkeit in Europa beunruhigt und macht sich Sorgen um die staatlichen Sozialversicherungen:<br \/>\n<em>\u201eDie anhaltend hohe Arbeitslosigkeit mit ihren potenziell lange anhaltenden Auswirkungen auf die Arbeitsm\u00e4rkte und auf das Potenzialwachstum k\u00f6nnte die europ\u00e4ischen Sozialmodelle bedrohen, die bereits jetzt unter der Alterung der Bev\u00f6lkerung leiden.\u201c<\/em> (12).<br \/>\nWas kommt durch die Konkurrenz aus Asien auf den Westen zu? Arbeitslosigkeit, sinkende L\u00f6hne, steigende Steuern, Verarmung, Abbau von Sozialleistungen, \u00fcberschuldete Staaten vor dem Staatsbankrott? Vom Verkauf von Reiseandenken<ins cite=\"mailto:Siegfried%20Hagl\" datetime=\"2010-08-19T11:12\">,<\/ins> \u201emade in Vietnam\u201c oder \u201emade in Bangladesh\u201c, an chinesische Touristen werden nur wenige Europ\u00e4er oder Amerikaner leben k\u00f6nnen.<br \/>\n<em>\u201e&#8230;eines Tages werden Historiker sagen, der chinesische Kapitalismus sei der letzte Nagel im Sarg des europ\u00e4ischen Sozialstaates gewesen. Frankreich kann sich keine 35-Stunden-Woche mehr leisten und Europa nicht mehr das gro\u00dfz\u00fcgige Netz der sozialen Sicherung, weil China und Indien mit ihren niedrigen L\u00f6hnen und ihren gro\u00dfen Pl\u00e4nen einen riesigen Wettbewerbsdruck erzeugen.&#8220;\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/em>Thomas L. Friedman (4, S. 81).<\/p>\n<h5>Wie wollen wir reagieren?<\/h5>\n<p>Die Marktfetischisten m\u00f6chten in Ruhe abwarten, wie sich die Arbeitsentgelte weltweit angleichen. Dann m\u00fcssten die L\u00f6hne in den Hochlohnl\u00e4ndern abst\u00fcrzen, die sozialen Sicherungssysteme abgebaut werden, lieb gewordene staatliche Leistungen \u2013 von der Rente bis zum Gesundheitssystem \u2013 w\u00fcrden unfinanzierbar.<\/p>\n<p>Der Lebensstandard der \u201eAngreiferstaaten\u201c w\u00fcrde sich dem der \u201eklassischen Industriel\u00e4nder\u201c ann\u00e4hern; aber nur sehr, sehr langsam. Denn es gibt weltweit ein ungeheures Reservoir von Arbeitskr\u00e4ften, die gezwungen sind, f\u00fcr fast jeden Lohn, auch Hungerl\u00f6hne, zu arbeiten. Gewerkschaften \u2013 sofern es sie dann noch gibt \u2013 werden gegen die \u00f6konomischen Zw\u00e4nge nicht viel ausrichten k\u00f6nnen. Dementsprechend w\u00fcrden die L\u00f6hne weltweit noch lange, lange erschreckend niedrig bleiben.<\/p>\n<p>Vielleicht kann gegen Ende des 21. Jahrhunderts \u00fcberall in der Welt ein ertr\u00e4glicher Lebensstandard erreicht sein, der aber sehr deutlich unter dem Niveau liegen muss, das man heute in den Industriel\u00e4ndern gewohnt ist. Vorausgesetzt, die Weltwirtschaft kann weiter wachsen, bricht also nicht unter dem Druck der exponentiell steigenden Umweltsch\u00e4den und der weiter zunehmenden Weltbev\u00f6lkerung zusammen.<\/p>\n<h5>Ist die Rettung des Westens noch m\u00f6glich?<\/h5>\n<p>Eine Alternative zum Absturz w\u00e4re ein Zusammenschluss der klassischen Industriel\u00e4nder (Westeuropa, die USA, Kanada, Australien, vielleicht auch Japan) in einem Zollverbund. Diese <em>\u201etransatlantische Freihandelszone\u201c<\/em> (10) m\u00fcsste Einfuhrz\u00f6lle festlegen, die sich an den Sozialstandards orientieren und Einfuhren aus Billiglohnl\u00e4ndern rigoros verteuern.<\/p>\n<p>F\u00fcr Lebensmittel gibt es Qualit\u00e4tsvorschriften, und f\u00fcr technische Produkte Pr\u00fcfkriterien, die jeder Importeur erf\u00fcllen muss. Warum fehlen Mindestanforderungen f\u00fcr Arbeitsbedingungen, Arbeitslohn, Gesundheitsf\u00fcrsorge, Sozialsysteme, Umweltschutz, die jedes Exportland nachweisen muss? Totale Abschottung w\u00e4re keine L\u00f6sung; das hat der Zusammenbruch der Sowjetunion gezeigt. Doch vorsichtige, aber gezielte Kontrolle mit Augenma\u00df kann viel bewirken. Das haben nicht zuletzt die Aufsteiger Asiens bewiesen. Sie verdanken ihr Wirtschaftswachstum, neben dem eigenen Flei\u00df, auch einer pragmatischen Politik der staatlichen Wirtschaftslenkung, die den eigenen Markt vor zu hartem Wettbewerb sch\u00fctzt und den Export f\u00f6rdert.<\/p>\n<h5>Wohin geht die Reise?<\/h5>\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit, Denkblockaden zu \u00fcberwinden und unvoreingenommen \u00fcber m\u00f6gliche Alternativen zur Globalisierung nachzudenken.<\/p>\n<p>Gelingt es uns nicht, das Runder herumzurei\u00dfen und die wettbewerbsverzerrende<ins cite=\"mailto:Siegfried%20Hagl\" datetime=\"2010-08-18T17:54\"> <\/ins>Billigkonkurrenz zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, dann m\u00fcssen uns die Folgen des Globalisierungswahns voll treffen:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eEin Arbeitsloser ist heute nicht mehr Objekt einer vor\u00fcbergehenden Ausgliederung aus dem Wirtschaftsprozess, die nur einzelne Sektoren betrifft, nein, er ist Teil eines allgemeinen Zusammenbruchs, eines Ph\u00e4nomens, das mit Sturmfluten, Hurrikans oder Wirbelst\u00fcrmen vergleichbar ist, die auf niemanden abzielen und denen auch niemand Widerstand entgegensetzten kann. Er ist Opfer einer globalen Logik, die die Abschaffung dessen fordert, was \u201aArbeit\u2019 genannt wird, das hei\u00dft die Abschaffung der Arbeitspl\u00e4tze.\u201c\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 <\/em><span style=\"font-size: revert;\">Viviane Forrester (3, S. 12)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Die l\u00e4ngst \u00fcberschuldeten Industriel\u00e4nder n\u00e4hern sich dann unaufhaltsam dem finanziellen Kollaps. Es wird immer schwieriger werden, die Grundversorgung mit Wasser und Strom, die Gesundheitsf\u00fcrsorge, den \u00f6ffentlichen Nah- und Fernverkehr, die Renten, vor allem aber die staatliche Ordnung und die innere Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten. Aber die Konsequenzen der wirklichkeitsbezogenen \u00d6konomie sind unerbittlich und lassen sich nur vor\u00fcbergehend verdr\u00e4ngen, nie dauerhaft au\u00dfer Kraft setzen!<\/p>\n<p>In Jahrzehnten des Wohlstands wurden die Menschen der westlichen Demokratien verw\u00f6hnt und von haltlosen Versprechen der Politiker in verantwortungsloser Weise irregeleitet<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn3\">[iii]<\/a> (9). Wie m\u00f6gen verzweifelte Menschenmassen reagieren, wenn sie in die Armut abgleiten? Hoffentlich bleiben uns Aufst\u00e4nde, Revolutionen, B\u00fcrgerkriege, Kriege erspart, die Hungersnot, Seuchen, Zusammenbruch des Gesundheitssystems usw. zur Folge haben k\u00f6nnten. Kein Geringerer als der Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Kommission, Jose Manuel Barroso warnte schon vor einem m\u00f6glichen Zusammenbruch der krisengesch\u00fcttelten Demokratien in Griechenland, Spanien und Portugal (11). Weitere europ\u00e4ische Staaten, deren versagende Demokraten das Vertrauen ihrer V\u00f6lker verloren haben, k\u00f6nnten schmachvoll untergehen.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich bleibe ein \u201eOptimist mit Erfahrung\u201c (oft als \u201ePessimist\u201c verkannt) und hoffe sehr, dass wir das Ruder noch herumrei\u00dfen k\u00f6nnen und werden. Aber ich hoffe auch, dass nicht alle die hier vorgebrachten Gedanken l\u00e4ngst m\u00fc\u00dfig sind, weil die \u00f6kologische Katastrophe bereits im Anrollen ist, die alle Wirtschafts- und Finanztheorien zu Makulatur macht, und Wirtschaftsf\u00fchrern und Politikern ihren Handlungsspielraum nimmt.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Lesen Sie dazu auch <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/wirtschaftskrise-und-weltverschworung\/\">&#8222;Wirtschaftskrise und Weltverschw\u00f6rung&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<br \/>\n<\/strong><span style=\"font-size: revert;\">(1) Brinkmann Carl, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Vandenhoeck &amp; Rupprecht, G\u00f6ttingen, 1953.<br \/>\n<\/span>(2) Das Zweirad im Wandel der Zeiten, Deutsches Zweiradmuseum Neckarsulm, Peter Winkler Verlag, M\u00fcnchen, o. J.<br \/>\n(3) Forrester Viviane, Der Terror der \u00d6konomie, Zsolnay, Wien, 1997.<br \/>\n(4) Friedman Thomas L., Was zu tun ist, Suhrkamp, Frankfurt, 2009.<br \/>\n(5) Galbraith John Kennth, Geld, Droemer Knaur, M\u00fcnchen, 1976.<br \/>\n(6) S\u00e9dillot Ren\u00e9, Vom Tauschhandel zum Supermarkt, Cotta, Stuttgart, 1964.<br \/>\n(7) Senf Bernd, Der Nebel um das Geld, Gauke, L\u00fctjenburg, 1998.<br \/>\n(8) Sloterdijk Peter, Im Weltinnenraum des Kapitals, Suhrkamp, Frankfurt, 2006.<br \/>\n(9) Steingart Gabor, Deutschland, der Abstieg eines Superstars, Piper, M\u00fcnchen, 2006.<br \/>\n(10) Steingart Gabor, Weltkrieg um Wohlstand, Piper, M\u00fcnchen, 2007.<br \/>\n(11) <a href=\"http:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/wordnews\/article-12864\/EU-chief-warns%20-democracy-disappaer-Greece-Spain-Portugel.html\">http:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/wordnews\/article-12864\/EU-chief-warns -democracy-disappaer-Greece-Spain-Portugel.html<\/a>.<br \/>\n(12) <a href=\"http:\/\/wirtschaft-t-online.de\/arbeitslosigkeit-eu-fuerchtet-kollaps-der-sozialsysteme\/id_20120482\/index\">http:\/\/wirtschaft-t-online.de\/arbeitslosigkeit-eu-fuerchtet-kollaps-der-sozialsysteme\/id_20120482\/index<\/a>.<br \/>\n<strong>Endnoten:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1\">[i]<\/a> Die erste R\u00fcbenzuckerfabrik der Welt konnte 1801 im Cunern (Schlesien) entstehen, nachdem verbesserte R\u00fcbensorten mit h\u00f6herem Zuckergehalt gez\u00fcchtet waren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref2\">[ii]<\/a> Ein typisches Beispiel liefert die Fahrradindustrie. 1898 wurden in Deutschland 200.000 Fahrr\u00e4der hergestellt, aber ohne die M\u00f6glichkeiten der industriellen Gro\u00dfserienfertigung zu nutzen. Ein Fahrrad kostete 200 Goldmark.<br \/>\nIn den USA hatten sich die Fahrradhersteller, unbelastet von der handwerklichen Tradition, zu Konzernen zusammengeschlossen, die um die Jahrhundertwende eine Million Fahrr\u00e4der herstellten. Dann wurde die deutsche Fahrradindustrie von importierten amerikanischen Fahrr\u00e4dern f\u00fcr 80 Goldmark in Bedr\u00e4ngnis gebracht. Sie war kurz vor dem Verschwinden, als ihr ein Einfuhrzoll half. (2).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref3\">[iii]<\/a> Viele Politiker sind sich des hier geschilderten Dilemmas durchaus bewusst. Doch sie wissen auch, dass mit wohlklingenden L\u00fcgen W\u00e4hler zu gewinnen sind, w\u00e4hrend frustrierende Wahrheiten das W\u00e4hlervolk verschrecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 62\/2010) Vor kurzem machte mich ein Freund auf ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr chinesische Importwaren in der Peripherie von M\u00fcnchen aufmerksam. Das Angebot bestand aus allerlei Schnickschnack, aber auch aus interessanten Produkten, wie Taschenmessern, Werkzeugen, Elektronik und Optik. 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