{"id":1540,"date":"2010-08-24T12:33:32","date_gmt":"2010-08-24T11:33:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/?page_id=1540"},"modified":"2024-10-05T12:22:41","modified_gmt":"2024-10-05T11:22:41","slug":"nie-mehr-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/en\/economic-and-social\/never-work-again\/","title":{"rendered":"Never work anymore?"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><del datetime=\"2012-08-10T08:46:12+00:00\"><\/del><ins datetime=\"2012-08-10T08:46:12+00:00\"><\/ins>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 60\/2010)<\/p><\/blockquote>\n<h6>Die heutige, von der Automatisierung dominierte Arbeitswelt stellt unseren Sozialstaat vor die gr\u00f6\u00dften je gekannten Herausforderungen. Eine Bestandsaufnahme \u2013 und m\u00f6gliche neue Wege f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben.<\/h6>\n<p>Vor kurzem besuchte ich eine Automobilfabrik, in der ich selbst vor 35 Jahren gearbeitet hatte, um mir anzusehen, wie die mir einst gut bekannten Produktionsstra\u00dfen heute aussehen. Es war beeindruckend, die moderne, automatische Fertigung in menschenleeren Hallen mit im Takt arbeitenden Industrierobotern zu sehen, und dieser Eindruck regte mich zum Nachdenken an.<\/p>\n<h5>Wirtschaftswunder durch flei\u00dfige Menschen<\/h5>\n<p>In meinem Berufsleben habe ich noch Verh\u00e4ltnisse angetroffen, wie sie f\u00fcr die Mechanisierung typisch waren. Als ich 1958 in einer Reifenfabrik begann, gab es dort sogar noch eine kleine, spezielle Fertigung, in der die Produktionsmaschinen ganz klassisch, wie im 19. Jahrhundert, \u00fcber Transmissionen mit Lederriemen angetrieben wurden. Heute findet man so etwas nur noch im Technik-Museum, nicht einmal mehr in Entwicklungsl\u00e4ndern.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eEine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorneherein ausgeschlossen erscheint.\u201c<br \/>\n<\/em><span style=\"font-size: revert;\">Albert Einstein (1879\u20131955).<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Dann habe ich Werkhallen erlebt, in denen Hunderte von Menschen im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr t\u00e4tig waren. Die Arbeiterinnen und Arbeiter waren zumeist angelernte Kr\u00e4fte, ohne Berufsausbildung. Sie konnten in relativ kurzer Zeit f\u00fcr spezielle Aufgaben trainiert werden und waren dann in der Lage, mit Akkordarbeit mehr zu verdienen als ein einfacher Angestellter, der allerdings ein deutlich leichteres Arbeitsleben hatte. Die Akkordarbeit \u2013 ich selbst habe mein Geld ein Jahr lang im Drei-Schicht-Betrieb im Akkord verdient \u2013 war anstrengend; wer gezwungen war, an einem solchen Arbeitsplatz viele Jahre durchzuhalten, musste mit seiner Gesundheit bezahlen.<\/p>\n<p>Denn das \u201eDeutsche Wirtschaftswunder\u201c begann mit der harten Arbeit vieler flei\u00dfiger Menschen, international konkurrenzf\u00e4higem technischen Know-how, niedrigen L\u00f6hnen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn1\">[i]<\/a> und hohen Dollar-Kursen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn2\">[ii]<\/a>.<\/p>\n<h5>Die Arbeit erleichtern \u2013 oder abschaffen?<\/h5>\n<p>Mitte der 1950er Jahre kam das Schlagwort \u201eAutomation\u201c auf, das heute kaum noch jemand in seiner urspr\u00fcnglichen Bedeutung kennt. Pessimisten sahen bereits damals aufgrund dieser Zukunftsperspektive die Massenarbeitslosigkeit am Horizont heranziehen.<\/p>\n<p>Das Wort Automation kommt von dem englischen Wort <em>automatization. <\/em>Dieser Begriff wurde wohl zum ersten Mal in den amerikanischen Ford-Werken gebraucht und bedeutete um 1910 den selbst\u00e4ndigen Transport von Werkst\u00fccken zwischen den Maschinen.<\/p>\n<p>In den 1950er Jahren war dann in Deutschland mit Automation eine Weiterentwicklung der bereits vorhandenen Mechanisierung und Automatisierung gemeint. Unter Automatisierung verstand man damals eine (teil-)automatische Steuerung von Fertigungsvorg\u00e4ngen. Steuerung wird meist als Zwangssteuerung definiert, wie man sie von der Ventilsteuerung des Viertaktmotors kennt.<\/p>\n<p>Nun sollte die Automation in der Form Weiterentwicklungen bringen, dass an die Stelle der Steuerung die Regelung trat. Eine (Prozess-)Regelung ist kein von vornherein festgelegter Zwangsablauf mehr, sondern der Regelkreis kann flexibel reagieren. In eine Regelung flie\u00dfen fortlaufend Messdaten ein, die verarbeitet werden und selbstt\u00e4tig zu Ma\u00dfnahmen f\u00fchren, die den gew\u00fcnschten Prozess innerhalb von Zielvorgaben halten. Die in den 1950er und 1960er Jahren verf\u00fcgbaren Regler waren \u2013 verglichen mit den heutigen M\u00f6glichkeiten \u2013 noch ziemlich primitiv, und die Automation kam dementsprechend, je nach Aufgabengebiet, nur langsam voran.<\/p>\n<p>Dann erschien die <em>IT-Technologie<\/em> und erweiterte den Raum des technisch M\u00f6glichen in ungeahnte Dimensionen; die \u201edritte industrielle Revolution\u201c konnte beginnen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn3\">[iii].<\/a> <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr uns Ingenieure wird inzwischen un\u00fcbersehbar, dass wir seit Jahrhunderten dabei sind, die Arbeit abzuschaffen. Es fing ganz bescheiden an, mit dem Ziel der Erleichterung der Arbeit. Arbeitserleichterungen sind aber fast zwangsl\u00e4ufig mit Produktivit\u00e4tssteigerungen verbunden. Dann stellte sich die Frage: Soll man nun k\u00fcrzere Zeit arbeiten oder mehr produzieren?<\/p>\n<p>F\u00fcr die Unternehmer standen von Anfang an die Produktivit\u00e4tssteigerungen im Vordergrund, und der Wettbewerb tat das \u00dcbrige. F\u00fcr h\u00f6here L\u00f6hne, die Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit und f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen setzten sich \u2013 in daf\u00fcr g\u00fcnstigen Perioden oft mit Erfolg \u2013 Gewerkschaften, Sozialpolitiker und weitsichtige Unternehmer wie Henry Ford ein<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn4\">[iv].<\/a><\/p>\n<p>Im 21. Jahrhundert sind wir nun in eine Phase eingetreten, in der die Sozialpolitik noch nach Antworten auf die neuen Gegebenheiten sucht.<\/p>\n<p>Die Maschinen tun mehr und mehr das, was wir eigentlich immer schon wollten: Sie erledigen die Arbeit f\u00fcr uns. Menschen, Arbeiter werden dadurch beim Produktionsprozess immer weniger gebraucht. In den alten Industriel\u00e4ndern sind die Zeiten vorbei, wo vor und nach dem Schichtwechsel Hunderte, Tausende durch die Werkstore str\u00f6mten. Insbesondere T\u00e4tigkeiten f\u00fcr wenig Qualifizierte fallen mehr und mehr weg; wer keine gute, spezialisierte Ausbildung hat, ist auf unserem Arbeitsmarkt nur schwer oder auch gar nicht zu vermitteln, um nicht zu sagen <em>unterzubringen<\/em>.<\/p>\n<p>Andererseits haben wir uns schon fast daran gew\u00f6hnt, dass gro\u00dfe Konzerne von Gewinnsteigerungen berichten und gleichzeitig den Abbau von Arbeitspl\u00e4tzen ank\u00fcndigen. In der Regel steigen nach solchen Nachrichten die Aktienkurse der betreffenden Unternehmen.<\/p>\n<p>Nur am Rande sei erw\u00e4hnt, dass mit dem Wegfallen vieler Arbeitspl\u00e4tze noch ein weiteres, gravierendes soziales Problem entstanden ist: Die einst propagierte Integration der Zuwanderer mit Hilfe von Arbeitspl\u00e4tzen ist gescheitert, da es f\u00fcr gering qualifizierte Migranten kaum noch Arbeit gibt. So betrug zum Beispiel die Arbeitslosigkeit im Jahre 2005 in Deutschland 11,7 Prozent, im Bundesland Berlin 18,5 Prozent, unter den t\u00fcrkischen Berlinern 48,5 Prozent und den arabischen Berlinern \u00fcber 90 Prozent! (2).<\/p>\n<h5>Gibt es einen Lebensplatz ohne Arbeitsplatz?<\/h5>\n<p>Wer h\u00e4tte denn vor f\u00fcnf oder sechs Jahrzehnten, als Gastarbeiter ins Land gebeten wurden, gedacht, dass es eine Frage von kurzer Zeit sein w\u00fcrde, bis<\/p>\n<p>\u2022 in den Werkshallen der Gro\u00dfindustrie zwischen vielen Robotern nur noch wenige arbeitende Menschen anzutreffen sind;<\/p>\n<p>\u2022 im Supermarkt bald kein Kassenpersonal mehr n\u00f6tig ist;<\/p>\n<p>\u2022 die Abbuchung der Fahrtkosten und\/oder die Fahrscheinkontrolle automatisch erfolgen kann;<\/p>\n<p>\u2022 Geldautomaten die Bankkassierer verdr\u00e4ngen;<\/p>\n<p>\u2022 Roboter das Verkaufspersonal ersetzten k\u00f6nnen;<\/p>\n<p>\u2022 Getr\u00e4nkemixsysteme den Barkeeper \u00fcberfl\u00fcssig machen;<\/p>\n<p>\u2022 satellitengesteuerte Roboter pfl\u00fcgen, s\u00e4en, d\u00fcngen, ernten, Rasen m\u00e4hen usw.;<\/p>\n<p>\u2022 Roboter die Kellner ersetzen (in einem Restaurant in Hongkong laufen solche Roboter schon zur Probe);<\/p>\n<p>\u2022 Z\u00fcge ohne Lokf\u00fchrer fahren;<\/p>\n<p>\u2022 Flugzeuge ohne Piloten fliegen k\u00f6nnen;<\/p>\n<p>\u2022 Autos ohne Chauffeur fahren k\u00f6nnen;<\/p>\n<p>\u2022 der Internet-Handel die klassischen Vertriebswege in Bedr\u00e4ngnis bringt;<\/p>\n<p>\u2022 elektronische B\u00fccher und Leseger\u00e4te das etablierte Verlagswesen und den Buchhandel in Frage stellen \u2026<\/p>\n<p>In letzter Konsequenz wird fast jede menschliche Arbeit, die sich auch von Maschinen erledigen l\u00e4sst, aller Voraussicht nach fr\u00fcher oder sp\u00e4ter von Maschinen \u00fcbernommen werden!<\/p>\n<p>An eine Abschaffung der Maschinen, um auf diese Weise zwangsl\u00e4ufig einen Bedarf an menschlicher Arbeitskraft zu schaffen, brauchen wir nicht zu denken. Dieser Weg hat sich schon zu Beginn der Industrialisierung als Holzweg erwiesen, der nur zur\u00fcck, nicht vorw\u00e4rts f\u00fchren kann. Denn Wohlstand ohne Hightech ist l\u00e4ngst unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Eigentlich st\u00fcnden uns damit paradiesische Zust\u00e4nde bevor, in denen die meiste Arbeit von Maschinen erledigt wird, die keine Arbeitszeitbegrenzung und keinen Streik kennen. Man kann sich auf die faule Haut legen, den flei\u00dfigen Robotern bei der Arbeit zusehen, und wie im Schlaraffenland leben!<\/p>\n<p>Oder ist das Schlaraffenland, das Leben ohne Arbeit, ohne sinnvolle T\u00e4tigkeit, doch eher eine H\u00f6lle als das Paradies? Was w\u00fcrden Sie unternehmen, wenn Sie sich nicht mehr gezwungen s\u00e4hen, um des \u00dcberlebens willen t\u00e4glich an Ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen?<\/p>\n<p>Einige Leute werden auch weiterhin die traditionellen Arbeitspl\u00e4tze bedienen m\u00fcssen oder d\u00fcrfen. Die Maschinen, unsere \u201eeisernen Engel\u201c, m\u00fcssen ja (weiter-)entwickelt, produziert, beaufsichtig, gewartet, repariert werden. Aber dazu gen\u00fcgt nach den Prognosen, die der US-amerikanische Soziologe und \u00d6konom Jeremy Rifkin in einem Interview \u00e4u\u00dferte, ein Bruchteil der heutigen Bev\u00f6lkerung. Seiner Ansicht nach werden bis 2010 nur noch 12 Prozent der arbeitsf\u00e4higen Bev\u00f6lkerung in den Fabriken gebraucht. Bis 2020 sollen es dann weltweit nur noch 2 Prozent sein. Diese Sch\u00e4tzung d\u00fcrfte \u00fcberzogen sein; aber in der Tendenz trifft sie zu, und das ist erschreckend genug!<\/p>\n<p>Und im Dienstleistungsgewerbe? Auch hier wird rationalisiert, Personal abgebaut, mit weniger Mitarbeitern mehr umgesetzt und ein besseres Ergebnis erbracht.<\/p>\n<p>Was macht aber die Mehrzahl der vom Einkommen Abh\u00e4ngigen, wenn sie weder in der Produktion noch im Dienstleistungssektor gebraucht wird? Wo finden sie einen Lebensplatz, wenn es f\u00fcr sie keinen Arbeitsplatz gibt?<\/p>\n<h5>Die gr\u00f6\u00dften je gekannten Herausforderungen<\/h5>\n<p>Viele Jahrhunderte lang beruhte die Produktion von G\u00fctern und Lebensmitteln und der daraus entstandene Wohlstand auf der Arbeit der Menschen. Es schien daher nur gerecht, Einkommen, die Teilhabe am Wohlstand, von der Arbeit abh\u00e4ngig zu machen. Im Zuge der Entwicklung wurde dann das Einkommen \u2013 eigentlich das Auskommen \u2013 an einen bezahlten Arbeitsplatz gekoppelt.<\/p>\n<p>Wenn aber Arbeitspl\u00e4tze mehr und mehr durch Maschinen ersetzt werden, wie kann dann jedem einzelnen ein Arbeitsplatz, also ein \u201eEinkommensplatz\u201c, zur Verf\u00fcgung stehen? Oder wie kann von Maschinen produzierter Wohlstand in gerechter Weise auf alle B\u00fcrger verteilt werden? Nicht nur auf die, die einer Erwerbsarbeit<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn5\">[v]<\/a> nachgehen, sondern auch auf jene, denen keine verg\u00fctete T\u00e4tigkeit angeboten werden kann?<\/p>\n<p>Damit stehen wir vor der gr\u00f6\u00dften je gekannten sozialpolitischen Herausforderung. Das Arbeitsleben \u00e4nderte sich mit so rasanter Geschwindigkeit, dass die Wahrnehmung der Umw\u00e4lzungen durch die Bev\u00f6lkerung und das Bewusstsein von Politikern nicht ausreichend schnell folgen k\u00f6nnen. Kaum jemand traut sich, offen auszusprechen, in welchen revolution\u00e4r ver\u00e4nderten Bedingungen wir bereits leben:<\/p>\n<p>\u2022 Das vielbeschworene, sch\u00f6ne politische Ziel der Vollbesch\u00e4ftigung ist ein unerf\u00fcllbarer Wunschtraum geworden, denn die dazu n\u00f6tigen Arbeitspl\u00e4tze schwinden dahin. Da hilft auch kein staatlicher Druck, der zur Annahme von Billig-Jobs zwingen will.<\/p>\n<p>\u2022 Auch die Vorstellung, man k\u00f6nne die Arbeit gleichm\u00e4\u00dfiger verteilen, f\u00fchrt nur zu Dumping-L\u00f6hnen; denn es gibt nicht genug ausreichend bezahlte Arbeit f\u00fcr alle!<\/p>\n<p>\u2022 Gesetzliche Mindestl\u00f6hne k\u00f6nnten denen, die Arbeit finden, eine angemessene Existenz sichern. Doch vervielfacht w\u00fcrden die Arbeitspl\u00e4tze dadurch nicht. Manche \u00d6konomen bef\u00fcrchten, dass Lohnuntergrenzen die Verlagerungen von Arbeitspl\u00e4tzen in Billiglohnl\u00e4nder beschleunigen m\u00fcssten.<\/p>\n<p>\u2022 Einige Neo-Liberale m\u00f6chten die Arbeitsl\u00f6hne am liebsten ganz dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage \u00fcberlassen. Dann w\u00e4re es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Einkommen der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten weltweit angeglichen h\u00e4tten. In den Industriel\u00e4ndern bedeutete das einen regelrechten Absturz der L\u00f6hne. Die damit verbundenen sozialen Verwerfungen sind nur schwer vorstellbar.<\/p>\n<p>\u2022 Die Koppelung des Einkommens an den Arbeitsplatz wird sich nicht aufrechterhalten lassen \u2013 ebenso wenig, wie die im Zuge der Globalisierung zunehmende Abh\u00e4ngigkeit vom internationalen Kapital.<\/p>\n<p>\u2022 In wie weit sich solche Entwicklungen durch ein (im Zeitalter der Globalisierung utopisches) Abschotten der Industriel\u00e4nder von den Schwellenl\u00e4ndern aufhalten lie\u00dfen, ist umstritten. (Vgl. <a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/der-globalisierungsschwindel\/\">&#8222;Der Globalisierungsschwindel&#8220;<\/a> unter &#8222;Wirtschaft und Soziales&#8220;).<\/p>\n<h5>\u00a0Neue Wege zur Rettung des Sozialstaates<\/h5>\n<p>Wenn wir nicht in vorrevolution\u00e4re Zust\u00e4nde schlittern wollen, die schnell au\u00dfer Kontrolle geraten k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir \u00fcber\u00a0 v\u00f6llig neue Wege zur Rettung des Sozialstaates und vor allem des sozialen Friedens nachdenken. Die in etlichen L\u00e4ndern &#8211; auch Europas &#8211; schon aufflackernden gewaltsamen Proteste sollten uns warnen.<\/p>\n<p>Auf die Gefahr hin, dem Unverst\u00e4ndnis mancher Leser zu begegnen, erw\u00e4hne ich einen in j\u00fcngerer Zeit wieder angedachten\u00a0 &#8211; eigentlich schon alten &#8211; Vorschlag, der ganz neue Wege gehen will: Ein bedingungsloses Grundeinkommen<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn6\">[vi]<\/a> f\u00fcr alle Staatsb\u00fcrger! Diese Grundsicherung befreite den Einzelnen von der Sorge um das t\u00e4gliche Brot und g\u00e4be ihm die Freiheit, zu arbeiten was er m\u00f6chte und sich im Rahmen seiner\u00a0 Pers\u00f6nlichkeit zu entwickeln. Es b\u00f6te jedem die M\u00f6glichkeit, zu lernen, Arbeit zu kreieren, zu studieren, freiwillige Dienste zu leisten, k\u00fcnstlerisch kreativ zu werden, Ehren\u00e4mter zu \u00fcbernehmen, oder sonstige gemeinn\u00fctzige Leistungen zu erbringen, bezahlt oder unbezahlt.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Staat erg\u00e4ben sich Einsparungen, da ein gro\u00dfer Teil der sozialen Leistungen\u00a0 samt der dazugeh\u00f6rigen B\u00fcrokratie entfiele.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt werden m\u00fcssten diese neuen Wege, die momentan vielen utopisch erscheinen, durch eine grundlegende Umschichtung der Steuern. Unser Steuersystem stammt ja aus einer Zeit der Binnenwirtschaft, in der sich gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung selbst versorgten. In der Zeit der weltweiten Arbeitsteilung (Globalisierung) ist diese einkommensbasierte Besteuerung kontraproduktiv. In Zukunft sollte nicht das Einkommen durch Arbeit des Einzelnen besteuert werden, sondern sein Konsum. Statt der Einkommenssteuer also eine Konsumsteuer, die besonders den Energie- und Rohstoffverbrauch belastet, nicht die Arbeit. Das w\u00e4re auch \u00f6kologisch sinnvoll, denn leichte und energiesparende Ger\u00e4te w\u00fcrden interessant, Reparaturen k\u00f6nnten sich lohnen, Schwarzarbeit g\u00e4be es nicht mehr. Sogar \u00fcber eine Maschinen-Steuer \u2013 an Stelle der heutigen Lohnsteuer \u2013 lie\u00dfe sich nachdenken. Schlie\u00dflich hatten in der deutschen Industrie die Personalkosten im Jahre 2007 nur noch einen Anteil von etwa 17 Prozent an den Gesamtkosten. Gleichzeitig stiegen die Unternehmensgewinne, w\u00e4hrend die inflationsbereinigten Netto-Einkommen der Arbeitnehmer sanken. An diesen geringen Lohnanteilen h\u00e4ngen die Sozialleistungen und ein gro\u00dfer Teil der Steuereinnahmen (Lohnsteuer), w\u00e4hrend die Maschinen durch Abschreibungen steuerlich subventioniert werden.<\/p>\n<h5>Wenn niemand mehr arbeiten muss \u2026<\/h5>\n<p>Was w\u00fcrde geschehen. wenn niemand mehr zur Arbeit gezwungen ist?<br \/>\nDie Einstellung zur Arbeit war in verschiedenen Epochen des Abendlandes sehr unterschiedlich. Lange galt es als Privileg, nicht arbeiten zu m\u00fcssen. Die Reichen konnten dementsprechend die notwendigen T\u00e4tigkeiten zum gro\u00dfen Teil den \u00c4rmeren oder auch Sklaven \u00fcberlassen, sich selbst auf die Leitung der Arbeiten beschr\u00e4nken, oder sich k\u00fcnstlerischen und wissenschaftlichen Gebieten widmen. Das \u00e4nderte sich mit dem Aufkommen der \u201eProtestantischen Arbeitsethik\u201c<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn7\">[vii]<\/a>. So k\u00f6nnte man es als begr\u00fc\u00dfenswerten Zustand ansehen, wenn in Zukunft keiner mehr dem Zwang zum Arbeiten \u201eum zu essen\u201c unterliegt.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich w\u00e4ren wir \u00fcberrascht, was sich in einer Gesellschaft ohne Arbeitszwang f\u00fcr die Befriedigung der Grundbed\u00fcrfnisse an sinnvollen Entwicklungen ergeben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Vielleicht w\u00fcrden einige wenige ihr Leben vor dem Fernseher verbringen oder ihre Zeit mit Computerspielen totschlagen. Doch die Mehrzahl der Menschen w\u00fcrde meines Erachtens arbeiten, lernen, mitwirken, einen sinnvollen Beitrag zur Gestaltung unserer Gesellschaft leisten; kurz: kreativ sein. Man muss ihnen die Chance dazu geben! Sie brauchen sich nur zu fragen, was Sie pers\u00f6nlich tun w\u00fcrden.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnten sich ganz neue Entwicklungen in Teilen von Kultur und Zivilisation ergeben, die bisher als \u201enicht wirtschaftlich\u201c vernachl\u00e4ssigt werden. Zum Beispiel in der Kinderbetreuung, in Schulen, in der Kranken- und Altenpflege, in religi\u00f6sen Gemeinschaften, in Landschaftspflege, Naturschutz, Kunst, Musik, Sport, Theater, Vereinen, die alle ihre Lebendigkeit aus der freiwilligen Mitarbeit von Menschen beziehen. Auf diesem sogenannten \u201edritten Sektor\u201c<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn8\">[viii]<\/a>, dem \u201eNonprofitsektor\u201c sind die gr\u00f6\u00dften Zuwachsraten f\u00fcr eine sinnvolle Bet\u00e4tigung m\u00f6glich!<\/p>\n<p>Gelingt es nicht, diesen Sektor auszubauen und f\u00fcr die aus der Einkommenswelt durch einen Arbeitsplatz Ausgesto\u00dfenen attraktiv zu machen, dann wird sich der \u201evierte Sektor\u201c dramatisch entwickeln: der Schwarzhandel, die Schwarzarbeit und besonders die (organisierte) Kriminalit\u00e4t. Die Gesellschaft wird dann korrupt und labil, die Gef\u00e4ngnisse quellen \u00fcber.<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn9\">[ix]<\/a><\/p>\n<blockquote><p><strong>Das Schicksal von Millionen Menschen \u2026<br \/>\n<\/strong><em>\u201eDas Schicksal von Millionen Menschen liegt in der Hand profitgieriger Unternehmer und unt\u00e4tiger Regierungen. Viele Arbeitnehmer, die in Angst vor einer Entlassung leben, die sich unfreiwillig mit einer Teilzeitarbeit und einem geringen Gehalt zufrieden geben m\u00fcssen oder die gar auf staatliche Unterst\u00fctzung angewiesen sind, sp\u00fcren die Folgen der globalen Umstrukturierung der Wirtschaft am eigenen Leib. Mit jeder neuen Erniedrigung sinkt ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgef\u00fchl weiter. Sie werden nicht mehr gebraucht, sie wurden \u00fcberfl\u00fcssig und verschwinden schlie\u00dflich ganz hinter dem Glanz der neuen Hightech-\u00d6konomie.\u201c\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/em>Jeremy Rifkin (3, S. 157).<\/p><\/blockquote>\n<h5>\u201eBrot und Spiele\u201c taugen wenig zur geistigen F\u00f6rderung!<\/h5>\n<p>Ich wage zu sagen, dass wir grundlegend andere sozial- und gesellschaftspolitische L\u00f6sungen brauchen, als die in den vergangenen Jahrhunderten gewohnten. Viele Gruppen, deren Interessen die derzeitigen Verh\u00e4ltnisse noch dienen, werden sich dabei heftig gegen die unvermeidbaren Neuerungen wehren, die dem Altgewohnten widersprechen. Doch Abwarten und Nichtstun ist sicher das schlechteste Modell. Auch das Argument, dass so etwas nur \u201eglobal\u201c angegangen werden k\u00f6nne, sollte uns nicht vom Nachdenken abhalten.<\/p>\n<p>Viele arbeitende Menschen sch\u00f6pften und sch\u00f6pfen ihr Wertbewusstsein aus ihrem Beruf und ihrer Arbeitsleistung. Wird ihnen die Arbeit genommen, stehen sie vor einem inneren Vakuum, das nach Sinnerf\u00fcllung schreit. \u201eBrot und Spiele\u201c allein bieten kein erf\u00fclltes Leben und taugen wenig zur geistigen F\u00f6rderung des Menschen; das hat sich schon in der r\u00f6mischen Geschichte gezeigt. Daher muss unsere Gesellschaft in einer neuen Weise organisiert werden, die jedem Mitmenschen nicht nur einen Lebensplatz sichert, eine (bescheidene) Teilhabe am Wohlstand erlaubt, sondern ihm besonders auch eine individuelle Mitwirkung an der Gestaltung unserer Gemeinschaft erm\u00f6glicht. Neben den irdischen T\u00e4tigkeiten muss dabei der inneren, der geistigen Entwicklung ein hoher Stellenwert einger\u00e4umt werden.<\/p>\n<p>Im Grunde stehen wir weiterhin vor der seit Jahrhunderten diskutierten Frage der Verteilungsgerechtigkeit<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_edn10\">[x]<\/a>. Anarchisten, Kommunisten, \u00d6konomen, Philanthropen, Philosophen, Sozialisten, Sozialpolitiker, Theologen haben dazu gestern wie heute vielseitige Vorstellungen entwickelt. F\u00fcr uns alle unstrittig ist, dass wir <em>jetzt<\/em> \u00fcber die zuk\u00fcnftige Organisation unserer Gesellschaft nachdenken m\u00fcssen, damit wir rechtzeitig und m\u00f6glichst ohne katastrophalen Handlungsdruck agieren k\u00f6nnen! Dazu ist \u201ebrain-storming\u201c unerl\u00e4sslich \u2013 auch das Einbringen von exotischen, auf den ersten Blick utopischen oder zu weit gehenden Vorschl\u00e4gen, aus denen sich dann aber etwas wirklich Neues, Brauchbares herauskristallisieren kann.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<br \/>\n<\/strong><span style=\"font-size: revert;\">(1) Der Spiegel Nr. 51\/2007, vom 17. 12. 2007.<br \/>\n<\/span>(2) Ghadban Dr. Ralph, &#8222;Europ\u00e4isierung des Islam oder Islamisierung Europas?&#8220;, Vortrag am 22. M\u00e4rz 2007 auf Schloss B\u00fcckeburg, Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker Gesellschaft e.V.<br \/>\n(3) Rifkin Jeremy, Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft, Campus, Frankfurt 2004.<br \/>\n(4) Werner G\u00f6tz W. Einkommen f\u00fcr alle, Kiepenheuer &amp; Witch, K\u00f6ln 2007.<br \/>\n(5)Werner G\u00f6tz W. Das bedingungslose Grundeinkommen (Audio-CD).<br \/>\n(6) <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/bedingungsloses_Grundeinkommen\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/bedingungsloses_Grundeinkommen<\/a>.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/grundeinkommensmodell_nach_G%C3%B6tz_Werner\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/grundeinkommensmodell_nach_G%C3%B6tz_Werner<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.archiv-grundeinkommen.de\/\">http:\/\/www.archiv-grundeinkommen.de\/<\/a>.<\/p>\n<p>(7) <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/\">http:\/\/www.destatis.de<\/a>.<\/p>\n<p>(8) http:\/\/<a href=\"http:\/\/www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de\/\">www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Endnoten:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref1\">[i] <\/a>Mein Stundenlohn als Fabrikarbeiter war Anfang 1958 DM 2,13 (Tariflohn DM 2,08 + 0.05 Schichtzulage).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref2\">[ii]<\/a> Nach der W\u00e4hrungsreform lag der US$ l\u00e4ngere Zeit bei DM 4,20.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref3\">[iii]<\/a> Unter der \u201eErsten industriellen Revolution\u201c, die Ende des 18. Jahrhunderts begann, kann man die Dampfmaschine und die Verwendung von Kohle als Energietr\u00e4ger verstehen. In der \u201eZweiten industriellen Revolution\u201c trat \u00d6l in Konkurrenz zur Kohle und die Elektrizit\u00e4t wurde wichtig (zweite H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts bis nach dem Ersten Weltkrieg). Die \u201eDritte industrielle Revolution\u201c begann nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Computertechnik.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref4\">[iv]<\/a> Vgl. \u201e<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/ford\/\">Ein total verr\u00fccktes Experiment<\/a>\u201c unter &#8222;Wirtschaft und Soziales&#8220;.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref5\">[v]<\/a> Die typische \u201eweisungsgebundene, bezahlte, sozialversicherungspflichtige Erwerbsarbeit\u201c.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref6\">[vi]<\/a> Die Idee eines \u201eSozialeinkommens\u201c wurde meines Wissens zum ersten Mal 1963 in den USA von einem \u201eAd Hoc Committee an the Triple Revolution\u201c in die \u00d6ffentlichkeit gebracht (3, S. 205). Inzwischen treten private Initiativen oder politische Parteien (zum Beispiel in Frankreich) daf\u00fcr ein.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref7\">[vii]<\/a> Vgl. den Kasten \u201eArmut ist keine Schande\u201c in- &#8222;<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/okologie\/stolpern-wir-in-die-bevolkerungsfalle\/\">Warum wir in die -Bev\u00f6lkerungsfalle stolpern<\/a>&#8220; unter &#8222;\u00d6kologie&#8220;.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref8\">[viii]<\/a> Der erste Sektor ist die Industrie, der zweite die Dienstleistungsbranche.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref9\">[ix]<\/a> Im Jahr 1980 betrug die Anzahl der Gef\u00e4ngnisinsassen in den USA 330.000. Bis zum Jahr 2000 sa\u00dfen fast 2 Millionen Menschen in den Haftanstalten! (3, S. 11.).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/paste\/pasteword.htm?ver=3241-1141#_ednref10\">[x]<\/a> Vgl. \u201e<a href=\"https:\/\/www.siegfriedhagl.com\/wirtschaft-und-soziales\/die-gerechtigkeitslucke-2\/\">Die Gerechtigkeitsl\u00fccke<\/a>\u201c unter &#8222;Wirtschaft und Soziales&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Ver\u00f6ffentlicht in GralsWelt 60\/2010) Die heutige, von der Automatisierung dominierte Arbeitswelt stellt unseren Sozialstaat vor die gr\u00f6\u00dften je gekannten Herausforderungen. Eine Bestandsaufnahme \u2013 und m\u00f6gliche neue Wege f\u00fcr ein menschenw\u00fcrdiges Leben. 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