Siegfried Hagl - Schriftsteller

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Das Wunder der Kathedralen

(Veröffentlicht in GralsWelt 29/2003)

                                         
Warum die gotische Baukunst immer noch viele Rätsel aufgibt

Wenn wir an das Mittelalter denken, dann kommen uns unwillkürlich die gotischen Bauwerke in den Sinn. Sie wurden vom 12. Jahrhundert an zum Ausdruck tiefer Frömmigkeit, gleichzeitig aber auch eines Wettkampfes um das grandioseste Bauwerk, für den die Religiosität nur ein Deckmantel war. In vielfältigen Formen und Farben wollte eine damals völlig neue, gewagte Architektur die Inhalte christlicher Lehren vermitteln. Aber wie entstand das – wahrscheinlich orientalisch beeinflusste – „Wunder der Kathedralen”? Wer erfand die Gotik? Wie konnte sich ein revolutionärer Stil in einer Zeit mangelhafter Kommunikation so schnell durchsetzen? Wer finanzierte die grandiosen Bauwerke, die ohne fundiertes Wissen um statische Gesetze errichtet wurden? Bis heute zählt die gotische Baukunst zu den „seltsamen Geschichten” der Geschichte.

Die gotische Baukunst wird heute vielfach als die Sinne besonders ansprechend empfunden. Doch erlebte sie keineswegs immer ungeteilte Zustimmung. Giorgio Vasari (1511-1574), der als einer der ersten Kunsthistoriker gilt, schrieb zum Beispiel, dass die „Kunst der Goten” keinesfalls schön sei, und noch 1771 wurde im Zusammenhang mit der Gotik von „barbarischem Geschmack” gesprochen (2, S. 8). Auch sah man Beziehungen zwischen dem gotischen Stil und dem Germanenvolk, die im 19. Jahrhundert dazu anregten, die Gotik als den „deutschesten aller Stile” zu sehen – eine Betrachtungsweise, die den Schöpfern der Gotik fremd gewesen wäre. Noch im 20. Jahrhundert beschuldigten Kritiker die Gotik der „Maßlosigkeit und orientalischer Schnörkel”, der gotische Nadelturm erschien ihnen als das Minarett, das in die christliche Tradition eingeschmuggelt wurde, und die Kathedralen wären dann „steinerne Bücher” mit vielen Figuren, nicht zuletzt aus dem Alten Testament (8, S. 43). Die ganze Baugestalt mit ihrer Schwerelosigkeit würde zu Mystik und Schwärmerei verleiten, ganz im Gegensatz zu den soliden, bodenverhafteten Strukturen der Romanik.
Aber wie auch immer man den gotischen Stil beurteilen mag: Mit ihm entstand im Mittelalter eine Vielzahl grandioser Bauwerke, die bis heute Rätsel aufgibt.

Wettstreit um den grandiosesten Bau
Der Bau gotischer Kirchen begann um 1135, als der Abt Suger die Abtei von Saint Denis durch ein größeres Bauwerk in einem neuen Stil ersetzen ließ. Diese Abtei markiert einen bedeutsamen Übergang von der romanischen zur gotischen Baugesinnung.
Die neue Bauweise fand weite Beachtung und breitete sich bald aus, besonders nach Osten und Norden, sowie bis Italien und Spanien. Immer großartigere gotische Bauwerke entstanden. Die Städte wetteiferten um den größten, schönsten, ausdrucksvollsten Sakralbau. Tiefe Religiosität wollten sie zeigen, doch ihren Ehrgeiz und ihre Geltungssucht konnten sie nicht verhehlen. Manchmal galt es auch, einen würdigen Rahmen für Reliquien zu schaffen, die Pilger – die Touristen des Mittelalters – von weither anzogen.

Berühmte gotische Kathedralen
Baubeginn/Kathedrale/Mittelschiff: gesamte Spannweite/Höhe/Breite
1163: Notre Dame zu Paris: 12 m 35 m 48 m
1194: Chartres:  16,4 m 37 m 32,8 m
1211: Reims:       14,7 m 38,1 m 45 m
1220: Amiens:   14,6 m 42,3 m 31,9 m
1225: Beauvais: 15,5 m 48 m 50 m

Nicht immer ging dieser religiös verbrämte Wettkampf um die schönste Kathedrale gut und glatt vonstatten. Die Baumeister – ohne Kenntnis statischer Berechnungsmethoden – waren auf ihr Gefühl angewiesen, und Bauunfälle waren eher die Regel. In Beauvais stieß man dann an die Grenzen der technischen Möglichkeiten. Die 1225 begonnene Kathedrale sollte nicht nur höher werden als die von Amiens. Der Baumeister Eudes des Montreuil verringerte die Anzahl und Dicke der Pfeiler und Streben und vergrößerte die Fenster. So entstanden lichtdurchflutete Räume von bis dahin unbekannter Grazie. Leider brach das Gewölbe zwölf Jahre nach seiner Vollendung (1284) teilweise zusammen. Verstärkungen wurden angebracht, die die künstlerische Wirkung schmälerten, und nach langer Unterbrechung durch den Hundertjährigen Krieg konnte der Wiederaufbau 1522 doch noch vollendet werden. Von 1564 bis 1569 wurde über der Vierung der Kathedrale noch eine 153 Meter hohe Laterne errichtet; nun der höchste Turm des Mittelalters. Das damals größte und gewagteste Bauwerk der Welt stürzte am Himmelfahrtstag 1573 ein, glücklicherweise nachdem die meisten Gläubigen die Kirche gerade verlassen hatten. Dieses Unglück markiert das Ende der mittelalterlichen gotischen Baukunst, deren Möglichkeiten offensichtlich überschätzt worden waren (2, 3).

In Beauvais stürzte das 48 m hohe Gewölbe des Mittelschiffs 1284 ein. Es wurde mit Verstärkungen wieder aufgebaut. Auf dem Kreuz der Querschiffe errichtete man in 153 m Höhe eine Laterne, die 1573 zusammenbrach. So gilt der 1248 begonnene Kölner Dom (Mittelschiff 14,7 m bzw. 45 m) als das Bauwerk der Traditionslinie, bei dem ohne bauliche Zwischenfälle die größten Maßbeträge realisiert wurden. Allerdings wurde dieses Gebäude im 19. Jahrhundert nicht nur vollendet, sondern etwa zur Hälfte völlig neu – nach alten Rissen – errichtet.

Woher kam die Gotik?
Wenn sich in einer Zeit höchst mangelhafter Kommunikation, sehr begrenzter fachlicher Ausbildung und völligem Fehlen wissenschaftlich fundierter Statik eine revolutionäre Bauauffassung innerhalb von Jahrzehnten durchsetzt, so ist die schnelle Verbreitung dieser umwälzenden Technologie so überraschend, daß man den genialen Erfinder und den oder die kompetenten Förderer sucht.
Vor der Gotik dominierte im frühen Mittelalter der romanische Stil; daß er sich durchsetzte, kann kaum überraschen. Auf welche Stilformen hätte man zurückgreifen sollen, wenn nicht auf die schon längst von den Römern entwickelte und zu einer gewissen Vollendung gebrachte Baukunst? Einer Kunst, die in Italien und Frankreich noch vielerorts und gelegentlich (z. B. in Trier) auch in Deutschland zu besichtigen war.
Anders die Gotik. Sie hat Vorläufer in kleineren Kirchen der Normandie und erfasst seit der Abteikirche von St. Denis die abendländische Baukunst wie im Fieber. Sie bietet weit mehr als den Ersatz des römischen Rundbogens durch den gotischen Spitzbogen. Der gotische Bogen hat gegenüber dem romanischen geringere seitliche Schubkräfte, erlaubt also höhere Gewölbe und schlankere Säulen. Doch Gotik ist auch mehr als schlanke Säulen und hohe Fenster: Bogen, Gewölbe, Pfeiler, Streben und Stützmauern bilden ein fein ausbalanciertes Gleichgewicht. Des weiteren wird die Schwere der Wände durch das gotische Gliederungssystem so weit wie irgend möglich aufgelöst oder durch Fenster ersetzt. Manche gotischen Bauten gehen so nahe an die Grenzen der Stabilität, daß kein moderner Statiker sie genehmigen dürfte. Und schon die ersten gotischen Kathedralen sind Gesamtkunstwerke – Ausdruck einer Religiosität, die vielleicht in der Geistigkeit der französischen Klöster Cluny oder Citeaux Parallelen hat. Und dieses „Gesamtkonzept Gotik” tritt wie ein Elementarereignis, so gut wie ohne Vorläufer, fast schlagartig in Erscheinung! Wie war das möglich?
Eine der Erklärungen lautet, dass der Spitzbogen Kreuzrittern im Orient aufgefallen sei. Diese hätten ihn dann „mitgebracht”. Da am ersten Kreuzzug kaum Deutsche beteiligt waren, ist es noch dieser Auffassung nur konsequent, dass die Gotik in Frankreich begann. Auch läßt sich mit dieser Annahme die Verwendung des Spitzbogens an einigen Gebäuden erklären, die schon vor den gotischen Kathedralen entstanden. Doch von solchen Bauexperimenten ist es noch weit zum umfassenden Konzept, denn man darf nicht glauben, der Spitzbogen definiere bereits die Gotik selbst. Zu ihr gehören die durchbrochenen „diaphanen” Wände ebenso wie die leichten, baldachinartigen Gewölbe in größtmöglicher Höhe. Am Außenbau wird das innere, mystisch erscheinende Wunder der Kathedrale dann durch einen Wald von Strebepfeilern kompensiert, Inbegriff einer Statik, die auch noch durch ihre sichtbare Technik faszinieren will.

Woher stammte jedoch das Konzept der Gotik?
Manche halten es für möglich, daß die „Templer” die neue gotische Bauweise initiierten. Um keinen Orden des Mittelalters ranken sich so viele Sagen, Legenden, Vermutungen wie um die Tempelritter. Wer außer diesem Ritterorden hätte die Macht und die finanziellen Mittel gehabt, einem neuen Baustil zum Durchbruch zu verhelfen? Andererseits: Welche Motivation könnte die Templer veranlaßt haben, mit viel Energie eine völlig neue Bauauffassung durchzusetzen?
Vielleicht war es doch nur der Wunsch nach dem Neuen, der einem überlegenen Konzept zum Durchbruch verhalf, ohne das gezielte Wirken eines genialen Erfinders oder einer großen Organisation.
Natürlich liegt aber die Suche nach einem Genie, dem dieser Fortschritt in der Baukunst zu verdanken ist, nahe. Historiker haben lange vergeblich nach dem Architekten gefahndet, dem das Konzept der gotischen Kathedralen zuzuschreiben wäre. Joachim Fernau (4) will ihn endlich gefunden haben. In alten Urkunden wird vom „albertinischen Stil” oder einem „Albertus Argentius” (4, S. 76) gesprochen, bei dem es sich nur um einen handeln kann: den Dominikaner Albert, Graf von Bollstädt (1193-1280, Albertus magnus), Bischof, päpstlicher Nuntius, Rektor der Universität Köln. Er ist der einzige Wissenschaftler, der den sonst nur Königen vorbehaltenen Titel „der Große” erhielt.
Leider aber passen seine biographischen Daten nicht zu der Annahme, ihn als „Vater der Gotik” zu bezeichnen. Albert mag für den lange nach St. Denis entstandenen Dom zu Köln verantwortlich sein, vielleicht viel für die Verbreitung der Gotik getan haben – an den ersten Entwürfen gotischer Kathedralen kann er jedoch aus chronologischen Gründen nicht mitgewirkt haben.
Waren es also bisher noch nicht ermittelte Genies, die, unterstützt von kirchlichen Orden, in kürzester Zeit das Neue schufen – aus welchen Gründen auch immer? Die Bischöfe, Fürsten, Städte von der Überlegenheit des Moderneren, der Gotik überzeugten?

Woher kam das Geld?
Künstlerische Intuition, technische Möglichkeiten und handwerkliches Geschick brauchen eine solide ökonomischen Grundlage. Niemand bezweifelt, daß es erheblicher Anstrengungen bedurfte, die Kathedralen zu bauen und zu finanzieren. Aber wie konnten mittelalterliche Menschen – bei aller Hingabe an ihre Religion und größter Opferbereitschaft für ihre Kirche – die erforderlichen Mittel aufbringen?
In Mitteleuropa blühte zwischen 1100 und 1300 die Wirtschaft. Ein warmes Klima und verhältnismäßig wenige Kriege schufen günstige Voraussetzungen für den Aufschwung der Städte, für Handwerk und Handel. Dabei wurde besonders zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert ein uns heute unerhört scheinender Anteil des Volksvermögens für den religiösen Kult eingesetzt. Die Menschen waren gläubig, und so gut wie jedermann war bereit, zum Beispiel für Kirchenbauten zu spenden oder kostenlose Arbeitsleistungen zu erbringen. Nicht zuletzt wollten sich viele durch Stiftungen, Schenkungen, Ablasskauf, Nachlässe oder sonstige irdische Leistungen einen Platz im Himmelreich sichern, oder wenigstens der Hölle und dem Fegefeuer entgehen. Ohne diese verbreitete Spendenbereitschaft wären die Kathedralen nicht entstanden.
Manchen Autoren, die sich eingehender mit der Finanzierung der gotischen Baukunst befassen, genügt diese einfache Erklärung – prosperierende Wirtschaft und Spendenbereitschaft – nicht. Im Hinblick auf 150 gotische Kirchen, darunter achtzig Kathedralen, die in nur einem Jahrhundert (!) entstanden (8, S. 31), vermuten sie weitere Ursachen. Auch die noch wenig entwickelte mittelalterliche Ökonomie, die zum überwiegenden Teil aus Subsistenzwirtschaft bestand, legt nahe, daß das Volk die Finanzierung der Bauwerke nicht leisten konnte: Geld war knapp, Steuern und Abgaben (wie immer) drückend, die Städte noch wenig entwickelt, der Handel durch schlechte Wege und Straßenräuber behindert.
Wenn sich mittelalterliche Ereignisse nicht so recht erklären lassen, werden gerne die bereits genannten Templer bemüht – auch als Finanziers der Kathedralen.
Die beiden Forscher Christopher Knight und Robert Lomas (7) halten es beispielsweise für möglich, daß Tempelherren bei ihren Grabungen am Tempelberg den alten jüdischen Tempelschatz gefunden haben, den reichsten Schatz der Antike. Dieser wäre demnach die Quelle des Reichtums der Templer. Allerdings wurde bei der Zerschlagung des Ordens im Jahre 1305 von den sagenhaften Templerschätzen keine Spur gefunden.
Jacques de Mahieu (8) versucht zu beweisen, daß die Tempelritter den (Phöniziern, Iren und Wikingern längst bekannten?) Seeweg nach Süd- oder Mittelamerika benutzten. Nach 1150 brachten sie demnach amerikanisches Silber nach Europa. Die daraus geprägten Münzen führten zu dem bereits erwähnten Wirtschaftsboom, der erst den Bau der Kathedralen erlaubte (8, S. 32). Mahieu hat sorgfältig geforscht und recherchiert; seine Theorien verdienen es, näher überprüft zu werden.
Beide Hypothesen – Fund des Tempelschatzes und Tempelritter-Reisen nach Amerika – werden von etablierten Historikern bislang jedoch nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Man bezweifelt auch, daß ein „Zufluß” von Edelmetallen zu der wirtschaftlichen Blüte des Hochmittelalters geführt hat.
Historisch belegt ist, daß dem Orden der Tempelritter durch Schenkungen große Vermögen zuflossen, die von den Rittermönchen bestens verwaltet wurden. Da Wucherern – die Geld gegen Zinsen verliehen – die Verdammnis drohte, entdeckten die frommen Ritter einen Ausweg aus dem Dilemma Zinslosigkeit oder Höllenqual. Sie „erfanden neben Scheck und Kreditbrief auch die „zinsfreie” Pfandleihe, indem sie für Kredite auf Häuser und Grundbesitz Gewinnbeteiligungen aus Mieten und Ernteerträgen beanspruchten. Diese trickreiche Umgehung des Zinsverbotes machte den Templerorden in kürzester Zeit zu einem multinationalen Finanzkonzern, dessen Einfluß sich über ganz Europa und den Nahen Osten erstreckte” (1, S. 52). Das würde auch erklären, warum der französische König Philipp IV. nach der Zerschlagung des Ordens vergeblich nach den Templer-Schätzen suchen ließ: Das meiste Geld war verliehen.
Hier – beim Geld – setzen übrigens auch Vertreter alternativer Wirtschaftstheorien wie der „Freiwirtschaftslehre” an. Nach deren Ansicht war die Ursache für die bereits erwähnte mittelalterliche Wirtschaftsblüte eine ideale Finanzpolitik: nämlich die Verwendung eines Tauschmittels (Geld), das, wenn man es hortet, keine Zinsen bringt, sondern durch das Lagern an Wert verliert – genau so wie die damit eingetauschten, verderblichen Waren.
Im Jahre 1142 ließ der Erzbischof Wichmann von Magdeburg die in seinem Sprengel umlaufenden Münzen zum Umtausch gegen neue aufrufen. Für diesen Umtausch gegen Neuprägungen erhob er eine Gebühr von 20 Prozent. Dieses Beispiel machte Schule, und dieser regelmäßige Umtausch der primitiven, meist nur einseitig geprägten Münzen (Brakteaten) – „Geldverruf” genannt – veranlaßte jeden, möglichst wenig Geld aufzuhäufen, sondern es statt dessen unter die Leute zu bringen. Die Münzen blieben im Umlauf und belebten die Wirtschaft. Alternative Denker preisen diese Epoche von 1150 bis 1450 als eine Zeit des außerordentlichen Aufschwungs, der Blüte der Volkswirtschaft (6). Zuletzt wurde der Geldverruf leider übertrieben, und die Brakteaten verschwanden, um den „normalen” Münzen mit unbegrenzter Gültigkeit zu weichen. Das gab dem „Zinswucher” wieder Antrieb.

Ein Wunder des Mittelalters
Einige Zeit später brach die mittelalterliche Wirtschaft zusammen – nicht zuletzt auch auf Grund des Klimas, das in Mitteleuropa vom 13. Jahrhundert an zunehmend unberechenbar wurde. Eine „kleine Eiszeit” begann, in deren Verlauf es auf der Erde um ein bis zwei Grad kälter war als heute (4, S. 197). Alpengletscher schoben sich vor, die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen wurden größer, und Sturmfluten suchten die Nordseeküsten heim.
Die Landwirtschaft wurde dadurch schwer beeinträchtigt; es gab verregnete Sommer, aber auch extreme Hitzewellen, und vielfach herrschten Hungersnöte. Dann kam 1348 auch noch die Pest nach Europa. Unter diesen schwierigen Umständen blieben Kathedralen – wie zum Beispiel der Kölner Dom -unvollendet, und konnten erst im 18./19. Jahrhundert fertiggestellt werden. Erst in dieser Zeit war es auch möglich, die Mehrzahl der heute so hervorstechenden gotischen Türme zu errichten; denn die mittelalterlichen Baumeister, die das Wunder der Kathedralen schufen, waren beim Turmbau an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestoßen …

Literatur:
(1) Brökers, Mathias: „Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. 9.”, Zweitausendeins, Frankfurt 2002
(2) Conrad, Dietrich: „Kirchenbau im Mittelalter”, Edition Leipzig, Leipzig, 1990
(3) Dubos, René: „Die Wiedergeburt der Welt”, Econ, Düsseldorf, 1983
(4) Fagan, Brian: „Die Macht des Wetters”, Patmos, Düsseldorf, 2001
(5) Fernau, Joachim: „Die Genies der Deutschen”, Herbig, München, 1972
(6) Freisoziale Union (FSU) Niedersachsen: Rundbrief, Dez. 96
(7) Knight, Christopher/Lomas, Robert: „Unter den Tempeln Jerusalems”, Scherz, München, 1997
(8) Mahieu, Jacques de: „Die Templer in Amerika”, Grabert, Tübingen, 1979
(9) Müller, Werner/Vogel, Gunther: „dtv-Atlas zur Baukunst”, München, 1979
(10) Senf, Bernd: „Der Nebel um das Geld”, Gauke, Lütjenburg, 1988
(11) Sippel, Hartwig: „Die Templer”, Bechtermünz, Wien, 2001