Siegfried Hagl - Schriftsteller

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Die Virus-Katastrophe

(März 2020)

Nun ist eingetreten, was manche schon seit Jahrzehnten befürchten:

Ein Krankheitserreger, das Corona-Virus COVID-19, rast um die Welt. Längst hat der Erreger von China aus alle bewohnten Kontinente, die meisten Länder und fast alle Großstädte mit Flughafen erreicht.

Leider traf diese Corona-Pandemie[i] auch Deutschland unvorbereitet. Die Kliniken, unter dem Druck gewinnorientiert zu arbeiten, sind schon seit Jahren an ihren Leistungsgrenzen, und die notwendige Vorsorge für Unerwartetes schien den Verantwortlichen zu teuer, obwohl wir durch die Sars-CoV-1 (auch ein Corona-Virus) Epidemie in den Jahren 2002/03 gewarnt waren.

So ist zu befürchten, dass nicht nur in Italien Altenheime, Krankenhäuser und Pflegedienste den gestellten Anforderungen nicht gerecht werden können.

Im Moment erzwingt die Pandemie einschneidende Maßnahmen, die das Wirtschaftswachstum bremsen, Arbeitslosigkeit entstehen lassen und die Bevölkerung verunsichern. Für Prognosen, wie sich das Ganze entwickeln wird ist es wohl noch zu früh, auch wenn aus China bereits ermutigende Signale kommen.

Die letzte vergleichbare Epidemie gab es 1918 bis 1920, also vor einem Jahrhundert. Damals forderte die „Spanische Grippe“ weltweit bis zu (geschätzt) 50 Millionen Tote – weit mehr als doppelt so viele wie der Erste Weltkrieg –, bei einer Weltbevölkerung von 1,65 Milliarden Menschen. Umgerechnet auf die heutige Bevölkerung von 8 Milliarden müsste man mit 240 Millionen Opfern rechnen. Kein Wunder, dass Virologen strenge Maßnahmen fordern und Politiker nervös werden.

Zum Glück haben sich Medizin und Virologie im letzten Jahrhundert weiterentwickelt, so dass wir heute die gegebene Situation hoffentlich weitaus besser beurteilen können als vor einem Jahrhundert. Es besteht sogar die Hoffnung, dass bis Ende 2020 eine Therapie oder ein Impfstoff gegen das Corona-Virus COVID-19 verfügbar sein könnten.

Also kein Grund zur Panik, doch Gründe genug zum verantwortlichen Handeln.

Leider wissen wir noch zu wenig über das Virus und seine Eigenschaften, denn die vorhandenen Daten sind lückenhaft. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Expertenmeinungen. Sie schwanken zwischen einer ganz normalen Grippe-Welle mit den üblichen Todesfällen von 0,3% der Infizierten (vor allem Alte und gesundheitlich Vorbelastete) und einer neuen, sehr ernsthaften Bedrohung. Solche Expertenmeinungen zwangen Politiker zum Handeln, auch aufgrund unzureichender Daten. Lieber zu viel Vorsicht als zu wenig!

So schienen die verfügten Grenzschließungen und Ausgangssperren (20. 3. 2020), die bis vor kurzem Niemand in Friedenszeiten für möglich gehalten hätte, zunächst wohl angemessen. Auch wenn dadurch das Privatleben stark eingeschränkt ist, Freiheitsrechte ausgesetzt sind, die Wirtschaft zu einem erheblichen Teil zum Stillstand kommt, die Staatsverschuldung explodiert, und ein Absturz nicht nur der Aktienkurse droht.

Bisher ist es nicht gelungen, die Notwendigkeit aller dieser Maßnahmen – die weit über das hinausgehen, was sich Ökoaktivisten erträumen – ausreichend zu begründen und den Wählern zu vermitteln. Noch geht es nur um Zeitgewinn, doch bald muss eine überzeugende Strategie folgen[ii] und auch über die Art der Rückkehr zur Normalität diskutiert werden.

Daher mehren sich ernstzunehmende, kritische Stimmen, und die anfänglich breite Akzeptanz der Bevölkerung bröckelt. Umso mehr als sich die unzureichende Vorbereitung, z. B. bei Atemschutzmasken, Beatmungsgeräten, Desinfektionsmitteln und Schutzanzügen, für die jemand die politische Verantwortung übernehmen muss, gefährlich auszuwirken beginnt.

Leider fehlt auch der bei Katastrophen nötige politische Zusammenhalt, sodass sich einheitliche Regeln sowohl EU-weit wie in Deutschland nur schwer durchsetzen lassen, und notwendige Entscheidung durch politische Spielchen verzögert werden können. Das provoziert Misstrauen und Zweifel an der Führungsfähigkeit der Verantwortlichen, die man in Krisenzeiten am wenigsten gebrauchen kann.

Über längere Zeiträume als Wochen oder wenige Monate sind solche drastischen Einschränkungen ohnehin kaum durchzuhalten. Danach müssen diese gelockert werden, damit sich die Wirtschaft erholen kann[iii].

Einen genauen Überblick können wir frühestens in einem Jahr erwarten. Dann wird sich hoffentlich herausstellen, dass Grippe-Wellen kommen und gehen, und wir 2020 nichts Außergewöhnlicheres erlebt haben, als eine von Virologen dramatisierte Influenza-Welle, durch die die Zahl der Sterbenden nicht ungewöhnlich hoch angestiegen ist. Diese angebliche Panikmache der Experten wurde von oft unkritischen und durch die Bank zu regierungsfreundlichen Medien freudig aufgenommen, die nach dem „Klima-Gretl“-Hype ein neues, griffiges Thema suchten.

Wir sind uns meist zu wenig bewusst, dass es während der ganzen Menschheitsgeschichte immer wieder Katastrophen gegeben hat, die ganze Zivilisationen ins Wanken brachten. Nicht selten waren Kälteeinbrüche der Auslöser. Diese ließen die apokalyptischen Reiter losgaloppieren: Krieg, Hungersnot, Seuchen. Wärmere Perioden waren meist glücklichere Zeiten.

Schon in der Bronze-Zeit brachen Hochkulturen zusammen, aus bisher noch nicht genau geklärten Ursachen.

Vom Vierten Jahrhundert an zerbrach das Römische Weltreich unter Barbarensturm, Bürgerkriegen, Seuchen, Wirtschaftskrisen[iv]. Die Bevölkerung ging im darauf folgenden „finsteren Mittelalter“ deutlich zurück und es dauerte fast ein Jahrtausend, bis in Mitteleuropa wieder einigermaßen der zivilisatorische Stand erreicht war, den das Römerreich im dritten Jahrhundert hatte.

Sowohl das Persische wie das Oströmische Reich wurden durch Kriege, innere Streitigkeiten, Seuchen und die Turbulenzen der Völkerwanderung so erschöpft, dass sie den vom siebten Jahrhundert an vordringenden islamischen Kämpfern nur unzureichenden Widerstand leisten konnten. Beide Großreiche gingen schließlich unter[v].

Die große Pest im 14. Jahrhundert dezimierte die Bevölkerung Europas. Weitere, meist kleinere Pestepidemien in Europa und Asien folgten. Auch der Ferne Osten durchlitt vergleichbare Katastrophen.

Dann folgten eine Kältewelle mit Missernten und der Dreißigjährige Krieg. Sogar die Französische Revolution wurde durch einen Temperatursturz mit ausgelöst. Von weiteren, meist kleineren Turbulenzen nicht zu reden[vi].

Auf jeden Fall hat die Corona-Pandemie uns drastisch vorgeführt, dass die derzeitige Form der Globalisierung nicht für alle Beteiligten immer gut sein muss. Früher waren Katastrophen meist örtlich begrenzt. Heute ist die Weltwirtschaft in einer gefährlichen Weise vernetzt, und Einbrüche an einer Stelle können schnell das ganze System in Schwierigkeiten bringen. Höchste Zeit, dass eine bisher noch utopische „Weltgesellschaft“ erkennt, dass sie von Wettbewerb und Konfrontation auf Kooperation umschalten muss, um dauerhaft stabil zu bleiben.

Zudem verfügen Staaten, Unternehmen, Familien meist über zu geringe Reserven. Die „Kriegskassen“, „Julius-Türme“ oder „Spargroschen“ früherer Zeiten fehlen zu oft, und Niedrigzinsen verleiteten zur Überschuldung. Die zur Corona-Bekämpfung erforderlichen Mittel können hoch verschuldeten Staaten wie Italien ihre Belastungsgrenzen aufzeigen und EURO und EU ins Wackeln bringen. Deutschland ist vergleichsweise, aber nicht wirklich, solide finanziert, kann aber nicht dauerhaft den Zahlmeister zur Rettung „Europas“[vii] spielen, unbegrenzt Asylanten aufnehmen, Arbeitslosigkeit abfedern, Corona-Krise, Digitalisierung und Energiewende bewältigen.

Wie zu erwarten kommt die Frage nach den Ursachen der Pandemie:

Ist COVID-19 eine Zufallsmutation, die von Wildtieren auf Menschen übergesprungen ist? Kommt es gar aus dem Genlabor? Oder wird es nur von Virologen hochgespielt und von den „Chaos-Händlern“ der Medien dramatisiert?

Auch Verschwörungstheoretiker und Apokalyptiker melden sich zu Wort, wie stets in solchen Fällen. Letztere wollen eine ernste Warnung, eine Strafe Gottes, oder gar den Beginn der Endzeit erkennen.

Religiöse Menschen oder Esoteriker sehen das meist etwas anders:

Für diese haben irdische Erscheinungen stets eine äußere und eine innere Ursache, wie auch jeder menschlichen Handlung ein Gedanke, eine Idee vorausgeht. Die äußeren Ursachen können wir verfolgen, die inneren entziehen sich unserer Wahrnehmung.

Wir Menschen schwingen leider nicht immer in einem edlen Innenleben, sondern lassen uns – nicht zuletzt von den Medien – zu unschönen Gedanken und Empfindungen verleiten, welche in der feinstofflichen Umgebung unseres Planeten Form annehmen und diese seit langem vergiften. So wallen und wogen dunkle Formen in unserer transzendenten Umgebung, die sich ihrer Gleichart entsprechend zusammenschließen und verdichten. Sie können sich auch irdisch auswirken, sofern Gleicharten die Brücke dazu bieten. Schöne wie hässliche Gedanken und Empfindungen von uns Menschen fallen so als „Karma“ oder „Wechselwirkung“ auf ihre Urheber zurück; auf Einzelne oder ganze Völker.

Für die uns sichtbar werdenden Auswirkungen ist es dann unwesentlich, ob dunkle Kräfte gefährliche Mutationen anregen könnten, oder ob sie das menschliche Verhalten in eine ungute Richtung lenken.

So entstehende Katastrophen sind keine „Strafe Gottes“, sondern schöpfungsgesetzmäßige Auswirkungen niederen Menschenwollens; denn von Gott geht nur Gutes aus!

Selbstverständlich ist es notwendig, gegen die äußeren Ursachen vorzugehen: Durch Wissenschaft, Ökonomie, Diplomatie. Doch dauerhaft kann eine friedliche und glückliche Welt nur entstehen, wenn auch die dunklen Formen im transzendenten Raum, deren überraschende Auswirkungen oft als das Wirken “geheimer Verschwörungen” interpretiert werden, durch lichtstrebende Gedanken und Empfindungen vieler, möglichst aller Menschen ausgetrocknet werden. Gedankenkontrolle ist eine alte religiöse Forderung, die weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Letzten Endes wird es von uns abhängen – von unserem Handeln aber besonders auch von unserem inneren Wollen – ob die Pandemie zum starken Rückgang oder sogar zum Zusammenbruch der Weltwirtschaft führen kann. Oder ob sie uns eine Zeit beschert, die zum Nachdenken zwingt: Zur kritischen Betrachtung unserer gesamten Lebensweise, nicht nur aus ökologischer und ökonomischer Sicht. So kann aus der Katastrophe eine Katharsis erstehen, die sich langfristig als segensreich erweist.

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[i] Pandemie = eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit.

[ii] Andere Länder wie Singapur verzichten auf so strenge Einschränkungen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich dort das Virus ausbreitet.

[iii] Es ist sehr optimistisch, zu erwarten, dass im nächsten Jahr wieder alles normal läuft. Selbst wenn die befürchtete, lang anhaltende Rezession abgewendet werden kann, und sich auch unsere Wirtschaftspartner schnell genug erholen. Viele Fragen werden auftauchen und nach der Krise wird vieles anders sein als vor der Krise. Werden z. B. Flugreisen, Kreuzfahrten, Reisebüros dann wieder florieren? Oder fehlen vielen Verbrauchern Geld und Lust für so manches, was sich in der Krise als unnötig erwiesen hat?  

[iv] Historiker nennen mindesten 2o verschiedene Ursachen für den Untergang Roms.

[v] Vgl. unter siegfriedhagl.com: „Wie das ‚flüssige Feuer‘ die Christenheit rettete“.

[vi] Vgl. unter siegfriedhagl.com: “Brauchen wir einen zweiten Planeten?”; “Gaias Rache”; “Zu viele Menschen?”; “Zehn Milliarden”; „Wie das Klima Geschichte schreibt“; „Als die Sonne erlosch“; „Der Vierte Reiter“; „Als Krankheiten Geschichte schrieben“; „Wie ein Vulkan dem Fahrrad auf die Sprünge half“; „Als eine Million Iren starben“;  „Der Globalisierungsschwindel“.

[vii] Europa ist deutlich größer als die EU und umfasst – anders als die übliche Wortverdrehung – auch Jugoslawien, Moldawien, Russland, die Ukraine, Weißrussland usw. Zudem hat die Bundesrepublik schon 2 Billionen (Zweitausend Milliarden) Schulden, zu denen durch die Corona-Krise noch viele weitere Milliarden hinzukommen dürften; von den drohenden “Corona-Bonds”, die vor allem zu Lasten Deutschlands gehen dürften, nicht zu reden. Wie meinte ein mir gut bekannter Ökonom:  “Der EURO ist der Ersatz für die Reparationen”.