{"id":1528,"date":"2010-07-11T18:00:45","date_gmt":"2010-07-11T17:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=1528"},"modified":"2024-06-23T12:43:28","modified_gmt":"2024-06-23T11:43:28","slug":"weimar-musste-nichst-scheitern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/es\/historia\/weimar-no-tenia-que-fallar\/","title":{"rendered":"Weimar no ten\u00eda que fallar"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 18\/2001)<\/p><\/blockquote>\n<h5>Die Spannungen eskalieren<\/h5>\n<p>Auf den Wiener Kongress von 1815 schufen europ\u00e4ische Diplomaten nach Napoleons Niederlagen ein sogenanntes M\u00e4chte-Gleichgewicht, das dem Kontinent stabile Verh\u00e4ltnisse schenken und Kriege ersparen sollte.<\/p>\n<p>Die Einigung der deutschen Provinzen zu einem gemeinsamen Staat (1871) und der anschlie\u00dfende Aufstieg des Deutschen Kaiserreiches zu einer bedeutenden Industrienation st\u00f6rten diese Balance der Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Derartige Verschiebungen der politischen, wirtschaftlichen, milit\u00e4rischen Gewichte hatten in der Weltgeschichte regelm\u00e4\u00dfig zu kriegerischen Konflikten gef\u00fchrt. Kriege galten ja als legitime &#8222;Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln&#8220; (Clausewitz). Erst Kernwaffen machten diese &#8222;anderen Mittel&#8220;, also gro\u00dfe kriegerische Auseinandersetzungen, f\u00fcr die Diplomaten unverantwortbar.<\/p>\n<p>Zu Anfang des 20. Jahrhunderts kollidierten die Interessen europ\u00e4ischer Nationen: Franzosen verlangten das 1871 von Deutschland annektierte Elsass-Lothringen; Russen dr\u00e4ngten zum Bosporus; \u00d6sterreich-Ungarn und Russland hatten (wie auch Frankreich und Italien) Optionen am Balkan; das traditionell um das politische Gleichgewicht auf dem Kontinent bem\u00fchte England sp\u00fcrte nachteilig die erfolgreiche Konkurrenz der deutschen Industrie, es wurde von Krisen in seinen Kolonien bedr\u00e4ngt und sah seine Bedeutung schwinden; usw. usf. <span style=\"font-size: inherit;\">Von den Differenzen zwischen den Kolonialm\u00e4chten in \u00dcbersee ganz zu schweigen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: inherit;\">Gegenseitiges Misstrauen bestimmte die Politik und die europ\u00e4ischen Staaten r\u00fcsteten. Im zaristischen Russland eskalierten innere Spannungen und lie\u00dfen eine Revolution bef\u00fcrchten, die einflussreiche Kreise durch einen Krieg \u00fcberspielen wollten.<\/span><\/p>\n<p>Das Deutsche Kaiserreich, durch verfehlte Diplomatie und Ungeschicklichkeiten seines s\u00e4belrasselnden Kaisers <em>Wilhelm II.<\/em> (1849-1951, Kaiser von 1888-1918) isoliert, hatte sich politisch eng mit \u00d6sterreich-Ungarn verbunden, dem Vielv\u00f6lkerstaat, der in den Zeiten des \u00fcbersch\u00e4umenden Nationalbewusstseins als Relikt aus dem Mittelalter galt.<\/p>\n<p>Als am 28. Juni 1914 das \u00f6sterreichische Thronfolgerpaar in Sarajewo ermordet wurde, l\u00f6ste die darauf folgende diplomatische Hektik zwischen \u00d6sterreich und Serbien einen weltweiten Krieg aus, den <em>Egon Friedell<\/em> (1878-1938) als &#8222;das Ende der Neuzeit&#8220; sah.<\/p>\n<h5>Europas Selbstmord<\/h5>\n<p>Der Erste Weltkrieg war das prim\u00e4re Ungl\u00fcck f\u00fcr Europa im 20. Jahrhundert. \u00dcbersteigerter Nationalismus, Konkurrenzneid, \u00dcberr\u00fcstung und Unverm\u00f6gen aller Verantwortlichen \u2013 nicht allein Deutschlandes \u2013 entfesselten ihn. Mit der dem Ersten Weltkrieg folgenden Friedensordnung begann der Abstieg Europas von der Weltspitze und das Ende des Kolonialismus. Ungerechte, von Habgier und Hass diktierte Friedensvertr\u00e4ge (Versailles, St. Germain, S\u00e8vres, Trianon u. a.) stellten die Weichen f\u00fcr den Zweiten Weltkrieg und zeitigten bis heute ungel\u00f6sten Probleme, zum Beispiel im Nahen Osten. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Deutschlands Wirtschaft von einer Geldentwertung bis dahin unbekannten Ausma\u00dfes zerr\u00fcttet, und unbezahlbare Reparationsforderungen der Siegerm\u00e4chte verordneten Armut f\u00fcr Generationen. Eine kurze Erholungsphase der Weltwirtschaft in den \u201eGolden Twenties\u201c (den \u201egoldenen 20er Jahren\u201c) endete in der Weltwirtschaftskrise von 1929, die sogar die reichen USA in ihre tiefste Krise seit dem B\u00fcrgerkrieg st\u00fcrzte. Das noch unter den Kriegsfolgen leidende Deutschland wurde schwer ersch\u00fcttert und die Voraussetzungen f\u00fcr den Erfolg des Rechtsextremismus wurden geschaffen.<\/p>\n<p>Wer heute nach Schuldigen f\u00fcr diese Katastrophe sucht, sollte nicht ausschlie\u00dflich die Artikel des Versailler Vertrages studieren, der Deutschland die Alleinschuld zuschrieb, sondern auch bei dem englischen Premier<em> David Lloyd George<\/em> (1863-1945) nachschlagen:<br \/>\n<em>&#8222;Je mehr man von den Memoiren und B\u00fcchern liest, die in den verschiedenen L\u00e4ndern \u00fcber den Kriegsausbruch geschrieben worden sind, desto deutlicher erkennt man, dass keiner von den f\u00fchrenden M\u00e4nnern diesen Krieg wirklich gewollt hat. Sie glitten sozusagen hinein oder vielmehr: sie taumelten und stolperten hinein, aus Torheit!&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Im August 1914 ahnte kaum jemand, was bevorstand. Denn der erste &#8222;moderne Krieg&#8220; &#8211; der amerikanische B\u00fcrgerkrieg mit ungeheuren Menschenverlusten und schrecklichen Leiden der Zivilbev\u00f6lkerung [1] &#8211; diente den Europ\u00e4ern mangels Kenntnis nicht als Warnung. So brachen die Schrecken eines mit allen technischen Mitteln gef\u00fchrten Massenkrieges\u00a0 \u00fcber den alten Kontinent herein, w\u00e4hrend man lediglich einen kurzen, schnellen &#8222;Waffengang&#8220; erwartet hatte.<\/p>\n<h5>Der Verlauf des gro\u00dfen Krieges<\/h5>\n<p>Als erstes wollte der deutsche Generalstab, dem Schlieffen-Plan folgend, Frankreich niederwerfen. Dazu marschierten deutsche Truppen durch das neutrale Belgien, worauf England Deutschland den Krieg erkl\u00e4rte. Der deutsche Angriff blieb vor Paris stecken und der gef\u00fcrchtete Zweifrontenkrieg trat ein. Daran \u00e4nderte auch ein Sieg \u00fcber die im Osten einfallenden Russen in der Schlacht von Tannenberg nichts.<\/p>\n<p>Die &#8222;Mittelm\u00e4chte&#8220; (Deutschland und \u00d6sterreich-Ungarn) sowie die T\u00fcrkei waren eingekreist von Russland, Frankreich, England, ab 1915 auch von Italien, und mussten zuletzt gegen mehr als 30 Feindstaaten , darunter auch Japan, k\u00e4mpfen. Der Zugang zu \u00fcberseeischen Ressourcen war den Mittelm\u00e4chten versperrt, die auf eine Blockade nicht vorbereitet waren. Eine bis dato unbekannte R\u00fcstungswirtschaft musste aus dem Boden gestampft werden.<\/p>\n<p>Im Jahre 1917 schien dann Friede m\u00f6glich. Die Mittelm\u00e4chte hatten uns\u00e4glich gelitten, Frankreich stand vor dem Zusammenbruch, und in Russland war Revolution.<\/p>\n<p>Der amerikanische Pr\u00e4sident <em>Woodrow Wilson<\/em> (1856-1924) glaubte an die &#8222;Vernunft der Nationen&#8220; und versuchte auf der Basis eines &#8222;Friedens ohne Sieg&#8220; zu vermitteln; auch der Papst schaltete sich ein. Doch t\u00f6richte Nationalisten beschworen noch immer den Sieg und verhinderten einen f\u00fcr alle Seiten annehmbaren Kompromissfrieden.<\/p>\n<p>Der Generalquartiermeister <em>Erich Ludendorff<\/em> (1865-1937) war zum wichtigsten Mann des Deutschen Reiches geworden, dem der Kaiser nicht nur in der Heeresleitung unter dem nominellen Oberbefehl von <em>Paul von Hindenburg<\/em> (1847-1934) weitgehend freie Hand lie\u00df. Auch die politische F\u00fchrung stand unter dem Einfluss von<em> Ludendorff<\/em>, der nach dem Waffenstillstand mit Russland an einen Sieg im Westen glaubte. So waren die Friedensverhandlungen durch \u00fcberzogene deutsche Forderungen zum Scheitern verurteilt. Deutschland wollte z.B. Belgien annektieren; eine f\u00fcr England unannehmbare Forderung. <span style=\"font-size: inherit;\">Gro\u00dfbritannien hatte Jahrhunderte lang keine Seemacht an der Flandrischen K\u00fcste geduldet und w\u00fcrde auch jetzt nicht nachgeben!<\/span><\/p>\n<p>Deutschland war in den Krieg gezogen in der \u00dcberzeugung, mitten im Frieden von seinen Feinden angefallen worden zu sein. 1914 galt es den deutschen Boden gegen eine gewaltige \u00dcbermacht zu verteidigen. Verblendeter deutscher Nationalismus machte dann 1917 aus dem Verteidigungskrieg einen Raubkrieg und stellte sich damit der Welt gegen\u00fcber ins Unrecht.<\/p>\n<p>Als zuletzt die Vereinigten Staaten doch in den Krieg eintraten, \u00fcberzeugt Freiheit und Demokratie zu verteidigen, hatten die Alliierten das milit\u00e4rische und wirtschaftliche \u00dcbergewicht.<\/p>\n<p>Im Sommer 1918 scheiterte die letzte gro\u00dfe Deutsche Offensive, und die vor Wochen noch so siegessichere Heeresleitung musste um einen Waffenstillstand nachsuchen, um die deutsche Armee zu retten. Als die deutsche Regierung am 3. Oktober 1918 bei dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten ein Waffenstillstandsangebot auf der Basis von Wilsons &#8222;14 Punkten&#8220; unterbreitete, war der politische Handlungsspielraum\u00a0 vertan. Die Alliierten sahen, dass Deutschland geschlagen war; entsprechend waren ihre Bedingungen, die Deutschland eine evtl. Weiterf\u00fchrung des Krieges nach einen Scheitern der Verhandlungen unm\u00f6glich machten. Das musste eine deutsche Delegation am 8. November 1918 zu ihrem Entsetzen erfahren.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter hat man der <strong>Revolution in der Heimat<\/strong> die Schuld f\u00fcr die Niederlage zugeschoben. Die Revolution begann in Kiel. Die Hochseeflotte hatte fast w\u00e4hrend des ganzen Krieges unt\u00e4tig in den H\u00e4fen gelegen, weil man nach der gr\u00f6\u00dften Seeschlacht der Geschichte (im Skagerrak, 31. Mai 1916) eine erneute Konfrontation mit der englischen Flotte scheute.<\/p>\n<p>Nun, nachdem der Krieg offensichtlich verloren war, befahl die Seekriegsleitung am 24. Oktober 1918 einen Entlastungsangriff f\u00fcr die Armee in Richtung Themsem\u00fcndung; eine sinnlose Todesfahrt, die nichts mehr \u00e4ndern konnte. Da gingen am 29. Oktober in Kiel die roten Fahnen hoch. Die Matrosen meuterten, verb\u00fcndeten sich mit Werftarbeitern und bildeten einen Soldatenrat nach bolschewistischem Muster. Die Reichsregierung entsandte den sozialdemokratischen Abgeordneten <em>Gustav Noske<\/em> (1868-1946), der sp\u00e4ter berichtete:<\/p>\n<p><em>&#8222;Das treibende Moment, das sich mit elementarer Gewalt durchsetzte, war das: Die Sache ist zu Ende, und in dem Augenblick sterben wir nicht mehr, sondern gehen zu Frauen und Kindern heim!&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Am 7. November erreichte die Revolution M\u00fcnchen und st\u00fcrzte dort in der Nacht zum 8. November die \u00e4lteste deutsche Monarchie, die Wittelsbacher.<\/p>\n<p>Noch immer wollte die Mehrheit der Deutschen die Monarchie retten, doch nicht den Kaiser Wilhelm II., denn der hatte den Krieg zu verantworten und musste gehen. Doch dieser z\u00f6gerte und wurde von den Ereignissen \u00fcberholt: Am 9. November wurde in Berlin der Generalstreik ausgerufen. Um der bolschewistischen Revolution zuvorzukommen, rief <em>Philipp Scheidemann<\/em> (1865-1939) um 14 h von einem Fenster des Reichstages die deutsche Republik aus. Nur 2 h sp\u00e4ter proklamiert <em>Karl Liebknecht<\/em> (1871-1919) vor dem Berliner Schloss die &#8222;freie sozialistische Republik Deutschland&#8220;.<\/p>\n<p>Am Abend des 9. November \u00fcbergab eigenm\u00e4chtig der letzte &#8222;kaiserliche&#8220; Reichskanzler, <em>Prinz Max von Baden<\/em> (1867-1929) die Regierungsgesch\u00e4fte an den Sozialdemokraten <em>Friedrich Ebert<\/em> (1871-1925).\u00a0 Die Monarchie war nicht mehr zu retten, und der Kaiser wusste keinen besseren Weg als am 10. November in die Niederlande zu emigrieren.<\/p>\n<h5><strong>Im Schatten der Niederlage<\/strong><\/h5>\n<p style=\"text-align: left;\">Die von Scheidemann ausgerufene &#8222;deutsche Republik&#8220; stand vor einem Scherbenhaufen. Obwohl kein feindlicher Soldat deutsches Land erobert hatte war der Krieg verloren. Die Wirtschaft, durch Krieg und Blockade gezeichnet, lag danieder und ein von den Siegern diktierter Friedenvertrag, der harte Auflagen bef\u00fcrchten lie\u00df, stand bevor.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das deutsche Volk konnte\u00a0 nach ungeheuren Anstrengungen an vielen Fronten und vielen Leiden und Entbehrungen in der Heimat die Niederlage nicht fassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die politische Landschaft wer zerkl\u00fcftet. An die Vorz\u00fcge der Demokratie glaubte vor allem die gr\u00f6\u00dfte, die Partei der Arbeiter, die SPD. Doch diese war seit 1917 in einen gem\u00e4\u00dfigten Teil (die SPD oder MSPD = Mehrheits-SPD) und die USPD (Unabh\u00e4ngige Sozialdemokratische Partei) gespalten. Ursache war ein Streit um die Bewilligung von Kriegskrediten gewesen.<\/p>\n<p>Im Volk fehlten demokratisches Bewusstsein und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Vor- und auch Nachteile von Demokratien, und Viele sehnten sich nach der alten Ordnung, nach Kaiser und K\u00f6nig, nach Ruhe und Frieden.<\/p>\n<p>War der Untergang der Monarchie ein Verlust? Zwei englische Staatsm\u00e4nner aus unterschiedlichen politischen Lagern \u2013<em> Winston Churchill<\/em> (1874-1965) und <em>Ernest Bevin<\/em> (1881-1951) \u2013 waren sich nach dem Zweiten Weltkrieg einig, dass Hitler kaum in einem kaiserlichen Deutschland an die Macht gekommen w\u00e4re. Und selbst wenn, dann h\u00e4tte die Autorit\u00e4t eines Monarchen das Schlimmste verhindern k\u00f6nnen; denn auch die schwache italienische Monarchie konnte sich zuletzt des Diktators entledigen.<\/p>\n<p>Die<strong> Folgen des Weltkrieges<\/strong> waren f\u00fcr Europa und die Welt gravierend:<\/p>\n<p>In Russland herrschten Bolschewisten. Die kommunistische Ideologie, deren Ziel die Weltrevolution war, wurde zur Hoffnung der Armen in der Welt.<\/p>\n<p>Zwischen den Staaten Europas, auch innerhalb seiner V\u00f6lker und Nationen, gab es keine gemeinsamen Wertvorstellungen mehr: Demokratie und Diktatur, freie Wirtschaft und kollektive Planwirtschaft, Nationalismus und Internationalismus, Konservatismus und progressives Denken standen sich unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcber und drohten die staatlichen Gebilde zu zerrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Deutschland lag innerlich zerrissen im Spannungsfeld zwischen westlicher Demokratie und bolschewistischer Diktatur; seine aus der Niederlage geborene junge Demokratie, in der Bev\u00f6lkerung ungeliebt und unverstanden, musste neue Wege finden um sein Staatsvolk zu \u00fcberzeugen. Es gab Unruhen, Aufst\u00e4nde, R\u00e4teregierungen und linke Propagandisten, die zum Volksaufstand aufriefen und glaubten, dass nach russischem Vorbild auf eine gem\u00e4\u00dfigte Linksregierung (in Russland Kerinski) die Radikalen (in Russland Lenin) folgen m\u00fcssten um die Revolution, wenn n\u00f6tig mit Gewalt zu vollenden. Es war ein Gl\u00fcck f\u00fcr Deutschland, das die Mehrheit der Sozialdemokraten eine ehrliche Demokratie anstrebten, wie schon<em> Otto Braun<\/em> (1872-1955) in einem Kommentar zum bolschewistischen Staatsstreich vom 5. 1. 18 gesagt hatte:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Sozialismus kann nicht auf Bajonetten und Maschinengewehren aufgerichtet werden. Soll er\u00a0 Dauer und Bestand haben, muss er auf <\/em>demokratischem Wege <em>verwirklicht werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Eine der ersten Amtshandlungen von <em>Friedrich Ebert<\/em> war daher der Aufruf zu Ruhe und Ordnung. Unterst\u00fctzung fand er dabei von der Armee. In einem Telefongespr\u00e4ch mit <em>Wilhelm Groener<\/em> (1867-1939), dem Nachfolger des zur\u00fcckgetretenen Ludendorff, wurde der neuen Regierung die Unterst\u00fctzung der Armee zugesichert die dringend von N\u00f6ten war.<\/p>\n<p>Denn die USPD, besonders ihr radikaler linker Fl\u00fcgel, der Spartakusbund, wollte die Vollendung der Revolution und rief zum revolution\u00e4ren Kampf auf. An seiner Spitze standen mit<em> Rosa Luxemburg<\/em> (1871-1919) und <em>Karl Liebknecht<\/em> (1871-1919) zwei charismatische Propagandisten. Vielerorts entfachten sie Streiks und Aufst\u00e4nde, so dass die sozialdemokratische Regierungen mit Waffengewalt gegen Spartakisten vorgehen mussten. Die dazu eingesetzten Ordnungskr\u00e4fte waren Freikorps und die Armee, beide eher kaisertreu als demokratisch gesinnt und kaum die verfassungstreuen Waffentr\u00e4ger deren eine Demokratie bedarf. Die Mehrheit im Volk w\u00fcnschte Ruhe und Frieden.<\/p>\n<p>Im Dezember 1918 beschlie\u00dft ein R\u00e4tekongress in Berlin, demokratische Wahlen zur Nationalversammlung f\u00fcr den 19. 1. 1919 auszuschreiben. Der Weg zur parlamentarischen Demokratie war frei. Daran konnte auch im Januar 1919 in Berlin ein Spartakusaufstand nichts mehr \u00e4ndern, der niedergeschlagen wurde. Dabei wurden die Spartakistenf\u00fchrer <em>Rosa Luxemburg<\/em> und <em>Karl Liebknecht<\/em> von erbitterten Freikorpsoffizieren ermordet.<\/p>\n<h5><strong>Der schwere Weg zur Demokratie<\/strong><\/h5>\n<p>Die Wahlen zur Nationalversammlung fanden statt, und nun galt es der Republik eine Verfassung zu geben, die Reichseinheit zu wahren, das Land gegen Gefahren von au\u00dfen zu sch\u00fctzen, den Extremismus von rechts und links im Zaum zu halten und nicht zuletzt die wirtschaftlichen Probleme, vor allem die Inflation zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Die Nationalversammlung traf sich im Februar im Weimar, nicht im von Unruhen gesch\u00fcttelten Berlin, und setze eine neue Regierung ein. Erster Regierungschef wurde <em>Philipp Scheidemann<\/em>\u00a0(1865-1931), der erste Reichspr\u00e4sident <em>Friedrich Ebert <\/em>(1871-1925).<\/p>\n<p>Weimar wurde gew\u00e4hlt, um dem &#8222;Geist von Potsdam&#8220; den &#8222;Geist von Weimar&#8220;, der Goethe-Stadt, entgegenzustellen.<\/p>\n<p>Doch nicht f\u00fcr alle Deutschen war Potsdam ein Symbol f\u00fcr Militarismus und seelenlosen Kadavergehorsam. Millionen sahen in Potsdam das Sinnbild einer Vergangenheit, in der unbestechliche Treue galten und das Prinzip, um der Sache, nicht um des Geldes willen zu dienen. Die Forderung, dass der Geist von Potsdam untergehen m\u00fcsse, war daher dazu angetan, die Nation von Anfang an zu spalten und rechten Kr\u00e4ften Auftrieb zu geben. Auch die Wahl der Farben schwarz\/rot\/gold der 48er Revolution f\u00fcr die Reichsflagge war f\u00fcr viele nicht nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Der Ausgang der ersten Wahlen war \u00fcbrigens f\u00fcr die SPD, der st\u00e4rksten demokratischen Kraft, eine Entt\u00e4uschung. Sie erreichte nur 37 % und war auf die Zusammenarbeit mit DDP (Deutsche Demokratische Partei),\u00a0 CVP (Christliche Volkspartei, Zentrum) angewiesen. Man hatte sich f\u00fcr ein sehr demokratisches Wahlverfahren entschieden: freie, gleiche, geheime Wahl (zum ersten Mal auch f\u00fcr Frauen) und ein Mandat f\u00fcr je 60.000 Stimmen, so dass die Zahl der Abgeordneten von den Wahlbeteiligung abhing. So kamen viele Splittergruppen ins Parlament und Koalitionen wurden sp\u00e4ter oft schwierig.<\/p>\n<p>Doch vorerst hatte die Regierung andere Sorgen. Die ersten Monate des Jahres 1919 verliefen unruhiger als die November- und Dezember-Wochen des Jahres 1918. In vielen Teilen des Reiches kam es zu Streikaktionen, Besetzungen von Betrieben und \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden und sogar kurzlebige R\u00e4terepubliken (Bremen, M\u00fcnchen) entstanden. Es bedurfte des massiven Einsatz von Armee und Freikorps um den Aufruhr zu beenden.<\/p>\n<p>Als Konsequenz dieses B\u00fcrgerkrieges sahen sich die Tr\u00e4ger der parlamentarischen Republik neben der vehementen Gegnerschaft rechter Kr\u00e4fte mit einer nachdr\u00fccklichen, sogar systemfeindlichen Opposition der \u00e4u\u00dfersten Linken konfrontiert. Schon in den ersten Monaten der jungen Republik entstand so die doppelte Bedrohung der Demokratie von rechts und links, der sie letztlich erliegen sollte.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Revolution in Bayern<br \/>\n<\/strong>Im November 1918 gab es in so gut wie jeder Residenz eine eigene Revolution. Allerorts bildeten sich Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te, die sich der vorhandenen Verwaltungsstrukturen bem\u00e4chtigten und eigene Regierungen bildeten. Diese dachten zun\u00e4chst nicht daran, sich der fernen Zentralgewalt in Berlin unterzuordnen. Es bestand also die Gefahr der Aufspaltung des Reiches, die der Reichsregierung eine Sorge mehr bereiten musste. Der ernsteste Fall war Bayern, das eine turbulente politische Entwicklung erfuhr.<br \/>\nDas katholische Bayern hatte der Reichsgr\u00fcndung von 1871 nur schweren Herzens zugestimmt; zu tief sa\u00dfen die Vorbehalte gegen das \u00fcberm\u00e4chtige, protestantische Preu\u00dfen. So weckte die Revolution von 1918 separatistische Bestrebungen, die auf freundliche Unterst\u00fctzung durch Frankreich hoffen konnten; denn die Franzosen w\u00fcnschten die Abspaltung des S\u00fcdens und der Rheinprovinzen vom Deutschen Reich.<br \/>\nDie Bayrische Revolution begann am 7. November 1918 mit einer Kundgebung, f\u00fcr die meine damals 16-j\u00e4hrige Mutter schulfrei erhielt. Der Magistrat der Stadt M\u00fcnchen gab f\u00fcr den Nachmittag auch seinen Bediensteten frei. So versammelten sich gegen 15 h etwa 50.000 Menschen auf der Theresienwiese. Meiner Mutter machten dort die hasserf\u00fcllten Angriffe auf das K\u00f6nigspaar, den \u201eMillibauern&#8220; und die \u201eTopfenresl&#8220; Angst. Der Anarchist Erich M\u00fchsam verlangte \u2013 angeblich als erster in Deutschland \u2013 \u201edie Absetzung der Dynastien und die Errichtung einer freien bayrischen R\u00e4terepublik&#8220;. Dann zogen Demonstrationsz\u00fcge durch die Stadt und zu den Kasernen; die meisten Soldaten entschieden sich f\u00fcr die Revolution. Noch im Laufe der Nacht wurden alle wichtigen \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude der Stadt M\u00fcnchen besetzt.<br \/>\nDer<em> K\u00f6nig Ludwig III.<\/em> (1845-1921) wurde von der Revolution \u00fcberrascht. Sicher wusste er, dass der Krieg verloren \u2013 seinem Sohn Rupprecht, der als Kommandeur an der Front stand, war das l\u00e4ngst klar \u2013 und die Monarchie in Gefahr war. Aber was konnte er jetzt noch tun, um das Schlimmste abzuwenden?<br \/>\nDann wurde ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet, und am 8. November 1918 stellt dessen erster Vorsitzender, <em>Kurt Eisner<\/em> (1867-1919) als neuer Ministerpr\u00e4sident sein sozialistisches Kabinett vor. Die neue Regierung kann sich problemlos etablieren; die von den Revolution\u00e4ren abgesetzten Minister des inzwischen geflohenen K\u00f6nigs weisen sogar ihre Nachfolger in ihr Amt ein. <em>Eisner<\/em> ist kein Extremer und will die anstehenden Probleme in Ruhe und Frieden l\u00f6sen.<br \/>\nDie Macht der neuen Regierung reicht nicht weit. \u00dcberall gibt es bald Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te, welche die Landesregierung nur widerwillig akzeptieren. <em>Eisner<\/em> ger\u00e4t in Verruf, weil er angeblich von der Kriegsschuld Deutschlands sprach, die Berliner Regierung als zu wenig revolution\u00e4r anprangert und ein unabh\u00e4ngiges Bayern anstrebt. Am 21. Februar 1919 wird er auf dem Weg zum Parlament, wo nach einer verheerenden Wahlniederlage seine Abdankung bevorsteht, von einem rechtsdenkenden Fanatiker ermordet. Dieser sinnlose Mord wird f\u00fcr die Linken zum Fanal, <em>Eisner<\/em> selbst gilt als M\u00e4rtyrer.<br \/>\nNach diesem Mord fiel die Macht den R\u00e4ten zu, die zusammen mit linken Parteien (SPD, USPD und KPD) einen Aktionsausschuss bilden und einen &#8222;Zentralrat der Bayrischen Republik&#8220; w\u00e4hlen, der die Regierungsgesch\u00e4fte \u00fcbernehmen sollte. Erster Vorsitzender wird <em>Ernst Niekisch<\/em> (1889-1967) vom linken Fl\u00fcgel der SPD. \u00dcber die politische Zukunft Bayerns entschied dann ein &#8222;Kongress der Arbeiter- Soldaten- und Bauernr\u00e4te&#8220;, der Ende Februar in M\u00fcnchen zusammentrat. Ein Antrag<em> Erich M\u00fchsams<\/em>\u00a0(1878-1934) auf Ausrufung der R\u00e4terepublik wurde abgelehnt und die Macht dem Landtag \u00fcbertragen. Dieser tagte am 17. und 18. M\u00e4rz und setzte eine Regierung unter <em>Johannes Hoffmann<\/em> (1867-1935)\u00a0 ein, die sich nicht durchsetzen konnte.<br \/>\nDas linke Lager war zerstritten. Polit-Parolen und Ger\u00fcchte peitschen die Arbeiterschaft auf, die Parteif\u00fchrer taktierten, und die B\u00fcrgerschaft f\u00fcrchtete den Bolschewismus. Die Nachricht von der Ausrufung der ungarischen R\u00e4terepublik am 21. M\u00e4rz 1919 schlug wie eine Bombe ein. Um\u00a0 vollendete Tatsachen zu schaffen wurde in der Nacht vom 6. zum 7. April 1919 die \u201eBaierische R\u00e4terepublik&#8220; ausgerufen. Die Regierung Hoffmann wich nach N\u00fcrnberg, sp\u00e4ter nach Bamberg aus. Radikale Sozialisten bzw. Anarchisten wie <em>Ernst<\/em> <em>Toller<\/em> (1893-1939), <em>Gustav Landauer<\/em> (1870-1919) und <em>Erich M\u00fchsam<\/em> (1878-1934) wollten mit der Utopie einer humanen Gesellschaft Ernst machen. Fehlende politische Erfahrung sahen sie eher als Vorteil an.<br \/>\nIn den folgenden Tagen (7. Und 8. April 1919) wurde die R\u00e4terepublik in gro\u00dfen Teilen Bayers ausgerufen, in der Hoffnung auf eine Erhebung der Massen. Doch im konservativen Bayern blieb die Resonanz, besonders in der Bauernschaft, minimal. Der anarchistische Spuk schien vor\u00fcber, als in der Nacht zum Palmsonntag, den 13. April 1919, die sozialdemokratisch gef\u00fchrte \u201eRepublikanische Schutztruppe&#8220; das Wittelsbacher Palais besetzte und mehrere Mitglieder der R\u00e4teregierung verhaftete. Am n\u00e4chsten Morgen gelang es jedoch spontan gebildeten Arbeiterwehren, unter der F\u00fchrung des Matrosen und Kommunisten <em>Rudolf Egelhofer<\/em> (1896-1919), die Konterrevolution zur\u00fcckzuschlagen. Eine zweite R\u00e4terepublik wurde ausgerufen, die sogar einigen Zulauf von der Arbeiterschaft gewann.<br \/>\nEigentlich war die Lage dieser zweiten R\u00e4terepublik von vornherein aussichtslos. Auf M\u00fcnchen beschr\u00e4nkt, vom Rest des Landes isoliert, und von anr\u00fcckenden Einheiten der Freikorps und der Armee bedroht. Aber die fanatischen Revolution\u00e4re hofften auf ein Wunder und gaben nicht auf. Bei Dachau errangen sie sogar einen kleinen milit\u00e4rischen Erfolg.<br \/>\nAm 1. Mai 1919 begann dann der Einmarsch der Freikorps und Regierungstruppen in M\u00fcnchen, die nur auf wenig Widerstand stie\u00dfen. Die \u201eRote Armee&#8220; <em>Egelhofers<\/em> hatte sich aufgel\u00f6st und die meisten Arbeiter kehrten den R\u00e4ten den R\u00fccken. Leider gab es durch die siegreichen \u201eWei\u00dfen&#8220; Erschie\u00dfungen, auch als Vergeltung f\u00fcr Geiselmorde der Rotarmisten, die am 30. Mai 1919 2 Soldaten und 8 Angeh\u00f6rige der rechten Thule-Gesellschaft erschossen hatten. Insgesamt gab es mindestens 600 Tote, darunter <em>Landauer<\/em> und<em> Egelhofer<\/em>. Es folgten an die viertausend Strafverfahren, die harte Strafen f\u00fcr Kommunisten und Anarchisten verh\u00e4ngten.<br \/>\nIn der M\u00fcnchner Bev\u00f6lkerung hinterlie\u00dfen die R\u00e4terepubliken ein antikommunistisches Trauma. Meine Mutter erinnerte sich noch in hohem Alter voll Abscheu an die \u201eRucksack-Spartakisten&#8220;, die als bewaffnete Pl\u00fcnderer durch die Stadt zogen und das B\u00fcrgertum verschreckten. Mein Gro\u00dfvater wurde aktives Mitglied der \u201eEinwohnerwehr&#8220;, um einen weiteren Umsturz zu verhindern. Beide verdr\u00e4ngten den gegen die Linken gerichteten Terror von rechts; denn f\u00fcr B\u00fcrgerschaft und Kirche vertrat der Kommunismus eine teuflische Ideologie, deren Bek\u00e4mpfung jedes Mittel rechtfertigte.<br \/>\nNiemand kann sagen, in wie weit der Schock der R\u00e4terepubliken zu einem Rechtsruck im ohnehin konservativen Bayern f\u00fchrte, der Bayern vom Reich entfremdete und sp\u00e4ter<em> Hitler<\/em>, als entschiedenem Antikommunisten, seinen Aufstieg erleichterte.<br \/>\nDas im gro\u00dfen Zusammenhang gesehen unbedeutende revolution\u00e4re Geschehen in M\u00fcnchen ist mit reichlichem Bildmaterial ausnehmend gut dokumentiert, da <em>Heinrich Hoffmann<\/em> (1885-1957), der sp\u00e4tere Leibfotograf <em>Adolf Hitlers<\/em>, und andere Foto.grafen mit ihren Kameras fast \u00fcberall dabei waren.<br \/>\n<strong>Literatur: <\/strong><br \/>\n<span style=\"font-size: revert;\">Beyer, Hans &#8222;Revolution in Bayern&#8220;, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaft, Berlin 1988.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">Bosl, Karl &#8222;Bayern im Umbruch&#8220;, Oldenbourg, M\u00fcnchen 1969.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">Herz, Rudolf\/ Halfbrodt, Dirk &#8222;Revolution und Fotographie, M\u00fcnchen 1918\/19&#8220;, Dirk Nishen, Berlin 1988.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: revert;\">Neubauer, Helmut &#8222;M\u00fcnchen und Moskau&#8220;, Isar Verlag, M\u00fcnchen 1958.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Im Sommer 1919 wurde gegen die Stimmen der Opposition die &#8222;Weimarer Verfassung&#8220; beschlossen, verfasst von \u00fcberzeugten Demokraten. Die Regierung war dem Parlament verantwortlich, die M\u00f6glichkeit eines Volksentscheides schr\u00e4nkte die Alleinherrschaft des Parlamentes ein. Das direkt von Volk gew\u00e4hlte Staatoberhaupt, der Reichspr\u00e4sident, konnte in Ausnahmezeiten mit Notverordnungen das Parlament \u00fcbergehen. Dieser Paragraph 48 der Weimarer Verfassung sollte dann von 1930 an eine Rolle spielen, an die 1919 niemand denken konnte. Das Reich schien f\u00fcrs erste verfassungsm\u00e4\u00dfig geordnet.<\/p>\n<p>Die L\u00e4nder hatten allerdings geringere Freiheiten als zur Kaiserzeit. In L\u00e4ndern wie Bayern, mit seiner langen Geschichte als selbst\u00e4ndiger Staat, wollte man diesen Zentralismus nicht hinnehmen: Das bayrische Zentrum trennte sich von der Gesamtpartei und in Bayern wurde die &#8222;rote Republik&#8220; abgelehnt. Nachkl\u00e4nge aus dieser Zeit wirken bis heute in der Trennung von CDU und CSU.<\/p>\n<p>Wie feindselig m\u00e4chtige Kr\u00e4fte dem neuen Staat gegen\u00fcberstanden, zeigte sich am 13. M\u00e4rz 1920. Ein Freikorps, die <em>Brigade Ehrhardt<\/em>, marschierte in Berlin ein und setzte <em>Wolfgang<\/em> <em>Kapp<\/em> (1858-1922) als Reichskanzler ein. Die Reichswehr blieb neutral, denn &#8222;Reichswehr schie\u00dft nicht auf Reichswehr&#8220;, wie der Chef des Truppenamtes General<em> Hans von Seeckt<\/em> (1866-1936) meinte. Nach 5 Tagen musste Kapp fliehen, denn die Arbeiter riefen den Generalstreik aus und die Beamtenschaft verweigerte ihre Zusammenarbeit. Das Ansehen der Republik hatte gelitten.<\/p>\n<h5><strong>Der Vertrag von Versailles<\/strong><\/h5>\n<p>Die gerade etablierte demokratische Regierung sah sich mit unz\u00e4hligen Problemen aller Art konfrontier; doch das Schlimmste, das zuletzt entscheidend zum Scheitern der ersten deutschen Demokratie beitrug, stand noch bevor: der Friedensvertrag. Die harten Waffenstillstandsbedingungen lie\u00dfen von diesem Vertrag kaum Gutes erwarten, doch die dann von den Alliierten geschaffenen Fakten \u00fcbertrafen die Prognosen der schlimmsten Pessimisten.<\/p>\n<p>Am 18. Januar 1919, einen Tag bevor die Deutschen ihre Nationalversammlung w\u00e4hlten, trafen sich Vertreter der Siegerm\u00e4chte in Versailles. Schon in der Wahl des Ortes lag Symbolik, denn auf den Tag genau vor 48 Jahren war an diesem Ort Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser ausgerufen worden.<\/p>\n<p>Deutsche waren zu den Verhandlungen zun\u00e4chst nicht zugelassen; sie konnten nur auf den amerikanischen Pr\u00e4sidenten und seine Menschlichkeit hoffen, der in seinen &#8222;14 Punkten&#8220; akzeptable Kriegsziele konzipiert hatte. Doch <em>Woodrow Wilson<\/em> (1856-1924) war den europ\u00e4ischen Diplomaten nicht gewachsen. Nicht nur Frankreichs &#8222;Tiger&#8220; <em>Georges Clemenceau<\/em> (1841-1929) hasste und f\u00fcrchtete die Deutschen; auch Englands Premier David<em> Lloyd George<\/em> (1863-1945) hatte noch im Dezember 1918 einen Wahlkampf mit der Parole &#8222;Hang the Kaiser&#8220; gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die B\u00fcrger beider L\u00e4nder \u2013 England und Frankreich \u2013 standen\u00a0 noch unter dem Eindruck einer hasserf\u00fcllten Kriegspropaganda, die in den Deutschen die Alleinschuldigen f\u00fcr alle Leiden der letzten Jahre sah. Nicht zu vergessen, dass die Alliierten ohne die Hilfe der USA den Krieg nicht durchgestanden h\u00e4tten. Nun waren die Verb\u00fcndeten bei den USA immens verschuldet und empfanden es nur als gerecht, diese Schulden von den Deutschen abzahlen zu lassen.<\/p>\n<p>Am 7. Mai 1919 wurde deutschen Delegierten ein praktisch fertiges Vertragswerk von 440 Artikeln \u00fcberreicht, und den deutschen Unterh\u00e4ndlern eine Frist von 14 Tagen gelassen, innerhalb derer sie Einw\u00e4nde vorbringen konnten. In einem z\u00e4hen Notenwechsel wurden nur wenige, geringf\u00fcgige Erleichterungen erreicht, und in Deutschland sprach man bald nur noch vom &#8222;Diktat von Versailles&#8220;, dessen dem\u00fctigende Paragraphen vor allem <em>Hitler<\/em> ein Jahrzehnt lang Munition f\u00fcr seine Propagandareden lieferten.<\/p>\n<p>Durch den von geheuchelter Gerechtigkeit durchdrungenen Vertrag verlor Deutschland ein Zehntel seiner Bev\u00f6lkerung \u2013 wovon etwa die H\u00e4lfte Deutsch als Muttersprache hatte \u2013, ein Achtel seines Landes, den gr\u00f6\u00dften Teil seiner Eisenerze und einen betr\u00e4chtlichen seiner Kohlen. Alle deutschen Patente wurden kassiert. Unermessliche Werte, die erst gar nicht berechnet wurden, da sie nur als Wiedergutmachung alten Unrechts galten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich verlor Deutschland auch seine Kolonien, die nie viel eingebracht hatten; aber nicht weil es geschlagen war, sondern weil die Deutschen durch ihre Barbarei sich des Kolonialbesitzes als unw\u00fcrdig erwiesen hatten. Dass andere Nationen sich in ihrer Kolonialpolitik weit mehr Schuld aufgeladen hatten \u2013 man denke nur an den Kongo \u2013 spielte bei den Gerechtigkeit heuchelnden Siegern keine Rolle.<\/p>\n<p>Um Deutschland herum konnten polnische, tschechische und slowakische Nationalisten den Traum vom eigenen Staat verwirklichen, der leider mit der Unterdr\u00fcckung der nun auf ihrem Staatsgebiet lebenden Deutschen begann.<\/p>\n<p>Das Schlimmste waren die Reparationen. Sie begannen mit der sofortigen Ablieferung von Schiffen, Lokomotiven, Kabeln, usw. und b\u00fcrdeten dem Reich unertr\u00e4gliche Zahlungen f\u00fcr Jahrzehnte auf. Begr\u00fcndet wurden diese ruin\u00f6sen Dem\u00fctigungen mit der deutschen Alleinschuld am Krieg, die nicht explizit im Vertrag stand, doch durch eine Note Clemenceaus befestigt wurde. Insgesamt ging dieser Vertrag selbst dem damals nicht gerade deutschfreundlichen <em>Lloyd George<\/em> zu weit, als er sagte: <em>&#8222;Jetzt haben wir einen Vertrag, der uns Krieg in zwanzig Jahren garantiert&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>Durch Deutschland lief eine Welle der Emp\u00f6rung; selbst die Gutwilligsten konnten einen solchen Vertrag nicht einfach hinnehmen. Die Regierung <em>Scheidemann<\/em> trat zur\u00fcck und die Fraktionen der Nationalversammlung wehrten sich erbittert. Doch die Alliierten blieben unnachgiebig. Da an eine Wiederaufnahme des Krieges nicht zu denken war, blieb nur die Wahl zwischen Annahme der Vertrages oder Einmarsch alliierter Truppen.<\/p>\n<p>Die Regierung <em>Gustav Bauer<\/em> (1870-1944) musste ihre hilflose Lage akzeptieren und die Zustimmung des Nationalversammlung zu dem &#8222;Schandvertrag&#8220; erringen. Au\u00dfenminister <em>Hermann M\u00fcller<\/em> (1876-1931) und Verkehrs- und Kolonialminister <em>Johannes Bell<\/em> (1868-1949) unterzeichneten am 28. Juni 1919 in Versailles. Die einsichtigen Bef\u00fcrworter der Unterzeichnung, darunter auch <em>Matthias Erzberger<\/em> (1875-1921) wurden von da an von den Rechten als &#8222;Erf\u00fcllungspolitiker&#8220; diffamiert.<\/p>\n<h5><strong>Der Kampf an der Ruhr<\/strong><\/h5>\n<p>Der Friedensvertrag war kaum unterzeichnet, da begann der Kampf gegen den Vertrag und die M\u00e4nner die ihn unterzeichnet hatten. Im Land war Not und Inflation und es kam zu Aufst\u00e4nden, die blutig niedergeschlagen werden mussten. Die Last durch die Reparationen war dr\u00fcckend.<\/p>\n<p>Als Deutschland mit seinen Lieferungen an die Alliierten in R\u00fcckstand geriet (es fehlten ein paar Eisenbahnladungen von Telegrafenstangen und Kohle) lie\u00df der franz\u00f6sische Ministerpr\u00e4sident <em>Raymond Poincar\u00e9<\/em> (1860-1934) am 11. Januar 1923 f\u00fcnf franz\u00f6sische Divisionen ins Ruhrgebiet einmarschieren; Belgien schloss sich mit einer Division an, w\u00e4hrend England sich zur\u00fcckhielt. Damit wollte<em> Poicar\u00e9<\/em> sich holen, was die Deutschen angeblich nicht liefern wollten.<\/p>\n<p>In Deutschland war man\u00a0 emp\u00f6rt; im gemeinsamen Abwehrwillen gegen die Erpressung zeigte das Volk eine Einm\u00fctigkeit wie man sie seit 1914 nicht mehr gekannt hatte. Reichspr\u00e4sident <em>Ebert<\/em> und die Reichsregierung riefen den &#8222;Passiven Widerstand&#8220; aus. Industrie, Eisenbahn und Verkehr lagen still. Es gab Repressalien, blutige Zwischenf\u00e4lle, Massenausweisungen, Attentate und Hinrichtungen. Auf allen politischen Kundgebungen hie\u00dfe es &#8222;H\u00e4nde weg vom Ruhrgebiet&#8220; und aus Frankreich schallte es zur\u00fcck: &#8222;Das deutsche Luder wehrt sich noch!&#8220;.<\/p>\n<p>Der passive Widerstand f\u00fchrte in eine Sackgasse und verursachte auf Dauer untragbare Kosten. Steuererh\u00f6hungen waren angesichts der allgemeinen Notlage kaum durchzusetzen, und so blieb nur der Weg, die Notenpressen laufen zu lassen. Die Reichsmark fiel ins Bodenlose; am 1. August 1923 kostete der Doller schon \u00fcber eine Million Reichsmark.<\/p>\n<p>Am 12. August musste die Regierung von<em> Wilhelm Cuno<\/em> (1876-1933) zugunsten von <em>Gustav Stresemann<\/em> (1878-1929) abdanken.<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Man kann mit einem gewissen Recht behaupten, dass die Weltwirtschaftskrise wegen ihrer Auswirkungen auf die Verhaltensweise des Menschen das bis jetzt wichtigste Ereignis des Jahrhunderts war &#8211; jedenfalls f\u00fcr die Amerikaner.&#8220;<\/em>\u00a0 \u00a0John Kenneth Galbraith, 1975.<\/p><\/blockquote>\n<h5><strong>Die &#8222;goldenen&#8220; Zwanziger und die Wirtschaftskrise<\/strong><\/h5>\n<p>In Erinnerungen an die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wird von den &#8222;golden twenties&#8220;, den\u00a0 &#8222;goldenen zwanziger Jahren&#8220; gesprochen. In diesem Jahrzehnt, zwischen 1920 und 1930, erholte sich Europa langsam von den Wunden des Krieges, Kunst und Kultur bl\u00fchten auf. Viele Entwicklungen, deren Auswirkungen bis heute sp\u00fcrbar sind, wie der Aufstieg der Filmindustrie, nahmen damals ihren Anfang. Auch das von Kriegsfolgen und Reparationen schwer belastete Deutsche Reich erlebte eine kurze (Schein-)Bl\u00fcte.<\/p>\n<p>Diese, im sentimentalen R\u00fcckblick zumindest f\u00fcr die Oberschicht und die Intellektuellen gl\u00fcckliche Zeit, fand ein abruptes Ende durch den B\u00f6rsenkrach von 1929, der die bisher einschneidendste Weltwirtschaftskrise einleitete.<\/p>\n<p>Vorausgegangen war ein Aktienboom, der viele Spekulanten ermutigte, mit kreditfinanzierten Aktien zu spekulieren. Banken gaben bereitwillig Kredite, die durch Aktien gedeckt schienen. So lange die Aktienkurse schneller stiegen, als sich Kreditzinsen anh\u00e4uften, war das ein gutes Gesch\u00e4ft. Doch kein Boom dauert endlos; wenn die Kurse im \u00dcberma\u00df stiegen, folgte noch jedes Mal eine \u201eKorrektur&#8220;. In den USA begann der Kursrutsch am 24. Oktober 1929 (einem &#8222;schwarzen&#8220; Donnerstag), der sich am &#8222;schwarzen Dienstag&#8220; dem 29. Oktober zu einem erschreckenden Kurssturz ausweitete.<\/p>\n<p>Die als Sicherheit hinterlegten Aktien deckten nach dem Kursverfall die Kredite nicht mehr; die Banken forderten ihre Gelder zur\u00fcck. Aktien wurden panikartig verkauft. Die Kurse st\u00fcrzten und st\u00fcrzten; leichtfertige Spekulanten waren bankrott.<\/p>\n<p><strong>Und so sahen die Fakten aus:<br \/>\n<\/strong>Der Aktienindex der New York Times stieg von Ende 1924 bis Sommer 1929 von 134 auf 449; also in weniger als 5 Jahren um das mehr als Dreifache. Im Juli 1932 stand dieser Index dann bei 58, also etwas mehr als einem Achtel des H\u00f6chstkurses! Den Immobilien erging es nicht anders; vor\u00fcbergehend fielen sie bis auf ein Zehntel des Wertes von 1929.<\/p>\n<p>Aus Angst vor Bankzusammenbr\u00fcchen zogen viele Anleger ihre Bareinlagen ab; die H\u00e4lfte der amerikanischen Banken wurde zahlungsunf\u00e4hig und das ihnen von ihren Kunden anvertraute Geld war verloren.<\/p>\n<p>Dieser Crash blieb nicht auf die USA begrenzt. Aufgrund der monet\u00e4ren Verflechtungen (die europ\u00e4ische, besonders die deutsche, Wirtschaft war zu einem gro\u00dfen Teil durch Kredite aus den USA gest\u00fctzt) st\u00fcrzte auch die europ\u00e4ische und damit die Weltwirtschaft in eine tiefe Krise. Firmenpleiten, Entlassungen, Liquidationen, Produktionseinschr\u00e4nkungen, Preisverfall und Lohnsenkungen dominierten das Geschehen rund um den Globus, und die Massen arbeitsloser Menschen stiegen explosionsartig an.<\/p>\n<p>1932 gab es B\u00fcrgerkrieg in China, Krieg in S\u00fcdamerika, \u00d6lkrieg in Kleinasien. Industrieproduktion und Erzeugerpreise waren drastisch gesunken und Arbeitslose gab es \u00fcberall (in Deutschland fast 7 Millionen, in den USA 13 Millionen).<\/p>\n<p>Ein Ausweg aus dieser Weltdepression musste gefunden werden!<\/p>\n<p>Heute ist man der Ansicht, dass diese B\u00f6rsenkrise, wie sie nach einer \u00dcberhitzung einzutreten pflegt, nicht zu einer Wirtschaftskrise h\u00e4tte f\u00fchren m\u00fcssen. Die verantwortlichen Regierungschefs dachten zu restriktiv und handelten nicht koordiniert.<\/p>\n<p>Dem Deutschen Reichskanzler <em>Heinrich Br\u00fcning<\/em> (1885-1970) muss man zugute halten, dass er der Welt beweisen wollte, wie unerf\u00fcllbar die Reparationsforderungen des Versailler Vertrages waren. Doch auch <em>Herbert Hoover<\/em> (1874-1964), der 31. Pr\u00e4sident der USA, wusste f\u00fcr sein reiches Land kein Mittel gegen die Depression. Beide\u00a0 &#8211; Hoover wie Br\u00fcning &#8211;\u00a0 mussten ihre Posten r\u00e4umen.<\/p>\n<p>In den USA wurde im Januar 1933 <em>Franklin D. Roosevelt<\/em> (1882-1945) Pr\u00e4sident. Er machte unter der \u00dcberschrift \u201enew Deal&#8220; staatliche Mittel verf\u00fcgbar und startete vielf\u00e4ltige Ma\u00dfnahmen um die erlahmte Wirtschaft anzukurbeln<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn1\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p>In Deutschland verhalf die Krise am 30. Januar 1933 <em>Adolf Hitler<\/em> (1889-1945) zum Amt des Reichskanzlers. Fachleute rieten Hitler zu einem \u00e4hnlichen Programm, wie es Roosevelt wagte. Allerdings mit dem Unterschied, dass das &#8222;Dritte Reich&#8220; vor allem in die R\u00fcstung investierte, w\u00e4hrend in den USA zivile Investitionen vorgesehen waren.<\/p>\n<p>Weltweit geriet die &#8222;freie Marktwirtschaft&#8220; in Verruf, die angeblich zwischen Boom und Crash pendelt. Es folgte eine Zeit, in der Devisenkontrollen, hohe Z\u00f6lle und Kontingentierungen den Welthandel behinderten. Daf\u00fcr wurde auf bilaterale Zusammenarbeit gesetzt. Totalit\u00e4re Wirtschaftsweisen, wie in der UDSSR oder im nationalsozialistischen Deutschland, konnten sich durch die von der freien Wirtschaft verursachte Krise best\u00e4tigt f\u00fchlen, und die Politik der \u201eAchse Berlin-Rom&#8220; lag ebenfalls im Trend der Zeit.<\/p>\n<p>Lesen Sie dazu auch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/geschichte\/die-epoche-des-zweiten-kaiserreiches\/\">Die Epoche des Zweiten Kaiserreiches<\/a>&#8220; unter &#8222;Geschichte&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Endnoten:<br \/>\n<\/strong>[1] Vgl. dazu in &#8222;Kurz, knapp, kurios&#8220; Seite 446 &#8222;Die Sklaverei endete, der Rassismus blieb&#8220;.<br \/>\n[2] Die dazu noch fehlende Wirtschaftstheorie des \u201edeficit-spending\u201c liefert John Maynard Keynes (1883-1946) dann 1936 nach.<br \/>\n<strong>Literatur:<br \/>\n<\/strong>(1) Ambrosius, Gerold &#8222;Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Europas im 20. Jahrhundert&#8220;, C.H. Beck, M\u00fcnchen 1986.<br \/>\n(2) Eyck, Erich &#8222;Geschichte der Weimarer Republik&#8220;, Eugen Rentsch, Erlenbach-Z\u00fcrich\/Stuttgart 1954.<br \/>\n(3) Fernau, Joachim &#8222;Deutschland, Deutschland \u00fcber alles&#8230;&#8220;, Gerhard Stalling, Oldenburg 1952.<br \/>\n(4) Friedell, Egon &#8222;Kulturgeschichte der Neuzeit&#8220;, C.H. Beck, M\u00fcnchen 1931.<br \/>\n(5) Galbraith, John K. &#8222;Geld&#8220;, Droemer-Knaur, M\u00fcnchen 1976.<br \/>\n(6) Krummacher, F.A.; Wucher, Albert &#8222;Die Weimarer Republik&#8220;, R. L\u00f6wit, Wiesbaden 1965.<br \/>\n(7) Mann, Golo &#8222;Deutsche Geschichte im 19. Und 20. Jahrhundert&#8220;, Fischer, Frankfurt 1962<br \/>\n(8) Schulz, Gerhard &#8222;Weimarer Republik&#8220;, Ploetz, Freiburg\/W\u00fcrzburg 1987.<br \/>\n(9) Schulze, Hagen &#8222;Die. Deutschen und ihre Nation, Band 4 Weimar&#8220;, Severin &amp; Siedler, 1982.<br \/>\n(10) Senf, Bernd &#8222;Der Nebel um das Geld&#8220;, Gauke, L\u00fctjenburg 1987.<br \/>\n(11) Sethe, Paul Deutsche Geschichte&#8220;, Heinrich Scheffler, Frankfurt a.M. 1960.<br \/>\n(12) Zierer, Otto &#8222;Neue Weltgeschichte&#8220; Bd. III, Fackel, Stuttgart o.J.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 18\/2001) Die Spannungen eskalieren Auf den Wiener Kongress von 1815 schufen europ\u00e4ische Diplomaten nach Napoleons Niederlagen ein sogenanntes M\u00e4chte-Gleichgewicht, das dem Kontinent stabile Verh\u00e4ltnisse schenken und Kriege ersparen sollte. 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