Siegfried Hagl - Schriftsteller

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Der Eisenhammer aus der Kreidezeit

(Veröffentlicht in GralsWelt 17/2000)

Wie kommt ein hochwertiger Hammer in 70 Millionen Jahre altes Gestein?

Nicht alle Menschen sind davon überzeugt, daß die Evolution so stattgefunden hat, wie es heute in wissenschaftlichen Lehrbüchern steht. Die „Kreationisten” beispielsweise halten die moderne Evolutionstheorie für unzutreffend und möchten die Naturgeschichte auf biblischer Grundlage erklären. Ein für solche Vermutungen wichtiges „Beweisstück” und außergewöhnliches Fundstück wird vom „Creation Evidence Museum” in Texas verwahrt und gilt als besonders schwer einzuordnen: ein hochwertiger Eisenhammer, eingeschlossen in einem angeblich 70 Millionen Jahre alten Kalkstein.

 Den vorliegenden Informationen nach wurde 1940 in der Nähe von London (Texas) ein in einem angeblich kreidezeitlichen Kalkgestein eingeschlossener eiserner Hammer mit Stiel aus versteinertem Holz gefunden.

Der Hammerkopf enthält keinerlei Einschlüsse von Blasen oder Schlacke, würde also einem modernen Qualitätsprodukt entsprechen, und ist von außerordentlicher Zusammensetzung: Das Metall besteht aus 96 % Eisen, 2,6 % Chlor und 0,74 % Schwefel. Auffallend ist das Fehlen von Kohlenstoff und der hohe Chlorgehalt. Jegliches bekannte technische Eisen enthält Kohlenstoff als wichtigstes Legierungselement, während Chlor bei unseren Eisenlegierungen fast gänzlich fehlt. Die Analyse des Hammerkopfes paßt auch nicht zu Meteoreisen, das zum Beispiel so gut wie kein Chlor enthält.

Damit stehen wir vor einem rätselhaften Artefakt (= Kunsterzeugnis), über das spekuliert werden kann:

Ein rätselhaftes Artefakt

 Der Hammer wurde in Gestein eingeschlossen gefunden, dessen Alter auf etwa 70 Millionen Jahre geschätzt wird (Kreidezeit).

  • Der Hammerstiel ist versteinertes Holz mit den typischen Merkmalen eines Hammerstieles, zum Beispiel einem Schlitz für den Befestigungskeil.
  • Der Hammerkopf besteht aus einer Eisenlegierung, wie sie auf Erden nicht hergestellt wird, und weist so gut wie keine Korrosionsspuren auf.

 Flut an Spekulationen

 Über Alter und Herkunft wird dementsprechend gerätselt:

  • Kreationisten behaupten, daß die Erde vor der Sintflut eine andere Atmosphäre mit höherem Druck hatte und der Hammer unter diesen fremdartigen Bedingungen hergestellt wurde. Eine sehr weitgehende Behauptung, die weder mit der heutigen Physik in Einklang zu bringen noch sonst zu beweisen ist.
  • Andere spekulieren, daß es sich um ein Überbleibsel aus einer verschwundenen Hochkultur handeln müsse (Stichwort „Atlantis”), die mitsamt ihrer entwickelten Technik in Katastrophen (zum Beispiel einem Impakt) untergegangen ist.
  • Schließlich kann man vermuten, daß es sich um ein Werkzeug handelt, das ein „Alien” (Bewohner eines fremden Planeten) vor Millionen von Jahren verloren hat …

Auf jeden Fall stehen wir vor einem interessanten Objekt, über das spekuliert und diskutiert wird, solange seine Herkunft unklar bleibt.

Natürlich kann man sich die Sache leicht machen und alles als Schwindel oder Fälschung abtun; aber auch diese Behauptung wäre erst noch zu beweisen. Wenn ich persönlich auch mit den Lehren der Kreationisten nicht übereinstimme, die den Hammer als wichtiges Beweisstück für ihre Lehren verwahren, so möchte ich den Kreationisten doch ehrliches Bemühen mit redlichen Mitteln, zum Beispiel saubere Analyse-Arbeiten, nicht absprechen.

Es gibt übrigens nicht wenige derart rätselhafter Objekte, die OOPARTS (= „out of Place Artifacts”, sinngemäß etwa: nicht einzuordnende Kunsterzeugnisse) genannt werden. Etliche mehr oder weniger esoterische Schriften berichten darüber.

Nehmen wir also zur Kenntnis, daß es unerklärte Phänomene auf unserem Planeten gibt, und warten wir ab, ob und wie sich alles aufklären läßt …

 

Literatur:

Hans Joachim Zillmer, „Darwins Irrtum”, Langen Müller, München, 1998